Ausprobiert: Sony SA-NS510-Lautsprecher

14. November 2012 Kategorie: Android, Hardware, iOS, Mobile, geschrieben von:


Ich hatte Gelegenheit, mir einen Lautsprecher anzuschauen. Konkret ging es um den Sony SA-NS510, einen Lautsprecher, den man drahtlos verwenden kann. Schönes Gadget dachte ich, da kann eine kurze Review ja nicht schaden. Es las sich anfangs von den Features auch ganz gut, dennoch habe ich nicht nur Licht gefunden, sondern auch Schatten.

Der Sony SA-NS510 ist ein Lautsprecher, den man mittels AirPlay oder DLNA bespielen kann, alternativ könnt ihr auch Internetradio wiedergeben. Die Einrichtung ist ein No-Brainer. Wer zu diesem Gerät greift, der wird sicherlich ein Smartphone haben. Sony bietet dazu eine App an, mit dieser könnt ihr den Lautsprecher in euer Netzwerk bringen. Dies funktioniert komplett drahtlos und ohne viel Stress. Schlüssel eures Netzwerks eingeben, fertig.

Alternativ kann der Sony SA-NS510 direkt am Router angeschlossen werden oder mittels WPS mit eurem Netzwerk verbunden werden. Das geht einfach von der Hand und ist daher ein Pluspunkt. Wer Namen im Netzwerk, IP und Co ändern will, der realisiert das ganz einfach auch via Browser, nach Eingabe der IP ist man schon „drin“. Hier kann man dann auch wunderbar automatisiert Aktualisierungen der Firmware durchführen.

Die Optik. Ganz ehrlich? Ich wurde gefragt, was ich da schon wieder für einen Lampenschirm auf meinem Schreibtisch zu stehen habe. Banausen! Ist schon mal was anderes, Geschmack ist immer eine Sache, die im Auge des Betrachters liegt. Sony verargumentiert die Optik auch mit dem „360°-Grad-Sound“, der durch die vier Hochtöner rundum abstrahlen soll.

Wie gesagt: ist Geschmackssache, ich finde es gelungen. Der Sony SA-NS510 ist wertig verarbeitet  und zum Glück keine dieser Klarlackoberflächen, wie man sie leider immer häufiger vorfindet. Auf der Oberseite befindet sich noch eine Öffnung, die man als bequeme Haltevorrichtung nutzen kann, denn der Lautsprecher hat noch einen Akku. So kann man ihn zum Beispiel mit herumtragen und da nutzen wo kein Strom ist. Muss gerade ein wenig lachen und daran denken, wie wohl Menschen aussehen, die einen solchen Lautsprecher mit sich herumtragen. Hipster.

Nachdem ich nun die etwas zur Optik und zur Einrichtung schrieb, kommen wir nun zur Nutzung via der Software. Der Lautsprecher unterstützt AirPlay. Wer mich kennt, der weiss was ich von diesem Protokoll halte. Geschlossen – aber leider geil! AirPlay funktioniert einfach super, wenn man die entsprechende Software / Hardware auf der Gegenseite hat. Ich schmeiße iTunes, iPad oder iPhone an und kann aus der iTues-App, Spotify und Co direkt meine Musik auf die Lautsprecher beamen.

Einfach und gut. Auch unter Mac mit iTunes oder unter Windows 8 mit dem Media Player ist die Wiedergabe kein Problem, der Lautsprecher spricht AirPlay und DLNA an. Unter Android hingegen fand ich das alles ziemlich unschön gelöst. Das liegt weniger an den Lautsprechern, als an den Android-Möglichkeiten. Hier fehlt etwas wie Miracast, was bald in den neuen Geräten Standard sein wird.

So muss der Android-Nutzer eine weitere Remote-App von Sony installieren, um Songs abzuspielen, die sich innerhalb des Netzwerks befinden – dann kann der Lautsprecher diese via DLNA und den entsprechenden Freigaben abgreifen. Hiermit verliert sich dann auch die Möglichkeit, lokale Songs auf den Lautsprecher zu beamen – die Auswahl ist nicht gegeben und Bluetooth hat der Speaker auch nicht.

Sollte ich das übersehen haben? Ich glaube nicht. Von daher ist der Speaker wunderbar für iOS und Windows Phone mobil geeignet, unter Android ist man anscheinend in das eigene Netzwerk gefesselt, es sei, man realisiert auf dem Smartphone wiederum einen eigenen DLNA-Server, was angesichts der Frickelei eine eher unschöne Lösung ist. Alternativ haben Nutzer von Sonys Music Unlimited aber keine Probleme, auf den Lautsprecher zu streamen.

Androiden können aber immerhin Audio In via Klinke auf Klinke nutzen, um den Lautsprecher zu nutzen. Windows Phone? Funktioniert wie bei Windows – hier gibt es eine Play to-Funktion. Die Akkulaufzeit beträgt maximal 5 Stunden, schrumpft aber direkt proportional zur verwendeten Lautstärke. Wer Vollgas gibt, der bekommt den Speaker schneller leer, ich hatte getestet knapp 4 Stunden bei Zimmerlautstärke in meinem Arbeitszimmer.

Kommen wir aber mal zum Punkt „Klang“, der ja für so einen Lautsprecher nicht gerade unbedeutend ist. Wer Bass mag, der wird auf seine Kosten kommen, da klingt der Speaker sehr satt und rund. Wenn man, wie ich, gelegentlich Musik im Stil von Nightwish hört, dann ist man allerdings nicht so gut bedient. Alles in allem ist der Sound klar, aber mir persönlich irgendwie zu dünn und zu kalt – liegt wohl daran, dass es nur Hochtöner und den Bass gibt. Technische Daten? Hier.

Eindruck? Satter Bass. Rest eher kalt im oberen Lautstärkebereich. Tolle AirPlay-Funktionalitäten. Schlechte Android-App. Sehr wertig verarbeitet. Akkufunktion ist natürlich top, man kann den Speaker auch mal wacker mit in einen anderen Raum nehmen. Gut ist auch, dass sich mehrere Lautsprecher koppeln lassen – so kann man im Partymodus mehrere Räume beschallen. Design ist Geschmackssacke. Fehlendes Bluetooth ist auch schade. Der Lautsprecher kostet knapp 3oo Euro, liegt damit im Mittelfeld der Geräte, die ich schon testen konnte und ist trotz der Kritik im oberen Lautstärkebereich noch einer der besseren mobilen Lautsprecher. Schulnote? Als Mobilspeaker eine gute 3 . Fest installiert gibt es besseres für den Preis.


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