Ordner außerhalb der Dropbox synchronisieren oder Programme auf einem Netzlaufwerk nutzen

Ich hoffe ja, dass die Überschrift nicht zu verwirrend ist. Ich lege mal kurz vor: stellt euch vor, ihr habt ein NAS oder einen kleinen Server zuhause. Auf den Netzwerkordnern könnt ihr eure Daten lagern. Sofern ihr keinen Netzwerkordner habt, könnt ihr ja auch die Dropbox nutzen, da diese ja fast ein Netzlaufwerk ist – allerdings nur im Internet.

Nun haben viele, nicht portable Programme die Eigenschaft, ihre Anwendungsdaten auf dem PC zu lagern. Heißt: habt ihr mehr als einen PC, so kann es sein, dass ihr euren Messenger oder Browser (nur als Beispiel genannt) an jedem PC einzeln einrichten müsst. Nervt, ist halt Arbeit.

Nun gibt es Programme, die verschiedene Installationen über das Internet synchronisieren. Muss man meist ein Konto für haben. Ist nicht jedermanns Sache. Xmarks synchronisiert Passwörter und Lesezeichen eines Browsers: benötigt einen eigenen Account. Mozilla synchronisiert mit Firefox Sync auch vieles: auch hier wird ein Account benötigt. Google Chrome: synchronisiert sich auch, benötigt ein Google-Konto.

Vielleicht habt ihr aber auch euren Messenger installiert, dessen Einstellungen und Chatlogs ihr auf allen PCs haben wollt. Warum also nicht alle Einstellungen eines Programms in die Dropbox umlenken? Ist relativ einfach, habe ich ja bereits in einem Beitrag beschrieben. Funktioniert mir Ordnern und Dateien. Wer nur Ordner synchronisieren will, der kann hier auch weiterlesen.

Will man allerdings nur Chatlogs oder einzelne Dateien von Programmen synchronisieren (zum Beispiel die Lesezeichen und die Passwort-Datei von Firefox), dann kann man unter Windows prima mit symbolischen Links arbeiten. Diese kann man in der Kommandozeile erstellen oder aber auch mit einer grafischen Oberfläche erstellen, was aber definitiv einfacher ist.

Ein symbolischer Link gaukelt Windows das Vorhandensein eines Ordners oder einer Datei an einem bestimmten Platz vor, obwohl sich das Ziel eigentlich wo ganz anders ist. So könnt ihr zum Beispiel mithilfe von symbolischen Links die Standard-Profilordner von Firefox, Thunderbird (wobei diese einen Profil-Manager haben)  und anderem Programmen (Digsby, Trillian und so weiter) von %appdata% irgendwo hinschieben – zum Beispiel auf ein Netzlaufwerk oder die Dropbox.

Ich selber nutze mittlerweile unter Windows das Programm Link Shell Extension. Auf der Programmseite sind noch einmal die Möglichkeiten von symbolischen oder Hard-Links sehr gut in englischer Sprache erklärt.

Hier einmal ein kleines Beispiel, wie ich das Profil von Portable Google Chrome umgebogen habe, ihr selber könnt das mit euren Programmen auch ganz einfach machen, sofern diese Profilordner nutzen. Könnt ihr ja ausprobieren, indem ihr einmal %appdata% in der Adressleiste des Windows Explorers eingebt (oder WIN+R drücken und %appdata% eingeben). Denn unter %appdata% legen die meisten Programme ihre Einstellungen ab.

Zuerst müsst ihr die Link Shell Extension installieren. Verschiebt dann den Profilordner an die Stelle, auf die der andere Rechner auch Zugriff drauf hat. Dropbox oder ein Netzlaufwerk zum Beispiel. Jetzt müsst ihr mit Pick Link Source den Pfad kopieren. Geht ja easy per Kontextmenü:

Danach habt ihr das Ziel in der Zwischenablage. Nun müsst ihr zum Ursprung zurück – quasi dorthin, wo das Profil standardmäßig zu finden wäre. Dort macht ihr einen Rechtsklick und wählt dann Drop as Symbolic Link.

Danach sehr ihr eben einen symbolischen Link. Die Farben oder das Icon des Verknüpfungs-Overlay lässt sich übrigens im Programm ändern.

