Sucht nach dem Smartphone: Auch in Deutschland verbreitet

Bereits Anfang des Jahres erschien eine Untersuchung der PFH Private Hochschule Göttingen, welche auf das Problem der Nomophobie verweist. Dahinter verbirgt sich die Sucht nach dem Smartphone. Der Begriff leitet sich von „No Mobile Phone“ ab. Offenbar nimmt dieses Phänomen auch in Deutschland zu und zieht oft einen Rattenschwanz von psychischen Problemen nach sich.

So können Symptome von Nomophobie etwa sein, dass jemand im Funkloch direkt Panik schiebt oder verzweifelt, sollt der Akku seines mobilen Endgeräts zur Neige gehen. Komplett verwunderlich ist das nicht, bedenkt man, dass wir nicht nur gefühlt, sondern auch objektiv immer abhängiger von Smartphones werden. Als Beispiel sei genannt, dass etwa auch Verkehrsunternehmen immer stärker auf digitale Tickets setzen. Und mal Hand aufs Herz: Wer erkundet noch eine fremde Stadt auf eigene Faust, ohne einen Kartendienst wie Google Maps zu verwenden?

Das Leben ohne Smartphone ist zumindest schon mit erheblichen Einschränkungen verbunden – z. B. auch in der Kommunikation. Komplett ohne Messenger durch Leben zu gehen, dürfte den meisten Lesern sicherlich schwerfallen. Die Studie kommt jedenfalls zu dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der 807 Teilnehmer schon von einer mittelschweren Nomophobie betroffen sind. Rund vier Prozent leiden schon unter einer schweren Nomophobie. Allerdings gibt es auch gute Nachrichten. Das Smartphone muss nicht komplett abgeschafft werden, um Besserung zu erreichen. Laut einer weiteren Studie aus dem Jahr 2022 der Ruhr-Universität Bochum kann es schon ausreichen, die Smartphone-Nutzung am Tag um eine Stunde zu reduzieren (via ZDF).

Das hab dann in der Regel auch positive Nebeneffekte wie mehr Bewegung, weniger Rauchen, etc. Das komplette Streichen der Smartphone-Nutzung sei hingegen eher kontraproduktiv und mit einer Null-Diät vergleichbar. Am Ende entstehe ein Jo-Jo-Effekt, und die „Versäumnisse“ würden später nur um so heftiger nachgeholt.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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36 Kommentare

  1. Poweruser009 says:

    Es ist schon erschreckend, zu sehen, wie die Menschen vom Smartphone abhängig sind.
    Eltern mit Kinderwagen, schieben diesen über die Straße, natürlich der Blick auf dem Smartphone.
    Ebenso die Herrchen und Frauchen beim Gassigehen.
    Auf dem Spielplatz, Smartphone.
    Auch beim Führen eines Fahrzeugs (auch Fahrräder) muss das Handy bedient werden.

    Ich nutze auch viel das Smartphone, aber kann auch ohne dieses auskommen.
    Ich muss nicht jede Nachricht sofort sehen.
    Und genau das ist auch das Problem.
    Ist es so wichtig, so wichtig im Netz zu sein?

    • Peter Brülls says:

      In den Beispielen sind aber zwei unbegründete Annahmen:

      Erstens, dass die Aufmerksamkeit dem Kind entzogen wird. Gerade im Kinderwagen schlafen die viel und kriegen nicht mit, dass die Eltern sie nicht ansehen. Und auch auf dem Spielplatz müssen sie nicht jede Minute beobachtet werden. Gleiches gilt für den Hund.

      Zweitens: Dass da etwas sofort gelesen werden muss. Kinderwagenschieben, Wartezimmer, Gassigehen. ÖPNV – da kann man eben nicht wissen, wie lange das Smartphone schon nicht genuzt wurde. Das ist klassische “downtime“, die schon immer gefüllt wurde. Mit den Zeitschriften im Wartezimmer oder einem mitgebrachten Buch.

    • Peter Brülls says:

      Nachtrag: Beim Führen eine Fahrzeugs oder während einer unterhaltung haben die Dinge nichts verloren. Da bin ich bei Ihnen.

