Umfrage Juni 2022: Kaufst du dir das 9-Euro-Ticket?

Mittlerweile ist es erhältlich: das sagenumwobene 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Bahn startete mit dem Verkauf ja bereits am 23. Mai 2022. Da gibt es allerdings auch ein paar Besonderheiten zu beachten, denn das Ticket gilt leider in einigen Nahverkehrszügen, welche faktisch gesehen „Fernverkehrszüge im Schafspelz“ sind, dann doch nicht. Ist also in einigen Fällen doch komplizierter, als man annehmen sollte. Doch da ist ja die grundlegende Frage: Kauft/nutzt ihr das 9-Euro-Ticket überhaupt?

Mancher denkt sich vielleicht, das Angebot sei ein No-Brainer: 9 Euro zahlen, dafür den ganzen Juni den ÖPNV, inklusive Bussen und Bahnen, deutschlandweit nutzen. Und im Juli und August 2022 lässt sich dieses Spielchen dann ja für jeweils nochmal 9 Euro wiederholen. 27 Euro insgesamt also für drei Monate ÖPNV satt – klingt nach einem tollen Deal.

Doch ein anderer hat vielleicht keine Lust auf vollgestopfte Busse und Züge, wohnt auf dem Land, wo es an der Frequentierung der Verbindungen mangelt oder nimmt lieber den Tankrabatt mit und gibt ordentlich Gas. All das ist eben eine Sache der persönlichen Abwägung und Situation. Für Pendler, die ohnehin Monats- oder Jahreskarten haben, ergibt sich diese Überlegung ohnehin nicht, denn da wird ja kulanterweise automatisch verrechnet.

Ob das 9-Euro-Ticket nun zu einer nachhaltigen Verkehrswende beiträgt, ist natürlich fraglich. Deutschland ist ein Land, in dem in der Gesellschaft der Individualverkehr beliebt ist und von der Autolobby freilich auch stark forciert wird. Leider sieht es auch so aus, dass etwa die Deutsche Bahn seit ihrer Privatisierung in den 1990er-Jahren das Streckennetz zusammengestrichen hat, statt es auszubauen. Manchmal ist es somit auch keine Frage, ob man auf den ÖPNV umsteigen „will“, sondern ob man es praktisch überhaupt „kann“.

Aber schweifen wir nicht zu sehr ab: In der Monatsumfrage für den Juni 2022 geht es indessen darum: Kaufst du dir das 9-Euro-Ticket? Für weitere Erläuterungen meldet euch gerne in den Kommentaren!

Kaufst du dir das 9-Euro-Ticket?

  • Ja, habe ich schon / werde ich tun! (59%, 2.306 Votes)
  • Nein, habe ich nicht / werde ich nicht. (32%, 1.264 Votes)
  • Das weiß ich noch nicht. (9%, 339 Votes)

Total Voters: 3.909

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108 Kommentare

  1. Da ich in der Corona-Zeit nur mit dem Auto fahre, kaufe ich generell keine Bahn- oder Bustickets.

    • Eine weitere Option wäre sinnvoll gewesen: „Nein, da ich schon ein Monats-/Jahres- oder Semesterticket habe.“

    • Ich fahre auch nur Auto aus gutem Grund, insbesondere in der Corona Zeit. Allerdings ist dieses 9€ Ticket durchaus eine Finanzielle Erleichterung für alle die mit dem ÖPNV auf die Arbeit fahren, z. B. wie andere hier die am Stadtrand wohnen und dann in die Innenstadt fahren oder dort auch arbeiten.

