Apple TV: neu und alt im Vergleich

9. September 2015 Kategorie: Apple, Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_appletvVon Apple einfach das neue Apple TV genannt, bringt die vierte Generation nicht nur technisch das lang ersehnte Upgrade. Mit dem App Store soll der Box Leben eingehaucht werden, ob Games, Shopping oder Social Network, mit dem Apple TV soll man das erledigen können, wofür man sonst verschiedene Geräte benötigt. Weg von der reinen Videostreaming-Box, hin zur Wohnzimmerzentrale. Die dritte Generation wird auch weiterhin verkauft, die neuen Features gibt es auf der alten Box – sie wurde im März 2012 vorgestellt – allerdings nicht. Wie sich die beiden Kisten sonst unterscheiden, zeigt Apple gleich selbst auf der Apple TV Vergleichsseite.

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Einen riesigen Unterschied gibt es schon einmal bei den Fernbedienungen. Kam die dritte Generation des Apple TV noch mit der einfachen Apple Remote (bedarf wohl keiner Erklärung, ein paar Buttons, keine Zusatzfunktionen), heißt der Schlüssel zum Glück beim neuen Apple TV Siri Remote. Die immer noch sehr schlicht gehaltene Fernbedienung kommt mit einer Touch Oberfläche aus Glas. Die Oberfläche lässt sich wie ein Touchscreen bedienen, auch Gesten sind möglich. Außerdem werden über die Touchsteuerung Apps und Games kontrolliert. Man kann aber auch Controller von anderen Anbietern anschließen.

Siri Remote hat auch zwei Mikrofone verbaut, benötigt werden sie für Siri. Mit Siri kann man das neue Apple TV komplett steuern. Man kann sich so App übergreifend Inhalte suchen, sich Informationen zu Filmen und Serien während des Sehens einholen, oder auch andere Anfragen stellen, die dann während einer Sendung eingeblendet werden. Wenn es in der Praxis funktioniert wie demonstriert, Hut ab, das sah gut aus.

Ein Beschleunigungs- und ein Gyrosensor sind ebenfalls an Bord der Siri Remote. Diese werden für die Gestensteuerung benötigt. Die Kommunikation zwischen Box und Siri Remote erfolgt mittels Bluetooth 4.0, die Fernbedienung hat aber auch einen Infrarot-Sender verbaut. Hinzu kommen noch die Funktionstasten, die Lautstärke und Wiedergabe regeln sowie Siri heraufbeschwören können.

Die Box selbst ist ein gutes Stück gewachsen. Die Seiten sind zwar genau so lang wie die der 3. Generation (98 mm), dafür ist das neue Apple TV 10 mm höher, kommt so auf 33 mm Gesamthöhe. Das macht sich auch im Gewicht bemerkbar. Die 4. Generation bringt 425 Gramm auf die Waage, die 3. Generation 272 Gramm. Bei einer solchen Box wohl eher unwichtig.

Video wird weiterhin in FullHD ausgegeben, da nehmen sich 3. und 4. Generation nichts. Beim Audioausgang sieht es da schon anders aus, die 3. Generation bietet Dolby Digital 5.1, die 4. Generation Dolby Digital 7.1. Einen riesigen Unterschied sollte man auch durch den verwendeten Prozessor spüren. Kommt in der 3. Generation noch Apple A5 zum Einsatz (und performt damit noch vergleichsweise gut), ist es in der 4. Generation ein Apple A8. Das sollte für genügend Power sorgen, damit das neue Apple TV auch mit tvOS schnell reagiert.

Beide Boxen bieten Bluetooth 4.0 und den gleichen Ethernet-Anschluss, beim WLAN unterscheiden sie sich jedoch. Das neue Apple TV kommt mit 802.11a/b/g/n/ac WLAN, die dritte Generation kann nur 802.11a/b/g/n WLAN vorweisen. Bei den Anschlüssen geht es mit den Unterschieden weiter. Bot die 3. Generation noch einen optischen Audioausgang, ist dieser in der neuen Version nicht mehr vorhanden. Der HDMI Port ist nun HDMI 1.4, außerdem gibt es einen USB-C-Anschluss. Allerdings ersetzt dieser nur den microUSB-Anschluss, der für Service-Arbeiten am Apple TV benötigt wird.

Die Unterschiede sind schon gravierend und ich bin mir nicht sicher, ob sich Apple einen Gefallen damit tut, eine 3 Jahre alte Streaming-Box im Portfolio zu halten, nur um einen günstigen Einstieg zu ermöglichen. Ab Oktober wird das neue Apple TV verfügbar sein. Einen Preis für Deutschland gibt es übrigens noch nicht, dieser soll erst mit Verfügbarkeit bekanntgegeben werden. In den USA werden 149 Dollar für die 32 GB Version und 199 Dollar für die 64 GB Version fällig.



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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