Visa Mobile Payment Monitor 2020: Kontaktloses Bezahlen nimmt zu

Der Visa Mobile Payment Monitor 2020 wurde veröffentlicht. Wenig überraschend kristallisiert sich heraus, dass kontaktloses und mobiles Bezahlen im Aufschwung sind. Demnach würden drei Viertel aller Verbraucher nun kontaktlos mit der Karte, dem Smartphone oder einem Wearable bezahlen.

Innerhalb eines Jahres habe sich die Anzahl der Mobilzahler auf 12 % verdoppelt. 95 % der Mobilzahler hätten laut der Untersuchung nun eine bessere Ausgabenübersicht als vor dem Umstieg auf Mobile Payments. Die Ergebnisse wurden aber natürlich stark von der Corona-Krise beeinflusst. Erhoben wurden die Ergebnisse durch eine Online-Befragung von Visa in Zusammenarbeit mit forsa.

Mit Abstand das beliebteste Zahlungsmittel bleibt die Karte, mit der 56 % am liebsten bezahlen – das sind 3 Prozentpunkte mehr als 2019. Das Bargeld hingegen hat an Beliebtheit verloren: Statt 38 % küren nur noch 32 % Cash zum Liebling. Kontaktlose Kartenzahlungen seien überdurchschnittlich gestiegen und werden nun von den Nutzern positiver bewertet – und das über alle Generationen hinweg.

Bei der jüngeren Generation (18-35 Jahre) habe lauf Visa jeder Fünfte bereits mobil bezahlt. Drei von vier Befragten (75 %) haben schon kontaktlos bezahlt – im vergangenen Jahr war es nur jeder Zweite (55 %). Diese Entwicklung findet generationsübergreifend statt, denn bei der Gruppe der über 61-Jährigen ist das kontaktlose Bezahlen ebenfalls um 20 Prozentpunkte, auf insgesamt 68 %, angestiegen, 8 % bezahlen nun mobil – das sind 6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch die Frequenz der kontaktlosen Bezahlungen stieg wenig überraschend: 64 % der Befragten bezahlen mindestens einmal pro Woche kontaktlos mit der Karte – letztes Jahr war es gerade einmal die Hälfte aller Befragten (50 %).

Im Vergleich zum Vorjahr habe auch das mobile Bezahlen an Beliebtheit gewonnen. 84 % der Mobilzahler wollen nicht mehr darauf verzichten. Nicht nur die Hygiene, auch die Bequemlichkeit spiele dabei für die Menschen eine Rolle. Am wichtigsten sei es den Befragten, den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten – darauf legen laut der Umfrage neun von zehn Konsumenten (90 %) Wert. Sechs von zehn (61 %) möchten am liebsten sofort sehen, wie viel Geld sie wo ausgegeben haben. 59 % legen Wert darauf vor einem Kauf nicht mehr extra zum Geldautomaten latschen zu müssen. 51 % erwarten einen möglichst schnellen Bezahlvorgang.

Dabei steigen auch die Erwartungen an kleinere Händler, die aktuell oft noch auf Bargeld setzen. Knapp die Hälfte der Befragten, die kontaktlos zahlen (48 %), möchte gerne auch beim Bäcker kontaktlos zahlen können, 42 % wünschen sich diese Bezahlmöglichkeit ebenso in anderen kleinen Geschäften. 15 % gaben sogar an, Geschäfte zu meiden, wenn sie nur Bargeldzahlungen annehmen. 85 % der Mobilzahler würden zudem häufiger mobil bezahlen, wenn es flächendeckend an allen Kassen in Deutschland möglich wäre.

Diese Ergebnisse kamen durch eine Online-Befragung im Mai / Juni 2020 zustande. Man befragte 1.800 Verbraucher aus Deutschland. Ein paar weitere Informationen könnt ihr auch der Grafik unten entnehmen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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27 Kommentare

  1. Kaum zu glauben wie schnell sich gefühlt Deutschland von einem Bargeld Land in ein bargeldloses Land verwandelt hat. Noch vor 1-2 Jahren musste ich mühselig in meinem Umfeld dafür kämpfen, damit die der Karte oder dem Smartphone mal eine Chance geben. Wenn man nun in Interviews sieht, wie das Volks da draussen sagt, dass man nun größtenteils mit Karte zahlt, finde ich das toll. Leider ist Corona der Grund, was absoluter Unsinn ist. Es gibt keine Erkenntnisse dass Bargeld eine Corona Infektion verursachen kann.
    Schon vor Corona haben viele Bäckereien Karten-Terminals angeschafft. Durch Corona findet man jetzt eigentlich in jedem gastronomischen Betrieb ein Kartenterminal, Ausnahmen sind wohl Dönerbuden und Eiscafes. Aber sonst bietet selbst jede kleine Streetfoodbude, bei denen ich esse, nun Kartenzahlung an. Vorher gab es entweder keine Kartenzahlung oder es gab böse Blicke und/oder einen Mindestumsatz.

