Amazon trennt sich von Sicherheitsdienst

18. Februar 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Das Thema Amazon war in den letzten Tagen eines der Streitthemen im Technologie-Bereich. Nicht nur, dass die Arbeitsbedingungen beim Online-Giganten innerhalb von Deutschland aufgezeigt wurden, auch das für Amazon arbeitende Sicherheitsunternehmen kam in die Schlagzeilen, da es angeblich Mitglieder der rechten Szene beschäftigte. So sollen die Angestellten Kleidung bevorzugt haben, die in der rechten Szene beliebt sind, ebenfalls wurde gezeigt, wie das Filmteam und die ausländischen Mitarbeiter von Amazon schikaniert wurden.

Amazon-Logo

In einer Erklärung wies das Sicherheitsunternehmen H.E.S.S (Hensel European Security Services) die Vorwürfe zurück – und ehrlich: ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmen so doof ist, bei dieser Abkürzung auch so aufzutreten. Amazon erklärte gegenüber der SZ, dass man sich von der Firma getrennt habe. “Als verantwortungsvoller Arbeitgeber von rund 8000 festangestellten Logistikmitarbeitern hat Amazon eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung – und wir erwarten das gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten.”

Verdi kritisierte übrigens, dass die Mitarbeiter täglich überprüft wurden – fast wie am Flughafen. Ich war früher ein Unternehmen tätig, da wurde das auch so gehandhabt. Abends Taschenkontrolle und abtasten. Die deutsche Berichterstattung über Amazon sorgte weltweit für Schlagzeilen, man darf gespannt sein, was sich beim Onlinehändler nun tut. Was wir aber alle wissen: es gibt sicherlich noch schlimmere Arbeitgeber, die weiterhin (unbeobachtet von der Öffentlichkeit) schlimm mit Arbeitnehmern umspringen.

Aber solange wir nach dem Motto “Geiz ist geil” und “die Lasagne darf halt nicht mehr als 99 Cent kosten” handeln, wird sich an den momentanen Berichterstattungen und Situationen nichts ändern. Es wird nicht besser dadurch. Nein, ich kenne natürlich auch keine Universal-Lösung, sonst wäre ich hier nicht der einfache Blog-Hampel – doch jeder sollte mal in sich gehen und schauen, was er für eine bessere Welt tun kann. Es fängt bei jedem selbst an.

Nachtrag: hier noch einmal die Pressemitteilung der Firma H.E.S.S (via). Diese soll nicht auf dem Amazon-Gelände gearbeitet haben, sondern wurde für die Überwachung der Unterkunft nicht direkt von Amazon angeheuert: 1. ändert das nichts an den politischen Vorwürfen und nichts an der Tatsache, wie Amazon Arbeiter beschafft, da muss man eventuell die Sub-Unternehmer im Auge haben. Schwammige Geschichte – leider. Der Dumme ist wohl letzten Endes der Arbeitnehmer.

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56 Kommentare

JSG 18. Februar 2013 um 13:51 Uhr

Der Beitrag der ARD war alarmierend, ohne Frage. Etwas frage ich mich aber, wo die Objektivität geblieben ist. Es wurde zu einem Großteil scheinbar über ein Logistiklager geredet, bezüglich der Festangestellten wurden zwei Beispiele genannt. Dass es insgesamt aber 8000 Festangestellte sind, kam entweder nicht vor oder ich habe es überhört. Dass es auch andere Sicherheitsfirmen geben mag, wurde nicht gesagt. Und was branchenüblich ist wurde ebenfalls nicht auseinander dividiert.

Die Kontrolle von Mitarbeitern dürfte, wie auch Caschy schreibt, branchenüblich sein. Weshalb? Nun, jeder Unternehmer wird in den Büchern eine Summe X stehen haben, die für Fehlbestände steht. “Verlorene” Gegenstände. Das hat jeder Supermarkt, sogar jede Behörde, und sei es nur Klopapier und Schreibmaterial. Eine gewisse Kontrolle muss sein, solange es wenigstens nicht der Nacktscanner für jeden ist imho auch völlig legitim.

