Zu David Lynchs Geburtstag erscheint der Kurzfilm „What did Jack do?“ bei Netflix

David Lynch („Twin Peaks“) ist, vorsichtig gesprochen, nicht gerade für Zugänglichkeit bekannt. Der Regisseur selbst hat in Interviews bereits vielfach geäußert, dass seine Filme auch gar keinen tieferen Sinn hätten. Speziell mit Streifen wie „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“ verließ Lynch dann komplett die Pfade traditioneller, linearer Erzählweisen. Wer mal einen Blick in Lynchs so wirre wie einzigartige Gedankenwelt werfen möchte, kann dies nun bei Netflix durch „What did Jack do?“ tun.

Der Kurzfilm mit etwa 17 Minuten Spielzeit ist passend zum Geburtstag des Filmemachers am 20. Januar bei Netflix zum Portfolio hinzugestoßen. Die Handlung dreht sich um einen Affen, der des Mordes beschuldigt wird. Hereinschauen könnt ihr, auch über Netflix Deutschland, über diesen Link, der zum entsprechenden Titel beim Streaming-Anbieter führt. Ein aktives Abonnement ist natürlich Voraussetzung.

Passend zu Lynchs Oeuvre ist dann auch „What did Jack do?“ extrem schräg und zeigt den Regisseur selbst im Gespräch mit dem mordverdächtigen Affen, der sich in allerlei verbalen Ergüssen zu verteidigen sucht. Wer die Filme von Lynch mag, wird sicher auch an dem neuen Kurzfilm Gefallen finden. Allen anderen kann ich das Reinschauen durchaus empfehlen, auch wenn „Lost Highway“ für mich der bisher beste Film von Lynch und damit die erste Anlaufstelle bleiben sollte.

Kleiner Hinweis: Man spekuliert nun, dass der Film eine Art Testballon sein könnte. So dürfte Netflix die Abrufzahlen und die Reaktionen der Community wohl mit Argusaugen beobachten. Sollte die Resonanz positiv genug ausfallen, dann könnte es möglich sein, dass Netflix zum Telefonhörer greift und mit Lynch über eine weitere Zusammenarbeit plaudert. Ich denke der Streaming-Anbieter wäre für den unkonventionellen Filmemacher in der Tat eine perfekte Heimat, um abseits der regulären TV- und Kino-Landschaft seinen eigenen Stil auszuleben. Zumindest ich drücke also die Daumen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. Danke. Lynch ist neben Jim Jarmusch einer meiner Lieblinge was Filme abseits des Massenmarktes betrifft. Cheers

    • André Westphal says:

      Ich mag seine Filme auch sehr gern, besonders halt „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“, die meinen Filmgeschmack irgendwo auch nachhaltig beeinflusst haben. „Straight Story“ ist aber auch echt toll und für Lynchs Verhältnisse ein eher zugängliches Werk. „Blue Velvet“ ist aber etwa auch richtig stark, wenn Lynch auftrumpft, dann eben so richtig.

  2. Danke für den Artikel. Ich finde die Werke (nicht nur die Filme und Serien von David Lynch, sondern auch die Gemälde, Fotos und die Musik von ihm) alle phantastisch. Für mich ist David Lynch der universellste und beste Künstler, den es aktuell gibt.

  3. Danke für den Artikel! Schade das ich kein Netflix habe — hoffe der Kurzfilm taucht mal irgendwann woanders auf.

    Wer Lynch mag, wird sicher auch diesen Kurzfilm mögen:

    https://vimeo.com/24779505

    Er ist zwar von „a bunch of Lynch haters“ gedreht worden, aber auch ich als Lynch Fan habe Tränen gelacht.

  4. Und wie soll ich jetzt irgend jemand objektiv erklären wieso ich diesen Kurzfilm gut finde? 🙂

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