Die unsichtbare Flasche

7. Dezember 2009 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Jau, ich habe da mal wieder einen Kandidaten für einen Fake-Check. Schaut euch das mal an: leere Tabasco-Buddel, Glyzerin und ein Messbecher. Die mit Wasser (oder mit Glyzerin?) gefüllte Tabasco-Flasche wird in den Messbecher mit Glyzerin gestellt und scheint auf magische Art und weise zu verschwinden.

Bildschirmfoto 2009-12-07 um 20.43.00

Ich würde fast zu einem Fake tendieren, da man das Eintauchen der Flasche nicht sieht – aber das Herausheben ist dann doch wieder eine Sache, die mich zum Nachdenken bringt. Also: wer hat oft genug die Sendung mit der Maus gesehen und kann uns hier aufklären. Fake oder real?

Über den Autor: caschy
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58 Kommentare

flo 7. Dezember 2009 um 20:52 Uhr

Kein Fake … Der Brechungsindex ist tatsächlich fast gleich. Müsste so um 1,47 liegen. Wenn man nahe ans Glas geht müsste man die Umrisse der Flasche sehen …

caschy 7. Dezember 2009 um 20:56 Uhr

Mh, sowas lernt man bestimmt nicht im Flötenkurs der Waldorfschule, wa? ;)

essmx (twitter ) 7. Dezember 2009 um 20:59 Uhr

Hallo,

also richtig Physikalisch kann ich das auch nicht erklären würde aber darauf tippen das der Brechungsindex des Glyzerins ein anderer ist wie der des Wassers. Dadurch wird das Licht so gebrochen/abgelenkt das es von der Flasche keine Reflexion gibt.
Ich glaube auch das unten ganz leicht der Flaschenboden zu erkennen ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Brechzahl

KRiZZi (twitter ) 7. Dezember 2009 um 20:59 Uhr

Wohl eher in nem naturwissenschaftlichen Studium. ;)

MC Winkel 7. Dezember 2009 um 20:59 Uhr

Das hatte ich HEUTE ERST in meinen links! So ein Zufall! :)

caschy 7. Dezember 2009 um 21:05 Uhr

Dabei tauchst du gar nicht in den Popular Items von YouTube auf. Witzig :)

jakobus 7. Dezember 2009 um 21:11 Uhr

@ caschy:
Physikunterricht 6. Klasse Waldorfschule ;)

Maxim (twitter ) 7. Dezember 2009 um 21:12 Uhr

Die Erklärung im ersten Beitrag ist meiner Meinung richtig.

Man müsste erst mal sich klar machen, warum man die Flasche aus Glas überhaupt sieht,wo das Glas doch durchsichtig ist. Man sieht eher nicht das Glas, sondern die Spiegelungen und die Brechungseffekte an dem Übergang Luft/Glas. Würde man diese Grenzübergänge verschwinden lassen, so verschwindet auch die Flasche. Das wird auch in dem Video gemacht.

Da das Glycerin und das Quarzglas(normales Glas) praktisch den gleichen Brechungsindex haben und das Glycerin sich auch in der Flasche befindet, ist es so als ob man ein einziges Medium mit dem gleichen Brechungsindex vor sich hätte. Also nichts anderes wie ein Glas mit Wasser ;)

UDZGuru 7. Dezember 2009 um 21:16 Uhr

Das liegt wohl wirklich daran, dass der Brechungsindex von Glycerin mit 1,47 näher an den ~1,5 von Glas ist, als der Brechungsindex von Wasser (~1,33). Dadurch findet wohl eine geschickte “Anpassung” der Optik statt und die Flasche scheint zu verschwinden.

kienerii 7. Dezember 2009 um 21:33 Uhr

Die Zauberworte lauten snelliussches Brechungsgesetz. Und zu den Werten die oben genannt wurden (z.B. Glas = 1,5 = 2/3) heißt das nur, dass das Licht also 2/3 der Vakuumlichtgeschwindigkeit hat.

Noch was interessantes nebenbei: Ein negativer Brechungsindex wäre genial, damit könnte man weitaus bessere Auflösungsvermögen bei den Linsen (z.B. einer SLR) ermöglichen. Leider gibt es diesen Werkstoff noch nicht.

Ahmet Topal (twitter ) 7. Dezember 2009 um 21:36 Uhr

Nicht schlecht :) Muss ich mal im Unterricht testen

Rene 7. Dezember 2009 um 21:36 Uhr

In Sekunde 41 kann man im Vollbild sogar ziemlich genau die Umrisse der Flasche erkennen.

Dave 7. Dezember 2009 um 21:58 Uhr

Ich würde sagen das hat was mit der Lichtbrechung zutun? Schätze mal dass Glycerin bestimmte Eigenschaften hat die das möglich machen…

Echt cooler Effekt

Puh (twitter ) 7. Dezember 2009 um 21:59 Uhr

Das kam letzten auch in so ner Kindersendung auf Nick oder SuperRTL

Silverspacer 7. Dezember 2009 um 22:02 Uhr

hey, also ich habs auch schonmal bei Numb3rs gesehen (die Serie kennt jeder?) da haben die das mit Kugeln gemacht – also machbar ist es ;)

Thomas 7. Dezember 2009 um 22:15 Uhr

Kann mich den Vorrednern nur anschließen – es liegt am nahezu identischen Brechungsindex von Glycerin und Glas.

