Ausprobiert: Microsoft Surface Pro 2 – das 10,6 Zoll Büro

21. Oktober 2013 Kategorie: Hardware, Mobile, Windows, geschrieben von:

Wir stellten heute bereits das Surface 2 vor, nun soll ein kurzer Bericht zu den ersten Eindrücken des Surface 2 Pro folgen. Das Surface Pro 2 ist die zweite und damit die neuste Generation des Microsoft-Hybriden, der die Welten Tablet und Laptop miteinander verschmelzen will. Ob dies meiner Ansicht nach gelingt, soll dieser Text zeigen.

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Wie auch beim Vorgänger findet man im Surface 2 Pro ein sehr hochwertig verarbeitetes Gerät vor. Kein Knarzen, nichts, was irgendwie günstig oder schlecht verarbeitet wirkt. Auch das Innenleben wurde verbessert, ihr findet nun endlich die Haswell-Plattform mit einem Intel Core i5 (Quad-Core-Prozessor) mit 1,60 GHz und verbessertem Energiemanagement vor, was dafür sorgt, dass eines der größten Probleme beim Surface 2 Pro ausgemerzt wurde: die Akkulaufzeit.

Wurde der Vorgänger mit 4 Stunden Akkulaufzeit angegeben, so kann das Surface Pro schon mit angegebenen 8 Stunden protzen. In der Realität sieht dies natürlich etwas anders aus, das Surface der ersten Generation war schon nach 3,5 Stunden ausgepowert, das Surface 2 Pro musste bei mir nach rund 7 Stunden ans Netz, dennoch ein sehr guter Schnitt mit dem man gut durch den Arbeitstag kommen sollte. Hier ist das Anwendungsszenario zu bedenken, ich bin weniger der Zocker, sondern mehr der Arbeiter.

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Der Rest ist auf dem Papier identisch zum Vorgänger. Gleiche Auflösung von 1920 x 1080 Pixel bei 207 Pixel per Inch. In Sachen verbesserten Farben und Blickwinkel darf man dem Microsoft Surface Pro 2 gute Noten geben, das ist wirklich gut gelungen, ebenso beim Surface 2.

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Was störend ist, ist die teilweise schlechte Umsetzung der Dritt-Apps, was nicht unbedingt Microsofts Schuld ist. Im Vergleich zum Internet Explorer sieht die Schrift bei Chrome sehr, sehr schwammig aus.Ebenfalls reagiert Chrome momentan äußerst ungenau auf Eingaben per Touch in der klassischen Desktop-Ansicht.

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Arbeitsspeicher bekommt man je nach Geräteauswahl, so stehen 4 oder 8 GB (beim Surface 2 Pro mit 256 GB oder 512 GB) zur Auswahl. Auch der Flashspeicher ist nun in mehreren Konfigurationen zu finden, 64, 128, 256 und auch 512 GB lassen sich nun wählen.

Was leider nicht verändert wurde: die Auflösung der Kameras. Sie bleiben auf 720p festgenagelt, was schade ist. Das Surface 2 wurde im Bereich der Kameras stark verbessert, was man auf Fotos und bei der Videotelefonie wirklich gut sehen kann. Warum Microsoft hier beim Surface 2 Pro nicht nachgelegt hat, ist mir schleierhaft.

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Auf dem Microsoft Surface 2 Pro kommt Windows 8.1 zum Einsatz, Microsofts neustes Betriebssystem, auf dessen Neuerungen ich hier nicht im Detail eingehen werde, da wir schon in unzähligen Beiträgen über die Verbesserungen des Systems ausführlich berichtet haben.

In Sachen Handlichkeit lässt sich kein Unterschied bemerken, gleiche Maße und gleiches Gewicht von 907 Gramm – wie beim Vorgänger eben. Hier liegt man, sofern man das Surface 2 Pro als Notebook betrachtet, in einem guten Rahmen verglichen zum Wettbewerb. Das Gerät ist auf dem Schreibtisch oder unterwegs sehr kompakt und lässt sich so gut „bearbeiten“.

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Diese Größe und das Gewicht macht es für mich aber schwer, das Microsoft Surface 2 Pro als Tablet zu benutzen. Hier habe ich wieder ähnliche Kritikpunkte, die auch beim Surface 2 zum Tragen kamen: die App-Auswahl im Modern UI-Modus. Hier fehlt mir immer noch zuviel. Typische Apps, die ich auf anderen Plattformen auch nutze und gerne mag. Doch da soll sich laut Microsoft ja einiges tun.