  2. Überall liest man immer nur von vollen Zügen, und dass man mit N-mal Umsteigen und 15 Stunden Fahrzeit auch von Garmisch nach Sylt fahren kann usw. usf. – dabei liegt das Gute so nah:
    Wir wohnen am Stadtrand von Nürnberg. Wenn wir zu zweit mit dem Bus einmal in die Innenstadt und zurück fahren (zum Einkaufen, ins Kino, oder ins Restaurant), brauchen wir also vier Fahrten. Das kostet mit Einzelfahrscheinen aus dem Automaten (gibts an der Bushaltestelle eh nicht) 4 x 3,20 = 12,80 Euro; mit einer (vorher besorgten) 4er-Karte oder einzelnen Handytickets 4 x 2,75 = 11 Euro; oder – wenn man außer „hin+zurück“ noch eine dritte Fahrt macht – 12,30 Euro (mit einer 2-Personen-Tageskarte). Selbst für so eine simple 20-Minuten-Stadtbus-Fahrt lohnt sich das 9-Euro-Ticket also schon, wenn man das zweimal in einem Monat macht – ganz ohne dass man Langstreckenrekorde in überfüllten DB-Zügen aufstellt…

    • Generell kann man auch versuchen Spitzen zu vermeiden. Wer keine Schulkinder hat ist ja sowieso gut beraten immer die Ferienzeit bei Ausflügen und Reisen zu meiden, immer.
      Und jetzt kommen verlängertes Wochenende und Ferien zusammen.
      Da waren die Züge schon immer voll, zumindest jenseits der lockdowns, da bräuchte es jetzt gar nicht viel zusätzliche Nachfrage für Ärger.

      Nach den Pfingstferien unter der Woche mit der Bahn zu verreisen dürfte hingegen problemlos möglich sein. Dazu passt auch, dass auch Fernzüge überfüllt sein sollen, darin gilt das 9€ Ticket gar nicht.

      Insgesamt wollen die meisten Leute ja auch weniger Auto fahren, Klima und so, der Staat hinkt aber mit dem Ausbau hinterher. Man sieht ja die Absurdität in der aktuellen Spritpreisbremse. Ein Strohfeuer was sich die Erdölindustrie einsackt. Für mehr Busse und Bahnen ist aber kein Geld da, heißt es immer.

  3. Ich wollte eigentlich das Ticket testen, zumindest für einen Monat, nachdem Freunde jedoch nach drei Stunden noch immer nicht in Züge gelassen wurden, da diese überfüllt waren, sehe ich nicht, wofür ich der Bahn 9€ schenken sollte. Die Bahn kassiert lediglich, ohne Leistung zu erbringen, ohne mich!

    • Man merkt das Du den Sinn leider nicht ganz nachvollziehen kannst. Das 9€ Ticket soll kein „Reise so billig es geht“ Tickets sein sondern hat primär den öffentlichen Nahverkehr, also auch Bus und Strassenbahn etc. als Einsatzgebiet. Seit dem 01. Juni habe ich im Ruhrgebiet diesbezüglich kaum negative Auswirkungen erlebt.

      • Na ja, diese von Dir genannte „Reise“ sollte zur Arbeitsstätte gehen, ähnlich wie meine „Reisen“ dies sollten, nur werde ich lieber Auto fahren. Hoffentlich sind die Straßen wenigstens etwas leerer.

        • Christian says:

          Naja, wenn du ausschließlich am Pfingstwochenende rbeiten musst, dann ist das Ticket definitiv nichts für dich! 😀

          • Es war ja auch schon in den Tagen vor Pfingsten so, dass Leute am Bahnhof nicht zusteigen durften, warum Du dich so an Pfingsten klammerst erklärt sich mir nicht.

            Ich möchte es mir nicht erlauben einfach zu spät zur Arbeit zu kommen und somit ist Bahn fahren keine Alternative. Im Ruhrgebiet mag der ÖPNV besser ausgebaut sein, das hilft mir nur leider nicht, da ich dort nicht arbeite.

            • Sagen wir mal so: Wenn man innerlich so eingestellt ist, dass man den ÖPNV nicht nutzen will, findet man immer eine Begründung, warum man es ja eigentlich gern tun will, aber „let der“ nicht kann.

