Anzeige

Roborock S5 Max: Staubsaugerroboter im Test

Viele Hersteller machen es den Kunden schwer. Sie bringen eine Fülle von Geräten zu unterschiedlichen Preisen auf den Markt, wobei sich die Geräte oft nur wenig im Detail unterscheiden. Das zieht sich durch zahlreiche Branchen. Mittlerweile ist auch Roborock mit den Staubsaugern dort angekommen. Da gibt es nicht nur die einzelnen Modelle, bekannt als S5 oder der noch aktuelle S6, dazwischen hat sich auch ein S5 Max gemogelt – und auch ein S6 Pure. Und viele fragen sich einfach, für welches Modell man sich nun entscheiden sollte. Zu Roborock erst einmal: Das Unternehmen ist eigenständig und lieferte mal als OEM-Hersteller auch Staubsauger für Xiaomi an. Das verhält sich in etwas so wie Yeelight bei Leuchtmitteln.

Kommen wir also nun einmal zu den Unterschieden der einzelnen Geräte, ich habe einmal S6, S5 und S5 Max in der Liste gesucht. Preislich kann man hier schlecht ansetzen, die schwanken sehr stark. Zudem sind Menschen, die den Import aus China nicht scheuen, eh günstiger unterwegs.

 

Ein bisschen gehen in der Tabelle die Unterschiede unter. Das liest sich alles fast identisch, dem ist aber nicht so. Das „Max“ im S5 Max steht einfach auch für die Tatsache, dass man bei dem Staubsaugerroboter, der auch wischen kann, den Wassertank vergrößert hat. Dieser ist nicht nur doppelt so groß im Vergleich zum Vorgänger, sondern kann auch per App bedient werden. Der Tank des S5 Max verfügt über eine präzise Wasserkontrolle, über die der Nutzer verschiedene Wasserverbrauchswerte für verschiedene Räume einstellen kann. Dies ist vor allem bei unterschiedlichen Bodentypen für einige Nutzer wichtig und vermeidet Beschädigungen.

(Abbildung: Der S5 Max ist recht modular, Ersatzbürsten und so findet man recht günstig bei eBay und ähnlichen Anbietern)

Nimmt man den S5 Max ins Auge und den S6, dann muss man beachten, dass der S5 Max zwar den größeren Wassertank hat (290 zu 140 ml), aber er auch wesentlich länger an die Steckdose muss. Der S6 ist in ca. 3 bis 4 Stunden wieder voll aufgeladen, der S5 Max von Roborock benötigt bis zu 6 Stunden. Ebenso fehlt ein E11-Luftfilter und man verbaut auch weniger Sensoren. 13 Arten von Sensoren sind es beim S5 Max, 4 Feldsensoren sind verbaut (14 / 6 beim S6). Eine Übersicht findet ihr auch hier. Vielleicht für Toiletten oder Möbel wichtig: An der LDS-Einheit hat der S6 einen Bumper, der S5 Max nicht – in meinem Test gab es da aber keine Schwierigkeiten.

(Abbildung: Der große Wassertank)

Falls das eine Preissache ist: Der Roborock S6 liegt beim chinesischen Händler Gearbest häufig bei um 500 Euro, der S5 Max bei 455 Euro im Normalpreis. eBay Deutschland hingegen: 450 für den S5 Max und um die 500 Euro für den S6. Tut sich nicht viel und daher muss man halt abwägen: Ist so ein Ding im Sale und / oder möchte ich im Ausland bestellen? Die Entscheidung kann ich natürlich keinem abnehmen, ich will ja eigentlich über den Sauger schreiben.

(Abbildung: Der S5 Max ohne Tank und Wischer am stabileren und größeren Dock des S6)

Da ich die ganze Range der Roborock-Lösungen schon kenne, habe ich da einen recht guten Vergleich, allerdings teste ich daheim und nicht unter Laborbedingungen. Gesteuert habe ich ihn über die Mi-Home-App von Xiaomi, da ist dann auch das Mapping zu finden (Wer keine anderen Geräte hat, kann auch direkt die Roborock-App nutzen). Für die App benötigt man einen Account. Selbsterklärend ist sie meiner Meinung nach. So kann man beispielsweise diverse Sprachen für die Sprachausgabe wählen, darunter auch die deutsche, auch ist das Einstellen der Sprachlautstärke möglich.

