Smart Home: Endgültige Spezifikation von Matter verzögert sich (und somit auch Produkte)

Über den Smart-Home-Standard Matter haben wir schon viel gehört. Das neue Gebilde wird oft als der Heilige Gral dargestellt, der wirklich alle Geräte mit allen Plattformen einen soll. Vermutung: So blumig wie von allen behauptet, beschrieben oder versprochen wird’s nicht.

Ob Google, Amazon, Apple, Philips oder andere – Matter ist die Zukunft. Ziel der Projektgruppe, ehemals unter CHIP (Connected Home over IP) bekannt, sei es, mit der Fragmentierung des Smart Home aufzuräumen. Knapp 180 Firmen sind Teil davon.

Grundsätzlich – das klärten wir ja bereits auf – ist Matter nun keine komplett neue Erfindung, sondern setzt auf bereits bestehenden und bekannten Lösungen auf.

Das Ganze basiert als Standard auf drei Technologien: Bluetooth LE für das Set-up, Wi-Fi für die Benutzung, wenn hohe Bandbreiten erforderlich sind, z. B. Videostreaming über eine Kamera, und das noch junge Protokoll Thread für beispielsweise Bewegungssensoren und andere Szenarien, in denen wenig Bandbreite benötigt wird (Lampen von Nanoleaf, Eve-Hardware und den HomePod mini als Border-Router hatten wir schon einige Male erwähnt). Oberflächen von Apps für die Automatisierungen werden arbeiten wie bisher, nur unter der Haube soll bestenfalls alles kompatibel werden.

Nun ein kleiner Rückschlag. Die endgültige Spezifikation des Interoperabilitätsprotokolls Matter wird sich um einige Monate verzögern. Ursprünglich sollte die Spezifikation in diesem Herbst fertiggestellt werden. In einem veröffentlichten und mittlerweile wieder gelöschten Beitrag der Projektgruppe war dies zu lesen.

Im Mai dieses Jahres sah man zwar einen Entwicklungspfad mit ersten Geräten, die bis Ende des Jahres 2021 zertifiziert werden sollten. Nach Abschluss mehrerer Testveranstaltungen und Prognosen haben die Mitglieder den Zeitplan aktualisiert, um sicherzustellen, dass das SDK – also das Software Development Kit –  und die zugehörigen Tools bei ihrer Einführung die Erwartungen des Marktes erfüllen und ein großes Ökosystem interoperabler Matter-Produkte ermöglichen.

Die neuen Pläne sehen vor, dass die Entwicklung des SDK und des Zertifizierungsprogramms im zweiten Halbjahr 2021 fortgesetzt wird und den Mitgliedern Ende des Jahres eine „Pre-Ballot“-Version der technischen Spezifikation zur Verfügung stehen soll. In der ersten Jahreshälfte 2022 erwarte man die Freigabe des SDK, die Zertifizierung der ersten Geräte und den Start des offiziellen Zertifizierungsprogramms.

Ist das schlimm? Ach was! Für uns bedeutet das einfach, dass wir uns ein bisschen länger auf das Versprochene gedulden müssen. Auf der anderen Seite kann dies auch bedeuten, dass man vielleicht ein bisschen länger wartet, wenn man spezielle Dinge plant und auf Matter spekulierte. Ich selbst schaue derzeit nur auf einen Teil-Aspekt beim Kauf, nämlich auf Dinge, die nicht die Welt kosten und mit den meisten der aktuellen Assistenten kompatibel sind. Denn selbst wenn Matter irgendwann 2022 Fahrt aufnehmen wird, sehen wir da vermutlich nicht irre neue Produkte, sondern bekannte, die man vielleicht einfacher einrichten kann.

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5 Kommentare

  1. Schade, aber dann warte ich halt noch ein wenig länger. Ich möchte mich jetzt nicht vor dem Start eines Standards auf ein System festlegen und große Käufe tätigen.

    • Ich warte auch schon lange und langsam ärgert es mich.. habe nun trotzdem mit Nanoleaf-Lampen begonnen, ich hoffe, dass die mitziehen..

  2. Ob Matter – Smarthome nochmal den nötigen Antrieb verschafft? Ich kenne niemanden der noch irgendwas zuhause über Apps steuert. Der Alexa Boom ist gefühlt auch schon wieder abgeflaut. Ich habe mehrere Produkte getestet und fast alle verfügbaren Systeme, kein einziges hat es geschafft mich komplett zu überzeugen. Mal sehen was aus Matter wird. Ich hatte mehrere Smarte Steckdosen, einige sind geblieben, fungieren eher als Zwischenstecker, nur eine von meinen restlichen 3 ist wirklich im Einsatz und wird gebraucht. Alexa hat zum Schluss eher genervt anstatt zu nutzen. Ich habe Smarte Deckenlampen, auch die werden maximal mit der Fernbedienung gesteuert, obwohl die mit allen Assistenten kompatibel sind. Der Energieverbrauch ist auch ein Thema. Smarthome ist meiner Meinung nach eher Smartflop. Ich bin gespannt ob Matter überhaupt marktreif wird.

    • NanoPolymer says:

      Mit den Apps stimme ich dir voll zu.
      Smart ist es auch nicht ständig Assistenten zu bedienen um ihnen zu sagen was passieren soll.

      Smart ist wenn das Licht automatisch an und aus geht. Die meisten Bereiche hab ich mit Sensoren versorgt.

      Bei vielem musste ich aber auch feststellen das unser Leben keinen immer gleichen Plan folgt und daher vieles eben doch individuell läuft. Da bringt einem das ganze smarte Zeig nicht viel. Und ständig komplexe Abfragen bauen muss auch nicht sein.

  3. NanoPolymer says:

    Und verzögert sich und verzögert sich … hab ja so langsam keine Hoffnung mehr das da noch was ernsthaft kommt. Ich warte jetzt schon darauf das die es wieder umbenenne.

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