              Wenn dir 100 Leute erzählen, dass ihre Zugfahrt völlig reibungslos verlief und einer, dass es Probleme gab, wirst du diesen einen als Beispiel anführen, warum das Angebot praktisch nicht nutzbar ist.

              Komisch nur, dass Millionen von Menschen täglich für den Weg zur Arbeit den öffentlichen Nahverkehr nutzen und man nirgends von Abmahnungen oder Massenentlassungen liest, weil Leute ständig nicht in die Züge gelassen werden und deshalb zu spät zur Arbeit kommen.

              Merkst du selbst, oder?

    • Christian says:

      Oh man, nix kapiert!

      Wer so dumm ist, über Pfingsten mit der Bahn zu fahren, dem ist nicht zu helfen!
      Und daß es jetzt mit dem Ticket NOCH schlimmer wird, war jedem intelligenten Menschen klar!

      • Stimmt, die Leute sollten dann einfach nicht zur Arbeit fahren oder sich ein Auto kaufen….Du hast ja ne tolle Einstellung!

        • Nennt sich Stoßzeit. Wäre genau so, als ob du am ersten Tag der Sommerferien auf der Autobahn in einen Stau gerätst und dich dann über das unbrauchbare Straßennetz in Deutschland beschwerst…

      • Ich fahre so gut wie jeden Tag Bahn, auch an Pfingsten. Eigenartige Erwartungshaltung, das an speziellen Tagen nicht zu machen.. 😀

        ..zur Artikelfrage: Abokunden wurden vielerorts aufgerüstet, so auch in der Stadt in der ich lebe.

        Aber das „Upgrade“ hat keinen Einfluss auf mein Fahrverhalten. Ticketpreise im allgemeinen nicht.^^

    • Grumpy Niffler says:

      Dass 9 Euro nicht annähernd kostendeckend sind, ist dir aber bewusst, oder?
      Klar ist es ärgerlich, wenn man in überfüllte Züge nicht reinkommt, aber das passiert auch nur auf extrem stark überlasteten Strecken. Letztendlich dient es der Sicherheit aller, wenn die Züge nicht so überfüllt werden, dass eine Massenpanik ausbricht oder eine zügige Evakuierung nicht mehr bewerkstelligt werden kann.
      Muss man halt etwas kreativ arbeiten und z.b. erst paar Stationen in die Gegenrichtung fahren um in einen noch leereren Zug zuzusteigen.

      • Die wenigsten Leute, welche auf die Bahn angewiesen sind, können sich den Weg zur Arbeit aussuchen. Arbeitnehmer sollen sich jetzt einfach Ewigkeiten früher auf den Weg machen um erst in die Gegenrichtung zu fahren? Was für eine Logik ist dies bitte? Ich habe niemals behauptet, dass 9€ kostendeckend sind, aber es sind 9€ zu viel, wenn man die Bahn nicht in einem veritablen Zeitraum nutzen kann! Es ist mir sowieso schleierhaft, wie ein Anbieter etwas anbieten darf, dessen Erfüllung ihm egal ist und er sogar weiss, dass die Erfüllung nicht möglich ist.

        • Weil 99,9 Prozent der Leute problemlos ans Ziel kommen und du jetzt aus einem Fall unter Extrembedingungen einen Regelmäßigkeit konstruiert, die schlicht nicht existiert.

          Würdest du dich auf das für dich offenbar strapaziöse „Abenteuer Bahn“ einlassen, würdest du feststellen, dass du in 9 von 10 Fällen pünktlich ans Ziel kommst. Aber vermutlich gehörst du zu der Klientel, die dann wenn einmal eine Klimaanlage im Zug ausfällt oder du mit fünf Minuten Verspätung am Ziel eintriffst, die Bahn auf eine Rückzahlung deiner 9 Euro verklagst.

