Poco M4 Pro 5G: Das neue Mittelklasse-Smartphone im Test

Poco hat in dieser Woche das neue Mittelklasse-Smartphone Poco M4 Pro 5G auf den Markt gebracht. In den Kommentaren habt ihr direkt das Für und Wider des Smartphones emsig diskutiert. Etwa wurden da auch direkt Vergleiche mit anderen Modellen des Herstellers angestellt. Beispielsweise ist das Poco X3 Pro preislich auf dem gleichen Level. Im Test betrachte ich das neue M4 Pro 5G erst einmal für sich, werde aber natürlich auch am Ende eine Einordnung in das Gesamt-Line-up des Herstellers vornehmen.

So nutzt das Poco M4 Pro 5G den MediaTek Dimensity 810 5G als Prozessor. Es gibt zwei Ausstattungsvarianten. Die eine verwendet 4 GByte RAM und 64 GByte Speicherplatz. Das zweite Modell kommt auf 6 + 128 GByte. In beiden Fällen könnt ihr den Speicherplatz via microSD nachträglich erweitern, müsst dann aber aufgrund des Hybrid-Designs auf Dual-SIM-Funktionalität verzichten. Preislich liegt das Poco M4 Pro 5G bei 229,90 Euro (4 + 64 GByte) bzw. 249,90 Euro (6 + 128 GByte). Zum Test hat mir die zuletzt genannte Version vorgelegen.

Technische Daten des Poco M4 Pro 5G

  • Display: LCD, 6,6 Zoll, 2.400 x 1.080 Pixel, 90 Hz Bildwiederholrate, 240 MHz Touch-Abtastrate, Corning Gorilla Glass 3
  • Betriebssystem: Android 11 mit MIUI 12.5
  • Prozessor: MediaTek Dimensity 810 5G
  • GPU: Mali-G57 MC2
  • RAM: 4 / 6 GByte
  • Speicherplatz: 64 / 128 GByte (UFS 2.2; erweiterbar)
  • Dual-Hauptkamera: 50 (Weitwinkel) + 8 (Ultra-Weitwinkel) Megapixel
  • Frontkamera: 16 Megapixel
  • Akku: 5.000 mAh (Schnellladung mit 33 Watt)
  • Schnittstellen: 4G / 5G LTE, Dual-SIM (Hybrid), microSD, 3,5-mm-Audio, Wi-Fi 5, Bluetooth 5.1 GPS, USB-C (2.0), NFC, Infrarot
  • Besonderheiten: Stereo-Lautsprecher, Fingerabdruckscanner an der Seite, FM-Radio
  • Maße / Gewicht:  163,5 x 75,8 x 8,8 mm / 195 g
  • Preis: ab 229,90 Euro

Was vermisst man hier? Nun, ein AMOLED-Display wäre natürlich ein Mehrwert und mancher wird sicherlich nach Wireless Charging krähen. Das sind aber Merkmale, die in dieser Preisklasse nicht unbedingt zum Standard gehören. Das Poco M4 Pro 5G ist im Übrigen in den Farben Gelb, Schwarz und Blau erhältlich. Das Testmuster ist im schlichten Schwarz bei mir eingetrudelt.

Ausstattung und Verarbeitung

Das Poco M4 Pro 5G nutzt ein Gehäuse aus Polycarbonat. An der Rückseite machen sich entsprechend schnell Fingerabdrücke bemerkbar, wie euch auch einige meiner Bilder erahnen lassen. Davon abgesehen, fällt natürlich der große Markenschriftzug an der Rückseite auf. Auch sieht der Kamerahügel nach einer Quad-Kamera aus, Poco verbaut aber tatsächlich nur zwei Linsen. Das finde ich persönlich in Ordnung, denn die übliche 2-MP-Makro-Linsen bewirken ohnehin wenig.

Auch wenn das Poco M4 Pro 5G aus Plastik besteht, fühlt es sich nicht „billig“ an. Positiv möchte ich zudem den Fingerabdruckscanner an der Seite hervorheben: Mit solchen Sensoren habe ich persönlich oft Probleme bei der Erkennung, zuletzt auch teilweise leider an den Oppo A54 und A94 5G. Hier schlägt sich das Poco M4 Pro 5G hervorragend. Mein Fingerabdruck wurde stets flott und präzise erkannt.

Im Lieferumfang findet ihr außerdem neben dem Gerät ein USB-C-auf-USB-A-Kabel, ein passendes Netzteil, eine SIM-Nadel und auch eine einfache Silikon-Schutzhülle. Diejenigen, die gerne etwas Werbung für Poco machen wollen, erhalten zudem ein Sticker-Set. Da das Poco M4 Pro 5G einen Port für 3,5-mm-Audio mitbringt, wird hier kein Adapter für Kopfhörer benötigt.

Benchmarks und Leistung

Als SoC des Poco M4 Pro 5G hält der MediaTek Dimensity 810 5G her. Der Chip bietet ausreichend Leistung und sorgt für eine flüssige Systemoberfläche. Da ich die Ausführung mit 6 GByte RAM getestet habe, kann ich auch über Multitasking mit mehreren offenen Apps nicht klagen. Eventuell geben euch ja ein paar Benchmark-Ergebnisse noch etwas Aufschluss.

