Jaybird Vista angehört: Die besten Sportkopfhörer des Herstellers

Jaybird hat schon vor einer Weile ein neues Paar komplett kabelloser Kopfhörer vorgestellt, das auf den Namen Vista hört. Ich dachte erst, dass man damit die zuletzt auf den Markt gebrachten Jaybird Run XT ersetzen möchte, doch es ist anders. Ein paar kleine Unterschiede sind Grund genug für die Logitech-Marke beide Modelle parallel voneinander anzubieten, was es für den Nutzer am Ende nicht unbedingt einfacher macht. Ich habe mir die Vista mal etwas genauer für euch angesehen und vor allem auch angehört.

Lieferumfang, Design und Technik

Jaybird hat in Sachen Verpackungsdesign nun schon eine Weile Erfahrung und zeigt das auch bei den Vista wieder relativ ordentlich. In der nett aufgemachten und aufgeräumten Papp-Box findet sich das Lade-Case mit den Ohrhörern, ein paar Gelkissen aus Silikon in verschiedenen Größen und ein (Achtung!) USB-C-Ladekabel. Auch Jaybird wechselt nun endlich offiziell den Port und setzt auf den neuen Stecker. Erfreulich, wie ich finde.

In Sachen Design hat man sich meiner Meinung nach im Vergleich zu den Run XT deutlich verbessert. Das Ladecase kommt nun nicht mehr in so einer Pillenform, sondern als schöner, schlanker und gefälliger Quader daher, an dem sich auch eine kleine Schlaufe zum Festmachen an Sporttasche, Karabiner und Co. befindet. Weiterhin gibt es nun nicht mehr drei verschiedene LEDs, sondern nur noch eine. Ihr seht also nicht mehr direkt am Case, ob wirklich beide Buds laden. Ist aber meiner Meinung nach auch OK.

Auch die Ohrhörer unterscheiden sich sichtbar von dem Vorgänger. Sie sind kantiger und auch etwas länglicher. Dadurch sitzen sie wesentlich besser im Ohr und haben einen noch festeren Halt, ohne dabei zu drücken. Die Buttons auf den Buds sind ebenfalls deutlich verbessert worden und haben nicht mehr so einen matschigen Druckpunkt, reagieren auch besser. Dennoch gefällt mir der Mechanismus nach wie vor nicht, da ein Druck auf den Button auch immer direkt auf das Ohr wirkt. Das kann für den einen oder anderen sicherlich unangenehm sein. Da gefallen mir Touch-Umsetzungen wie beispielsweise bei den AirPods deutlich besser.

Bevor ihr die Teile in eure Ohren setzt, solltet ihr Ausprobieren, welches Paar der Ohr-Gelkissen bei euch am besten sitzt. Ich konnte die bereits angebrachten Kissen verwenden und kann bestätigen, dass die Vista Jaybird-typisch bombenfest im Ohr halten. Starkes Schütteln des Kopfes oder wildere Bewegungen beim Sport machen den Kopfhörern gar nichts aus. Da jedes Ohr anders ausfällt, solltet ihr ausprobieren, wie es bei euch persönlich ist. Nur weil die Dinger bei mir gut im Ohr sitzen, heißt das ja nicht, dass es bei euch auch so ist.

Die Vista sind übrigens nach IPX7 wasserdicht und schweißbeständig. Solltet ihr also mal durch den Regen laufen oder bei einem straffen Workout ziemlich stark schwitzen, braucht ihr euch keine Gedanken um die Ohrhörer machen

Die Jaybird Vista in der Praxis

In puncto Einrichtung finden Nutzer, die sich mit Jaybird auskennen keine Neuerungen. Insofern ihr die richtigen Gelkissen nutzt und den Sitz überprüft habt, können die Ohrhörer direkt eingerichtet werden. Dazu besucht ihr die Bluetooth-Einstellungen des Geräts, mit dem ihr die Kopfhörer verbinden möchtet. Dort sollten die Vista direkt auftauchen und wie üblich relativ fix gepairt werden können. Fertig. Theoretisch und auch praktisch könnt ihr nun direkt loshören. Doch um das volle Potenzial der Vista ausschöpfen zu können, benötigt ihr die MySound-App von Jaybird.