    Ein großer Schub bei der Zahlung mit dem Smartphone wird in Kürze kommen, wenn die Sparkassen endlich die Girocard bei Apple Pay anbieten.

    Und zum Glück hat sich auch mal die Erkenntnis verbreitet, dass man mit Kartenzahlung einen besseren Überblick über seine Finanzen hat. Man bekommt sofort eine Push-Meldung bei jeder Zahlung aufs Smartphone und die Banking-App zeigt alles übersichtlich an. An dieser Stelle kann ich wieder mal die Multi-Banking App Outbank empfehlen. Dort hat man wirklich seine gesamten Finanzen im Überblick.

    Ich bin schon lange für ein Gesetz, dass die bargeldlose Zahlung fördert und zugleich das Bargeld als Backup schützt. Ich will also dauerhaft beides haben, im Alltag bzw im Normalfall will ich aber nix mit Bargeld zu tun haben.

    • Guter Kommentar, und kann ich so unterschreiben.

    • +1

      Ertappe mich immer öfter dabei, nicht mal mehr das Portemonnaie zum einkaufen mitzunehmen. Einkaufs“zettel“ auf dem iPhone und bezahlen mit der AppleWatch. Bequemer geht es kaum.
      Nur bei meinem Lieblingsasiafooddealer bezahle ich noch bar — damit ich Kleingeld für den Kaffeeautomaten in der Firma habe.

    • Hygienischer ist kontaktlos allemal. Influenzaviren könnten beispielsweise bis zu 17 Tage auf Banknoten überleben, haben Untersuchungen ergeben. Und die Bargeld-Übergabe findet definitiv dichter statt als kontaktlos, da kann man schneller in den Atembereich des Kassierers kommen, haben ja nicht alle eine Maske auf.

      • Bargeld ist extrem ubhygienisch, besonders Scheine sind wahre Bakterien und Viren schleudern.
        Das war aber schon immer so, und ändert auch nichts daran, dass eine Corona Übertragung durch Bargeld sehr unwahrscheinlich ist.

        Dennoch begrüße ich es natürlich, dass es mittlerweile auch mal in Deutschland in der Fläche zeitgemäße Möglichkeiten der Bezahlung gibt.

    • Meine favorisierte Eisdiele akzeptiert inzwischen auch NFC Zahlungen – also auch dort tut sich was. Allerdings ist es auch generell eine eher etwas fortschrittlichere die sich nicht dem „Preiskampf“ der anderen unterwirft sondern mehr auf Qualität und Kundenorientierung setzt.

    • Die Frage ist nur, wozu sollte es ein Backup für Bargeld geben, wenn jeder digital bezahlt?
      Nichts wäre dem Staat lieber, wenn es kein Bargeld mehr gäbe.

  2. think about says:

    Ziemlich einseitig, der Beitrag. „Ich will“. „Man hat einen besseren Überblick über seine Finanzen“. Sicherlich richtig. Aber schon mal von der anderen Seite auf die Sache geschaut ? WARUM es böse Blicke gab oder Mindestumsatz ? Nur zur Info: Bargeld verursacht zwar auch Kosten im Betrieb – aber die EC-Cash-Provider lassen es heftig krachen. Das muss irgendwie finanziert werden. Bei vielen Artikeln ist das schlichtweg nicht in der Spanne enthalten.
    Und unabhängig von den Kosten … braucht man für die Ausgaben des Alltags wirklich eine APP ? Ich bin ja nun wirklich Technik-Freak … aber so gewisse „Soft-Skills“ sollten dann doch ohne digitale Unterstützung funktionieren …

    • Bei VISA kostet die Transaktion ca. 1,5% ohne Mindestgebühr. Das ist dann auch kein Grund mehr, Mindestbeträge einzuführen. Wage zu bezweifeln, dass Bargeld da unterm Strich deutlich günstiger ist.

      • Bargeld ist unterm Strich sogar erheblich teurer wenn man alle Kosten bedenkt. Nicht umsonst tun Händler die rechnen können schon länger alles dafür so wenig Bargeld wie möglich in die Hände zu bekommen.

    • Ganz einfach, die Gastronomie hasst Kartenzahlung weil man damit die Umsätze nicht vor der Steuer verstecken kann. Gastronomen sind Weltmeister in der Steuervermeidung, zumindest bei Inhaber geführten Lokalen. Ketten hatten schon lange Kartenzahlung, weil dort eher alles korrekt läuft.
      Die Kartengebühren sind mittlerweile so niedrig, dass Bargeld insgesamt teurer und komplizierter für Gastronomen ist. Man muss Portmonees mit Wechselgeld bestücken, dann besteht die Gefahr durch Diebstahl durch die Mitarbeiter oder der Mitarbeiter gibt das Wechselgeld falsch raus, dann muss das Geld aufwendig gezählt und abgerechnet werden, dann muss es zur Bank gebracht werden und es werden Gebühren fällig wenn man den Nachtresor nutzt.
      Fällt alles weg bei Kartenzahlung. Ein Klick, Abrechnung korrekt und fertig.