Vergleichen wir nun etwa mit dem Oppo A94 5G, das den MediaTek Dimensity 800U einsetzt, dann ist das Poco M4 Pro 5G manchmal vorne, manchmal aber auch (Compute-Test) weiter hinten. Im Alltag brauchen euch die synthetischen Ergebnisse nicht zu scheren: Die Benutzererfahrung ist angenehm flüssig. Klar, für rasante 3D-Games gibt es bessere Geräte, das ist keine Frage. Aber für Social Media, einfache Spiele wie „Animal Crossing: Pocket Camp“ oder Videos und ein paar Produktivitäts-Apps reicht das Smartphone locker aus.

Display und Kameras

Der LC-Bildschirm des Poco M4 Pro bringt eine Bildwiederholrate von 90 Hz mit, die aber erst aktiviert werden muss. Als Standard läuft das Display nur mit 60 Hz. Kombiniert mit dem MediaTek Dimensity 810 5G und den 6 GByte RAM ergibt sich hier, wie schon angesprochen, eine flüssige Benutzererfahrung. Allerdings wird der Screen mit seiner maximalen Helligkeit von 450 nits nicht ausreichend hell, um bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar zu sein.

Ihr könnt die Darstellung im System auch noch in Sachen Farbdarstellung und Farbtemperatur weiter anpassen, was mehr ist, als manche Konkurrenzmodelle bieten. Alles in allem liegt hier ein recht typisches Mittelklasse-LC-Display vor. HDR-Unterstützung fehlt im Übrigen leider.

Auch wenn ich oben eine müde Grimasse schneide: Die Selfie-Kamera des Poco M4 Pro 5G knipst solide Fotos. Allerdings sehe ich hier dann etwa das Oppo A94 5G doch vorne, denn die Fotos sahen etwas neutraler aus.

Die Fotos mit der Hauptkamera haben so ihre Vor- und Nachteile gegenüber den Bildern der zuletzt von mir getesteten Oppo A54 und A94 5G. So wirken etwa die Blätter der Bäume sehr viel angenehmer und nicht so künstlich nachgeschärft. Dafür wirken die Farben verwaschener und das Poco M4 Pro 5G tendiert stärker zur Überbelichtung. Hier hat mich auch geärgert, dass ich mich auf die Bildvorschau in der Kamera-App nicht verlassen konnte. Dort wird das Bild stets als komplett überbelichtet angezeigt, knipst man es dann aber, ist die Belichtung völlig anders.

Porträtaufnahmen gelingen auch ohne dedizierten Tiefensensor gut. Hier schneidet das Poco M4 Pro 5G meistens passend aus und liefert eine schöne Tiefenunschärfe. Es ist auch nachträglich noch möglich, die Unschärfe des Hintergrunds anzupassen.

Ultra-Weitwinkel-Aufnahmen sind am Rand leicht verzerrt, aber die Ergebnisse sind besser als bei den letzten Oppo-Modellen aus der Mittelklasse. Ich finde die Schnappschüsse auf jeden Fall recht brauchbar und auch der HDR-Effekt ist ansehnlich. Insgesamt liefert das Poco M4 Pro 5G typische Mittelklasse-Fotos ab.

Sonstige Anmerkungen

Lange Zeit lag mir kein Gerät mehr vor, dass so massiv auf Bloatware setzte: Allein acht Spiele, darunter „PUBG Mobile“, „Tile Fun“ und „Lords Mobile: Tower Defense“ und mehr, sind vorinstalliert. Dazu gesellen sich zwölf weitere Apps von Fremdanbietern. Mit dabei sind z. B. WPS Office, Agoda und TikTok. Glücklicherweise kann man den ganzen Krempel auch wieder entfernen. Dennoch ist mir das etwas zu viel des Guten.

Das Poco M4 Pro 5G verfügt über Widevine L1, kann also auch zum Streamen von HD-Inhalten genutzt werden. Da kommen dann sicherlich die Stereo-Lautsprecher ins Spiel. Man muss die Lautsprecher allerdings recht weit aufdrehen, sie sind von Natur aus recht leise. Und da klirrt es dann in den Höhen recht gewaltig. Insofern sind hier zwar formal Stereo-Speaker an Bord, der Sound ist aber bestenfalls im unteren Mittelmaß zu verordnen.

Telefonate mit dem Poco M4 Pro 5G liefen für mich ohne hervorhebenswerte Besonderheiten ab: Man verstand sich – zumindest akustisch. Was die Akkulaufzeiten betrifft, so ist es immer schwer eine allgemeine Aussage zu treffen. Ich würde das Poco M4 Pro 5G in meinem Nutzungsalltag, der vor allem von Todoist, Telegram, WhatsApp und ein bisschen YouTube geprägt ist, als überdurchschnittlich einordnen. Da sind schon zwei Tage Nutzung drin. Allerdings hängt das wirklich sehr vom individuellen Alltag ab.

