Spanische Zeitungen wollen Google News zurück

Morgen wird Google News in Spanien geschlossen, darüber berichteten wir. Nun sehen auch die spanischen Zeitungen ein, dass dies vielleicht keine so gute Idee ist, schließlich würde man so eine Menge Traffic einbüßen. Die Spanische Newspaper Publishers‘ Association (AEDE), die das neue Gesetz unterstützt hat, veröffentlichte jetzt ein Statement, welches doch recht einsichtig klingt, aber auch ein bisschen spät kommen könnte, wie The Spain Report berichtet.

Google Office

Die Schließung von Google News in Spanien sei demnach nicht einfach nur eine Schließung eines weiteren Dienstes. Googles Marktmacht wird dafür sorgen, dass dies negative Auswirkungen auf die Bürger und die Geschäftswelt haben wird. Eine AEDE-Sprecherin sagt aus, dass man Google nicht auffordert einen Schritt zurückzugehen, aber Google hätte sich nicht neutral genug verhalten. Natürlich sei es Google freigestellt, den Dienst einzustellen, es sei aber eine Sache, Google News zu schließen, eine andere jedoch sind die generellen Suchergebnisse.

Das klingt dem deutschen Leistungsschutzrecht schon sehr ähnlich, auch das Gejammer der Lobby im Nachhinein, wenn Google die logischen Konsequenzen zieht. Sicher ist Googles Marktüberlegenheit nicht optimal, weder für die Nutzer, noch für die Geschäftskunden, aber wenn man sich dagegen stellt, sollte man halt auch wissen, worauf man sich einlässt. Anscheinend hilft Google den Seitenbetreibern ja doch mehr als es ihnen schadet. Wir werden sehen, was das nächste Kapitel der Story bringt.

(Quelle: TechCrunch)

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

19 Kommentare

  1. Das war ja gaaar nicht abzusehen 😀

    Ich verstehe immer noch nicht den Gedankengang dahinter:
    „Google zeigt unsere Nachrichten gratis an und lenkt täglich tausende Besucher auf unsere Seiten, ohne dass wir etwas tun müssen. Google soll uns dafür gefälligst Geld geben!“

    Kann mir das jemand aus Sicht der Verlage erklären?

  2. Dame tu pasta says:

    Klar, typisch spanische Aktion. Nachdem der Schuss in Deutschland und andern Ländern nach hinten losging, stellen die sich hin und sagen: Uns egal, Kohle her.

    Das geilste ist ja, dass die regierenden Konservativen, das „Gesetz“ so formuliert haben, dass die Spanockel-Verlage gar keine Direktdeals mit Google machen „könnten“. „Vergütung ist Pflicht“ steht da.

    Im Gegensatz zu DE waren in Spanockel-Landien alle, absolut alle Verlage dafür und tun jetzt so, als sei ausschließlich die Regierung schuld. Spanistan in purer Form!

    Auch dass die Verlage immer noch nörgeln vonwegen „Google hätte keine neutrale Position“ und so. Verkennen die Sachlage eindeutlig, diese Eulen.

    Absolut richtig so zu handeln von Google. Erst mal dicht machen.

  3. Verlage^^
    Wer braucht die schon…

  4. Gut ich hab natürlich kein Einblick in die Unternehmen direkt, aber ich würde Mal behaupten Google hat sich hauptsächlich aus finanziellen Risiko zurückgezogen.

    Google verdient zwar kein Geld mit Google-News könnte aber bestimmt am Anfang die ganzen Kosten tragen. Das Problem an der Sache ist natürlich, dass könnten zukünftige Verlage nutzen. Denn das Gesetz verlangt ja lediglich eine Vergütung und sagt nicht aus, wir wollen nur eine Vergütung für alle momentan existenten Verlage.

    Also gründen einfach Mal ein paar Leute mehrere Verlage, lassen sich bei Google-News anzeigen und schon muss Google immer mehr bezahlen. Irgendwann würden die Kosten zu hoch sein. Denn Google-News müsste ja nicht pro verschiedene News Anzeige bezahlen, sondern allgemein pro News Anzeige.

    Deswegen kann ich Googles Rückzug schon verstehen.

  5. Muss man sich mal reinziehen: Die Verlage wollen Geld verlangen für einen kostenlosen Dienst der innen Millionen einbringt und ordentlich Traffic generiert. Theoretisch müsste Google von den Verlagen Geld verlangen und nicht umgekehrt.