?Jaybird MySound
?Jaybird MySound
Entwickler: Jaybird LLC.
Preis: Kostenlos
Jaybird MySound
Jaybird MySound
Entwickler: Logitech Europe S.A.
Preis: Kostenlos

Die App bietet einen aufgepumpten Equalizer, der euch die volle Kontrolle über das Soundprofil der Vista gibt. Per Standard kommen jegliche Jaybird-Kopfhörer immer mit einem relativ ausbalancierten Sound-Profil daher. Innerhalb der App könnt ihr dieses komplett personalisieren, also Bass, Mitten und Höhen so einstellen, dass der Sound genau euren Wünschen entspricht. Neben der eigenen EQ-Einstellung könnt ihr auch aus bereits vorhandenen auswählen. Ich persönlich nutze gern das Signature-Profil, da das schon ziemlich dem entspricht, was ich gern hören möchte. Die Einstellung des Sounds wird übrigens direkt in der Firmware der Buds gespeichert und ist danach auf allen Geräten immer gleich.

Neben den Soundeinstellungen findet ihr in der App außerdem einen Musik-Player, eine Seite, auf der ihr auf Wunsch ein Jaybird-Profil anlegen könnt und die Einstellungen zu den Kopfhörer. So könnt ihr dort noch Firmware-Updates erledigen, die Bedienung nachschlagen und vieles mehr.

Bezüglich Tragekomfort kann ich, wie oben schon erwähnt, nicht über die Jaybird Vista meckern. Der Sitz ist sehr gut, fest und dennoch bequem und auch beim Sport oder nach längeren Tragen über mehrere Stunden hat man nicht das Gefühlt, dass es drückt. Zwischenzeitlich vergisst man sogar, dass man die Buds im Ohr hat. Apropos Laufzeit: Die ist besser als bei den Run XT. Kommt der Vorgänger noch auf 4 Stunden, sind bei den Vista sogar sechs Stunden mit einer Ladung drin, was ich beachtlich finde. Ich bin auch ohne Probleme an den Wert herangekommen. Mit dem Case habt ihr noch zusätzliche 12 Stunden mit dabei.

Der Sound

Bis auf die Tarah, die für meinen Geschmack seltsamerweise total daneben griffen, bin ich seit den X3 ziemlich gut auf den Klang von Jaybird-Sportkopfhörern zu sprechen. Auch mit den Vista liefert das Unternehmen wieder ab. Auch im Standard-Modus – also ohne Anpassungen – wird man viele Freunde mit dem Sound finden, der durchweg ausgewogen ist und in allen Bereichen einen sehr guten Detailgrad und genügend Punch bietet. Je nachdem, wie ihr den Sound auf euch abstimmt, könnt ihr wesentlich mehr aus den kleinen verbauten Treibern herausholen.


Das Signature-Profil kommt mit leicht gepushten Höhen und einem ordentlichen Punch im Bassbereich. Die Vista wissen das gut umzusetzen und kommen auch in höheren Lautstärken nicht ins Schwitzen. Verglichen mit den Run XT rangieren die Vista auf einer Ebene.

Für viele immer wieder interessant: Ich habe mit den Vista kein Delay zwischen Sound und Bild bei Videos auf Smartphones oder Tablets feststellen können.

Jaybird Vista – ein Fazit

Jaybird hat mit den Vista wieder ein in allen Bereichen sehr gutes paar Ohrhörer gebaut. Sportler und auch Nicht-Sportler können mit diesen In-Ears ihre Freude haben. Im Bereich der Akkulaufzeit hat man ordentlich nachgebessert und legt im Vergleich zu den Run XT ganze 50 Prozent obendrauf. Fraglich für mich: Warum bietet man zwei verschiedene Paar komplett kabellose Kopfhörer an und das zum gleichen Preis, wenn die Vista doch auf dem Papier und in der Praxis besser abschneiden? Solltet ihr zu Jaybird greifen wollen, könnt ihr die Vista für 179 Euro erwerben. Kein Pappenstiel und in diesem Bereich kann man vielleicht sogar schon ein paar Powerbeats Pro bekommen, die meiner Meinung nach im Bereich Sport aktuell die Besten sind.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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Ein Kommentar

  1. Schön, dass Du darauf hingewiesen hast, dass die Performanz von der Ohrform abhängt. Ich beobachte die Berichterstattung über Jaybird-Produkte schon seit Langem. Und die von mir ab und zu erworbenen Produkte saßen entweder nicht richtig oder haben mich vom Sound her überhaupt nicht überzeugt. Was durchaus miteinander zusammenhängen kann. Letztlich bin ich gespannt, was die 700er TW von Bose im nächsten Jahr zu bieten haben. Besser saßen bei mir noch keine TW-Ohrhörer oder auch In-Ears.

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