Spotify schreibt ab sofort Datenschutzbestimmungen in verständlicher Sprache

artikel_spotifySeien wir mal ehrlich, nur die wenigsten von uns können von sich behaupten, jemals eine Datenschutzbestimmung oder AGB vollständig durchgelesen zu haben. Dabei sollten wir das, denn in den Datenschutzbestimmungen steht eben, was mit unseren Daten passiert, wenn wir beispielsweise einer App die Erlaubnis erteilen, bestimmte Daten über uns zu sammeln. Was passiert, wenn wir uns nicht mit solchen Dingen auseinandersetzen, haben wir zuletzt am Beispiel Spotify gesehen.

Spotify hat nämlich kürzlich eben diese Datenschutzbestimmungen um ein paar Punkte ergänzt und sich damit den Zorn der breiten Nutzerschaft auf sich gezogen. Viele haben sogar umgehend ihren Account gekündigt. Dabei war unterm Strich alles halb so wild.

Spotify hat Nutzern durch die neuen Bestimmungen mitgeteilt, dass man künftig berechtigt sei, Daten wie Kontakte, GPS-Aufzeichnungen oder das Mikrofon anzuzapfen. Ist man als Endkunde nicht mit der Datenschutzbestimmung einverstanden, hat man eben Pech gehabt und kann den Dienst nicht weiter nutzen.

Klar sind hier die Nutzer auf die Barrikaden gegangen. Am Ende klärte Spotify entschuldigend auf, dass man diese Erlaubnis für künftige neue Features eingeholt habe. Als Beispiel sei genannt, dass die Kontaktabfrage dazu dient, um Freunde bei Spotify zu finden, die GPS-Daten sollten für neue Fitness-Funktionen genutzt werden und die Fotomediathek soll angezapft werden dürfen, um Playlists mit eigenen Bildern zu versehen.

Dabei nimmt Spotify laut eigener Aussage die Privatsphäre und Datenschutz sehr ernst und fragt ausdrücklich nach, ob man damit einverstanden ist, dass Spotify diese Funktionen nutzt. Ist man dies nicht, kann man jederzeit verneinen. Die ganze Geschichte war also nichts weiter als ein klassischer Fall von Fehlkommunikation, für den sich Spotify in Persona Daniel Ek schließlich auch öffentlich entschuldigte.

Jetzt legt Spotify nach und beteuert, dass man aus dem Fauxpas gelernt habe. Man hat die Datenschutzbestimmungen nun in eine allgemein verständlichere Sprache umgemünzt, sodass für den Nutzer von Anfang an klar sein soll, worauf er sich einlässt. Zudem will man auch in Zukunft diese „normale Sprache“ in den Bestimmungen anwenden. Wie genau das aussieht, erklärt Spotify umfangreich in einem Newsbeitrag.

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11 Kommentare

  1. Das wird aber nicht viel helfen, denn Bekannte und paar Freunde mir sind längst entweder auf Apple Music oder Deezer umgestiegen bzw. wollen auch nicht mehr zu Spotify zurück.

  2. Ich kann Spotify nicht aufgeben. Alles läuft so rund wie es eben geht und das als Windows 10 Mobile/Mac/Chrome OS/Windows 10 User. Diesen Spagat bekommen die anderen Dienste nicht so gut hin. Deezer noch mit am besten, aber dort hapert es noch etwas an der Windows Mobile App und auch die Oberfläche gefällt mir im Browser nicht so gut.

    Keine Ahnung wen Microsoft/Apple/Google ködern wollen, aber man muss schon irgendwie jede mögliche Plattform unterstützen, um mich als Multiplattform User glücklich zu machen. Ich will in keinem kleinen Apple only Ökosystem leben und selbiges gilt auch für Microsoft. Eine Zeit lang dachte ich Google sei die Antwort, aber seit Google im OS Markt mitmischt, sabotiert auch Google mal hier und da (Windows Phone *hust*)

    Aber vielleicht schaue ich mir irgendwann Rdio nochmal genauer an.

  3. Fast alle meine Freunde – und ich – waren bei Spotify und sind in den letzten Monaten umgestiegen auf Apple Music. Tut mir fast schon ein bisschen Leid, weil die ja an sich ganz sympathisch sind.

  4. Bleibe weiterhin bei Spotify. Für mich der einzige Anbieter den man auf so ziemlich jeder Plattform erreichen kann. Auch über den Browser.

  5. @Erik
    Was hat euch denn zu dem Umstieg bewogen? Ich finde alleine schon den Aufbau und die Bedienung der Apple Music App derart grausam, dass ich den Dienst nach einem kurzen Test nicht mehr genutzt habe.

  6. @elknipso,

    da gebe ich dir absolut recht, die Bedienung ist unterirdisch.
    Einige haben wegen dem Fauxpas von neulich gewechselt, die meisten aber schon vorher. Ich kann nur für mich sprechen, ich habe schon lange darauf gewartet, dass Apple einen Dienst rausbringt und für mich war es keine Frage ob ich wechsel, zumal ich davon ausgehe, dass Apple die Ungereimtheiten im Interface schnell in den Griff bekommen wird. Als die Testphase dann begann habe ich meinen Spotifyaccount sofort gekündigt, muss allerdings auch sagen, dass ich absolut kein Musikenthusiast bin und an vielen Tagen gar keine höre und ansonsten seit 10 Jahren schon nur dieselben 20 Alben.