Vorteil Surface Pro 2: ich kann notfalls die Desktop-Variante der Dienste nutzen, was im Touch-Modus aber nicht immer Spaß macht, hier bin ich genauso gegängelt, wie bei Windows 8-Notebooks mit Touchbildschirm. Manches ist über den klassischen Desktop besser zu nutzen als anderes.

Auch beim Surface Pro 2 gut gelungen: der Kickstand, der sich nun in zwei verschiedenen Winkeln einrasten lässt. Das macht mobiles Arbeiten deutlich angenehmer – je nachdem, wie man gerade sitzt. Doch auch hier finde ich es müßig, mit dem Gerät auf dem Schoß zu arbeiten – kommt zwar selten vor, aber ich erwähne es dennoch.

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Das Surface Pro 2 kann mit guten Konnektivitätsmöglichkeiten aufwarten. Durch das vollständige Windows 8.1 unter der Haube kann man so ziemlich alles an das Surfce 2 Pro anklemmen, was da draußen so an Hardware herumläuft. Hier zeigt sich der Vorteil eines mobilen Arbeitsplatzes: ich kann über den Mini DisplayPort problemlos einen externen Monitor anschließen, via USB 3.0 sind externe Peripheriegeräte wie Maus, Tastatur und externe Festplatte überhaupt kein Problem – das Surface 2 Pro kann in der Tat einen PC ersetzen, Leistung genug hat es für die meisten Anwendungen.

Doch auch wer kein externes Keyboard anschließen will, Microsoft hat an mobile Arbeiter gedacht und vertreibt deshalb passende Tastaturen, die bombenfest mittels Magnetclip angedockt werden.

Das geht schnell und ist bequem. Welche Tastatur man nutzt, liegt an der persönlichen Vorliebe, das Type Cover bietet den Vorteil eines haptischen Feedbacks beim Tippen, während das Touch Cover dünner ist, aber eben das haptische Feedback vermissen lässt.

Wer zu einem Touch Cover greift, sollte auf die aktuelle Generation achten, denn hier werden wesentlich mehr Sensoren als beim alten Touch Cover geboten, was das Schreiben etwas genauer macht, aber auch beim Arbeiten mit Gesten eine wunderbare Figur abgibt. Ja – das TouchC Cover beherrscht Gesten. Wie bei jeder Tastatur sollte man etwas Zeit zum Eingewöhnen einplanen, oftmals hat man sich ja lange an eine gewisse Größe, einen gewissen Abstand zwischen den Zeichen gewöhnt.

Das Arbeiten am Surface 2 Pro gestaltet sich für mich ähnlich, wie die Arbeit am Surface 2. Verfasse ich lediglich Texte, so sind beide Geräte definitiv wunderbar, hier hätte das Surface 2 sogar die Nase vorne, es ist leichter zu transportieren und hat zudem eine längere Akkulaufzeit.

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Allerdings bin ich beim Surface Pro 2 nicht gezwungen, die verbesserungswürdige App-Auswahl zu beklagen, die das Surface 2 durch den Windows Store hat. Das Surface Pro 2 nimmt auch alle Apps auf, die ich an meinem Heimrechner nutzen kann. Photoshop Elements, Evernote, Skitch, Bild-Betrachter und Kompressionstools, Videoschnitt und vieles mehr.

Dank Haswell und der damit verbundenen Intel 4400-Grafik kann man auch das eine oder andere Spielchen am Surface wagen, hier empfehle ich aber unbedingt den Griff zur externen Maus, das Touchpad ist meines Erachtens nicht dafür gedacht, präzise bei Spielen zu reagieren. Benchmarkwerte müsste ich nachlegen, denn ich besitze ein Vorserienmodell, welches in meinem Falle Probleme beim 3DMark machte.

Der mitgelieferte Pen ist wie beim Vorgänger seitlich an der Stelle angebracht, sodass der Pen woanders verstaut werden muss, wenn das Surface Pro 2 am Saft hängt. Ja, richtig gelesen: der Pen hängt dort, wo ansonsten das Netzteil angebracht wird und zudem verdeckt er die Öffnung des MiniDisplay Ports.