          Aber ist doch schön, wenn du dein Mindset erfolgreich so programmiert hast, dass du genug vorgeschobene Gründe findest, warum du bis an dein Lebensende lieber die Luft per Individualverkehr verpestest. Ach nee, du fährst bestimmt jede Strecke, die sich anbietet, mit dem Fahrrad oder läufst zu Fuß, gell?

    • Das gab es auch schon Pfingsten 2019, dass die Polizei überfüllte Züge geräumt hat, Bahnsteige gesperrt wurden und die Leute nicht mehr rein gelassen wurden.
      Stichwort ist dabei „Pfingsten“, nicht „9€-Ticket“.

    • Fritz Mukula says:

      Was heißt denn hier bitte „die Bahn kassiert lediglich“? Keiner zwingt Dich das Ticket zu kaufen. Entweder Du nutzt bereits den ÖPNV, dann hast Du bereits (hoffe ich) ein entsprechendes Ticket, welches Dir entsprechend zum Teil gutgeschrieben wird, oder Du fährst sowieso mit dem Auto, dann braucht Dich auch das 9€ Ticket nicht zu interessieren.

  4. Da wir im städtischen Bereich sowieso täglich den ÖPNV nutzen, haben wir die Tickets schon mit unseren Abos inklusive, die jetzt natürlich drei Monate ebenfalls rabattiert sind. Ohne Abos hätten wir aber bestimmt zugeschlagen. Nicht unbedingt für nervige, längere Touren mit mehreren Umstiegen, verpassten Zügen und wieder warten (hallooo deutsche Bahn!), aber für den Nahverkehr nutzen wir das doch gerne (und der ist oft schon unzuverlässig genug). Dass nach den drei Monaten die Preise dann steigen werden, wie schon angekündigt wurde, lässt mich aber im Strahl kotzen…

  5. Auf keinen Fall kauf ich das Ticket mit den überfüllten Zügen und Bussen und dann noch im Sommer mit der Schwachsinn Maske in der Hitze und überfüllung.
    Nein Danke.

  6. Ich fahre zur Zeit nicht und brauche es daher nicht, wollte es aber eigentlich zur Unterstützung trotzdem kaufen. Bisher sehe ich aber nicht ein in einer App dafür all meine Daten anzugeben. Ticket kaufen, per CC bezahlen und als QR (oder ähnlichem) in einem wallet sollte doch kein Problem sein.

    • In der Ticket NRW App kannst du es ohne Registrierung über PayPal kaufen (die wollen keine Daten)

      • „Die wollen keine Daten“ und „PayPal“ in einem Satz unterzubringen ist aber auch eine Form von Sarkasmus oder?

    • Dir ist aber schon bekannt, dass ein elektronisches Ticket per Definition personalisiert sein muss?
      Ein unpersonalisierter QR Code könnte ja dann einfach kopiert werden..
      Wenn du keine Daten angeben willst, dann hol dir beim DB Ticketautomat ein Papierticket. Ist jetzt auch nicht so kompliziert.

    • Dann zieh dir doch eines auf Papier aus dem nächsten Fahrkartenautomaten, kannst mit Bargeld bezahlen.

  7. Ich musste am 1. Juni vom Flughafen heimfahren. Kostet normal 30 Euro. Jetzt hab ich im 9 Euro ein Ticket fürs ganze Monat. Hat sich bei mir schon mit 1x fahren ausgezahlt. Nächstes Monat muss ich zum Flughafen, kauf ich dann nochmal. Vielleicht fahr ich mal am Wochenende in der Gegend damit rum, nachdem eh alles dabei ist

  8. Sebastian says:

    1. ist es total unübersichtlich, ob / wo das Ticket gilt
    2. brauch ich persönlich eh erst mal das Auto, um zum nächsten Bahnhof zu kommen. Da kann ich auch gleich direkt das Zielt anfahren.

    • Also bis auf das RE IC Debakel ist es absolut easy, das Ticket gilt einfach immer. Und je nachdem wie weit du mit der Bahn fährst kannst auch locker mit dem Auto zum Bahnhof und dann 2h RE fahren und kommst finanziell viel besser weg.

