Ausprobiert: Beats Solo 2 Kopfhörer – die können sich hören lassen

22. Juni 2014 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

Beats-Kopfhörer. Für mich haben die eine Ähnlichkeit mit der Diskussion über amerikanisches Bier. Ich kenne persönlich viele Menschen, die auf amerikanisches Bier schimpfen, es als schlecht darstellen, ohne es jemals getrunken zu haben. Wer sich vielleicht einmal durch diverse Micro-Brews getrunken hat, der wird mir beipflichten: nö, ist nicht zwingend so.

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Beats, mittlerweile von Apple für 3,2 Milliarden US-Dollar gekauft, haben mittlerweile den Nachfolger des Beats Solo auf den Markt gebracht, den Solo 2. Eben jenen On-Ear-Kopfhörer wollte ich mir einmal testweise anhören, antreten konnte er bei mir gegen meinen Stamm-Kopfhörer, den Sennheiser Momentum – den ich auf langen Reisen over ear trage – und den Jabra Revo, der unter anderem beim Neuland Podcast und auf Kurzreisen aufgrund der Kompaktheit getragen wird.

Der Beats Solo 2 kommt in edler Verpackung, auf die ich aber nicht eingehe, denn so etwas ist zwar nett anzuschauen, aber Mumpitz für einen Erfahrungsbericht. In der Verpackung des zusammenklappbaren Kopfhörers liegt eine gut gepolsterte Transporttasche, das Kabel mit Remote, ein Karabiner, eine Schnellstartanleitung und der Kopfhörer als solches vor. Alles, was man braucht, um gepflegt Musik zu hören.2014-06-22 13.15.59

Ersteindruck: wertig verarbeitet, leichtgängiges und solides Gelenk, um den Solo 2 zusammenzuklappen, wenn man ihn denn in der Tasche transportiert. Hochglanzbügel mit Ambitionen zum Fingerabdruckmagnet. Sehr angenehm zu tragen, passt sich gut den Ohren an und ist auch nach Stunden des Tragens nicht störend.

Fangen wir vielleicht einmal gleich mit der Abstrahlung des Sounds an. Wie eingangs erwähnt, kommen hier noch zwei andere Kopfhörer zum Einsatz, meine Frau war Testobjekt auf der anderen Seite des Tisches und durfte mir ihre Meinung kundtun, inwiefern sie gestört wurde. Wer sich einen Kopfhörer für die Reise kauft, wird vielleicht nicht wollen, dass bei hoher Lautstärke ein etwaiger Sitznachbar gestört wird.

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Kurzum: der Solo 2 strahlte am lautesten gespielte Songs ab. Während der Sennheiser Momentum als Over ear-Kopfhörer kaum Anlass zum Mithören gab, sah dies beim Jabra und dem Beats Solo 2 anders aus. Beim Jabra trotz gehört gleicher Lautstärke aber weniger stark, als beim Beats Solo 2. Der Sennheiser Momemtum ist zwar in der Grundlautstärke unter den beiden anderen Kopfhörern, in dieser Kategorie aber der Sieger. Wer mit dem Beats Solo 2 laut Musik hört, der bespaßt auch andere.

Der Klang. Wie immer gilt: selber irgendwo zur Probe hören, wenn man sich einen Kopfhörer kauft. Jeder hört anders, ich bin kein HiFi-Experte mit Messgeräten, sondern lediglich jemand, der einen breit gefächerten Musikgeschmack hat, auch viel Musik hört und auch schon einige Kopfhörer ausprobierte. In meinem Testaufbau ist immer alles dabei. Von Metal über Rock, von Pop bis Rap – und ja, auch Klassik.

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Höre ich zwar nicht dauerhaft, fließt dennoch mit ein. Wurden andere Beats-Kopfhörer ansonsten immer kritisiert, da sie im Bereich der Höhen und Mitten wenig boten, dafür im Bereich Bass mehr, so kann ich sagen: hier hat man beim Beats Solo 2 nachgearbeitet. Das ist für mich gut und wichtig, denn ich höre auch ganz gerne mal Nighwish, die nicht nur eine extrem melodiöse Gitarre mit Unterstützung durch ein flottes Schlagzeug und einen Bass bieten, sondern eben auch Akkustik- und Orchesterversionen ihrer Songs, die nicht nur Songs sind, sondern teils 10 Minuten lange Inszenierungen.

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Aber auch Hörer des guten Basses werden bedient, wer nicht gerade Musik mit übertrieben gesteuerten Bass hört, der wird im Beats Solo 2 einen guten Begleiter finden. Wer sich einmal einen gut ausgesteuerten Bass anhören will, der schmeißt zum Beispiel einmal Susanne zur Freiheit von Fischmob oder Ready Or Not von den Fugees rein. Kommt sauber rüber. Im direkten Vergleich in Sachen Soundqualität bei meiner Auswahl lag der Solo 2 vor dem Jabra Revo, da der Solo 2 sich natürlicher und angenehmer anhörte. Gegenüber dem Sennheiser Momentum lag der Solo 2 etwas im Bereich detailgetreue Wiedergabe von Höhen hinten, orchestrale Stücke hören sich auf dem Momentum einfach besser an.

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Unter den drei Kopfhörern, die ich hier jetzt für Beats Solo 2 Kurztest in die Auswahl packte, kann der Solo 2 durch satten und lauten Sound punkten. Gut produzierte Bässe kommen sehr klar und platziert auf eurem Ohr an und auch Hörer von Elektro sind gut bedient. Wer allerdings ausschließlich Klassik oder Musik hört, die sich durch einen Großteil an Höhen auszeichnet, der sollte vielleicht auch andere Kopfhörer mit in die Kaufentscheidung einfließen lassen.

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In Sachen Tragekomfort ist der Solo 2 eine gute Wahl, kann als On Ear aber meiner Meinung nach nicht mit dem Momentum in seiner Over Ear-Ausführung mithalten. Eben jener glänzt meiner Meinung nach auch durch seine solide Verarbeitung und die eingesetzten Werkstoffe, die ich wertiger ansehe, als die beim Beats Solo 2 eingesetzten Materialien.

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Dafür kann der Beats Solo wieder durch eine Kompaktheit punkten, da er zusammengeklappt wesentlich transportabler ist, als der Momentum von Sennheiser. Wer viel unterwegs ist, seinen Kopfhörer oft verstauen muss, der ist mit einem Solo 2 vielleicht besser bedient, als mit einem Momentum, der schon viel Platz wegnimmt und eher ein Kopfhörer für zuhause, die Langstrecke oder für „um den Hals“ ist.

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Das Fazit: Ja, die Beats Solo 2 machen Spaß auf dem Ohr. Jeder, der auf der Suche nach einem Kopfhörer ist, darf sich diese gerne einmal anschauen und anhören. Wie viele Kopfhörerhersteller muss sich auch Beats die Preisfrage stellen lassen. 199 Euro werden fällig für die Beats Solo 2, definitiv eine Ansage. Ähnlich preisintensiv- und stabil: Sennheiser, deren Over War Momentum auch noch mit rund 209 Euro zu Buche schlagen (naja, auch Preisverfall um 1/3 seit Marktstart). Der heimliche Sieger: der Jabra Revo. Zwar nicht Klang- aber Preissieger. Offiziell für 199 Euro gestartet, gibt es diesen Kopfhörer mittlerweile bei diversen Händlern für 40 Euro.


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