Auch solltet ihr vielleicht überlegen, ob eine Lagerung des Pens an einer anderen Stelle sinnvoller wäre, wenn ihr mit dem Gerät unterwegs seid – nicht, dass der Pen wegkommt. Im Tablet-Modus stört er zudem beim Halten im Landscape-Modus.

Ansonsten lässt sich der Pen prima nutzen, um handschriftliche Notizen festzuhalten. Hier leistet das Microsoft-Tool OneNote hervorragende Arbeit, während Evernote-Nutzer in die Röhre schauen, Evernote Touch unterstützt Pen-Eingaben nicht.

Das Surface Pro 2 kann alles, was ein stationärer Rechner oder ein Laptop kann und durch die Anschlussmöglichkeiten an externe Geräte kann das Surface Pro 2 so zum All-in-One-Tool für mobile Arbeiter werden.

Hier muss man allerdings für sich entscheiden: ist die Symbiose aus Tablet-Nutzung und Laptop so ausreichend? Oder greife ich lieber zu einer strikten Trennung Notebook und Tablet? Preislich gesehen ist eine Trennung nicht zwingend mit hohem Aufpreis versehen, wer eh abends nur mit dem Tablet konsumiert, der ist ab 200 Euro +/- schon einigermaßen gut bedient.

Womit ich beim Kritikpunkt bin: das Surface Pro 2 will alles sein, Notebook und Tablet. Was es bei der Unterstützung durch externe Geräte und x64-Programme wettmacht, fällt mir bei der Tablet-Nutzung negativ auf. Ein knappes Kilo will auch erst einmal über einen längeren Zeitpunkt gehalten werden. Doch hier ist nicht Microsoft Schuld, der Hardware muss eben Tribut gezahlt werden. Der Vorteil ist eben: ich kann es als Tablet nutzen, andere Geräte, Convertibles zum Beispiel sind noch schwerer und sperriger zu halten und außerdem: will man wirklich produktiv auf „noch“ kleineren Geräten arbeiten?

Trotz der angesprochenen Kritikpunkte kann ich ganz klar eine Empfehlung pro Surface Pro 2 an generell Interessierte aussprechen. Diese gilt für alle, die ein mobiles Arbeitsgerät und zeitgleich ein Tablet haben wollen. Man hat alles vereint in einem Gerät, wenn man mit den eben erwähnten Schwächen leben kann. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich die Farbgenauigkeit und die Lautsprecher verbessert, der größte Pluspunkt ist aber die Akkulaufzeit.

Hier liegt man zwar nicht auf Augenhöhe mit aktuellen Haswell-Ultrabooks, aber dieser Umstand rührt eben aus der Symbiose Größe und Gewicht des Surface 2 Pro. Microsoft hat meiner Meinung nach gute Arbeit bei der Verknüpfung der zwei Welten Tablet und Notebook geleistet, das Surface Pro 2 ist aber lediglich ein Kompromiss beider Welten, keine perfekte Lösung.

Müsste ich meine komplette Arbeit auf nur noch ein einziges Gerät beschränken, dann käme das Surface Pro 2 in die Auswahl – dann aber nur mit dem Type Cover.

Technische Spezifikationen:

Maße: 27,45 x 17,29 x 1,34 cm
Gewicht: 907 Gramm
Gehäuse: VaporMg/Magnesium (Farbe: Dark Titanium)
Speicher: 64, 128 256 oder 512 GB (mit microSD erweiterbar)
Display: 10.6” ClearType Full HD Display/Auflösung 1920 x 1080p /16:9 (widescreen)/10-point multi-Touch
(Auflösung an externen Displays bis maximal 3840×2160 Pixel)
CPU: Intel Core i5-4200U (1.6 GHz mit Intel Turbo Boost bis zu 2,6 GHz) mit Intel HD Graphics 4400
RAM: 4 oder 8 GB
Konnektivität: Wi-Fi (802.11a/b/g/n) / Bluetooth 4.0 / USB 3.0
Laufzeit:8 Stunden, Akku: 42 W-h
Preise:
RAM/Speicher
4 GB/64 GB: 879,- €
4 GB/128 GB: 979,- €
8 GB/256 GB: 1279,- €
8 GB/512 GB/ 1779,- €


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Über den Autor:

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