    • Es ist überhaupt nicht unübersichtlich. Das Ticket gilt bundesweit im öffentlichen Nahverkehr. Nur in alles, wo IC oder ICE draufsteht, darfst du nicht einsteigen. Auch wieder ein klassischer Fall von: Ich denk mir ein Totschlagargument aus, um weiterhin jeden Meter per Auto zurückzulegen.

      Ganz revolutionär übrigens: Man könnte zum nächsten Bahnhof je nach Entfernung auch einfach laufen oder mit dem Fahrrad fahren, um ganz nebenbei was für die körperliche Fitness zu tun. Aber lass mich raten: Du hast ein teures Fahrrad, willst nicht den weiten Weg vom sicheren Stellplatz zum Bahnhof laufen oder findest das zu unflexibel.

      Wenn der Mensch eine Ausrede sucht, findet er immer eine.

      • > Das Ticket gilt bundesweit im öffentlichen Nahverkehr.
        > Nur in alles, wo IC oder ICE draufsteht, darfst du nicht einsteigen.

        Das ist so nicht richtig. Wenn in den letzten Tagen die Presse verfolgt hast, dann hast Du die Diskussion mitbekommen, dass sehr, sehr viele Züge mit einer “ME“-Nummer im Fahrplan und der Auskunft nicht genutzt werden dürfen, weil es sich um „heimliche“ IC(E)s handelt.

  9. Grumpy Niffler says:

    Einmal zu den Schwiegereltern am anderen Ende der nächstgelegenen Großstadt und der Ticketpreis ist wieder drin. Von daher wird es auf jeden Fall geholt. Besonders viel nutzen werde ich es aber voraussichtlich nicht. Gehe mal von ca. 1x pro Woche aus – das immerhin auf Strecken, die ich sonst mit dem Auto gemacht hätte.

    Respekt für alle, die da jetzt 15+ Stunden Bummelzug bis Westerland durchziehen, aber für mich ist das nichts. Irgendwie wird man mit zunehmendem Alter doch etwas anspruchsvoller was Reisekomfort angeht.

  10. Christian says:

    Ich werde es mir evtl nächsten Monat mal holen.
    Dann setz ich mich morgen mit dem Rad in die Bahn, fahre so 60 – 80 km irgendwo hin und dann ganz gemütlich mit dem Rad zurück.

    • Fahrradmitnahme ist eigentlich nicht inklusive. Nur in bestimmten Gegenden darf man damit das Fahrrad mitnehmen.

  11. TierParkToni says:

    Im Süden von DE auf dem Land mit Photovoltaik und E-Auto lohnt sich das definitiv nicht – maximal 1/4 der Wartezeit bei der Zugfahrt zum Umsteigen oder sogar schon vor dem Einsteigen habe ich beim Laden, und das Ziel erreiche ich direkt vor Ort und nicht erst am Bahnhof.
    Wir haben es einmal ausgerechnet : jetzt ist Hauptsaison an der Ost-/Nordseeküste, da gibt es nahezu nix mehr an Hotel zu buchen – oder nur noch zu unbezahlbaren Preisen. Wenn wir das als Basis nehmen, rentiert sich die Fahrt mit dem eigenen Auto selbst nach der 9€-Ticket-Phase außerhalb der Hauptsaison im September/Oktober, wenn dort die Hotels / Pensionen / Ferienwohnungen deutlich preiswerter sind als jetzt…
    Da zahlen wir selbst am Supercharger hin und zurück max 150€, was heute der Saisonaufschlag für 3 Tage / 2 Personen ist.
    Und weniger Zeit brauchen wir trotz laden auch – die Fahrt Haustür zu Haustür braucht mit dem Auto (incl. laden) 10 h 30 min, mit dem Zug je nach Verbindung 12-14h, incl. 45 Minuten Fußmarsch – nein danke, da lasse ich anderen gerne den Vortritt 😉 …
    Und der Rabatt endet an der Landesgrenze, in Österreich/Italien zahlt man den regulären Preis, wobei der mit den Touri-Pässen auch jetzt schon deutlich preiswerter ist – und das auch nach dem 9-Euro-Ticket…