Ich glaube nicht, dass die staatlichen Münzen ihre Mitarbeiter nicht auf die Mitnahme von Münzgeld hin kontrollieren. Ganz zu schweigen von Notenpressen, die auch nur eingeschränkt einen Fehlbetrag anders rechtzeitig feststellen könnten.

Bei viel berechtiger Kritik deshalb leider dennoch kein sonderlich objektiver Fernsehbeitrag und deshalb leider mit einiger Skepsis zu betrachten.

Philipp (@rockToamna) 18. Februar 2013 um 13:52 Uhr

Am Ende hängt es sicherlich an uns: aber nicht nur als Verbraucher, sondern z.B. auch als Wähler. Denn es ist ja nicht einsichtig, dass Gesetze so unterlaufen werden. Im Falle des Fleisches hilft wirklich nur verzicht, beim Buchhandel würde ich mir aber mehr Eigeniniative meiner geliebten Buchläden um die Ecke wünschen.
Mehr dazu auf meinem Blog: http://wp.me/p2YCuY-hB

Peter 18. Februar 2013 um 13:59 Uhr

Egal, wie man zu Amazon steht – richtig so die Trennung! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß das Firmenkürzel H.E.S.S. purer Zufall ist… Womit ich wieder bei der von Amazon propagierten “Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung” bin.

Mikajo 18. Februar 2013 um 14:00 Uhr

Gelungenes Schlußwort: “Es fängt bei jedem selbst an.”

Hendrik 18. Februar 2013 um 14:03 Uhr

Taschenkontrolle und Abtasten? Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht erlaubt ist, sofern man nicht bei der Bundesdruckerei arbeitet.
Gut, wenn die Mitarbeiter nicht mitspielen, fliehen sie vermutlich zügig aus anderen Gründen raus

caschy 18. Februar 2013 um 14:05 Uhr

@Hendrik: ich kann dir versichern, dass es so in Hunderten Läden abgeht.

Michael 18. Februar 2013 um 14:06 Uhr

Ich habe das bisher nicht so intensiv verfolgt – aber hier sofort das Gleiche gedacht wie Peter: H.E.S.S. ?! WTF?

Hendrik 18. Februar 2013 um 14:15 Uhr

@caschy: natürlich, glaube ich. Zumindest Abtasten ist definitiv nicht erlaubt und Taschenkontrollen werden auch sehr zwiespältig gesehen
http://rechtsanwaltarbeitsrechtberlin.wordpress.com/2010/02/23/taschenkontrolle-durch-arbeitgeber-zulassig/

Marcelismus 18. Februar 2013 um 14:17 Uhr

@Hendrik: Und ich kann Caschy da nur zustimmen – ist im Handel gang und gebe. Entweder alle, oder per Zufall via Würfeln oder so. Man muss einfach traurigerweise festhalten, dass in Sachen Warenschwund die Mitarbeiter mit den größten Teil “raustragen”.

TheCuda 18. Februar 2013 um 14:20 Uhr

Taschenkontrolle ist zwar bei uns in der Firma nicht vorhanden (genau so wenig wie ein Sicherheitsdienst). Aber gelegentlich werden unsere Taschen in der Diskothek, in der ich am Wochenende arbeite, beim Feierabend kontrolliert. Aus dem einfachen Grund, weil irgendwie immer was verschwindet und unsere Chefs nur sicher gehen wollen, dass sie keine Langfinger beschäftigen. In meinen Augen völlig legitim – denn wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.

Marcelismus 18. Februar 2013 um 14:20 Uhr

@Hendrik: Taschenkontrollen und Taschenkontrollen sind zwei unterschiedliche Dinge. Nebenräume sind von der Laden- und Lagerfläche abgegrenzt – alles, was in Tüten, Taschen und ähnliches vom Laden/Lager in die privaten Nebenräume geht, kann und darf kontrolliert werden.