    • Gerade beim Schieben des Kinderwagens hat man als Elternteil die Zeit sich um Termine kümmern zu können, den Hausbau zu organisieren oder einfach in Ruhe zu telefonieren ohne das einem der Zwerg das Teil aus der Hand nehmen will.

      • Ja, sowas wissen halt erst Leute, die selbst Kinder haben und nicht die Moralapostel, die meinen über andere den Kopf schütteln zu müssen.

        • Jup, vor meinen Kindern war ich genauso abwertend gegenüber Eltern mit Handy in der Hand. Auch habe ich über Eltern gelästert, die ihre Kinder vors Tablet gesetzt haben.
          Jetzt mit zwei Kindern weiß ich, dass das ein Vollzeitjob ist, mal von der Belastung durch ständigen Betreuungsausfall in der KiTa und dem Druck, dann trotzdem auf der Arbeit 100% leisten zu müssen, um beruflich und auch finanziell am Ball zu bleiben, ganz abgesehen. Da ist man mal froh, hier und da einfach mal das Hirn auszuschalten. Funktioniert mit dem Smartphone prima.

          Und davon mal ganz abgesehen. Dieses Ding ist mehr als nur Social Media, in vielen Bereichen hat es komplett meinen Hauptrechner ersetzt. Es ist ein Multi-Tool und dementsprechend viel in der Hand.

          • Das Kinder haben ein Vollzeitjob ist sollte der gesunde Menschenverstand schon davor wissen. Die Kinder mit der Flimmerkiste ruhig stellen halte ich für falsch. Eltern die ihr Kind kennen, egal ob Mensch oder Tier, wissen wie das auch ohne geht. Mich wundert es nicht das immer öfter das Jugendamt oder Tierheim „benötigt“ wird.

            • Dann lasse uns an deinem Wissen teilhaben und erzähle mal wie viele Kinder du in welchem Alter hast und wie du das so machst? 🙂

            • Ich beglückwünsche Dich zu Deinem Allwissen, und dass Du alles richtig machst in der Erziehung Deiner Kinder, zu jeder Zeit, Du das perfekte Elternteil bist, zu jeder Zeit! Oh wait…

            • Du bist ja der Experte…

          • Hallo Maceo, „Multitool“ stimmt – ich habe z. B. Apps auf meinem Phone die es mir erlauben direkt gedruckte Schrift vorgelesen zu bekommen. Da ich blind bin ist das in manchen Sittuationen ein echter mehrwert den so kein anderes werkzeug bieten kann. Am „großen“ PC habe ich das mit Flachbettscanner und OCR-Software gemacht – geht eben nur dort am Fleck und dauert länger. Es ist sprechende Fernbedienung für mein lautsprechersystem, erkennt Farben und Barcodes auf Flaschen und liest mir die Ergebnisse vor. anwendungen mit KI-Modulen der Bildanalyse zeitigen erste vielversprechende Ergebnisse wenn es darum geht Personen und dinge auf Fotos zu beschreiben. Smartglasses – in ein paar Jahren Geordy La forges visor?? Schon erstaunlich … und dennoch kritisiere ich gern und immer auf die Benutzung dieses einen dinges als ausschließlichem Instrument verwiesen zu werden, wenn es darum geht öffentliche und private Dienstleistungen und Zugänge zu nutzen. In jedem Fall müssen – egal ob ÖPNV-ticket oder Inanspruchnahme der öffentlichen Verwaltung – dingliche nicht-digitale bzw. persönliche dienstleistungen als alternativer Weg angeboten werden. Denn der Besitz oder die Fähigkeit zur Nutzung eines bestimmten technischen Gerätes dürfen nicht zur alleinigen Möglichkeit werden, Teilhabe am öffentlichen und geschäftlichen Leben zu erlangen. Denn z. B. in meinem Falle braucht nur ein Update einer App deren Zusammenarbeit mit dem Screenreader – das ist das programm was mir die Bedienung ohne Hingucken ermöglicht – kaputtmachen und ich stehe im wahrsten Wortsinne „im dunkeln“. Dann z. B. auf eine öffentliche Dienstleistung nicht mehr zugreifen zu können, ist unzumutbar und darf nicht sein.