    • Oliver Wegner says:

      „45 Minuten Fußmarsch“. Also 45 zu Fuß sind zumindest bei mir noch kein Marsch. Und mit dem Auto 10 h 30 min durchfahren oder mit Pausen. Falls nicht, gebe ich mal das Stichwort Mikrozirkulation und Thrombosen. Gilt für alle Langstreckenfahrten und Flüge.

      • Unter anderem deswegen kriegen wir keine vernünftige Mobilität hin.

        Weil, egal wie /absurd/ es wird, es kommt immer einer, für den sind 45 Minuten Laufen „kein Marsch“, 8km Radfahren „keine Strecke“, Regen „kein Problem“, 10° „keine Temperatur“ und der Erwerb/Betrieb eines Lastenfahrrads „eine Kleinigkeit“.

        Leudde. Echt ma jetz.

        Mein HOBBY ist auch „Wandern“. Das ist aber ein HOBBY. Deswegen gehe ich nicht hin und sage, die Leute könnten doch auch mal 5km zu Fuß zur Arbeit, sei ja gesund, und Opa hatte es noch weiter…

        Wenn wir über „Mobilität“ sprechen, dann wollen und müssen die Leute jetzt, ohne rumlatschen, schnell, zügig, zackig, mit Einkaufstasche, von Tür zu Tür, auch bei Regen, auch bei Wind, auch mit 3 Tüten, auch mit Zwischenhalt Kindergarten und Altglascontainer.

        Wenn wir da keine Lösung für finden, dann hat’s sich’s mit der großen Wende. Wir sind nicht alle kinderlose Gutverdiener-Singles in Hamburg Ottensen.

        Mein Hobby ist, wie gesagt, Wandern. Aber in der täglichen Mobilität sind mir 5 Minuten zur Bushaltestelle und von da 10 Minuten Fahrt zur S-Bahn mit Sicherheit zu weit. Und 2 km kein Weg, den ich latsche.

        • „Aber in der täglichen Mobilität sind mir 5 Minuten zur Bushaltestelle mit Sicherheit zu weit“

          Danke. Damit hast du auf den Punkt gebracht, warum 90 Prozent der Deutschen auch in 20 Jahren noch mit dem Auto zum nächsten Bäcker oder zum Briefkasten fahren.

          Ich hatte nie einen Führerschein, lege fast alle Strecken innerstädtisch zu Fuß oder mit dem Rad zurück und kann tatsächlich nur mit offenem Mund dasitzen, wenn mir jemand erzählt, dass fünf Minuten zur nächsten Haltestelle aber nun wirklich unzumutbar sind.

          Und nur so am Rande: Wenn Wandern sein Hobby ist, sollte Spaß an der Bewegung für dich doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

          • > Damit hast du auf den Punkt gebracht, warum 90 Prozent
            > der Deutschen auch in 20 Jahren noch mit dem Auto zum
            > nächsten Bäcker oder zum Briefkasten fahren.

            Darf ich das somit als Bestätigung werten, dass 90% der Deutschen dann wohl gar keine „Mobilitätswende“ wollen, sondern sie nur aufgezwungen bekommen? 😉

            > Wenn Wandern sein Hobby ist, sollte Spaß an der Bewegung
            > für dich doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

            Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man Abends als Hobby lernt, mit einer Gänsefeder in altdeutscher Sütterlinschrift zu schreiben, einfach weil es Freude macht — oder ob man gesagt bekommt, man solle auf seinen Computer verzichten, man könne ja wieder alles mit der Hand schreiben.

