Twitter: Ex-Manager wird zum Whistleblower und erhebt schwere Vorwürfe

Der ehemalige Twitter-Manager Peiter „Mudge“ Zatko, hat als Whistleblower einige Missstände bei Twitter aufgedeckt, wie CNN berichtet. Zatko übermittelte in diesem Rahmen interne Informationen des sozialen Netzwerks an den US-Kongress und weitere Behörden. Die Daten zeichnen das Bild eines leichtsinnigen Unternehmens mit chaotischen Strukturen.

Zatko agierte bei Twitter als Leiter der Sicherheit, sollte also durchaus genau wissen, was sich da in Bezug auf den Datenschutz abspielte. So geht aus seinen Interna hervor, dass bei Twitter schlichtweg viel zu viele Mitarbeiter ungehindert und fast uneingeschränkt Zugang zu Steuerungsmöglichkeiten und Nutzerdaten hätten. Ebenfalls habe das Management versucht, schwerwiegende Sicherheitslücken zu vertuschen. Zudem sei es möglich, dass ein oder mehrere Twitter-Mitarbeiter Spione für ausländische Regierungen seien.

Laut Zatko, der direkt dem CEO unterstand, habe die Führung Twitters sowohl den eigenen Aufsichtsrat als auch Behörden vorsätzlich in Bezug auf die eigene Datensicherheit getäuscht. Ebenfalls lösche das soziale Netzwerk nicht zuverlässig Daten ausgeschiedener Nutzer. Auch in Bezug auf die Bots gibt es Vorwürfe: Das Management verfüge gar nicht über die Ressourcen, dieses Problem genau auszuwerten, sei aber auch nicht dazu motiviert. Zatko betont dabei, er habe nicht in Kontakt mit Elon Musk gestanden, seine Aussagen hätten also nicht mit dessen Vorwürfen zu tun.

Twitter hatte Zatko im Januar 2022 wegen „schlechter Leistung“ entlassen, eventuell steckte aber mehr dahinter. Zumindest stellt der ehemalige Mitarbeiter es so dar, dass seine Sicherheitsbedenken offenbar ungern gehört worden seien. Twitter selbst stritt alle Vorwürfe ab: Die Behauptungen seien voller Inkonsistenzen und Missverständnisse. So wirft das soziale Netzwerk Zatko vor, Aufmerksamkeit generieren zu wollen. Twitter stehe für Datenschutz und Sicherheit und daran arbeite man wie gewohnt.

Zatko hatte offenbar ein sehr angespanntes Verhältnis zum CEO Parag Agrawal, der ihn mehrfach entmutigt haben soll, seine Sicherheitsbedenken dem Aufsichtsrat offenzulegen. Stattdessen empfahl man angeblich, die Berichte nur mündlich statt schriftlich vorzutragen und bewusst einige Fakten auszulassen. Letzten Endes ist hier aber natürlich aktuell sehr schwer genau zu sagen, welche Sichtweise eher den Tatsachen entspricht – Zatkos Vorwürfe oder Twitters Darstellung.

Letzten Endes werden sich nun die Behörden mit den Vorwürfen und den Materialien beschäftigen müssen. Sollten sie sich bewahrheiten, könnten Twitter Strafen in Milliardenhöhe sowie Klagen von Partnern und Nutzern drohen.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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8 Kommentare

  1. Twitter schreibt seit 15 Jahren Milliarden Verluste und will nun einklagen, dass Elon Musk sie zwangsweise übernimmt, da sie das Geld dringend brauchen.

    Ohne das Geld von Elon Musk bleibt nur die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

    • Die Mächtigen die hinter Twitter stecken und das ins Leben gerufen haben sind die selben denen Facebook, Google, Wikipedia und Co gehören. Diese Unternehmen wurden gegründet um die öffentliche Meinung zu kontrollieren und zu manipulieren.

      Der Mann hat Recht aber seine Aussagen sind nur die Spitze des Eisbergs. Viel schlimmer ist die Zensur und die Propaganda, und dafür braucht es keinen Musk um das zu entlarven. Nur ein wenig Recherche

    • ach, wenn Heiland Elon nicht zahlt gehen sie pleite, aber die 15 Jahre zuvor (lt. deiner Aussage) zufällig nicht?
      I smell fanboyism

    • Du denkst also „Twitter“ bekommt das Geld, wenn Musk es kauft? Bezahlst du deine Rechnung auch immer an das Produkt oder doch eher an den Verkäufer?

  2. Für die Welte wäre es gut, wenn Twitter & Co. wieder verschwinden würden. Ich sehe nicht, dass bei diesen Plattformen das Gute überwiegt und fü News gibt es genug andere Möglichkeiten.

    • Ach die armen x Milliarden Menschen wo den auf einmal keine 160 Zeichen mehr eingeben können, oder sich presentieren können, und alle A-Z Promis auf einen Schlag 0 follower haben, und auf einmal 1000000 mehr Leute auf der strasse pro tag. Auf Boden roll und Lach

  3. Hmm wieso gibt es diese neutralisator Geräte aus MIB nicht auch Real, den können die Firmen die entlassenen Mitarbeiter blitzen und es gibt keine wo sich rächen an der Firma.
    Weil muss ja alles nicht stimmen, aber der schaden ist da.

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