Urinierendes Android-Maskottchen sorgt für Änderungs-Stopp bei Google Maps

Erinnert Ihr Euch noch an das urinierende Android-Maskottchen in Google Maps? Dies war durch automatische Genehmigungen mit dem Google Map Maker möglich. Änderungen wurden ohne Prüfung durchgewunken, sodass diese Form des Online-Vandalismus immer mehr zunahm. Aus diesem Grund gibt es aktuell keine automatischen Genehmigungen mehr, wenn man selbst Änderungen für Google Maps einreicht. Dies erklärt Google in einem Forums-Eintrag. Die Auswirkungen sind aber sehr drastisch.

AndroidVSApple

Nachdem man bei Google auf einen manuellen Review-Prozess für Änderungen umgestellt hat, liefen so viele Änderungsanfragen auf, dass diese nicht bewältigt werden konnten. Um den Berg an Anfragen nicht weiter wachsen zu lassen, hat man sich daher entschieden, dass erst einmal gar keine Änderungen mehr angenommen werden. Ab dem 12. Mai wird dies der Fall sein, Nutzer können ab diesem Zeitpunkt keine Änderungen mehr einreichen. Änderungen, die nach der Umstellung auf manuelle Reviews eingereicht wurden, benötigen hingegen wesentlich länger, bis sie freigegeben werden.

Google arbeitet bereits an einer Lösung, da diese aber sehr komplex ist, dauert dies eben mehr als ein paar Tage. Bis das automatische System wieder zum Einsatz kommt, werden demnach gar keine Änderungen mehr angenommen. Wie lange das dauern kann, verrät Google indes aber nicht. Es heißt nur, dass man das System so schnell wie möglich wieder im Einsatz haben will.

Das hätte sich der Ersteller des gar nicht so schlecht gemachten Web-Graffitis sicher auch nicht gedacht, dass er Mitverursacher der Kompletteinstellung von Google Maps-Änderungen sein wird. Kann man nur hoffen, dass Google schnell eine Lösung findet, damit die durchaus aktive Maps-Community weiter fleißig die Karten verbessern kann.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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17 Kommentare

  1. Tezrapak says:

    Croudsourcing halt… Ob man grafitti Gesetze anwenden Kann ? Der Urheber lässt sich leicht ermitteln

  2. Haha! Das machen jetzt die Ingress Portalaffen mit. D.h. es wird sich unterm Strich nichts ändern und jede Änderung dauert 6-9 Monate

  3. solche Vandalen sind doch Idioten, wer randalieren will soll doch seine eigene Webseite und seine eigenen vier Wände verunstalten.

  4. Grundlegend richtige und einzige mögliche Entscheidung, so etwas darf nicht passieren.
    Im Grunde müsste man alle bisher eingereichten Änderungen auf entsprechende Verunkmlimpfungen egalwelcher Art überprüfen.
    Auf diesem Wege konnte man ja nicht so solche Figuren einfügen, sondern im Grunde „alles“ von Verfassungswidrigen Symbolen bis hin zu sonst etwas.

    Ist ein solcher Eingriff eigentlich strafrechtlich verfolgbar? Wäre zuminest mal interessant zu wissen.

  5. „Es ändert was an Maps aber nicht an Apple?!?
    Das war als Apple Kritik gedacht weil die so scheisse ähhh Pisse sind ^^ “

    ( Spass beiseite… Wer die Parodie auf gewisse andere Kommentatoren versteht die bei Apple in den Beiträgen direkt zu sowas genötigt fühlen zu posten)