            Wie kommt man auf die Idee, einen Tag im Wald in Harz und Heide zu nehmen und das zu vergleichen mit „jeden Tag den gleichen Gehweg zum 130er zu latschen“?

  12. gregorius says:

    Eine Gesellschaft, die seit Kriegsende auf Individualverkehr mit dem heiligen Bleche getrimmt wurde, verändert nicht ihr Mobilitätsverhalten auch wenn der Nahverkehrkostenlos wäre.
    Wofür hat man sich denn den $Automarke vom Munde abgespart?

    • Wenn man die Kosten für den PKW-Verkehr weniger auf die Allgemeinheit und mehr auf die Fahrzeughalter umlegen würde, würde deren Zahl sich schnell reduzieren, weil „vom Munde abgespart“ dann mit dem Hungertod endet. Die Leute wollen nur nicht wahrhaben, dass sie in Wahrheit zu arm sind für MIV.

      • wenn die Fördergelder prozentual auf die Bereiche aufgeteilt würden die die meisten Menschen (Autobahnen) und Güter (LKW auf Autobahnen) transportieren würden, dann wäre die Bahn schon längst geschichte. Hier wird überproportional viel Geld investiert mit bislang mäßigem Erfolg. Lassen wir die offensichtlichen Dinge wie Lärmschutz usw. mal außen vor. Die Erschütterungen, der Lärm, die Fahrt durch dicht bewohnte Gebiete in Form von Gleisen mit Güterzügen durch Wohnorte würden heute bei keinem LKW mehr akzeptiert. Auch das gefühlt die Hälfte noch mit uralten Blattfedern durch die Lande donnert.

      • Würde man auf dem Land den ÖPNV soweit ausbauen, dass die Haltestellen ähnlich nah wären wie im städtischen Bereich und auch der Takt ähnlich hoch wäre wie dort, dann wäre es vielleicht günstiger, den Menschen hier direkt ein Auto zu schenken.
        Schon bei den jetzigen geringen Taktzahlen sehe ich täglich Busse hier vorbei fahren, die grob geschätzt zu weniger als einem Viertel besetzt sind. Genutzt werden sie weitgehend nur von Schülern. Dabei macht es ja auch Sinn da dabei zu bestimmten Zeiten ein relativ hoher Transportbedarf besteht. Dass viele Helikoptereltern parallel dazu mit ihren SUVs die Straßen vor den Schulen verstopfen, ist ja ein anderes Thema.
        Warum sollte ich Busse nutzen, wenn ich dann ggf. mehrere Stunden zu früh zu einem Termin komme? Andererseits erscheint mir das Risiko, mit Bus und Bahn einen Termin zu verpassen, deutlich höher als wenn ich mit dem (E-)Auto fahre.
        Warum sollte ich eine 2-3-fach höhere Fahrzeit in Kauf nehmen da der Bus alle kleinen Käffer abklappern muss während ich mit dem Auto auf einer deutlich kürzeren Strecke viel schneller am Ziel bin? Wie sollte ich meine typischen Einkäufe (z.B. 6 Kisten Wasser) mit Bus und Bahn transportieren anstatt diese auf dem Rückweg von der Arbeit ohne Zusatzaufwand direkt zu erledigen?
        Warum sollte ich mich der erhöhten Corona-Gefahr in Bus & Bahn aussetzen?
        Rechnet auch schon mal jemand in den Vergleich mit ein, dass die Busse (zumindest hier auf dem Land) oft sehr lange Anfahrtswege bis zu ihrer ersten Haltestelle haben oder dass auch der Fahrer ja erst Mal – wahrscheinlich oft mit einem Auto – zu seinem Bus fahren muss bevor es los geht?
        Ich denke, dass die Effizienz des ÖPNV sehr stark von der Bevölkerungsdichte abhängt und ärgere mich daher oft über diese blinde Verteufelung des Individualverkehrs. Rings um mich sehe ich Windräder, die Dächer und große andere Flächen sind mit Solarpanels bestückt. Der Strom in meinem E-Auto wird also nicht nur rechnerisch durch den Ökostromtarif sondern weitgehend auch physikalisch CO2-neutral erzeugt und ich bezweifele stark, dass hier in der Gegend selbst ein vollbesetzter (Diesel-)Bus eine bessere Ökobilanz aufweist.