Hendrik 18. Februar 2013 um 14:22 Uhr

@TheCuda: mit der Begründung könnte man auch Art. 13 GG aufheben.

Karim G. (@KarimG94) 18. Februar 2013 um 14:30 Uhr

Caschy, vielen Dank für den Artikel! Ich sehe es genauso. Viele Arbeitgeber sind durchaus schlimmer und mit der Arbeitssituation in anderen Ländern kann das nicht im entferntesten verglichen werden. Und dass die ARD in deren Bericht übertrieben hat steht wohl außer Frage.

Ralf 18. Februar 2013 um 14:31 Uhr

Und via fefe ist zu lesen, dass inzwischen auch schon in China! über die schlechten Arbeitsbedingungen in Deutschland(Amazon) geschrieben wird ^^

http://blog.fefe.de/?ts=afdcdc54

Paul 18. Februar 2013 um 14:31 Uhr

Wieso Taschenkontrollen und abtasten (!) durchführen, wenn man den Personen, die man einstellt, nicht vertraut? Dann sollte man doch gleich Menschen beschäftigen, denen man vertraut, oder? Keine Frage, es gibt überall schwarze Schafe, aber wenn man seinen Angestellten nicht vertraut, läuft der ganze Laden doch erst gar nicht.

Marcelismus 18. Februar 2013 um 14:34 Uhr

@Paul: Du kannst den Leuten nur vor den Kappes’ gucken…

Tony 18. Februar 2013 um 14:35 Uhr

fragt sich eher, ob sich die situationen aller arbeitnehmer
wirklich verbessern. alleine schon, wenn man liest, wer alles
betroffen ist: amazon selbst, die ausländischen leiharbeiter,
die arbeiter von “h.e.s.s” die händler/hersteller der angeblichen
bomberjacken etc. das dinge ist nicht, dass es den leiharbeitern gut
geht, vllt nur temporär oder offiziell. aber was diese sitation
fr wellen schlägt…im endeffekt geraten alle nur wieder unter
mehr druck, da arbeitsplätze verloren gehenoder -verträge geändert
werden. und dann sind die letzten in der kette die verlierer. entweder
die kleinen firmen, die für die riesen arbeiten oder der verbraucher,
der teilweise auch nicht weiß, wie er die 1,70 fürn liter benzin berappen
soll.

jenzzzi 18. Februar 2013 um 14:40 Uhr

@Hendrik
Kommt drauf an. In sicherheitkritischen Bereichen schon.

Rupa 18. Februar 2013 um 14:44 Uhr

Geiz ist geil?

Hört doch bitte mal auf mit dieser gemeinen Denunziation der Menschen, die aus ihren immer niedrigeren Einkommen versuchen, ein Maximum an Genuss für ihr Leben zu erreichen!

Die Verhältnisse in diesem Land sind doch nicht so wie sie sind, weil es gerade Mode ist, geizig zu sein.

Dir Unternehmer entscheiden sich, den billigsten Dreck in jeder Sparte des Handels noch zu verkaufen, weil sie eben auch noch aus den Menschen mit schmalem Geldbeutel maximale Gewinne rausholen wollen!

Und der Gesetzgeber erlaubt, einen gewissen Grad der Vergiftung und Verseuchung hinzunehmen, der für dieses Geschäft notwendig ist.

Die großen Buchhändler haben überall die kleinen Buchläden verdrängt. Jetzt verdrängt vielleicht Amazon welche …

Freie Marktwirtschaft. Wenn man sie nicht abschaffen will, muß man sie ertragen.