          • Es beruhigt mich, dass es anderen Eltern genau so geht.

  2. Wenn ich z.B. mal morgens auf dem Weg zur Arbeit das Smartphone vergessen haben, würde ich NIE auch nur auf die Idee kommen, egal wo ich gerade bin, umzukehren um das Handy noch zu holen! Und ich kann jedem „Handysüchtigen“ nur raten, mal z.B. beim längeren Spaziergang das Smartphone einfach zu Hause zu lassen! Ich konnte meine Bildschirmzeit mittlerweile auf ca. 45 Minuten am Tag runterschrauben.

    • Ich muss das Smartphone nicht zu Hause lasse, sonder kann es stundenlang in der Tasche lassen, ohne es zu benutzen.

      Es meldet sich schon, wenn etwas wichtiges anliegt…

      • Peter Brülls says:

        „Es meldet sich schon, wenn etwas wichtiges anliegt…“

        Eben. Ich habe die meisten Benachrichtigen abgestellt, oder sammle zu in einer Übersicht. Slebst die meiste Mail wird mir erst nach 19:00 zugestellt.

        Aber hier geht es ja nun mal um die Menschen, die es ständig die die Hand nehme um irgendetwas zu tun. Was bei rationaler Betrachtung nicht zeitnah erleidgt werden muss und nur der Ablenkung dient.

        • Sagt wer? Woher willst du wissen, was später erledigt werden kann, weil es bei dir der Fall ist? Mal das Ego hinten anstellen und nicht über andere urteilen, deren Situation mam nicht kennt.

    • Das kommt halt auch stark auf den ausgeübten Beruf an.
      Mit nur 45 Minuten Smartphone Nutzung am Tag wäre ich definitiv arbeitslos.

      • Dito. Alleine schon weil meine Dienstnummer zum Smartphone weitergeleitet wird.
        Und zum anderen schließt die Haustür nur ab wenn das Smartphone das Geofence verlässt.
        Dazu kommt noch das bezahlen an der Kasse, gut da könnte ich noch die Plastikkarte herauskramen.
        Aber die Erreichbarkeit ist für meine Arbeit eben gegeben.

        • auf das eigene Smartphone umleiten? mein Beileid…

          • Warum? Es ist meine Entscheidung aus Bequemlichkeit. Alternativ müsste ich mein dienstliches Smartphone mitschleppen. So oder so brauche ich das Gerät.
            Ein klassisches Telefon habe ich nicht.

    • Peter Brülls says:

      „Wenn ich z.B. mal morgens auf dem Weg zur Arbeit das Smartphone vergessen haben, würde ich NIE auch nur auf die Idee kommen, egal wo ich gerade bin, umzukehren um das Handy noch zu holen!“

      Schön für Sie. Wird nur ein bißchen blöd, wenn die Schule versucht einen zu erreichen was das Kind Fieber hat.

      Und „45 Minuten“ ist nun herrlich vage. 45 Minuten für was? Lesen eine Buchs? Echte Kommunikation mit anderen? Also persönliche Mails, nicht Twitter.

      • Oben beschriebenes Szenario muss ja nicht für jeden gelten, alles gut wenn es Ihnen wichtig ist erreichbar zu sein.

        Und grob gesagt ja sind 45 Minuten für Kommunikation (Mails, SMS etc.) und Internet (Webseiten). Twitter/X habe ich vor Jahren gelöscht, ansonsten höre ich Bücher, Musik oder Podcasts, sprich keine Screentime.

    • Ah herzlichen Glückwunsch zur moralischen Überlegenheit! Schreib doch Mal ein Buch darüber als Lebenstipps, gibt noch nicht genug davon.

      Ganz ehrlich: leben und leben lassen, wo ist denn das Problem damit?

      • Nicht schlecht, weiter oben schreiben „…nicht über andere urteilen…“ und dann so eine Nachricht. Danke rot für den Beitrag der Woche! Dir noch ein schönes Leben dann.

