Spotify: das soll hinter den neuen Datenschutzrichtlinien stecken

21. August 2015 Kategorie: Internet, Streaming, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_spotifyHeute morgen berichteten wir über die Änderungen der Spotify Datenschutzrichtlinien. Gerade heutzutage ein sehr sensibles Thema. Zwar geben Menschen an sich gerne ihre Daten weiter, das sieht man der doch recht ausgedehnten Nutzung von Google-Diensten oder Social-Networks wie Facebook. Auch der Klassiker WhatsApp darf hier nicht vergessen werden. Zwar brüsten sich die Unternehmen gerne damit, dass sie nur die Daten sammeln, die sie für den Betrieb des Dienstes benötigen, letztendlich weiß aber keiner so genau, ob die Daten tatsächlich nur anonymisiert gespeichert werden (wie von vielen so angegeben) oder diese auch wirklich nur vom sammelnden Unternehmen genutzt werden. Akzeptiert sind solche Datenschutzrichtlinien vom Nutzer schnell, meistens sogar, ohne diese zu lesen.

Spotify Logo

Die Änderungen bei Spotify schlagen große Wellen, Grund genug für Spotify CEO Daniel Ek sich via Twitter in die Diskussion einzumischen. Genauer gesagt reagierte er auf Tweets des Minecraft-Erschaffers @notch (Markus Persson), der seinen 2,4 Millionen Followern verkündete, dass er seine Spotify-Mitgliedschaft aufgrund der AGB gekündigt hat.

Daniel Ek erklärt deshalb ein wenig, warum Spotify den Zugriff auf Kontakte und Bilder überhaupt benötigt. Dies sei nicht, weil man die Nutzer ausspionieren möchte, sondern weil es für das Angebot und kommende Features benötigt wird. Kontakte werden zum Beispiel deshalb benötigt, weil Spotify ein „Freunde finden“-Feature erhalten soll. Und der Zugriff auf die Bilder wird benötigt, damit Nutzer das Bild für eine Playlist ändern können. GPS wird für das Running-Feature benötigt.

Ek betont auch, dass Spotify den Nutzer vor der Nutzung noch einmal fragt, die Daten also nicht heimlich sammelt (Zugriff auf Kamera, GPS, etc.). Wer die Features nicht nutzen will, muss auch die Daten nicht freigeben. Warum dies allerdings so unglücklich kommuniziert wird, lässt der Spotify CEO offen.

Tom Warren trifft mit seinem Einmischungs-Tweet ebenfalls voll ins Schwarze:

Als Überreaktion auf das Lesen einer Datenschutzerklärung bezeichnet er das Verhalten, man würde wohl das Internet nicht mehr nutzen können, wenn man ein paar gelesen hat. Spotify hätte sich dennoch wohl einige Überreaktionen ersparen können, wenn man direkt aufgeklärt hätte, wozu genau welche Daten benötigt werden. Ob man so nun den bereits entstandenen Schaden wieder beheben kann, ist fraglich.

Update: Auch in einem ausführlichen Blogpost erklärt Spotify nun noch einmal, wann welche Daten erhoben werden und wofür dies nötig ist.



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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