Smart Home: Google erläutert Matter für Android und Nest

Wir berichteten bereits über den Smart-Home-Standard Matter. Grundsätzlich sind viele Branchengrößen an Bord und derzeit versprechen alle Unternehmen auf ihre Weise eine gewisse Kompatibilität. Lampen, Steckdosen, Sensoren und noch vieles mehr soll sich miteinander verbinden lassen. Grundsätzlich – das klärten wir ja bereits auf – ist Matter nun keine komplett neue Erfindung, sondern setzt auf bereits bestehenden und bekannten Lösungen auf.

Der Standard besagt unter anderem, dass eine Hardware mit bestimmten Assistenten nutzbar sein kann, auch mehreren. Matter setzt auf das IP-Protokoll auf und Geräte nutzen einen oder mehrere Standards im Smart Home: Thread, LAN, WLAN oder Bluetooth LE. Bluetooth LE für das Setup, WLAN für die Benutzung, wenn hohe Bandbreiten erforderlich sind, z. B. Videostreaming über eine Kamera, und das noch junge Protokoll Thread für beispielsweise Bewegungssensoren und andere Szenarien, in denen wenig Bandbreite benötigt wird (Steuerung von Lampen).

Auch Google hat sich mittlerweile zu Matter geäußert. Man bringe Matter auf Android und auf dafür fähige Nest-Produkte, versorge sie mit interoperabler Steuerung und ermögliche einfachere Setups. Android solle eines der führenden Betriebssysteme mit integrierter Unterstützung für Matter sein, sodass Nutzer Geräte schnell mit Google einrichten und ihre bevorzugten Android-Apps verknüpfen können. Große Worte von Google, die im Smart-Home-Bereich bisher eher semigut unterwegs waren, da haben Amazon und Apple für viele gefühlt einen besseren Job erledigt.

Smart Home-Informationen sollen laut Google an einem vertrauenswürdigen Ort verfügbar sein. Man stelle ein neues Smart Home-Verzeichnis vor, um Google-Assistant-kompatible Geräte zu zeigen, Fragen zu beantworten und um Videos zu zeigen. Nutzer finden Produkte in mehr als 30 Kategorien, von Marken wie Philips Hue, Nanoleaf, Samsung, LG, Dyson, Netatmo, Wyze und mehr. Es sei einfach, kompatible Produkte zu suchen und zu filtern, Produktdetails zu sehen, Bewertungen zu lesen und die besten Preise zu finden (keine Überraschung, es ist Google).

Man habe auch die Unterstützung für WebRTC hinzugefügt, ein Open-Source-Kommunikationsprotokoll, das die Latenz für ein verbessertes Live-Video- und Audio-Streaming-Erlebnis zwischen Sicherheitskameras, Videotürklingeln, Smart-Displays und Mobilgeräten reduziert. Gerätehersteller wie Arlo, Logitech, Netatmo und Wyze gehören Googles ersten Partnern, die WebRTC mit dem Google Assistant integrieren.

Man verwende auch Google-Technologie, um die „Home & Away“-Routinen zu verbessern, die eine automatische Steuerung von Nest-Kameras, Nest-Thermostaten, intelligenten Lampen, intelligenten Steckern und intelligenten Schaltern ermöglichen, je nachdem, ob Nutzer zu Hause oder unterwegs sind.

Wenn alles so gut funktioniert wie versprochen, könnte Matter die ultimative Lösung für Smart-Home-Besitzer sein. Behauptung: Wird es nicht sein (aber ich würde gerne falsch liegen). Ja, die Geräte werden sich sicherlich einfacher einrichten lassen. Sie werden auch untereinander kommunizieren können. Aber es wird sich weder alles mit allem automatisieren und steuern lassen – noch werden Hersteller-Apps wegfallen. Eine Matter-fähige Nest-Kamera muss auch nicht zwingend mit Apple HomeKit funktionieren, könnte aber.

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10 Kommentare

  1. Mit Werkzeugen wie Node-Red, viel Engagement und Know-how wird man vermutlich immer noch ein besseres Ergebnis hinbekommen als Google mit Thread. Vor allem ohne Cloudzwang.

    Eigentlich traurig.

  2. Zitat: „Wenn alles so gut funktioniert wie versprochen, könnte Matter die ultimative Lösung für Smart-Home-Besitzer sein. Behauptung: Wird es nicht sein (aber ich würde gerne falsch liegen).“
    Caschy, dem muss ich leider vehement widersprechen. Die ultimative Lösung für Smart Home-Besitzer ist in jedem Fall immer eine kabelgebundene Lösungen wie KNX oder eventuell auch Loxone, wobei ersteres natürlich der Standard schlechthin ist, auch im Privatbau. Ein Zusammenspiel zwischen Beleuchtung, Beschattung und Wetterstation sollte immer zu 100% zuverlässig funktionieren. Für Komfortnebenfunktionen kann man dann immer noch auf nicht kabelgebundene Lösungen wie Matter, Zigbee etc. greifen. Durch die ganze Industrie, die mittels Marketing möglichst viel vom Kuchen abhaben möchte, wird der Begriff Smart Home mittlerweile sehr inflationär gebraucht. Ein paar Philips Hue Leuchten, ein Fernsehr der per Sprache angeht, eine WLAN-Türsprechanlage mit Videofunktion und Alexa im Haus hat nämlich nichts mit einem Smart Home zu tun.