    • Mich interessiert mein Smartphone in der Tat nahezu Null. Jedoch müsste ich im vom Themenstarter beschriebenen Szenario „Weg zur Arbeit“ auf jeden Fall umkehren und mein Gerät holen. Anderenfalls würde mich die von Microsoft immer stärker durchgedrückte 2-Faktor-Authentifizierung an dem Arbeitstag wahrscheinlich vom einen oder anderen im Zuge meiner Arbeit zu nutzenden Dienst aussperren…

  3. Kalp hirzisi says:

    Das Thema ist irgendwie so 2014. Mittlerweile sollte man sich dran gewöhnt haben, es ist Normalität.

  4. Man ist ja nicht nach dem Smartphone süchtig, sondern nach Apps, Spielen, Netzwerken, die allesamt Experten angestellt haben, die ihr Produkte süchtig machen sollen.

  5. Noch nie eines gehabt, bin ein freier Mensch.

    • Wusste gar nicht, dass das eine das andere ausschließt!
      Vll. solltest Du Deinen PC auch abschaffen. Dann bist Du noch freier!

  6. Naja mir ist es auch schon 3 mal passiert, dass Mutti den Kinderwagen vom Gehweg auf den Radweg schiebt an Kreuzungen und ich jedesmal anhalten musste. Aber Hauptsache Kinderwagen schieben und Stöpsel in de Ohren, dass man nicht mal das klingeln mitbekommt.

    Zum Thema Hunde und Gassi gehen, Hunde Katzen haben sehr feine Antennen und die merken, dass Herrchen / Frauchen das Ding in der Hand wichtiger ist als Sie. Rächt sich irgendwann einmal!!

    Und für die Benutzung des Smartphones mit Fahrrad usw. sind in meinen Augen die Strafen viel zu gering. Die Gefährden nicht nur sich selber sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.

  7. Es ist zu viele Faktoren, die bedacht werden müssen, bevor man über das Thema eindeutig urteilen kann – vermutlich kann man es überhaupt nicht. Aktuell bin ich selbständig, und ohne das Smartphone für die Arbeit – funktioniert Garnichts. Das vorherige Angestelltenverhältnis, bei einer Behörde – das Smartphone war für die Arbeit völlig irrelevant und davor der Job im Privatunternehmen war wiederum sehr wichtig, es gab mehrere Gruppen in der man sein „musste“. Hängt also zum einen sehr stark von dem Job ab.

    Privat ist es vermutlich ähnlich. Wenn ich Banking Apps nutzen muss, weil teilweise Banken nichts anderes anbieten oder aktiv im Kryptothema bin, so kann man Smartphone auch nicht wegdenken. Als Elternteil kommen noch die ganzen WhatsApp und Co. Kindergarten- oder Schulgruppen hinzu, an der man sein „muss“.

    Als Schüle oder Student, könnte ich mich sehr gut die ganzen Klassen-, Lern- und Treffgruppen vorstellen, die zwangsweise notwendig sind, um wiederum im Thema zu sein, Lernmaterial zu bekommen oder ein Teil der Gruppe zu sein.

    Natürlich gibt es Ausnahmetalente, die an nichts angewiesen sind, weder an einer Gruppe, an Geld, noch an eine Arbeit oder an die Menschen um einen herum. Das sind aber „Ausnahmetalente“, die gibt es nur wenige.

    Das Problem ist aber in allen Fällen das Maß zu halten, das fällt auch mir schwer, obwohl ich auf dem Smartphone keine Spiele Apps, TikTok, Instagram etc. installiert oder alle möglichen Einschränkungen eingestellt habe. Für Kinder und jugendliche fällt es sicherlich deutlich schwerer und hier muss man wohl hilfeleistend zu Seite stehen und nicht verurteilend. Für viele wird es sicherlich eine Sucht sein, ob Kinder oder Erwachsene, und Sucht kann man nicht mit Vorurteilen oder erhobenem Zeigefinger bekämpfen.

  8. Poweruser009 says:

    Wenn ich hier so alles lese, erkennt man echt wer alles bereits süchtig ist.
    Gerade diese erkennen ihre eigene Sucht nicht.