      • Wie viel teurer ist Bargeld ggü. Kartenzahlgeld genau? Bitte einmal konkrete Beispiele nennen!

        • Fazit der Bundesbank: „Welches Zahlungsmittel für das jeweilige Unternehmen derzeit am kostengünstigs- ten ist, kann demnach pauschal nicht beantwortet werden. Ein Zahlungsmittelmix, aus dem der deutsche Einzelhandel wählen kann, scheint daher das derzeit beste Mittel zu sein. “
          Quelle: Kosten der Bargeldzahlung im Einzelhandel
          Studie zur Ermittlung und Bewertung der Kosten, die durch die Bargeldzahlung im Einzelhandel verursacht werden

          • Fabian,
            diese Studien sind oft Müll, auch weil die Daten oft nicht aktuell sind. Vor kurzem wurde auch noch gesagt dass Studien zeigen dass bargeldloses Zahlen länger dauert als bar, es stellte sich heraus dass dort kein kontaktloses Zahlen berücksichtigt wurde.
            Und bei dieser Studie wurde sicherlich nicht die Arbeitszeit berücksichtigt, die man für das Geld zählen benötigt und das Bargeld, das von Mitarbeitern geklaut wird. Und dann gibt es noch Sicherheitsfaktoren, also kleine Shops werden wohl weniger überfallen wenn kaum Bargeld vorhanden ist und der Weg zur Bank mit tausenden Euros ist auch nicht ungefährlich.

        • Stefan,
          jeder Händler hat andere Kosten. Nehmen wir als Beispiel einen Media Markt. Dort wird kostenpflichtig Wechselgeld angeliefert, die Bank und die Sicherheitsfirma wollen dafür Geld. Dann die Arbeitszeit um die Kassen mit Wechselgeld auszustatten. Dann die Zeit das Geld in der Kasse doppelt zu zählen (Kassenkraft, Kassenaufsicht). Dann die Gesamtzählung und Aufbereitung, so dass das Geld abholt werden kann (2 Mitarbeiter). Dann kommt ein teurer Geldtransporter und holt das Geld ab. Dann nimmt die Bank Geld dafür das Geld erneut zu zählen und einzuzahlen.
          Bargeldlos: Die Kosten für Kartenzahlung sind für große Händler Verhandlungssache und somit nicht bekannt. Nehmen wir hier einfach mal an dass Girocard 0,6% kostet und Kreditkarte 0,9%. Im Markt entstehen hier nur sehr geringe Personalkosten, Geldtransporter fällt weg und die Bank bekommt auch nix.

  3. In der Regel ist das Zahlen mit Karte oder Mobilgerät auch nur noch dort ein Problem, wo auch die Bonpflicht verteufelt wurde… Ein Schelm wer Böses dabei denkt

    • Deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Abseits von Inhaber geführten kleineren Restaurants wird überall mittlerweile bargeldlose Zahlungen akzeptiert. Endlich. Hat auch lange genug gedauert, das ist in anderen Ländern schon sehr lange Standard.

      Und gerade im Gastronomie Bereich dient es primär Steuer Optimierung wenn immer noch nur auf Bargeld gesetzt wird.

    • Wo bleibt eigentlich der digitale Kassenbon? Die Admin App z.B. sollte ja ursprünglich am 01.01.2020 starten und nun ist das Jahr fast (!) vorbei und zu sehen ist immer noch nichts.

  4. Also bei mir haben Bäcker und Fleischer nach wie vor kein Kartenlesegerät, da friert wohl eher die Hölle zu, bevor ich das hier erlebe 🙂

    • Einfach nicht mehr hingehen. Dann erledigt sich das auch in absehbarer Zeit.
      Bei uns haben mittlerweile selbst die meisten Döner Buden ein Karten Lesegerät.

      Wurde auch wirklich Zeit.

      • Nicht wirklich, da müssten hier schon alle mitmachen, die Läden sind aber nach wie vor gut gefüllt.

        Wenn ich als einziger nicht hingehe schade ich nur mir selber….

  5. Wolfgang D. says:

    Ist doch immer wieder schön zu sehen, wie sich die Alphatierchen hier mal wieder produzieren und zeigen, wieviel Geld sie ausgeben, nur um Geld ausgeben zu können.

    Rein zeitlich gesehen, hat neulich wieder mal eine unabhängige Untersuchung gezeigt, dass Lob auf teuren elektronischen Spielkram reiner Fangirlzgesang ist. Bank- oder Kreditkarte mit NFC, reicht mir und braucht keinen Akku. Es gibt tatsächlich noch Leute, die ihr Händy nicht immer dabei haben. Oder einen Bewegungsmelder ständig am Handgelenk tragen.

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