Hendrik 18. Februar 2013 um 14:46 Uhr

@jenzzzi:

Klar, wenn ich, wie erwähnt, bei der Bundesdruckerei oder bei Rüstungsunternehmen arbeite, ist das auch kein Problem.
Aber wenn ich hier lese, dass bei Mitarbeitern von Discotheken die Tasche gefilzt wird (was bei Gästen beim Rausgehen übrigens nicht gemacht werden darf!!), weil ja was wegkommen könnte, dann kann man mir nicht erzählen, dass das sicherheitskritisch ist.

Und die Begründung “Wer nichts zu verbergen hat…” ist ja das lächerlichste. Mit der Begründung könnte man gleich die Unverletzlichkeit der Wohnung aufheben. Die es ja für Teile der Bevölkerung schon ist. Ich bin z.B. Waffenbesitzer, bei mir dürfen jederzeit die Ordnungsämter oder KPB aufkreuzen und Einlass verlangen.
Obwohl die Wahrscheinlichkeit deutlich größer ist, dass man bei anderen Personen illegale Waffen findet. Und wer nichts zu verbergen hat…

svenp 18. Februar 2013 um 14:49 Uhr

Es wird immer so dar gestellt das es an der Geiz ist Geil Mentalität liegen würde.
Glaubt hier wirklich jemand das es so etwas nicht mehr geben würde wenn jeder von uns nicht auf sein Geld achten würde?
Niemand ist seinem Geld böse und es ist einfach Wirtschaftlich Angebote zu vergleichen. Warum und wie ein Preis zustande kommt kann der Otto Normal Verbraucher nicht immer beurteilen.
Wie soll ich wissen das hinter Angebot X auch schlechte Arbeitsbedingungen stehen.

Viel wichtiger ist es das solche Dinge unterbunden werden und nicht noch durch den Staat z.b. durch 1 Euro Jobber gefördert werden.
Leider ist Amazon kein Einzelfall und ich hoffe das hier mehr solcher Berichte an die Öffentlichkeit kommen.
Wenn solch Sklaventum weiter veröffentlicht wird, wird manch ein Unternehmen vielleicht vorsichtiger.

rausausdeutschland 18. Februar 2013 um 14:53 Uhr

Naja, ich sprach mit einem Filipino der in Nordamerika gearbeitet hat. Bei Verdacht (was auch ihm passierte) wurden die Leute beim verlassen der Firma nicht nur einfach durchsucht sondern teilweise auch mit Gummihandschuhen im Analbereich nach Gegenständen gesucht.

Caschy, dagegen haben wir noch goldene Verhältnisse in Deutschland.

Ich bin sicher auf so eine “Untersuchung” können wir beide verzichten.

Freundliche Grüße von David

stuntdriver 18. Februar 2013 um 14:57 Uhr

Pure Polemik…
Der Augenmerk sollte mal auf die Samwer-firmen gerichtet erden. Das hier ist ja wohl ein Witz.

Highttower 18. Februar 2013 um 15:10 Uhr

@Hendrik ich wünsche dir das du in deiner Traumwelt bleiben kannst.

Wenn du aber einmal in die Lage kommst, dass du keinen guten Job (warum auch immer) mehr hast und du einfach versuchen willst deine Familie zu ernähren. Hast du keine Wahl mehr “Nein”, zu sagen. Denn anderen Falls findet irgendjemand einen Stupiden Grund anderen Grund dich deswegen zu entlassen. Kein Arbeitsgeber wird so dumm sein, dich wegen verweigerung der Taschen kontrollen raus zu werfen. Aber alle werden es wissen.

R. Wefers Verástegui (@rafaelwv) 18. Februar 2013 um 15:19 Uhr

Hi @Cashy!

Amazon kann sich von keiner Firma trennen zu der man keine direkte Geschäftsbeziehung unterhalten hat. Das die Massenmedien das mit der Recherche nicht hinbekommen sehe ich ja noch ein. Die Meldung war u.a. bei DPA da wird die auch geguttenbergt und gehegemannt.