  6. Google geht bei Verbesserungsvorschlägen für Google Maps sowieso höchst seltsam vor. Ich habe mal einen falschen Eintrag eines Lokals (gibt es schon gefühlt hundert Jahre nicht mehr) in meiner Nachbarschaft korrigieren wollen. Der Antrag wurde abgelehnt da „die Informationen nicht nachprüfbar sind“. Es ist ja schon eine mehr als schwache Leistung, dass Google soetwas ablehnt obwohl sie einfach nur den neuen Namen den ich ihnen genannt hatte in ihre eigene Suchmaschine hätten eingeben müssen. Dann hätten sie sofort gesehen, dass die Angaben stimmen. Aber selbst als ich ihnen ein Foto davon geschickt hatte, wurde der Antrag abgelehnt da die Angaben „nicht nachprüfbar sind“. Absolut lächerlich. Einen besseren Beweis als ein Foto mit dem neuen Namen des Lokals und dem Straßenschild drauf kann es kaum geben…

  7. Schade, das mit den Änderungen hat immer ziemlich gut und zügig funktioniert.

  8. Ichbinswirklich says:

    Weil dort alles angenommen wird, heißt „Saarbrücken“ in Google Navigation inkl. Sprache „Saarbücken“ wo kann man solche Fehler unkompliziert melden?

  9. Herr Hauser says:

    Google juckt es doch eh nicht wenn man Sachen versucht auf Maps zu korrigieren. Da sind Geschäfte, Tankstellen, Orte schon mal falsch markiert. Will man es korrigieren, kommt meist eine Mail das alles so stimmt wie es ist oder nicht nachvollziehbar ist. Bleibt dann alles so falsch wie es ist. Frage mich was für Hirnis dort arbeiten.

  10. Birne Helene says:

    Es handelte sich dabei nicht nur einfach um Vandalismus, sondern vielmehr um Kunst mit einer wichtigen politischen Message:

    – Gegen die Allmacht der US-Großkonzerne
    – Gegen völlig überteuerte Elektrospielzeuge
    – Gegen billigste Herstellprozesse mit Sklavenarbeitern
    – Gegen die Ausnutzung eines Gendefektes bei iSheeps zur Erzielung einer wahnwitzigen Gewinnmarge
    – Gegen die Ausnutzung der Marktmacht eines Anbieters (siehe Spotify, etc.)
    – Gegen die Eindeckung der Konkurrenz mit Trivial-Patentklagen
    Etc.

    Dieses Kunstwerk gehört in jedes Museum, an jede Hauswand, als Aufkleber an jede Stoßstange, als Tattoo an jeden Oberarm, etc.

  11. Es macht als community ohnehin mehr Sinn OSM zu pflegen, die ist frei für alle. Witzig war es aber 🙂

  12. Ich habe in den letzten Jahren einige Änderungen eingereicht. 1 wurde angenommen, alle anderen wurden mit „Nicht nachprüfbar“ oder „das ist so richtig, wie es ist“ abgelehnt. Teilweise aber erst nach Monaten. Automatisch war das. Mit „das ist so richtig, wie es ist“ wurden alle Änderungen abgelehnt, bei denen der Zielort / Zieladresse schlicht falsch war. Teilweise Adressen mehrere hundert Meter daneben, ganze Malls an der falschen Stelle etc.

  13. Bei mir hat das immer ganz gut geklappt.
    Man muss denen halt Links mitschicken, anhand derer sie es schnell überprüfen können.
    Es kann bei der Fülle von Anfragen sicher nicht verlangt werden, dass da erst ewig gegoogelt wird.
    Habe auch schon Straßen und Parkplätze eingetragen, die haben es (nach Monaten) sogar in die Navigation geschafft. 🙂

  14. Naja. Aber auf ihr eigenes Produkt werden sie wohl schauen und dann bemerken. dass die Megamall 500 Meter weiter ist und ihr Pfeil auf eine Wellblechütte zeigt.

  15. lentille says:

    Wie läuft das denn bei OpenStreetMaps? Gab’s da schon vergleichbare Fälle?

  16. Mein Vorschlag wäre, die Energie für Kartenänderungen & -verbesserungen in Openstreetmap zu investieren und sich nicht mit Google herumzuschlagen, wo die Mitarbeit dann auch noch in unfreien Lizenzbedingungen landet.

  17. Solange Waze davon nicht betroffen ist 😉

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