Android-Fragmentierung: Google verschärft die Regeln

16. November 2012 Kategorie: Android, geschrieben von: Casi

Mal ist es Google selbst, mal sind es die Hersteller – der schwarze Peter für die Fragmentierung von Android wird gleich mehreren in die Schuhe geschoben. Google scheint aber nun reges Interesse zu haben, diesem unsäglichen Umstand entgegenzuwirken und hat die Nutzungsbedingungen für sein Software Development Kit mit einer zusätzlichen Klausel versehen, die sich  explizit damit beschäftigt.

Dort heißt es nun unter Punkt 3.4 übersetzt:

Sie willigen ein, dass Sie nichts unternehmen werden, was zu einer Fragmentierung von Android führt, einschließlich (aber nicht beschränkt auf) Verteilung von, Mitarbeit an oder Förderung von einem Software Development Kit, das von diesem SDK abgeleitet ist.

Was bedeutet das nun im Klartext? Google will natürlich verhindern, dass es zu Kompatibilitätsproblemen kommt. Das offizielle SDK soll möglichst also nicht in modifizierten Versionen genutzt werden, um höchste Kompatibilität der Apps gewährleisten zu können. Es wird aber auch gemutmaßt, dass diese Klausel auch ein Schuss vor den Bug von Amazon sein könnte. Die bauen beim Kindle Fire auch auf ein Android-Gerüst, welches aber fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt ist und bei dem Google Play außen vor ist. Apps werden also über den eigenen Service gekauft und nicht über Google.

Quelle: CNET

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5 Kommentare

Mirko 16. November 2012 um 12:51 Uhr

Auf den aktuellen Stand bei Amazon dürfte das wohl nicht gerichtet sein, denn auf dem Fire laufen auch “ganz normale” Android-Apps. Ziel dürfte wohl eher sein, dass es keine Android-Derivate geben soll, auf denen nur mit einem modifiziertem SDK gebaute Apps laufen. Also z.B. “akp”s (“Amazon Kindle Packages”) statt apks…
Ob das der richtige Weg ist bzw. das so klappt, ist allerdings zweifelhaft. Schließlich könnten andere denselben Weg nehmen, den Google selbst mit Java gegangen ist: Man nimmt einfach das unveränderte Android-SDK und baut noch was drum rum.

Bei der Fragmentierung auf den Geräten hilft das ohnehin alles nichts. Dort gibt’s ein kleines und ein großes Problem. Das kleine: Die altbekannte Update-Problematik. Klein deshalb, weil sich ältere Android-Versionen mit einigermaßen vertretbarem Aufwand unterstützen lassen und manche Leute ohnehin nicht updaten wollen – “never touch a running system”. Das große: Die Prüfroutinen, mit denen Google die Kompatibilität von angepassten Android-Versionen testet, sind extrem lückenhaft, und so gibt es immer wieder Herstelleranpassungen, die für Abstürze und unerwartete Ergebnisse bei “stinknormalen” Systemfunktionen sorgen.
Die “Fragmentierung” bei Bildschirmgrößen- und Auflösungen sowie vorhandener Hardware hat Android übrigens ohnehin schon weitaus besser gelöst als die meisten anderen Systeme – PC-Betriebssysteme eingeschlossen.

Alex2 16. November 2012 um 13:00 Uhr

Könnte eine Reaktion auf die kürzlich von Steve Balmer geäusserte Kritik sein.

Jens 16. November 2012 um 14:07 Uhr

Naja, die Bedingungen beziehen sich ja auf das SDK. Die die Nutzer störende Fragmentierung liegt ja eher auf anderen Ebenen, SDK-Fragmentierung ist da das geringste Problem. Schön blöd wären Entwickler auch, wenn sie da mitspielen würden und ihre Applikationen nicht auf der Masse der Geräte laufen würden.

Das schiesst natürlich auch ein bisschen gegen Amazon im Sinne eines Warnschusses vor den Bug, auf mögliche zukünftige Entwicklungen hin gerichtet (wobei die Tatsache, dass es Google Play offiziell nicht für den Kindle Fire gibt, Googles Entscheidung ist). Geht aber aktuell gegen die ganzen China-Android-Derivate.

Die Aktion wird für Nutzer wenig Auswirkungen haben. Für Hardwarehersteller, die sich für ein OS entscheiden wollen, zeigt es aber einmal mehr, wie wenig weit her es mit der “Offenheit” und dem “Open Source”-Gedanken in Wirklichkeit ist. Ist halt auch nur eine Art des Marketing (und das im -neutralen- Sinne von Produktentwicklung und -ausrichtung, nicht im Sinne von Werbung).

Kabeljau Inferno 16. November 2012 um 15:08 Uhr

Der Amazon App-Shop ist ohnehin crap. Seit Android 4.2 werde ich permanent ausgeloggt, weshalb dort erworbene Apps laufend nörgeln und ihren Dienst einstellen. Oder ich muß mich jedes mal manuell einloggen, was mich aber arg nervt da mein Passwort recht komplex ist und man auch nicht via Zwischenablage seine Daten einsetzen darf. Darüber hinaus mehren sich dort die Crap-Apps. Und Softwareaktualisierungen sind eh das Allerletzte! Mehrere Anwendungen die ich dort erwarb, wurden schon viele male vom Entwickler aktualisiert und sind dort auch nach Wochen noch nicht eingetroffen. Während Updates im Play Store schon nach wenigen Stunden vorhanden sind, dauert es bei Amazon zwischen 2 Tage und 2 Wochen (steht auch so in den Richtlinien und meinte ein Entwickler zu mir). Von FolderSync zB. ist inzw v2.2.8 aktuell. Ich gurke noch mit v2.2.6 herum. Dabei ist die neueste Version schon seit mehreren Tagen in Umlauf. Geschenkt ist der Store ganz okay, aber Geld lassen werde ich dort vorerst nicht mehr so lange sich diese Praxis nicht ändert! Kann nur abraten! Selbst AndroidPIT ist flotter in Sachen Aktualisierungen! Wird also Zeit, das Amazon mal eine ins Gesicht bekommt.


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