Allerdings erwarte ich von Bloggern etwas mehr Recherchearbet. HESS sagt in der eigenen Pressemitteilung im Nebensatz recht klar kein Vertragspartner von Amazon gewesen zu sein und auch nicht auf Amazon-Gelände tätigt gewesen zu sein.

Bitte in klein wenig mehr Sorgfalt, oder das Thema einfach liegen lassen. Details und Nachtrag von heute gibt’s hier: http://www.nach-schlag.com/2013/02/medienkompetenz-ard-amazonde-und-die.html

caschy 18. Februar 2013 um 15:25 Uhr

@R: Hier steht erst einmal Aussage gegen Aussage, wobei die PM von HESS auch irgendwie Blabla ist. Mehr Recherche als DPA und Co – mache ich, wenn du mich auch dementsprechend bezahlst, gerne! Deinen Eigenlink lasse ich gerne mal stehen. Schreibt man normalerweise auch mit rein ;)

Hendrik 18. Februar 2013 um 15:26 Uhr

@Hightower: ich bin nicht ganz blöd, mir ist schon klar, dass das Gang und gebe ist, ich finde es nurn erschreckend, dass sehr viele diese Methoden auch noch gutheißen.

Marc 18. Februar 2013 um 15:29 Uhr

Hi,
die Trennung geht vollkommen in Ordnung, aber zum Thema Kontrolle der Mitarbeiter, gibts doch ein paar differenziertere Ansichten. Nehmen wir nur mal den einfachen Wirt. Steht er nicht selbst in der Kneipe, dann hat er im bundesweiten Schnitt Einbußen von circa 25%.
Klar, ist schwer für uns Blogger und Online-Vermarkter nachzuvollziehen, aber ich kenne praktisch keinen produzierenden Betrieb, bei welchem es keine Gegenstände “togo” aus Mitarbeitersicht geben würde. Wenn man sich dann vorstellt, es ist der eigene Geldbeutel, der es bezahlen müsste, scheiden sich die Meinungen.

Es ist praktisch nichts schwieriger zu finden, als ein guter und vertrauenswürdiger Mitarbeiter. Da hilft ausnahmsweise auch keine Google-Suche ;)

Beste Grüße

caschy 18. Februar 2013 um 15:31 Uhr

@Marc: gibt ja Statistiken, dass der Großteil der Diebstähle von einzelnen Mitarbeitern durchgeführt wird.

thomas 18. Februar 2013 um 15:37 Uhr

Die Lösung ist (bezogen auf Lebensmittel) mit Sicherheit nicht zu den teuereren zu greifen. Das geht dann in die Richtung Energiesparlampe bzw. Wasser sparen… und der Schwachsinn hört ja jetzt endlich auf..

R. Wefers Verástegui (@rafaelwv) 18. Februar 2013 um 15:48 Uhr

@cashy Ich habe inzwischen hohe Erwartungen an Blogger. Selber Schuld ;)
Ich dachte der “Eigenlink” ist ausreichend gekennzeichnet, ich bin ja mit dem Twitter-Profil eingeloggt und gebe mich klar und deutlich zu erkennen, kann aber gerne das nächste mal “Eigenlink” dazuschreiben.

Zu der Presseerklärung: Natürlich ist die zu 95% nur bla-bla. Sage ich ja selber (in meinem Blog, welches ich nicht nochmal verlinke, auf G+ und jetzt hier nochmal). Was interessant ist, ist der Nebensatz unter Punkt 4. Genau dort erfährt man nämlich wer die beauftragt und was die da eigentlich sollten.