  7. Bei uns in der Agentur haben fast alle am selben Tag noch gekündigt. Die meißten sind zu Google Music und ich bin mehr als begeistert.

    Die Optionen von Spotify in Sonos waren mehr als grausam, was mir jetzt erst so richtig bewusst wird nachdem man mal gesehen hat wie viele Optionen hier google music in der Sonos Software oder App anbietet. Vor allem kann man hier sogar noch „nativ“ aus der Google Musik App sowie aus dem Chromebrowser bei Windows 10 direkt an eine Sonos Gruppe oder einen einzelnen Raum streamen.

    Hier hat Spotify ganz schön geschlafen! Habe auch extra bei Sonos nachgefragt, warum Spotify so schlecht integriert sei. Die Antwort vom Sonos-Support hat mich wirklich überrascht: Jedem Service Anbieter wird die komplette Api zur Verfügung gestellt die diese selber anpassen können wie sie es wollen. Die Foren sind voll davon, weshalb Spotify nicht endlich Ihren Service an Sonos anpassen und auch mehr Optionen bieten muss, da sie mehr als spärlich sind.

    Ich bin sehr glücklich jetzt mit Google Music, vor allem nach der Übernahme von Songza sind hier die ganzen Radiostationen nach Aktivitäten, Stimmungen und Genres wirklich sehr gut geworden.

  8. Das es „halb so wild“ war finde ich nicht. Das ganze Vorgehen zeigt die unfassbare Arroganz die Spotify schon länger hat.

    Wie das ablaufen ist mit den Agbs zeigt das nur erneut. DIe halten sich für die größten.

    Jetzt rudern die halt heftig zurück, klar sie haben jede Menge zahlende Kunden verloren.

    In meinem Bekanntenkreis ist fast niemand mehr bei Spotify und das waren vorher Premiumzahler.

    Und nur um die geht es, weil ohne die zahlenden Kunden wird Spotify irgendwann verschwinden. Die ganzen kostenlos Nutzer kosten Spotify nur Kapazität und bringen nahezu kein Geld. Diese Werbeeinnahmen sind Peanuts, die kann man vergessen.

    Zahlende Kunden wollen in erster Linie Musik hören, möglichst einfach und komfortabel zu bedienen. Aber seit Jahren kann man z.B. die Playlisten nicht sortieren. Das haben schon viele angefragt und da kommt einfach nichts. Und Zeit für Lossless wäre es auch, gerne auch für einen höheren Preis (z.B. Spotify Premium Lossless für 19,95 zahle nicht nur ich gerne).

    Stattdessen wurschteln die an Freunde-finden Spielkram rum. Wenn ich „Freunde finden“ will gehe ich zu Facebook oder in die reale Welt raus. Ich will auch keine Bilder von anderen sehen die auch Musik hören. Und wie meine Kontakte aussehen weiss ich, weil die kenne ich. Das alles was Spotify neu einbauen will interessiert mich absolut null.

    Bei Spotify will ich MUSIK HÖREN und sonst NICHTS.

    Das Apple schlecht zu bedienen ist stimmt, es ist sogar erstaunlich katastrophal. Ich teste gerade Deezer. Aber wenn Apple sein Streaming Angebot optimiert hat – und das werden sie ganz sicher und auch bald – dann werden die das Spiel wohl gewinnen.

    Eigentlich finde ich das sogar schade. Wenn Spotify nicht so rumspinnen würde, sondern sich auf das wesentliche (nämlich Musik streamen!) konzentrieren würde, dann wäre ich wohl für immer bei denen geblieben. Aber so, nö.

    Spotify hatte eine super Chance, aber durch diese Arroganz und auch Dummheit wird es jetzt schwierig. Sehr schwierig.

  9. Seit über 2 Wochen versuche ich bei denen mein Konto zu kündigen. Es gibt keinen Button zum kündigen. Es kommen sinnloseste Nachfragen, mehrfach.

    Sonst klicke ich einfach auf „Konto kündigen“ – und vielleicht noch „Wollen Sie wirklich kündigen“ – und gut ist. Konto gekündigt.

    Gestern noch bei Outlook.com gemacht. 20 Sekunden und fertig.

    Nicht bei Spotify. Das Konto gibt es immer noch.

    Das ist echt ein Haufen von arroganten Dilettanten.

  10. Es ging bei der ganzen Problematik hier auch nie im die neuen Funktionen, es ging immer um die weitergabe der dann neuen und Jahreszeiten
    Umfangreicheren Daten an Dritte. Auch mit den jetzt neu formulierten AGP’s wird hier nur flüchtig/unvollständig (Absicht?) aufgeklärt. Schade das der Moderator das nicht weiss bzw.sogar noch behauptet „jetzt ist alles wird gut“.