    • KNX haben die meisten in ihrer Wohnung aber nicht, weils schlichtweg eher im Eigenheim zu finden ist. Und Nachrüsten ist teuer, wenn mans nicht selbst macht.

      • Ich bin zwar auch gespannt, wie sich Matter im Markt integrieren wird, dennoch sehe ich das ähnlich wie Dominik weiter unten in seinem Kommentar geschrieben hat. Das Mittel der Wahl wäre eher Home Assistant, openHAB oder ioBroker, entweder als Hauptsystem oder als Ergänzung zu einem kabelgebundenen System (für z.B. Verknüpfungen, Visu etc.).
        Abgesehen davon handelt es sich bei Matter ja nicht um ein Smart Home System, sondern um eine Art Protokoll, welches eher in die oben genannten Syteme integriert werden kann. Und eine proprietäre Lösung würde ich nach Möglichkeit immer vermeiden (siehe HomeKit).

    • Felix Frank says:

      Ich tippe darauf, dass du dich mit Matter bisher nicht allzu viel beschäftigt hast. Während KNX ein (kabelgebundenes) Smart-Home-System ist, setzt Matter nicht zwangsläufig auf kabellose Funkprotokolle wie Thread und WiFi auf und ist lediglich *Protokoll*. Entsprechend stehen KNX und Matter auch nicht im Gegensatz bzw. in Konkurrenz zueinander. Sondern KNX könnte für eine IP-basierte Verzahnung und Anbindung an weitere Systeme, wie du sie beschreibst oder auch Sprachassistenten, bieten. Gerade, falls man dann im Nachgang auch bei ner KNX-Installation noch nachlegt ist das doch optimal. KNX braucht da ja derzeit zig Controller für bspw. Sonos & Co, wenn ichs richtig im Kopf habe.

  3. Heißt das wohl auch, dass die Netatmo-Wetterstation endlich per Google Assistant abgefragt werden kann? Amazon Alexa kann das ja schon seit Jahren.

    • Wäre schön. Verstehe aber auch Netatmos Problem nicht. Gefühlt läuft alles heute schon perfekt mit Google Home, da können HomeKit Nutzer nur von der Vielfalt träumen, nur Netatmo stellt sich irgendwie quer. Da ich alle Systeme so semiparallel nutze, ist das für mich kein Problem, ich verstehe es nur von Anfang an schon nicht :).

  4. Bin gespannt, ob dann das möglich ist, was heute schon mit Home Assistant drin ist. Alles redet mit allem und lässt sich entsprechend automatisieren.

    • Alles schön und gut, aber so lange das nicht alltagstauglich wird, ist es das was es ist… ein Spielzeug für Nerds.
      Ich nutze z.B. Hassio in einer VM zum herumspielen und das ist, obwohl sich viel getan hat, immer noch weit, weit entfernt von „funktioniert ootb, so wie z.B. Alexa“.
      Und für komfortable Sprachsteuerung (Alexa/Google/etc.) brauchts dann trotzdem eine Cloud Anbindung.
      Von daher hoffe ich, Matter taugt was… 😉

  5. „Große Worte von Google, die im Smart-Home-Bereich bisher eher semigut unterwegs waren, da haben Amazon und Apple für viele gefühlt einen besseren Job erledigt.“ -> kann ich als hauptsächlich Google Home/Assistant Nutzer nicht nachvollziehen. Ich fahre zwar mit allen drei Systemen aktuell parallel (einfach um über den Tellerrand zu schauen) nutze aber in 95% dann doch Google Home zur Steuerung. Wenn hier Freunde mit einem reinen HomeKit sehen, was alles möglich ist, tun diese mir teilweise doch fast schon leid. Und von der Bedienung gibt sich das bei beides Systemen relativ wenig.

    Ansonsten würde ich eher Amazon Alexa > Google Home/Assistant > Apple HomeKit unterschreiben. Hoffentlich sind die Diskussionen dazu irgendwann egal, aber Stand jetzt eben. Ich finde nur die Antworten vom Google Assistant „angenehmer“ / „hilfreicher“ und nutze es deswegen, ansonsten kann meine Alexa schon noch minimal mehr im Smart Home als mein Google Home. Aber Apple würde ich hier sehr weit hinten dran setzen, auch wenn sie näher heran rücken.

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