Teufel Airy True Wireless: Kabellose In-Ear-Kopfhörer im Test

Dass Teufel auch an dem ersten eigenen komplett kabellosen Paar In-Ear-Kopfhörer werkelt, ist schon eine ganze Weile bekannt. Nach ein paar Verzögerungen können Interessierte ab sofort zu dem Modell greifen. Der Käufer erhält in dem Falle der Airy True Wireless – wie Teufel sie getauft hat – ein Ladecase inklusive der Kopfhörer, ein Mikro-USB-Kabel (ja – kein USB-C) und Eartips in drei verschiedenen Größen. Erhältlich sind die Airy TW in Blau, Schwarz und Weiß.

Das Case selbst, ist vorn und hinten mattiert und eigentlich gut anzuschauen. Was mir jedoch nicht gefällt, ist der glänzende Rand und die dort umlaufende Kante. Erstens ist der glänzende Kunststoff dort ein Magnet für Fingerabdrücke und zweitens wird das Material auch irgendwie billig. Leichte Kratzer sind dort auch besser zu sehen als auf der matten Oberfläche. Ich finde daher das Matt einfach gefälliger.

An der rechten Seite hat Teufel den Mikro-USB-Anschluss zum Laden des Cases platziert. Vorn – direkt unter dem Verschluss – sitzt eine Status-Anzeige, die aus drei LEDs besteht und den Lade-Zustand anzeigt. Eine große Teufel-Aufschrift prangt darunter. Hinten ist direkt unter dem Scharnier der Modellname platziert worden. Die Verarbeitung des Cases ist gut, der Deckel schließt magnetisch und klappt auch nicht einfach mal so selbstständig auf. Ist das Case offen, merkt man beim Wackeln, dass der Deckel nicht ganz fest im Scharnier sitzt. Hier gibt es noch ein wenig Verbesserungspotenzial im Bezug auf die Verarbeitung.

Im Case selbst ist, wie bei anderen kabellosen Kopfhörern auch, noch ein Akku verbaut, der den Kopfhörern, die selbst mit 6 Stunden Akkulaufzeit daher kommen, weitere 25 Stunden Saft geben kann. Innerhalb von 15 Minuten kann man per Schnellaufladung ca. 1 Stunde Laufzeit in die Kopfhörer pumpen. Ich konnte beim Hören mit den Airy True Wireless an diese Werte herankommen, Teufel kann sich in diesem Bereich jedoch nicht von anderen Konkurrenten merklich absetzen, denn die bieten ähnliche oder längere Laufzeiten an.

Die Kopfhörer selbst sind etwas kantiger als etwa die AirPods, kommen aber auch mit langen Stielen daher. Beide Buds tragen das Teufel-Logo und eine kleine Status-LED am Rücken, die euch den Lade- oder Koppelstatus bekannt geben kann. Während der Rücken glänzend ist, ist der Rest der Kopfhörer aus mattiertem Kunststoff. Die Verarbeitung ist in Ordnung wobei ich jedoch einige Unsauberkeiten und einen leichten Grat an der Naht der Buds finden konnte. Das ist ärgerlich, kann aber auch daran liegen, dass ich ein Vorserien-Modell zum Testen in der Hand hatte.

Beide Buds haben am Ende der Stiele die Ladekontakte, die die Kopfhörer magnetisch im Case halten. Im Kopfhörer selbst hat Teufel je einen 5 Millimeter großen Treiber verbaut, der für ordentlichen Sound sorgen soll. Ob das der Fall ist, werdet ihr gleich erfahren. Die Kopfhörer selbst kommunizieren per Bluetooth 5.0 und AAC mit eurem Smartphone, Tablet oder PC/Mac und sind beim ersten Öffnen automatisch im Kopplungsmodus. Im Bluetooth-Menü ausgewählt, wird die Verbindung zügig hergestellt. Ab da, könnt ihr euch den Sound auf die Ohren legen, gesetzt des Falls, ihr habt die richtigen Tips aufgesteckt, wobei wir auch schon beim Tragekomfort sind. Der ist gut, jedoch habe ich keine Tip-Kombination gefunden, die die Airy Wireless wirklich sicher in meinem Ohr sitzen lässt.

Für den Alltag mit wenig Aktivität kann ich sie gut nutzen, aber alles was etwas mehr Kopfbewegungen erfordert, ist zumindest in meinen Ohren zu viel für die Teufel-Kopfhörer. Der Sitz verrutscht und schon besteht die Gefahr, dass die Airy True Wireless komplett die Biege machen. Müsst ihr wirklich selbst probieren. Jedes Ohr ist anders und bei einigen werden die Kopfhörer gut sitzen, bei anderen vielleicht nicht so gut – wie eben bei mir. Meist kann man auch viel herausholen, indem man sich Comply-Tips besorgt, die sich dem Gehörgang anpassen und für einen sauberen Sitz sorgen.