  13. An dem Ticket sieht man, dass selbst wenn man wollte, nicht alle Bus und Bahn fahren können.

  14. Ich habe es mir gekauft und bin damit nach Frankfurt in die Innenstadt gefahren.
    3 Züge sind ausgefallen und einer hatte 30 min Verspätung. Fast 4h Fahrt (Hin + Rückfahrt)! Mit dem Auto wären es mit Stau maximal 1,5h gewesen. Nie wieder… Unglaublich. Vor Corona bin ich eine Woche in Tokio Zug gefahren, das war wirklich angenehm.

  15. Keine Frage ob ich mir das Ticket hole. Ich spare in den 3 Monaten dadurch fast 250 Euro.

    • Bei mir dasselbe. Gilt auch für meine Frau. Ersparnis durch Ermäßigung des Jobtickets für 2 Personen für drei Monate ca. 480 €.

  16. Es bietet mir schlicht keinen Mehrwert aktuell. Die Pendelei zur Arbeit würde sich zum einen deutlich verlängern als mit dem E-Auto, dazu müsste ich immer ein Fahrrad mitnehmen, was ja nicht immer geht oder zusätzlich ins Geld geht.

    ÖPNV funktioniert auf dem Land eben nur bedingt, aber in den Ballungszentren ist es sicherlich eine gute Sache. Wir spannend zu sehen sein, wie es nach den drei Monaten weitergeht. Gerade im Ruhrgebiet ist das mit den zuständigen Verkehrverbünden immer eine Katastrophe, aber das 9-Euro-Ticket zeigt jetzt halt, dass es eben doch geht: Ein Ticket, welches für alle Verkehrverbünde reicht.

  17. Für alle drei Monate habe ich das Ticket gekauft. Ich arbeite von zu Hause. Somit werde ich es wenig bis gar nicht brauchen. Das macht nichts. Ich möchte damit ein hoffentlich erfolgreiches Zeichen setzen, dass so ein Ticket toll und hilfreich ist.

  18. michas1e4 says:

    Warum mit dem Zug fahren wo in der gleichen Zeit der Sprit günstig ist?

  19. Natürlich! Ich hab din Auto und bin viel am
    pendeln und freue mich tierisch über das 9€-Ticket und die Möglichkeit, für 3 Monate das ÖPNV-Feeling zu testen. Ich hab mir überlegt, es für 3 Monate wirklich anders angehen zu lassen als ich es bisher in meinem Leben gemacht habe:
    Bei gutem Wetter (kein Regen, kein allzu heftiger Wind) fahre ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof und von dort steige ich in die Bahn,
    Bei Regen und starkem Wind fahr ich mit dem Auto zum Bahnhof und von dirt weiter mit dem Zug.

    Und ich bin gespannt, welche Erfahrung ich dabei machen werde. Ob die Städte und Kommunen überhaupt ausreichend (kostenfreie) Abstellmöglichkeiten anbieten.

    Ich bin dabei 🙂

  20. Ich freue mich für jeden, der auf ÖPNV angewiesen ist, das er durch dieses Angebot sparen kann.
    Persönlich bin ich nach 4 Jahren Bahncard100 geheilt.
    Innerstädtisch fahre ich in überschaubarem Rahmen mit dem Bus, da ich Ausfälle/Überfüllungen oder sonstige Unregelmäßigkeiten kurzfristig mit dem Taxi kompensieren kann.
    Für alle weiter entfernten Distanzen kommen nur noch Auto und/oder Flugzeug in Frage.

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