Nun könntet ihr quasi ein Programm ganz normal nutzen, dessen Anwendungsdaten in der Dropbox oder auf einem Netzlaufwerk liegen. An einem zweiten PC könntet ihr dann die Anwendungsdaten löschen und gegen einen symbolischen Link austauschen, der dann auf das Netzlaufwerk oder die Dropbox verweist.

Wie gesagt: Funktioniert auch mit der Lesezeichen-Datei von Firefox oder den Passwörtern. Es muss ja nicht das ganze Profil sein, einzelne Dateien reichen oftmals auch. Einfach mal ausprobieren 🙂

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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16 Kommentare

  1. Wie heißt den der neue Skin? Das ist doch nicht mehr Shine(?)

  2. Sauber! Mehr davon!
    Dieses Wissen kann ich bestimmt irgendwie mal nützlich anwenden!

  3. Funktioniert der symbolische Link dann auch auf anderen Computern, die nicht „Link Shell Extension“ installiert haben?

  4. Staranwalt says:

    eine nette ergänzung zur Link Shell Extension bietet übrigens das kostenlose tool Junction Link Magic, welches auch in der lage ist sämtliche Junction Points wie auch Symlinks einzulesen und in einer Liste darzustellen. so behält man ein wenig übersicht über seine „wurmlöcher“. 😉

  5. keinorhase says:

    Leider habe ich soetwas für Linux noch nicht entdeckt:(

  6. @Fabi: Das Programm ist ja nur ein GUI, die Funktion selbst ist von Windows. Du musst einfach auf allen Computern die sntprechenden symbolischen Links erzeugen, ob du das mit der Shell oder ohne machst spielt keine Rolle.

  7. Staranwalt says:

    @keinorhase: so weit ich weiß gibt es unter linux keine junction points weil es dort auch keine laufwerksbuchstaben gibt. junction points werden verwendet um „entfernte“ ziele einzubinden. darum nennt man sie auch wurmlöcher. unter linux sollte es mittels symlinks genügen. du kennst das sicherlich „LN -S TARGET LINK_NAME“. probier mal ein „man ln“ auf der console und fuchs dich durch 😉 wenn es darum geht, NTFS junction points unter linux einzubinden, dann hilft dir vielleicht dieser artikel weiter:
    http://www.tuxera.com/community/ntfs-3g-advanced/junction-points-and-symbolic-links/

  8. SugarSync kann sowas von Haus aus und ist in vielen Berichten zufolge (Forum, Zeitschrifen etc.) immer Testsieger.

  9. Das Problem ist, dass ich meinen portablen Browser gerne auch an öffentlichen PCs nutzen würde. Da kann ich eben keine Software installieren…

  10. muss man erfahrungsgemäß aber im detail ganz (ganzganz) genau testen. viele programme laufen nach meiner erfahrung gar nicht mehr so stabil, wenn man die ‚beweglichen‘ daten über eine (relativ hochlatente) verbindung zur verfügung stellt, egal, ob’s ein netzlaufwerk ist oder ein symlink. das beispiel ist vielleicht etwas overkill, aber die sapgui z.b. öffnet sich dann gerne mal ohne eingetragene systeme, lotus notes (6.x) reagiert auch manchmal mit abstürzen und wirren fehlermeldungen, etc

  11. Kurz mal nachgefragt, welchen Ordner von Firefox muss ich denn in die Dropbox stecken und dann verlinken? Bei mir sieht der Pfad folgendermaßen aus:

    C:\Users\XXX\AppData\Roaming\Mozilla\Firefox\Profiles\XXXXXX.default\…

    Kann ich ein Profil auf mehreren Rechnern nutzen?

    Danke

  12. Es gibt dabei nur ein „Problem“, was auch in der Hilfe zu finden ist und das ganze für mich unkomfortabel macht: https://www.dropbox.com/help/145/en

    „Dropbox will follow Windows junction points (Windows Vista or later) and sync the files or folders they link to. However, any changes to those files or folders made from the Windows operating system will not sync again until the Dropbox desktop application is restarted. To get around this, move the original folder to your Dropbox and add a junction point from its previous location to link to its new location in the Dropbox folder.“

    Entweder alle Ordner in die Dropbox und symbolischer Link an den original Platz oder die Dropbox jedes mal neustarten nach einer Veränderung.

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