Fazit

Das Poco M4 Pro 5G ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone, das in keiner Disziplin negativ auffällt. Allerdings gibt es da auch viele andere Kandidaten, die jeweils Vor- und Nachteile haben. So ist das Poco X3 Pro auch schon für rund 230 über die Ladentheke gewandert. Dort steckt der Snapdragon 860 im Inneren, es gibt sogar 120 Hz Bildwiederholrate und der Akku ist nochmal eine Ecke größer. Allerdings fehlt beim X3 Pro 5G. Und auch realme und Samsung haben in diesem Preissegment interessante Modelle.

Blicke ich für sich genommen auf das Poco M4 Pro 5G, dann handelt es sich um ein empfehlenswertes Mittelklasse-Smartphone. Doch man legt hier nicht den „Kracherpreis“ vor, für den Poco sonst bekannt gewesen ist. Allerdings gibt es in China schon jetzt erste Angebote, die den Preis des Phones mit 6 + 128 GByte unter 200 Euro drücken. Da macht man aus meiner Sicht mit diesem Modell dann nichts falsch.

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19 Kommentare

  1. Das Poco X3 Pro hat zudem Lineage OS Support. Wer sein Smartphone keine 5 Jahre nutzt, wird das wohl nicht interessieren, aber es gibt Leute, die sich gegen den erzwungenen Wechsel wehren.

    • Wie ist das mit Online-Banking und Lineage os, funktionieren die Apps ohne Probleme ?

      • Ja selbstverständlich. Erst wenn Root zum Einsatz kommt, gibt es mit einigen Apps Probleme.

      • Nein, tun sie natürlich nicht…
        Um Lineage aufzuspielen, muss zumindest der Bootloader entsperrt werden.
        Und das wird von vielen (nahezu allen?) „kritischen“ Apps abgefragt.
        Kann man mit Magisk vielleicht umgehen, ist aber nur ein überaus nerviges Katz und Maus Spiel.
        Vor allem wenn Gpay dann wegen mangelnder Gerätezertifizierung, mal wieder beim bezahlen unangekündigt seinen Dienst verweigert 😛

  2. Sollte unter „Hier findet ihr welche zum Download!“ nicht irgendein Link hinterlegt sein?

  3. Irgendwie wird mir immer zu selten auf die Update Politik eingegangen. Wie sieht die bei dem Hersteller aus?

    • Die nehmen sich doch alle nichts. Wer wirklich langen und zuverlässigen Support möchte, wird wohl über kurz oder lang bei Apple oder Google landen…

      • André Westphal says:

        Oder bei Samsung, die bedienen ihre Geräte teilweise in Sachen Sicherheits-Updates sogar länger.

        • Aber nur die Flaggschiff-Modelle. Die Einsteiger- und Mittelklasse-Modelle werden bereits teilweise nach einem Jahr aufs Abstellgleis geschoben.

          • Das Galaxy a52 ist ein Mittelklasse Telefon und bekommt 4 Jahre Updates.
            Das bedeutet drei neuere Android-Generationen und es gibt sogar monatliche Sicherheitsupdates.
            Das bei einem Telefon, das um die 300 Euro gekostet hat.
            Wer braucht da noch verbuggte Google Handys oder überteuerte iPhones.

          • Die Mittelklasse (Axx) hat eigentlich einen identischen Support wie die S-Reihe.
            Die M-Reihe ist nicht so, aber das sind ja auch Zukaufgeräte von Wingtech.

          • Das stimmt nicht. Samsung ist einer der wenigen Anbieter die selbst für Smartphones unter 200 Euro (Bsp: A12) regelmäßige Updates und Sicherheitspatches anbieten. Xiaomi (schaumi) schafft es nicht einmal, ab Werk vorhandene Softwarefehler, zu beseitigen. Und ich spreche nicht von den 80 Euro Geräten sondern höherpreisige von Xiaomi.

            ZTE kannst du total vergessen, die bringen 1 Update und dann ist das Gerät Softwareschrott.

            Huawei ist on the sidelines, denn aufgrund der Sanktionen und ohne Googleplay sind die nicht zu gebrauchen. Und Harmony OS ist eine Frickelbude.

            BBK mit Oneplus (Marke wird in Europa eingestellt), Realme, und Oppo sind Softwaretechnisch genauso schlecht mit der Update Politik. Und ob ich mir ein Smartphone von + 1000 Euro kaufen würde mit einer schlechten / keinen Updatepolitik und Bugs / Betaversionen ab Werk aus Chine oder lieder ein vernünftiges von Samsung (Auch Fanedition S Reihe) oder Apple, dass muss jeder selber wissen.

            Sony ist auch nicht zu empfehlen, da sie Ihre Smartphone Reihe einstellen bzw. einstampfen wie HTC, LG und Co zuvor.

  4. Was nimmt man für Teenies in der Kategorie unter 200€? Und langer Updateversorgung? Nokia 3.4?

  5. Wie weit ist denn der RAM bei normaler Nutzung so ausgelastet, sprich wie viel Luft gibt es bei den 6 GB noch?

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