Spotify: Jeder Premium-Kunde beschert 4,38 Euro Umsatz pro Monat

Das Streaming-Unternehmen Spotify (8.230 Mitarbeiter) hat seine Quartalszahlen bekannt gegeben. Wer meint, dass die Kontroversen um den Podcast von Joe Rogan und andere Dinge, wie die immer noch ausbleibende HiFi-Qualitätsstufe oder gar die native Unterstützung des Apple HomePod Nutzer vertreiben hat, der irrt vermutlich. Nahezu alle wichtigsten Kennzahlen übertrafen die Prognosen, angeführt von einer überdurchschnittlichen MAU-Leistung (monatlich aktive Nutzer), einem gesunden Umsatzwachstum und einer besseren Bruttomarge. Ohne Berücksichtigung der Auswirkungen des Ausstiegs aus Russland übertraf das Kundenwachstum ebenfalls die Erwartungen, so Spotify.

Die Gesamtzahl der MAUs stieg im Quartal um 19 % auf 422 Millionen gegenüber 406 Millionen im Vorquartal und übertraf damit die Prognose um 4 Millionen. Im März gab es einen kurzen Ausfall des Dienstes, der dazu führte, dass Nutzer unfreiwillig bei Spotify abgemeldet wurden. Man gehe davon aus, dass einige der betroffenen Nutzer neue Konten erstellt haben, um sich wieder anzumelden, was zu etwa 3 Millionen zusätzlichen MAUs im Quartal führte. Irrwitzige Aussage, nicht wahr? Da wurden Nutzer ausgeloggt worden sein – und 3 Millionen legen deshalb ein neues Konto an? Einen Monat nach dem Ausfall habe Spotify eine Umkehrung des Gewinns von ca. 3 Millionen MAUs festgestellt. Ohne dieses Ereignis hätten die MAUs im ersten Quartal 419 Millionen erreicht, wobei das Wachstum die Erwartungen um etwa 1 Million Nutzer übertraf.

Die Zahl der Premium-Abonnenten stieg im Berichtsquartal um 15 % auf 182 Millionen, gegenüber 180 Millionen im Vorquartal. Dies liegt zwar leicht unter der Prognose, aber ohne die unfreiwillige Abwanderung von rund 1,5 Millionen Abonnenten infolge des Ausstiegs aus Russland lag das Wachstum über den Erwartungen und wurde durch die überdurchschnittliche Leistung in Lateinamerika und Europa unterstützt.

Im ersten Quartal schloss Spotify eine mehrjährige Vereinbarung mit Google für das User Choice Billing ab, die den Android-Nutzern mehr Flexibilität bei der Wahl der Zahlungsart und ein reibungsloses Nutzererlebnis für alle In-App-Transaktionen bietet. Man gehe davon aus, dass dieses neue Angebot im Laufe dieses Jahres eingeführt wird. Nutzer, die Spotify aus dem Google Play Store heruntergeladen haben, werden zum ersten Mal die Wahl haben, entweder mit dem Spotify-Zahlungssystem oder mit Google Play Billing zu bezahlen.

Die Umsatzerlöse in Höhe von 2.661 Mio. € wuchsen im 1. Quartal um 24 % gegenüber dem Vorjahr (bzw. 19 % auf Basis konstanter Wechselkurse) und lagen damit über der Prognose. Die Prämieneinnahmen stiegen um 23 % auf 2.379 Mio. € (bzw. währungsbereinigt um 18 %), während die werbefinanzierten Umsätze um 31 % auf 282 Mio. € (bzw. währungsbereinigt um 22 %) wuchsen. Insgesamt machte das Unternehmen in diesem Quartal einen Gewinn von 131 Millionen Euro.  Im Premiumsegment stieg der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer im ersten Quartal um 6 % gegenüber dem Vorjahr auf 4,38 €.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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11 Kommentare

  1. Sie hätten mehr Premium Nutzer, wenn sie diesen *piep* HomePod Support mal gebacken bekämen…

    • Das ist keine Frage des Könnens, sie wollen einfach nicht. Gemäss Apple gibt es eine offizielle, kostenlose Schnittstelle für die Integration inkl. Siri. Die wird auch von anderen Diensten genutzt. Das hat also vermutlich politische Gründe.

  2. Bin. Mal gespannt ab wann man dann endlich über den Google Play Store bei Spotify zahlen kann.

    Bei Deezer geht es lustigerweise schon.

    • Das wär doch blöd von ihnen, oder? Müssten sie dann nicht einen ziemlich großen Teil des Gewinns mit Google teilen?

      Kann mir nicht vorstellen, dass das kommt.

      • Ja,das müssen sie.
        Aber es kommt tausendprozentig,da sie einen langjährigen Vertrag genau darüber mit Google abgeschlossen haben.
        Wurde hier auch drüber berichtet.
        Kommt noch dieses Jahr.

        • Ah spannend. Denn ob ich jetzt auf einen PayPal Knopf, auf einen Google Pay Knopf oder auf ein KK Autofill drücke ist mir als Kunde eher nicht so wichtig. 😀

  3. „Die Zahl der Premium-Abonnenten stieg im Berichtsquartal um 15 % auf 182 Millionen, gegenüber 180 Millionen im Vorquartal.“

    Kann mir das jemand erklären? Wo sind das 15%?

    • MeinNametutnichtszurSache says:

      Basis ist das Q1 2021 mit 158 Mio. Im letzten Quartal wurden 180 Mio. erreicht, jetzt eben insgesamt 182 Mio.

      Aber es ist nicht gut geschrieben. 🙂

    • DrDee,
      ist tatsächlich nicht ganz sauber formuliert. Die 15% beziehen sich auf das Vergleichsquartal Q1 2021. Da waren es noch 158 Millionen Premium-Abonnenten.

  4. „Im Premiumsegment stieg der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer im ersten Quartal um 6 % gegenüber dem Vorjahr auf 4,38 €.“

    Also ist es wie bereits von mir vermutet, dass der größte Anteil der zahlenden Nutzer Family Nutzer sind mit geteilten Abos. Aus diesem Grund wird Spotify gegen das Account Sharing auf absehbare Zeit nichts unternehmen wie bisher auch schon.

  5. Grossermanitu says:

    Sie hätten auch mehr Premium-Nutzer wenn sie statt Gender-Sprache normales Deutsch einsetzen würden, die nebenbei die Mehrheit der Bevölkerung ablehnt.

    https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/umfragen/aktuell/weiter-vorbehalte-gegen-gendergerechte-sprache/

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