Allerdings möchte ich eine kleine Korrektur zum Post von Maxim anbringen: Quarzglas ist nicht das “normale Glas”, das z.B. für Trinkgläser oder Fensterscheiben verwendet wird (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Quarzglas) – es hat u.a. einen viel zu hohen Schmelzpunkt (rund 1600 °C gegenüber 700-900 °C), um es in der Menge herzustellen und zu Alltagsartikeln zu verarbeiten, wie es heute mit “normalem Glas” geschieht. Nichtsdestotrotz ist natürlich aufgrund des vergleichbaren Brechungsindex’ der vorgestellte Trick auch mit Quarzglas durchführbar.

hoschi 7. Dezember 2009 um 22:21 Uhr

Die Antwort von Maxim triffts auf den Punkt. Das Glycerin lässt die Brechung zwischen Luft/Flasche verschwinden aufgrund der ähnlichen Brechzahl -> man kann die Flasche nicht mehr sehen bzw sieht “eine sich auf das ganze Gefäß ausgebreitete Flasche”. Was mich aber noch wundert: Eigentlich müsst man ja den inneren Übergang in der Flasche von Glas und Luft sehen. Demnach müsste die Tabasko-Flasche auch mit Glycerin gefüllt sein ? Was meint ihr ?

ebbes 7. Dezember 2009 um 22:30 Uhr

@hoschi: Die ist doch auch mit Glycerin gefüllt ;)

Babel 7. Dezember 2009 um 22:35 Uhr

fake! ich glaube alle physiker hier belügen uns! ;)

Paul 7. Dezember 2009 um 22:37 Uhr

Ich halte dies für sehr plausibel.

Drink 7. Dezember 2009 um 22:40 Uhr

Steckt euren Finger mal in ein Glas.
Na? Der wird DICK. :D

Ich denke, dass das hier kein Fake ist. Außerdem kann man relativ gut den Rand (rechte Seite) der Tabasko-Flashe sehen. Meine ich zumindest. :)

Dr_Dee 7. Dezember 2009 um 22:44 Uhr

@kienerii: Wenn du hier schon mit dem guten Snellius kommst solltest du nicht behaupten, dass 1,5 = 2/3 ist. 1,5 = 3/2, allerdings ist der Kehrwert die Geschwindigkeit, und somit stimmt deine Aussage natürlich trotzdem ;)

Chris 7. Dezember 2009 um 22:47 Uhr

@Kienerlie:
Schonmal was von Metamaterialien gehört? Ist natürlich noch sehr aktuell in der Forschung, aber da kommt noch einiges schätze ich.

Ups, da war wohl einer schneller ;)

Waldorfschüler 7. Dezember 2009 um 23:58 Uhr

@caschy: Wie kommst Du darauf, dass das ein Fake sein könnte? Das würde ja schon logisch nicht viel Sinn machen: Einen Versuchsaufbau darzustellen, der in seiner Form durchaus beeindruckend ist, wäre so als Fake viel zu unspektakulär. Als echtes Experiment ist das schon sehr viel überzeugender (erinnert mich stark an den Physikunterricht in der Waldorfschule ;) .
Was mich viel eher stutzig gemacht hat war, dass angeblich Wasser in der Flasche sei: “Die mit Wasser gefüllte Tabasco-Flasche wird in den Messbecher mit Glyzerin gestellt…” Das wäre dann tatsächlich unlogisch gewesen. Jedoch, im Video wird eindeutig erklärt, dass auch in der Flasche Glyzerin ist. Unter dieser fälschlichen Annahme, ist Deine Vermutung durchaus berechtigt, dass es sich auch um einen Fake hätte handeln können.

Fred 8. Dezember 2009 um 00:46 Uhr

Artikel über einen (Ost-)Deutschen, der an einer Universtät in Schottland am Lehrstuhl für theoretische Physik über Unsichtbarkeitsgeräte forscht und dafür gerade einen Preis von der englischen Royal Society erhalten hat:
http://www.sciencenews.org/vie....._Uncloaked

Ist wohl einer der weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet und “Scientific American” zählt ihn generell zu den 50 bedeutensten Wissenschaftlern des Jahres. Im Bericht wird ebenfalls der Wirkmechanismus von Metamaterialien erläutert.

freddi 8. Dezember 2009 um 00:46 Uhr

Schwarze Magie!

Der Ketzer muss brennen!!!

micha 8. Dezember 2009 um 01:32 Uhr

Fake, es gibt kein Glycerin :P

Andy (twitter ) 8. Dezember 2009 um 06:18 Uhr

Erster! Um mal das hier klarzustellen !
Alles Fake!
Und bei Sek. 41,3 kann man kurz eine nackte Frau erkennen!
Hab ich Was vergessen?
Ach Ja ! Die Beleidigungen
Ihr seid doch alle, Wenn nicht dann sogar
Lieb!

is ja wie Klugscheissen bei Hans-Wurst

Gonzo 8. Dezember 2009 um 07:09 Uhr

Der Brechungsindex von Glycerin(Brechungsindex = 1.47) und Flaschenglas (Natron-Kalk-Glas, Brechungsindex= l.51) liegt zu weit auseinander damit der Trick gut funktioniert. Es wurde deshalb wohl Borosilikatglas (Laborglas) mit einem Brechungsindex von 1.47 verwendet.
Wieso man für eine Tabasco Flasche allerdings das teurere Borosilikatglas verwendet, weiss ich auch nicht. Vielleicht weil das Zeugs teuflisch ätzend ist?



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