    Und ja, es gibt nichts Wichtiges, das man dauerhaft auf das Smartphone schauen muss.
    Ich bin selber in einem Beruf, wo die Kommunikation und Aufträge über das Smartphone laufen.
    Es ist dabei nicht mal schlimm, wenn neue Nachrichten mehrere Stunden nicht beachtet werden.
    Wenn was wichtig ist, kommt ein Anruf.

    Und ja, mit dem Kinderwagen unterwegs und den Kinderwagen auf die Straße schieben, weil man ein Smartphone in der Hand hat, ist wirklich nicht wichtig.
    Wenn das Kind dann tot ist, hat man ja mehr Zeit für das Smartphone.

    Und klar müssen Hunde nicht immer im Auge behalten werden. Besonders an der Straße, oder wenn er was frisst, wo dann ein Giftköter es war. Egal, man hat ja dann mehr Zeit für das Smartphone.

    Und ja, ich habe auch Kinder und weiß das diese ab der Geburt auch Zeit „kosten“.
    Aber diese Zeit geniest man mehr, als irgendwas virtuelles.

    Habe in meinem Beruf genug Tote Kinder im Kinderwagen und Tote Hunde an der Leine gesehen, das ich weiß wovon ich sprechen.

    Nun dürft ihr Euch gerne darüber den Mund zerreisen, weil nachdenken wird es ja dazu nicht geben.

    • „Wenn ich hier so alles lese, erkennt man echt wer alles bereits süchtig ist.
      Gerade diese erkennen ihre eigene Sucht nicht.“

      Damit ist also jeder süchtig, entweder weil sich jemand direkt als süchtig oder eben als nicht süchtig bezeichnet. Im letzten Satz hast du „nachdenken“ benannt, das könnte hier genau das richtige Stichwort sein… 😉

  9. 1. Die Studie wurde bereits im März 2022 vorgelegt, die Durchführung dürfte damit genau in die Hochphase der Corona-Zeit gefallen sein, wo es galt sich tagesaktuell über Maßnahmen, Gebote und Verbote zu informieren. Da viele heute keinen PC mehr haben, war (und ist) für diese Leute das Smartphone häufig der einzige Weg ins Internet. Aufgrund der Verbote kam der Kommunikation über das Smartphone durchaus eine besondere Bedeutung zu.

    2. Die Teilnehmer waren zu 89,3% Frauen und zu 9,3% Männer. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer ist 25. 72,2% der Teilnehmer haben einen Hochschulabschluss. Daraus eine Aussage „in Deutschland verbreitet“ abzuleiten ist unseriös.

    3. Die Fragen der Studie sind nicht hinreichend eindeutig. Wenn bei meinem Smartphone plötzlich das Datenvolumen aufgebraucht wäre (derzeit 44GB monatlich) oder der Akku unvorhersehbar leer wäre, würde ich durchaus nervös werden. Die Durchführer der Studie würden mir daraus wohl eine „NoMoPhobie“ oder Handysucht stricken. Die Ursache meiner Nervösität wäre allerdings mitnichten irgend ein unterstellter Suchtfaktor, sondern ich würde mich fragen, welcher Fehler den abnormal hohen Daten- oder Akkuverbrauch verursacht und wie ich das beheben könne. So etwas ist in der Studie jedoch gar nicht erst berücksichtigt.

    => Die Aussagekraft der Studie bewerte ich als sehr bedingt ein.

  10. „alle andern immer nur 3%. Voll auf Empfang leb ich den Moment“ Deichkind – Powerbank 😀

  11. Ich werde auch nervös, wenn ich mein Schlüssel vergesse oder meine Brieftasche nicht mit habe…Bin ich jetzt Schlüsselsüchtig?

    Wenn man selbst feststellt, dass einem die Handynutzung stört, dann sollte man was dagegen machen ja! Aber so Pauschalaussagen treffen sind ich auch schwierig. Die Extreme hat man immer. 4 Stundung TikTok sind anders zu bewerten als 4 Stundung Komoot 😉

    Und könnte man bitte die Urteile über andere Unterlassen?! Wenn das Kind grade im Kinderwagen schläft, muss ich es nicht zu jederzeit genau beobachten, sondern kann halt mal ein Termin organisieren.

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