  6. Ich sage dazu einfach nur „in your face“ 😀
    Was anderes haben die nicht verdient. Sollen se ruhig pleite gehen.

  7. Wolfgang D. says:

    Marktüberlegenheit von Google? Soll jetzt jeder Rekordläufer eine Bleikugel ans Bein geschmiedet bekommen, damit die untrainierten Leute auf der Bahn ja nicht abgehängt werden und bei Meisterschaften mithalten können?

    Eine Suchmaschine ermöglicht das Auffinden von Internetseiten, deren Adresse ich nicht direkt kenne. Wenn damals Fireball & Co zu blöd waren und einen mit Werbung vollgeballert haben, anstelle von vernünftigen Suchergebnissen – weshalb soll Google dauernd für seinen Erfolg bestraft werden?

  8. Google fragt jetzt erst mal bei den Verlagen an, was ihnen denn die Verzichtserklärung wert ist, bevor Google den Dienst wieder aktiviert. 😉

  9. Einfach Verdient! Selbst schuld wenn man sich mit Google anlegt!

  10. Für die spanischen Verlage ist das doch nicht „so“ schlimm. Da Google die News komplett einstellt, treten keine Ungleichgewichte auf. In D-Land wäre es aber fast anders gekommen. Hätte Springer, DuMont und Co auf Zahlungen bestanden, wären sie nur noch mit Einzeilern ohne Bild in den Google News aufgetaucht. Bei Verlagen die sich den „Leistungsschutzrechtlobbyisten“ nicht angeschlossen haben, wäre alles beim alten geblieben. Im Grunde genommen hätte so Springer, DuMont und Co Reichweite und damit Einfluss verloren, was den Bürgern dieses Landes vielleicht sogar ganz gut bekommen wäre.

    Tja, da dachten Verlage wie DuMont-Schauberg das sie für ihre Produkte gleich doppelt kassieren könnten, bei Google und dem Leser und führten für einige ihrer Zeitungen zum Start des LS-Rechts auch noch eine Paywall ein. Ergebnis – von Google gibt es nichts und die Paywall findet kein Akzeptanz, sodass die Anzahl der Online Leser täglich sinkt. Doppelter Knieschuss. Hut ab vor so viel unternehmerischer Weitsicht.

    Vielleicht schwebte den „Leistungsschutzrechtlobbyisten“ aber von Anfang an eher die spanische Lösung vor. Nur hätten sie diese in D-Land nicht so einfach durchdrücken können. Also zuerst einmal eine „Lösung“ auf Bundesebene suchen, die aber nicht funktioniert, sich dann als Opfer darstellen und anschließend zu den EU Kommissaren laufen und weinen. Bei „Internetfachleuten“ wie Oettinger finden sie bestimmt Gehör.

    Schön das Google nicht vor diesen „Leistungsschutzrechtlobbyisten“ einknickt und den Verlagen zeigt, was passiert wenn sie zu gierig sind.

  11. Wolfgang D. says:

    Versteh nicht, was das mit „sich mit Google anlegen“ zu tun hat. Der Telefonbuchverlag zahlt mir auch kein Geld dafür, dass mein Laden im Verzeichnis steht. Aber wenn man mit solchen Industrielobbyisten wie den Herrn Öttinger auch noch den Bock zum Gärtner macht, kommt sowas heraus. #Neuland

  12. Belgien, Deutschland, Spanien.. ich freue mich schon mal auf den nächsten Akt auf EU-Ebene.

    „WIR MÜSSEN DEN GOOGLE ZERSCHLAGEN!!!!11“

  13. Savantorian says:

    Bin dafür dass Google den Dienst geschlossen lässt. Strafe muss sein.. Erst rummaulen, jetzt rumheulen. NoGo!

  14. Ich finde das einfach nur noch zum lachen. Erst klagen die Verlage damit google für die Verbreitung Ihrer Nachrichten zu zahlen hat und jetzt spüren Sie das da ein massiver Traffic-Einbruch auf Sie zukommt wenn google den Dienst einzustellen. Wie blöd muss man denn sein!?

  15. Reiner Reibach says:

    Die haben doch wirklich gedacht Sie könnten den Taxifahrer abkassieren, der ihnen die Gäste bringt.

  16. In Deutschland versucht die Vereinigung der dpa Kopierer es weiterhin über die EU (Oettinger)

  17. Google sollte die min. zwei Monate nicht listen. Später dan ganz dreist von den Zeitungen sogar Geld verlangen das gelistet werden.