Dieser Chat-Bot gibt auf Wunsch vor, Du zu sein

chatbot_FBIn New York fand letztes Wochenende das sogenannte „TechCrunch Disrupt Hackathon„-Event statt, wo sich zahlreiche helle Köpfchen versammelten und Ideen austauschten, wie man diese Welt noch ein Stückchen besser machen könnte. Zumindest wenn dies auf technischer Ebene machbar ist. Eine Sparte, die reichlich neue Vorschläge und Konzepte hervorbringt, sind Apps. Eines dieser App-Konzepte nennt sich „The Chat Bot Club“ und soll auf Wunsch des Nutzers dessen virtuelle Persönlichkeit übernehmen.

Bei der Vielzahl aktueller Chat-Apps und sonstiger Social Media-Dienste wie Facebook, Twitter, Google+ und Co. ist es kaum noch vernünftig möglich, sämtlichen Nachrichten und eventuell dadurch entstehenden Geschichten zu folgen. Die Familie schreibt sich via eigener WhatsApp-Gruppe, die Blogger-Kollegen tauschen sich per Telegram-Messenger aus und der beste Freund besteht darauf, absolut nur noch über Threema kontaktiert zu werden. Arbeitskollegen erleben die tollsten Abenteuer auf Facebook und Du? Du bist froh, wenn dein Smartphone nicht im Sekundentakt wie verrückt vibriert ob der ganzen Benachrichtigungen.

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Und genau für diesen Problemfall hat sich das Team um „The Chat Bot Club“ etwas einfallen lassen: Einen Chat-Bot, der auf Wunsch die virtuelle Persönlichkeit übernimmt und so alle eingehenden Nachrichten beantwortet, ganz so, wie es der reale Nutzer sonst getan hätte. Der Bot bedient sich dabei Cisco Spark und IBM Watson, um das Schreib- und Antwortverhalten des Nutzers zu erlernen und so immer authentischer zu reagieren. Selbst häufig verwendete Emojis erkennt der Algorithmus und nutzt diese in passenden Situationen. Sicher mag die Idee, seine Antworten einem Bot zu überlassen, dem ein oder anderen missfallen. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass mindestens ebenso viele Leser jetzt den Gedanken hegen, sich das Projekt – wenn es denn erfolgreich weitergeführt wird – weiter anzuschauen und für sich zu nutzen.

Irene Chang – eine der Köpfe hinter dem Projekt – äußerte, dass der Plan vorsehe, den Bot für beliebte Dienste wie WeChat, WhatsApp, Kik, den Facebook-Messenger und weitere umzusetzen. Aktuell ist das Programm allerdings noch nicht einsatzbereit. Ich halte die Idee für durchaus interessant und kann mir vorstellen, zumindest gelegentlich mal den Gruppenchat des Kindergartens vom Bot beackern zu lassen.

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Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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9 Kommentare

  1. Das geile ist dann, wenn beide Seiten das nutzen. Also praktisch der eine Bot mit dem anderen Bot redet. 🙂

  2. Thomas Baumann says:

    Ich sehe da absolut 0 Nutzen drin, ganz im Gegenteil. Wenn ich mit wem interagiere will ich auch mit demjenigen schreiben, nicht mit so einem blödem Bot. KI hin oder her, aber heißt es nicht „soziale Netzwerke“? Was ist dann bitte schön noch sozial daran? Als Schreiber weiß man nie wer antwortet und als Empfänger … tja… Hat der Bot schon geantwortet? Hat man die Nachricht überhaupt gesehen? Wo ist da der Sinn drin? Außer dass man sich im wahrstem Sinne des Wortes heimlich aus den Netzwerken verzieht. Kann man dann auch gleich komplett machen, fertig.

  3. Interessant, dann könnte ich ja meine Persönlichkeit patentieren lassen und an verschiedenste Call- und Servicecenter lizensieren.

  4. In einem ersten Schritt könnten die Entwicklern ja erstmal in den gängigen Messenger Apps ein Autoreply integrieren.

  5. Geil, genauso hab ich mir das vorgestellt.

    Zuerst wollen all die Quatschköpfe ständig 24h am Tag erreichbar sein, jeder läuft nur noch mit gesenktem Kopf, den Blick aufs Phone gerichtet, durch die Gegend, Facebook, WhatsApp, Twitter & Co prasseln rund um die Uhr auf sie ein.

    Irgendwann kommen sie drauf, sie sind nur noch am Account checken und auf irgendwelche Messages reagieren, haben einen Burnout und suchen nun verzweifelt nach einer Lösung.

    Als Ergebnis nutzt dann jeder einen ChatBot, damit er wieder etwas ungestörte Zeit findet.

    Die Kommunikation findet dann großteils zwischen Maschinen statt, aber die Dienst-Anbieter übertreffen sich trotzdem bei jeder Präsentation mit begeisterten Zahlen von neuen Rekorden an versendeten Nachrichten.

    Schönen neue Welt.

  6. Oceanwaves says:

    Viel wichtiger wäre ein Bot, der für mich zur Arbeit geht!

  7. @Oceanwaves Seh‘ ich auch so. 😉 Den grassierenden Hype um Bots kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen. Als strikter Threema-Nutzer bin ich aber auch mehr an Sicherheit als an solchen Spielereien interessiert.

  8. Interessant. Dann werden Mitarbeiter, die im Support chatten müssen, in Zukunft mitgetrackt und die besten werden dann Bots. Der Arbeitsmarkt verschiebt sich aktuell sehr stark!

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