Apple-Chef Cook über Android, Google Glass und mehr

Apple-Chef Tim Cook sprach aktuell auf der D11-Konferenz und hat in einem Interview einige interessante Statements von sich gegeben, die ich hier für die geneigten Leser kurz wiedergeben möchte. Auf Google Glass angesprochen antwortete Cook, dass es ein Produkt ist, welches nicht für die breite Masse gemacht ist, beziehungsweise diese nicht ansprechen wird. Hier wird von Cook das Argument ins Feld geführt, dass es vielen Menschen wichtig sei, dass das Gestell einer Brille nicht zu sehen wäre und zudem Nicht-Brillenträger wohl kaum freiwillig zu einer solchen Brille greifen würden.

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Dennoch halte er das Thema „Wearables“, also am Körper getragene Technik, für durchaus interessant. Tim Cook trägt selbst ein Nike Fuelband, welches tägliche Aktivitäten wie Laufen, Sport und Co trackt.

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Das Thema Android bereite Tim Cook angeblich keine Sorgen – die steigenden Verkaufszahlen von Android-Geräten argumentiert man mit Aussagen wie „wir verkaufen nicht die meisten Geräte, dafür die besten“. Wichtige Eckzahlen über die Beliebtheit der Apple-Produkte liefern dabei Statistiken, wie zum Beispiel die Browsing-Statistiken im Bereich Tablet. Hier läge Apple mit knapp 80 Prozent in Nord-Amerika weit vor allen.

Das Thema Apple TV (die Box): 13 Millionen Geräte habe man verkauft, die Hälfte davon im letzten Jahr – ohne großes Marketing. Dies läge daran, dass herkömmliches TV immer noch ein Erlebnis bietet, wie es vor 10 oder 20 Jahren der Fall war.

Der wohl interessante Bereich iOS wurde natürlich auch beleuchtet. Hier geht es nicht nur um das System, sondern um Dienste. Dienste sind dabei der Schlüssel zum Erfolg und auch Apple verfolgt die Dienste-Strategie, hierbei wollte Cook allerdings nicht auf Details eingehen. Entwickler von Apps müssen sich keine Sorgen machen, Apple zahlte zum Beispiel im März 2013 das dreifache an Summe an iOS-Entwickler aus, als Google dies bei Android-Entwicklern tat.

Auf das Portieren von iOS-Apps auf Android angesprochen (zum Beispiel iCloud) antwortete Cook, dass es keine religiösen Gründe habe, dass man keine Apple-Apps auf Android findet, sondern dass es derzeit keinen Sinn mache. Sollte es allerdings Sinn ergeben, dann werde man auch für andere Plattformen Apps zur Verfügung stellen.

Hier das komplette Interview:

Vom 10. bis zum 14. Juni 2013 findet die Entwicklerkonferenz von Apple, die WWDC statt. WWDC-Woche in San Francisco und Apple gibt plakativ als Parole aus: “The wait is almost over”. Was wird die Interessierten erwarten? Sicherlich Informationen zum kommenden Betriebssystem iOS 7. Ich bin dann mal gespannt.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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8 Kommentare

  1. Ich sag nur mal „Hippsterbrille“ und beweise damit, daß er sich zumindest in einem Punkt irrt

  2. Möööp,

    sorry aber das sind einfach Annahmen von Hr. Cook, ich würde sofort zu GoogleGlass greifen, obwohl ich in der glücklichen Lage bin, keine Brille tragen zu müssen.

    Ich denke Google wird in einem nachgelagerten Schritt ohnehin dazu übergehen, die Plattform an Brillenhersteller zu vermarkten. Ich kauf mir doch auch ne Sonnenbrille für einige Dutzend, wenn nicht sogar einige hundert Euro, obwohl ich sonst keine Brille benötige. Für viele wird das einfach ein Accessoire, wie alle anderen auch. Anfangs mit Sicherheit etwas für Nerds, aber wenn da spezielle Designs von Oakley, RayBand und wie sie nicht alle heissen gibt, dann könnte Hr. Cook schon ins Grübeln kommen denke ich.

    Für mich ist das Konzept eines Always-Awareness-Systems, dass ich nicht erst kurz antippen oder schütteln muss, sonder einfach mit meiner Stimme bediene ohne eine Hand von evtl. sonst wichtigen Tätigkeiten abzuziehen wesentlich interessanter und universeller als bspw. die viel beschworene SmartWatch. Ich denke jedoch, das im Bereich der Wearables noch viele tolle Innovationen, gerade durch die Inter-Konnektivität aller Komponenten möglich wird. Glass spricht mit Watch, beide mit dem Smartphone usw.

    Ein ganz spannendes Thema. Und diese, wir sind bessere als andere Attitüde von Hr. Cook is irgendwie nicht glaubhaft. Das war das Metier von Hr. Jobs.

  3. Naja,

    Aussagen wie: “wir verkaufen nicht die meisten Geräte, dafür die besten”
    kann ich nicht ernst nehmen. Als Chef eines kommerziellen Unternehmens wird es Ihn schon interessieren, wieviele Geräte verkauft werden und wieviel die Konkurrenz absetzt bzw. wer den Markt zahlenmäßig beherrscht.

    Ich glaube ihm aber schon, dass es nicht die Strategie von Apple ist Marktführer bei den Verkaufszahlen zu werden. Dies kann man letztlich nur unter Berücksichtigung des Billig-Segments erzielen. Apple lebt ja vom Image/Qualität und der hohen Gewinnmarge.

    Aber nun gut, von mir aus sei ihm diese Marketing-Aussage verziehen.

  4. scheint mir ebenso nur wieder ein Versuch zu sein, die eigenen Schwächen/Fehler als „Unique selling proposition“ zu verkaufen
    für Glass sehe ich im Privatbereich viele Einsatzmöglichkeiten, bspw. beim kochen oder für Reparatur- & Bedienungsanleitungen (selber beide Hände anlegen), Liveticker im Blick.. natürlich auch navigieren usw.
    Und zu sagen, dass man das 3-fache für Apps an Entwickler zahlen muss (sieh MS mit Win8) ist nun auch keine Garantie für Qualität… Im Gegenteil, wenn die IOS-Apps unter Android laufen sollen und nicht die Erwartungen erfüllen bzw. schlechter & teuer sind… oh weh, die Marketingklatsche kann selbst der Apfel nicht schön reden

  5. Was soll er auch anderes sagen. Das ist Teil einer VerkaufsPolitik, wie sie in jeder anderen Branche aber auch in der Politik üblich ist. Ehrliche und objektive Äußerungen (oder zumindest das Bemühen zur Objektivität) wird man von Verantwortlichen auch aus der Android-Ecke genau so wenig erhalten.

  6. Ja mit wearable devices wird sich in nächster Zeit noch einiges tun. Mal sehen was uns dieses Jahr alles so erwartet.

  7. Ich sehe Tim Cook insgesamt sehr kritisch. Womit wird z.B. die Produktlücke von 8 Monaten gerechtfertigt, oder aber was war mit Apple Maps? Bis heute nicht annähernd in der nähe von Google Maps. Es hat etwas gutes, da dadurch Google seine eigene, deutlich bessere App aufs iPhone bringen konnte – aber das war es dann auch.

    Insgesamt bin ich klar der Meinung das Apple etwas machen muss…so wie es aktuell ist, hat man das Gefühl das es nicht mehr allzu lange gut gehen wird und Steve stark vermisst wird.

    Ich habe mich in einem Blogbeitrag dazu mal ein wenig ausgelassen
    http://www.kaifoo.de/technik/quo-vadis-apple.html

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