Fraggle 18. Februar 2013 um 16:03 Uhr

@R. Wefers:
DPA Meldungen werden immer übernommen, dafür sind sie da. Dazu wird bei der Übernahme auch nicht geguttenbergt, weil dan immer das Kürzle (dpa) dabei erwähnt werden muß. Also eine Quellenangabe. Guttenbergen macht man, wenn man etwas kopiert, aber die Quelle nicht angibt. Also wenn man schon genaue Arbeit erwartet, dann sollte man es bei sich selber auch als Maßstab setzen.

ulkfisch 18. Februar 2013 um 16:10 Uhr

Ich find es richtig, dass auf schlechte Arbeitsverhältnisse aufmerksam gemacht wird. Das es anders wo genau so schlecht ist, kann ich als Argument nicht gelten lassen, es ist ja nicht so, dass sich schlechte Arbeitsverhältnisse gegenseitig aufheben.
Amazon kriegt heute auf die Finger, morgen jemand anderes. Mit ein bisschen Einsicht von Kunden und Management könnte sich sogar was ändern.

Nik 18. Februar 2013 um 16:41 Uhr

Finde es auch durchaus ‘realistisch’ zu fragen wie wir in Zukunft zusammen leben wollen . . . !
“. . . Kontrolle . . .” ist natürlich NICHT besser!

Guter Artikel, – Bravo !!! :-)

Auch wenn etwa die Drogeriemarktkette ‘dm’ nicht mit dem Buchhändler-Konzern vergleichbar ist so scheint es mir hier dennoch vorbildlicher zuzugehen:

“Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein!”

. . . bereits dieses Goethe-”Zitat” lässt ein wenig Kultur erahnen und wenn man dem geistigen Schöpfer Goetz Werner so lauscht erhält man definitiv den Eindruck dass wir uns von der gesellschaftlichen Socialrevolution, deren Ergebnis “Das Bedingungslose Grundeinkommen” ist, nicht mehr weit entfernt sind.

Neben der Vervollständigung unserer Technik freue ich mich auch darauf.

oliver 18. Februar 2013 um 16:44 Uhr

Wie Medien durch Auswahl einer bestimmten Perspektive funktionieren – es ist noch nicht mal Lüge, einfach nur mangelnde Redundanz:

sonarw 18. Februar 2013 um 16:55 Uhr

was ist das für ein schwachsinniges video?!

Guido 18. Februar 2013 um 17:11 Uhr

Ich habe gehört im Bundestag – ich glaube bei den Grünen – ist ein Politiker angestellt, der rechtskräftig als Terrorhelfer verurteilt ist.
Er hat die Informationsstruktur zwischen inhaftierten Terroristen und aktiven Terroristen aufrecht gehalten, die daraufhin einen Menschen ermordet haben.
Wie gesagt, der Mann ist immer noch im Bundestag – wird von uns allen weiter bezahlt und bekommt später eine Pension.

Jeder sollte mal gut überlegen, wie das zu werten ist, im Gegensatz zu diesen Vorwürfen um die Ecke und “Verdi”, die sich hier politisch einmischen.

TexMan 18. Februar 2013 um 17:24 Uhr

Wer hier sagt, dass der ARD-Bericht übertrieben ist, sollte umgehend den bisherigen Job kündigen und mal für 3 Monate bei Amazon arbeiten gehen…mit allen Konsequenzen.

DeKa 18. Februar 2013 um 17:30 Uhr

Bla bla bla, die Firma kriegt eine super Abfindung, kann in die Karibik und muss halt für amazon herhalten.
Ändern wird sie da nichts, es sei denn die Preise werden erhöht und das ist kaum zu glauben.

Hendrik 18. Februar 2013 um 18:26 Uhr

@Guido:
Der Mann (Ströbele) ist nicht “angestellt”, sondern direkt (!) gewähltes(!) Mitglied des Bundestages.

Ein bißchen mehr politische Bildung würde dir ganz gut tun.

shad 18. Februar 2013 um 18:31 Uhr

Natürlich war der Bericht in der ARD nicht objektiv. Die Zustände sind zweifelsohne erschütternd (und dürften so nicht sein), aber wie auch schon geschrieben wurde, wird keine vernünftige Differenzierung vorgenommen. Es wurde so dargestellt, als würden ALLE Arbeiter bei Amazon schikaniert und schlecht behandelt. Und als wären ALLE Leiharbeitnehmer unter solchen Zuständen im Einsatz. Dass dies beides absolut unzutreffend ist, sollte wohl jedem einleuchten.

