Pokémon-GO-Tour: Kanto – der AR-Titel ist noch lange nicht tot

Grün oder Rot? Diese Frage brauchte ich mir damals nicht zu stellen, denn als die beiden Pokémon-Editionen in Japan im Handel erschienen sind (die grüne Variante erschien hierzulande später als „Blaue Edition“ neben der Roten Edition), war ich in einem Alter, in dem ich mich schon zu viel mit Computern beschäftigte und den kleinen Monstern nicht mehr viel abgewinnen konnte. Das änderte sich 2016 dann allerdings drastisch, als seinerzeit die AR-Version Pokémon GO für Smartphones erschien.

Vor ein paar Wochen waren Spieler von Pokémon GO dann wieder mit der Frage konfrontiert „Rot oder Grün?“, zumindest wenn sie sich dazu entschieden haben, eines der nicht ganz günstigen Tickets für das Event „Pokémon-GO-Tour: Kanto“ zu erwerben. Denn neben den vielen, vielen kleinen In-Game-Events und Community Days sollte am 20. Februar 2021 endlich mal wieder eine größere Veranstaltung anstehen, bei der sich dieses Mal alles um die ersten 151 Pokémon aus der Kanto-Region drehte.

Neben vielen Aufgaben, in denen man jene Pokémon fangen und andere Nebenaufgaben erledigen sollte, gab es auch noch zwei Spezialforschungen, die auch nach dem Event noch problemlos zu Ende gebracht werden konnten oder können (die zweite Forschung erfordert dann doch etwas mehr Zeit zur Beendigung) und vor allem Raids mit den bekannten Bossen Lavados, Zapdos, Arktos und Mewtu. Das Event hat um 9 Uhr morgens begonnen und verlief dann bis 21 Uhr abends. Viele der Aufgaben ließen sich sicherlich auch von zu Hause aus erledigen, sofern man ausreichend Rauch im Inventar gesammelt hatte. Doch aufgrund des guten Wetters tummelten sich viele Spieler in den lokalen Parks und anderen Örtlichkeiten, um gemeinsam – aber auf Abstand – miteinander Raids zu bestreiten und Tausch-Aufgaben zu absolvieren.

Je nach Edition sind Trainern dann unterschiedliche Pokémon aus der Kanto-Region häufiger vor die Pokébälle gelaufen als andere. Zudem war auch die Chance, auf eine schillernde, und damit besonders seltene Variante, zu treffen deutlich erhöht, was die Motivation noch einmal erhöht hatte.

Im hiesigen Park sind wir schnell auf Mitstreiter gestoßen, denen wir uns mit ausreichend Distanz angeschlossen haben. Es war dahingehend auch wirklich schön zu sehen, wie gut so ein Event trotz der Pandemie funktionieren kann, ohne dass man sich und andere dafür in Gefahr bringen muss. Aus diversen Berichten erfuhr ich, dass man vielerorts mit Problemen beim Einloggen, aber auch im Spiel selbst zu kämpfen hatte. Davon konnte ich (und auch der Rest der Truppe) allerdings nichts merken.

Ganz im Gegenteil waren wir alle doch recht überrascht, wie stabil das Event dieses Mal verlaufen ist und konnten uns so den vielen Aufgaben widmen. Jene waren allesamt recht einfach zu absolvieren. Man musste nur etwas Zeit und Bälle investieren – aber davon hatte man dank der Aufgaben-Belohnungen auch reichlich parat.

Warum ich diese Zeilen überhaupt schreibe, ist folgendes: Pokémon GO ist für viele Spieler in meinem Umfeld schon lange wieder (und so liest man es auch hin und wieder aus den Kommentaren heraus) gestorben. Wer Level 40 erreicht hatte, dem fehlte es an Motivation. Dabei ist seit Monaten so viel neuer Inhalt hinzugekommen, dass man eigentlich gar nicht wirklich hinterherkommt, sofern man noch seinen normalen Alltag parallel bestreiten will. Das mag hin und wieder schon fast zu viel des Guten sein, das hier beschriebene Event zeigte aber ganz deutlich, dass man selbst diejenigen, die eigentlich schon alles erreicht hatten, noch wieder ins Spiel locken kann. Wem das Ganze zu kostspielig gewesen ist, der hatte aufgrund der zahlreichen Kanto-Spawns und der Raids dennoch genügend Grund, das Spiel mal wieder anzuwerfen und vielleicht sogar den einen oder anderen neuen Trainer kennenzulernen.

Von meiner Seite aus kann ich nur äußern, dass ich mich auf viele weitere solcher Events freue, was vor allem auch an der hilfreichen Community selbst liegt. Für Niantic mag sich hier ein guter Markt eröffnet haben, doch wer gute Inhalte liefert, der darf dafür auch gerne Geld verlangen.

Natürlich wird es auch immer wieder Kritiker geben, dennoch empfand ich es so, dass man für jeden ausgegebenen Cent auch wirklich entsprechend Gegenleistung bekommen hat – natürlich nur mal aus der Perspektive eines Spielers betrachtet, der mit keinen In-Game-Problemen oder Server-Hiccups zu kämpfen hatte.

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Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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4 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel, kann dir voll und ganz zustimmen! Ich fand auch, dass das Event sehr gut gemacht war und freue mich schon auf weitere, ähnlich spaßige Events.

  2. Ich hatte kein Ticket, shiny gab es für mich nur wenige. Aber das war nicht so tragisch.
    Die Community-Rüpel fand ich nervig.
    Mir ist ein Event nach dem Anderen einfach zu viel. Wenn man nicht spielt hat man immer den Eindruck irgendwas zu verpassen.

    Gut finde ich die Raidpässe die aktuell sehr freizügig verteilt werden. Das muss man wirklich loben.

  3. Guter Artikel!
    Sehe es ähnlich, dass es im Spiel gut nachgelegt wurde. Inhalte kommen dazu und es bleibt interessant die Pokemon weiter zu catchen. Der Grind ist durch Shinys und die „perfekten“ Pokemon da, allerdings fehlt mir ein wirkliches „Kampfsystem“, dass mit Taktik und System zu tun hat. Ich denke mit einem wirklichen Kampfsystem würde das Spiel in verschiedenen Dimensionen attraktiv werden. Ähnlich wie die Pokemon-Spiele auf dem Nintendo.

  4. „Community Days sollte am 20. Februar 20221“
    Da bin ich vermutlich nicht mehr ganz so lebendig….

    Wie auch immer, bri Pokemon Go geht es schon lange nicht mehr um das Spielen an sich. Nur darum wie die Firma Geld verdienen kann.

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