Adblocker: BILD erwirkt einstweilige Verfügung gegen Eyeo

23. Oktober 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

bildEs geht weiter im Katz-und-Maus-Spiel. Wir lassen die Synapsen etwas knistern und springen gedanklich ein paar Tage zurück. Da hat das Springer-Medium BILD die Adblocker ausgesperrt. Das Ganze wurde recht hämisch kommentiert, denn schließlich liest ja eh keiner die BILD und so sei der Adblocker ja noch ein wesentlich besserer Schutz, ja keine Inhalte des Mediums zu lesen. Doch natürlich gibt es Unmengen Nutzer der BILD und so gab es rasch Umgehungsanleitungen, damit man auch mit Adblocker auf Bild.de zugreifen kann.

Das schmeckt Bild offenbar gar nicht, denn man hat den Ersteller einer solchen Umgehungsanleitung abgemahnt, wie Anfang der Woche bekannt wurde. Laut diverser Medienberichte hatte auch der Betreiber von Adblock Plus an der Verbreitung der Anleitung mitgewirkt, was BILD genügte, gegen die Firma vorzugehen.

Am Donnerstag erließ das Landgericht Hamburg laut Aussagen von MEEDIA eine einstweilige Verfügung gegen Eyeo, die eine Weiterverbreitung der Anleitung sowie eines nötigen Codes unterbinden soll. Wird dies nicht unterlassen, so droht eine Geldbuße von bis zu 250.000 Euro.

Springer gegenüber MEEDIA: „Wer zur Umgehung von BildSmart beiträgt – also die Umgehung unseres Schutzmechanismus befördert –, der handelt rechtswidrig.

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Eyeo hat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrages noch keine Stellungnahme abgegeben. Man darf also gespannt beobachten, was da noch so passiert. Feststeht, es wird mit harten Bandagen gekämpft, schließlich geht es doch auf beiden Seiten um viel Geld. Fachanwalt Thomas Stadler ist der Meinung, dass die Umgehung keine verbotene Handlung im Sinne des Gesetzes sei…

Meine Meinung zum Thema wiederhole ich übrigens unten im Beitrag noch einmal sehr gerne und danke auch an dieser Stelle allen Lesern, die uns schrieben, dass sie für uns den Adblocker deaktivierten. Der gleiche Dank geht an alle, die das Team und mich in den letzten Tagen mit einer Spende via PayPal bedacht haben. Vielen Dank, wirklich! (und wenn ihr was via PayPal geben wollt – gebt es den anderen im Team, aber bitte nicht mir!) Wer Zahlen wissen will: 55 Prozent unserer Leser setzen hier einen Adblocker ein.

Es sind schwierige Zeiten für alle, die sich via Werbung finanzieren – vom kleinen Blogger bis zu einem großen Medienunternehmen. Klar ist, dass Adblocker die Werbung unterdrücken und damit Einnahmen fehlen. Doch pauschal verteufeln will ich Adblocker nicht, denn Popups und Layer haben einfach keine Berechtigung in meinen Augen. Allerdings hat eine Entlohnung zum Durchlassen einer Werbung ebenfalls keine Berechtigung – und eben jenes wird manchen Adblockern ja nachgesagt. Es scheint ein gefundenes Fressen für viele Entwickler dort draußen: Werbeblocker direkt verkaufen oder eben Programme für Werbetreibende anbieten.

Man darf gespannt sein, wie sich dieses Internet entwickelt. Für mich halte ich fest: ich habe auf den regelmäßig besuchten Seiten den Adblocker (in meinem Falle uBlock) deaktiviert und lese mittlerweile meine RSS-Feeds nicht mehr im Browser, sondern in der Reeder-App. Diese hat einen In-App-Browser, in der ein Werbeblocker eh nicht greift, sodass ich die Seite so sehe, wie sie ausgeliefert wird. Und mobil habe ich gar keinen Blocker im Einsatz.


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Über den Autor:

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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