Die Konsequenz seitens Amazon kurzen Prozess mit diesem Sicherheitsdienst zu machen ist nur logisch. Allerdings frage ich mich, wie dumm man sein muss, vor Ausstrahlung eines solchen Beitrags eine Stellungnahme zu verweigern. So viel Regenschirme für den folgenden Shitstorm kann man doch gar nicht verteilen.

Mich persönlich würde übrigens darüber hinaus interessieren, wie es denn bei den Standorten aussieht, die nicht in der Reportage angesprochen wurden. Oder z.B. in anderen Ländern. Auch hierzu NICHTS, sondern nur (übertrieben gesagt) die Stecknadel im Heuhaufen gefunden und vom Leder gezogen. Oder wie sieht es denn z.B. bei den Mittbewerbern von Amazon aus?

Genau das meinte ich damals schon damit, als ich schrieb für mich besitzen die öffentlich-rechtlichen Sender keine Seriösität mehr bei solchen Reportagen. Das kann auch Akte, Extra und wie sie alle heißen, diese tollen Reportagemagazine. Aber das gewünschte Ergebnis hat man ja wohl erreicht, so wie es aussieht. Denn es scheint ja derzeit überall seine Kreise zu ziehen. Auf den Versuch, eine ausgewogene oder zumindest umfassende Sichtweise zu vermitteln scheisst (!) man da gerne bei der ARD. Finde ich fast einen Skandal für sich bei den Geldern, die die für sich einstreichen.

Holgi 18. Februar 2013 um 19:53 Uhr

Der moderne Sklavenhandel den die Leiharbeitsfirmen betreiben sollte generell mal unter die Lupe genommen werden. Aber wie wir ja wissen passiert bei unseren Politkern erst immer etwas wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Zu Amazon. Die sollten natürlich genau hinschauen wen sie für sich arbeiten lassen. Im Prinzip ist es da aber wie überall.Da sollten sie in Zukunft besser aufpassen. Sonst ist Amazon natürlich aus Kundensicht ein guter Laden. Sollen schauen, dass das so bleibt und nicht wegen so einem Mist dann die Klatsche bekommen.

Robert B. (@pr3mut05) 18. Februar 2013 um 20:01 Uhr

Jahr(zent)e lang wurde gegeizt und bei Amazon Bestellt, weil es ein paar Euro billiger war als wo anders.
Jeder war Glücklich – Amazon ist das Paradies
Jetzt ist Amazon der Teufel in Person (bzw Unternehmen).

Zum Thema “Taschenkontrolle”
Ich habe vor etwa 10 Jahren in einen Logistikzentrum gearbeitet (weltweite Nummer 1 im Distributionssektor).
Bei jeden verlassen der Lagerhalle, auch auf dem Weg in die Kantine, musste jeder Mitarbeiter durch einen Metalldetektor. Zusätzlich Sporadische Einzelkontrollen.

shad 18. Februar 2013 um 20:06 Uhr

Wer hier grundsätzlich Arbeitnehmerüberlassung als solches mit Sklavenhandel gleichsetzt hat sich damit schon selbst disqualifiziert. Viele schaffen es halt nicht über das Stammtischniveau hinaus zu kommen. Erschreckend, wie unreflektiert viele Menschen durch die Welt gehen. Aber auf genau diese einfach gestrickten Zeitgenossen haben es ARD & Co. ja auch abgesehen. Zielgruppe erreicht würde ich sagen. Und bloß nicht den eigenen Verstand gebrauchen (themenunabhängig).

