„Valorant“: Riot Games will auf Esports-Turnieren kein Blut im Spiel sehen

Mittlerweile hängt an Spielen viel Geld: Das gilt insbesondere dann, wenn es sich um erfolgreiche Multiplayer-Titel handelt, die im Esports-Bereich gezockt werden. Der Entwickler Riot Games verfügt da über reichlich Erfahrung, denn der Dauerbrenner „League of Legends“ ist gerade im asiatischen Raum aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Mit „Valorant“ will man natürlich möglichst an diese Erfolge anknüpfen. Dafür hat man sich zu einem kontroversen Schritt entschieden: Auf Turnieren muss die Blutdarstellung in „Valorant“ abgeschaltet werden.

Das ist keine freiwillige Angelegenheit, sondern eine zwingende Vorgabe von Riot Games. Warum diese Entscheidung? Nun, es geht ums Geld: Dadurch hofft man mehr Sponsoren für die Esports-Veranstaltungen zu gewinnen. Auch für den Bereich der Live-Übertragungen soll „Valorant“ dadurch attraktiver werden. Riot Games hat deswegen in das Spiel einen Toggle implementiert, der das Blut an- und ausschaltbar macht.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist diese Strategie natürlich sehr nachvollziehbar. Denn viele Unternehmen wollen als Sponsoren nicht mit Gewaltdarstellungen in Verbindung gebracht werden. Zumal es im Bereich Esports oft um eine sehr junge Zielgruppe geht – viele Spieler und auch Zuschauer sind minderjährig. Und für die Teams sind Sponsoren die wichtigste Einnahmequelle, sodass Riot Games mit dieser Entscheidung vielleicht sogar auch bei den Gamern selbst Punkte sammelt.

Analysten haben bereits erklärt, dass der Schachzug von Riot Games clever sei und wohl viele ähnliche Vorgehensweisen im Bezug auf andere Multiplayer-Games und den Esports-Bereich nach sich ziehen werde. Ich persönlich finde das durchaus in Ordnung, denn schließlich kann jeder im Stillen Kämmerlein die Blutdarstellung dann wieder anknipsen – nur bei öffentlichen Events ist es eben untersagt.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Ein ewiges Thema…

    Die Frage ist nur, bluten Minderjährige nicht, wenn sie sich in den Finger schneiden? Ich bin mir seit Jahrzehnten nicht sicher, ob die Verharmlosung von Gewalt durch Wegschneiden der Effekte dieser Gewalt nicht ebenso nachteilig für die jugendliche Entwicklung sein kann.

    • Also wir haben als Jugendliche alles mögliche komplett unzensiert gespielt, und es hat uns sicher nicht geschadet. Selbst als Kind kann man nämlich durchaus zwischen Realität und einem Computerspiel unterscheiden.

  2. mal Laienhaft gefragt: Für Profis, die täglich damit trainieren, dürfte das doch etwas irritierend sein im Turnier ein anderes Gameplay zu haben. Dann trainier ich doch gleich in der Turnierumgebung, oder? Also Bloodfree

  3. Macht das Blut doch wieder grün 🙂

  4. DragonHunter says:

    Ist doch völlig wumpe, ob da jetzt Blut fließt oder nicht?
    Wenn man weiterhin mit dem Argument kommen will, es ginge um Strategie und nur das „Ausschalten“ des Gegners und nicht um das Blut, sollte da einfach mal leise sein… Sonst beraubt man sich in der „Killerspiel“-Debatte eines gewichtigen Arguments…

    Mir ist es absolut latte, ob der Gegner jetzt effektvoll blutet oder nicht. Das ist nicht der Grund, weswegen ich so ein Spiel spiele. Und ich denke… ich hoffe… dass es den allermeisten Spielern so geht… Sonst sollten wir uns evtl. doch Gedanken machen…

  5. Irgendwie scheint „Riot“ Games die Ironie der Sache zu übersehen…
    Ich empfehle eine Umfirmierung in „Ned Flanders Vision Games“ dann klappts bestimmt mit dem Sellout.

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