Solltet ihr Sport mit den Airy True Wireless machen können oder einfach nur mal durch den Regen spazieren, braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Teufel hat die Kopfhörer mit einer IPX5-Zertifizierung versorgt, etwas Wasser ist also kein Problem. Sowohl der rechte als auch der linke Kopfhörer haben auf der Rückseite ein Bedienfeld, das per kurzem, mittellangem, doppeltem oder langem Tipp betätigt werden kann. Ein einfacher Tipp darauf startet oder pausiert beispielsweise die Wiedergabe, ein mittellanger Druck darauf starten den Sprachassistenten und so weiter. Einzig die Lautstärke kann nur über das verbundene Gerät geregelt werden.

Nun sind wir bei der Lautstärke und damit beim Klang angelangt. Die Teufel Airy True Wireless präsentieren sich in dieser Sportart sehr ausgewogen mit wirklich starken Mitten, einem nicht zu überschwänglich daherkommenden Bass und Höhen, die meiner Meinung nach etwas weniger stechend sein könnten. Die Höhen sind da meiner Meinung nach der einzige kleine Kritikpunkt und auch Freunde der Basslastigkeit werden die Airy TW nicht überzeugen können. Der Detailgrad kommt jedoch in allen Lagen wirklich gut rüber, Frequenzen verschwimmen nicht und selbst in höheren Lautstärken erzeugen die Teufel-Kopfhörer noch ein gutes Klangbild. Sie schaffen es auch in geringeren Lautstärken genug Volumen zu erzeugen, da schlaffen andere gern mal ab und bieten nicht den vollen Umfang an.

Wenn ich mit meinen aktuellen Lieblings-True-Wireless – den AirPods Pro – vergleiche, bieten die Apple Kopfhörer insgesamt noch mehr Volumen und Bass an – und natürlich ANC, was Teufel hier nicht verbaut. In Anbetracht der Tatsache, dass die Apple Kopfhörer teurer sind, macht Teufel seine Arbeit hier schon ziemlich ordentlich.

Wer gerade in dem Preissegment um die 150 Euro nach kabellosen Kopfhörern sucht, sollte sich die Teufel-Kopfhörer ruhig mal anhören. Wer ein paar Euro mehr hat, findet in den Jaybird Vista (hier unser Test) Freunde, die mit einem wesentlich besseren Sitz und einer unglaublich guten Anpassbarkeit in puncto Sound um die Ecke kommen. Auch Jabra kommt für ein paar Euro mehr schon in Frage. Die Konkurrenz ist also ziemlich hoch in dem Bereich. Da lohnt sich das Probehören und vor allem -tragen.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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13 Kommentare

  1. Mikro-USB ?? Echt jetzt ??

  2. Die sehen wie alle anderen Kopfhörer aus …
    Sicher das nicht einfach nur das Logo dran geklatscht wurde?
    … und anstatt USB-C -> Mikro-USB verbaut wurde um sich von der Masse abzusetzen

  3. Wie schon bei der ersten Vorstellung hier bei Caschy von mir erwähnt sehen die Teufel Dinger meinen iTeknic IK-BH004 für um die 40 € doch sehr sehr ähnlich und auch die Specs klingen identisch. Das Case ist etwas anders auf den schmalen Seiten (konkav und matt, statt konvex und Glanz) aber innen sieht es ebenfalls identisch aus, ebenfalls mit MicroUSB. Ob Teufel da jetzt an den Innereien der In-ears etwas geändert hat weiss ich natürlich nicht, soll sich dann bitte jeder sein Urteil bilden, bevor er den über 3fachen Preis zählt…

    • Irgendwie hab ich das Gefühl, das interessiert niemanden. 🙁
      Finde ich sehr Schade.

    • Also wenn Teufel hier einfach andere Kopfhörer „zukauft“ bzw. umlabelt finde ich das ziemlich armselig.

      • Finde es nur Schade, dass es hier im Blog weder von caschy noch von Oliver thematisiert wird…

        • Oliver Posselt says:

          Hi, ich kenne die iTeknic nicht und habe die nie angehört. In der Technik-Welt gibt es viel zu viele Produkte, die sich alle in irgendeiner Art und Weise ähneln, als dass ich jemandem etwas unterstellen möchte. Ich habe jedoch in der Tat bei meinem PR-Ansprechpartner nachgefragt, der konnte mir dazu aber keine Antwort geben.

          Grade nochmal nachgesehen, sehen in der Tat ziemlich gleich aus. Die iTeknic haben ANC, die von Teufel nicht. Auch verbaut iTeknic 6mm stattt 5mm Treiber. Ich versuche da noch einmal nachzuhaken.

  4. Und wie sind die Teufel im Vergleich zu den iteknic IK-BH004?
    Die sehen ja identisch aus.

  5. Also wenn neue Geräte in 2020 nicht mit USB C auf den Markt kommen ist das iwie nicht mehr nachvollziehbar für mich.
    Daher sind solche Produkte schon aus Prinzip raus bei mir.

  6. Wtf. Micro usb. Das ist eine Beleidigung für 2020. Dann eben doch kein Teufel.

  7. 150€, nicht sauber entgratet und mit Micro USB. Da ist wohl das Komma um eine Stelle zu weit nach rechts verrutscht.

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