Die App lohnt auf jeden Fall, macht sie doch aus dem dummen einen smarten Staubsaugerroboter. Hat er eure Wohnung abgefahren, könnt ihr Zimmer definieren, die ihr reinigen lassen wollt, virtuelle Mauern aufstellen und generelle Infos erfahren. Das unterscheidet sich nicht vom S6. Schade: Auch hier kann man keine Etagen direkt kartografieren lassen.

Der S5 Max von Roborock kann also wischen und saugen. In der App gibt es eine Teppicherkennung, wird einer vom Sauger erkannt, wird die Saugleistung erhöht. Neben diversen Automatismen kann man auch die Saugleistung justieren, wobei es fünf Modi gibt. Schonend, leise, ausbalanciert, Turbo und eben Max. Je nach gewählter Einstellung ist auch die Lautstärke anders. Ja, er ist nicht nur gefühlt lauter als der S6, sondern auch gemessen. Von daher vielleicht: Tür zu oder nach Zeitplan reinigen lassen, wenn man außer Haus ist.

Nett: Hat man die Wohnung vom Sauger erfassen lassen, dann kann man Flächen zu Räumen zusammenfassen. So kann man dem Sauger mitteilen, dass er nicht alles reinigen muss. Interessanter dabei ist aber – zumindest für mich – dass ich die Leistung pro Raum festlegen kann. Ich kann also im Flur sagen, wo jeder rumtrampelt: Ordentlich feucht und volle Pulle durchwischen, während ich es im Wohnzimmer eher schonend mag – ohne Zugeben von einem Mehr bzw. Meer an Wasser. Ebenso ist das Festlegen wischfreier Zonen möglich. So kann man Bereiche einer Wohnung wischen, andere wiederum nicht.

Der Roboter ist meines Erachtens – wie auch seine Vorgänger – wertig verarbeitet. Im Lieferumfang ist alles Wichtige mit drin, Netzstecker, der Sauger natürlich, der Wassertank, ein Wischtuch und das Dock.

Die Leistung des S5 Max? Ich bin immer ehrlich mit euch. Es fällt mir schwer, es direkt im Vergleich einzuschätzen. Ich behaupte auch einmal, dass niemand einen Unterschied bemerken wird, ob da nun der S5 Max oder der S6 gesaugt hat. Das haben beide nämlich im direkten Vergleich „gleich gut“ gemacht. Manchmal waren sehr kleine Partikel (ich teste gerne mit Gewürzen) noch übrig, manchmal nicht. Und auch der S5 Max bleibt, wie manchmal der S6, an nicht nachvollziehbaren Stellen in meiner Bude hängen. So stört er sich ab und zu an Tisch- und Stuhlbeinen in gewisser Konstellation und fährt sich – trotz viel Platz – „fest“:

Und das Wischen geschieht immer „gleich“. Der Roboter zieht anfangs einen sauberen, hinterher einen dreckigen Lappen hinter sich her. Man muss also, je nach Raumgröße, eigentlich auch zwischendurch mal den Lappen austauschen oder zumindest reinigen. Wie bei allen Robotern: An der Teppichkante bleibt gerne mal etwas liegen. Ebenso muss man schauen, wie und wo der Sauger reinigt. Ich hatte testweise einmal ein Mehr an Wasser in meinem Wohnzimmer versucht, bei schwarzen Glanzfliesen gibt es aber auch ganz gerne mal Wasserflecken. Das ist aber fast ein normaler Zustand, den ich schon kenne. Wischen ist wie immer mehr ein nettes Bonbon für mich. Ernsthafte Flecken bekommt man auch hier nicht weg, das ist dem geringen Anpressdruck geschuldet. Dennoch: Durch die justierbare Menge an Feuchtigkeit wartet der S5 Max mit besserem Ergebnis als „alle anderen“ auf, die ich bisher im Standardmodus wischen ließ.

(Abbildung: Das kleine Dock des S5 Max ohne Kabelmanagement – schade!)

Letzten Endes? Ja, ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, weil ich weiß, dass Geräte dieser Art großartige Helfer sind, aber kein kompletter Ersatz. Man sieht es, ob der Staubsaugerroboter unterwegs war – oder eben der Hauptsauger, der für unsere vielen Fliesen zuständig ist. Dennoch würde ich einen Staubsaugerroboter nicht missen wollen, weil er in Summe viele Stunden Arbeit abreißt, die sonst jemand anders machen müsste.