Thomas-T 18. Februar 2013 um 20:59 Uhr

Also ich habe schon paar Mal bei Amazon gearbeitet und kann das alles nicht nachvollziehen, bei uns sage ich mal war es ganz normal die haben nix gemacht außer an der schleuse kontrolliert, wenn was verdächtig war… sonst nix….

Grainger 18. Februar 2013 um 21:51 Uhr

@Guido

Zitat: “Ich habe gehört im Bundestag – ich glaube bei den Grünen – ist ein Politiker angestellt, der rechtskräftig als Terrorhelfer verurteilt ist.”

Wir haben und hatten Minister (auf Landes- und Bundesebene und in nahezu allen Parteien), die schon wegen allem möglichen rechtskräftig verurteilt waren. Von der Unfallflucht bis zur Steuerhinterziehung ist da alles vorhanden. Da muss man nicht explizit die Grünen bemühen.

Wir haben aktuell einen Bundesfinanzminister, der sich in Tiefgaragen ganz diskret Geldkoffer von Waffenschiebern rüber reichen ließ.

Wenn Du im Bundestag die Toiletten putzen willst, brauchst Du ein lupenreines Führungszeugnis, sonst darfst Du die Kloschlüssel nicht schrubben. Als MdB oder Minister hingegen muss Dein Führungszeugnis nicht ganz so sauber sein, da dürfen sich schon ein paar Einträge darin befinden.

Aber zurück zum Thema:

in nahezu allen Branchen wird von den Beschäftigten geklaut. Ich bin der Überzeugung, dass das nicht auf die Mehrzahl der Beschäftigten zutrifft, aber ein paar sind immer dabei.

Würde man es statistisch untersuchen, stellt sich auch hier vermutlich mal wieder eine Poisson-Verteilung von ~20/80 ein (20% der Beschäftigten verursachen 80% der Diebstähle), damit liegt man eigentlich fast nie ganz falsch wenn die Grundgesamtheit groß genug ist.

Und geklaut wird alles, selbst Gegenstände von geringstem Wert.

Taschenkontrollen (selbst stichprobenweise) stellen natürlich irgendwie alle Beschäftigten unter eine Art Generalverdacht (weswegen sie imho auch so unbeliebt sind). Aber es steht nun mal niemandem DIEB auf der Stirn geschrieben.

Und meine allgemeine Lebenserfahrung sagt mir, dass es häufig diejenigen sind, denen man es am wenigsten zutraut.

Bart 18. Februar 2013 um 22:39 Uhr

Die Sicherheitsfragen ist eine Sache, aber ich verstehe nicht wieso der Rest aus der Reportage verteufelt wird. Ich kenne welche aus dem Osten, die freiwillig in Gruppen in kleinen Zimmern leben um mehr Geld für Zuhause haben. Die schwerer und länger am Tag arbeiten und das meist für einen kleineren Stundenlohn. Alles freiwillig, weil sie Alternative wäre ohne Geld zuhause zu sitzen!!! Und alle die sich jetzt einbilden was gutes zu machen indem sie ihr Amazon Konto kündigen, zerstören die Möglichkeit dir Ausländer Geld zu verdienen.
Spätestens wenn hier die Spargelstecher für einen geringeren Lohn schuften, interessiert es keinen solange er seinen Spargel günstig bekommt.
Und beim Spargel ist es genauso wie bei Amazon: es sind Arbeiter aus dem Ausland weil es den Deutschen mit Harz4 noch zu gut geht.

Olaf 18. Februar 2013 um 23:05 Uhr

“In einer Erklärung wies das Sicherheitsunternehmen H.E.S.S (Hensel European Security Services) die Vorwürfe zurück – und ehrlich: ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmen so doof ist, bei dieser Abkürzung auch so aufzutreten.”
DAFUQ?? ich hielt dich immer für recht objektiv & durchaus klug.

caschy 18. Februar 2013 um 23:08 Uhr

@Olaf: SO offensichtlich?


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