Persönliche Meinung: Ich denke, im normalen Modus macht es für viele absolut keinen Unterschied, ob sie nun S5, S6 oder S5 Max nutzen. Wer daheim mehrere Fußbodenarten hat, vielleicht auch empfindlichere, der wird mit dem S5 Max und seiner justierbaren Menge an Wasserabgabe zufrieden sein.

Hat mir gut gefallen: Wischt durch steuerbaren Tank etwas besser als der S6 und der S5. Die App finde ich größtenteils gut gelöst. Das Einteilen in Räume mit unterschiedlichen Saug- und Wischmodi ist sehr praktisch. Gute Reinigungsleistung, wenn man von Schwächen absieht, die eigentlich alle Roboter haben – besonders feine Elemente und hochflorige Teppiche. Der Wischmodus ist mit anpassbarer Wassermenge ganz toll, sollte aber von Einsteigern nicht überbewertet werden. Es ist kein echtes Wischen, eher ein feucht „Nachsaugen“.

Hat mir nicht so gut gefallen: Bodenplatte am Dock nicht mehr so solide wie früher. Eher ein labbriges Etwas, was schon billig wirkt und von euch besser festgeklebt wird. Es fehlt auch ein Kabelmanagement am Dock. Das hätte man in der Preisregion nicht wegsparen sollen. Es gibt noch keinen wirklichen Etagen-Modus. Zwar kann man ja die Karte immer speichern lassen (als Beta) und in der App bei der Reinigung einer anderen Etage eine andere Karte auswählen, aber wirklich praktisch ist das nicht.

Roborock S5 Max bei Gearbest bestellen

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

10 Kommentare

  1. Danke für den Beitrag, hatte mich schon öfter gefragt, was die Unterschiede sind.

    PS: Hab mich leider beim Lesen bissle schwer getan. Die Reihenfolge der Geräte variiert im Text, das hat mich zusehends verwirrt und hat dazu geführt, dass ich passt mal abgebrochen habe, weil ich nicht mehr wusste, über welches Gerät gerade im Moment geschrieben wird.

  2. Ich glaube, der signifikante Unterschied zwischen dem S5 und S6 ist die fehlende Unterstützung durch Valetudo. Der S5 ohne Cloud funktioniert einfach prächtig Dank der modifizierten Firmware.

    • Ich behaupte mal, dass ist den meister Usern sogar hier vollkommen egal, dem 0815 erst recht.

      • Wir sind ja in einem Tech-Blog, da finde ich den Hinweis schon angemessen. Ist für mich auch ein relevanter Punkt, insbesondere wenn die anderen Unterschiede recht klein sind.

        Soweit ich weiß, gibt es aber doch auch das Update für den S5 mit der Raumerkennung, oder? Also geht es vor allem um das Wischen.

  3. Ich habe s5 und s5 max und unser Fischgrätparkett liebt den den s5 max. Leider kann der neue im Gegensatz zum alten immer noch nicht per Alexa Skill gestartet werden. Mich stört das weil ich es praktisch ist vor dem raus Robo und Rocky noch schnell per Alexa starten zu können. Sprich der neue kann zwar wirklich besser wischen aber leider nicht per Alexa gestartet werden!

  4. Kann mir jemand sagen wie man in der Xiaomi App Räume festlegen kann? Ich habe einen S5, der kartographiert ganz prima das Erdgeschoss, allerdings wird da nichts in unterschiedliche Räume eingeteilt. In der App kann ich zwar Zonen festlegen die gewischt werden sollen, aber nicht unterschiedliche Räume. Insgesamt finde ich den Roboter gut, aber die App könnte noch viel benutzerfreundlicher werden, so richtig übersichtlich ist die nicht.

  5. Sören Textor says:

    Ja, also wenn man sich nen Roborock gönnt, dann derzeit den S5Max. Selbst auf dem Papier höhere die Lautstärke macht sich in der Praxis nicht bemerkbar. Ich selbst bin am Ende dann doch beim Deebot Ozmo 950 gelandet. Der Vorteil hier: Er kann von Haus aus zumindest 2 Etagen speichern. Diese Etagenlimitierung muss Rocket-Science sein, denn wieso bitte kann man nicht beliebig viele speichern 🙂

  6. Hi! Schöner Bericht, danach habe ich den S5 Max gekauft. Was mir noch nicht ganz klar ist, wie man ihm in der Beta-Version zwei Ebenen beibringen kann. Hast du da Tipps? Ich nutze grad die Roborock App, mit der Xiomi Home App möchte der Robbi sich nicht verbinden. Viele Grüße von Steffen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bevor du deinen Kommentar abschickst:
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.