OnePlus 6 vorgestellt, erster Eindruck und technische Details

Mit Spannung wurde das OnePlus 6 erwartet, nun ist es endlich da.

Und OnePlus expandiert weiter. Von vielen als eigenständiges und aufstrebendes Unternehmen gesehen, ist OnePlus Teil des großen Konzerns BBK-Electronics, zu dem auch Vivo und Oppo gehören. Das gab in der Vergangenheit schon gute Vorausblicke auf die Smartphones von OnePlus, denn man greift da auch ganz gerne auf die Ideen aus eigenem Hause zurück – im Falle des OnePlus 6 war dies das Oppo R15.

850 direkte Mitarbeiter zählt das Unternehmen mittlerweile und die Erlöse sind im letzten Jahr auch ordentlich gestiegen. Man festigte Partnerschaften und baute neue auf. Im Falle des deutschen Marktes ist es beispielsweise so, dass man auch wieder Amazon.de als Verkaufspartner an der Seite hat, eine Partnerschaft mit deutschen Telekommunikationsunternehmen gibt es aber weiterhin nicht.

Mit dem OnePlus 6 wollte man nach eigenen Angaben zurück zum klassischen Design des Erstlings, insgesamt wird man drei Ausgaben auf den Markt bringen: Silk White, Midnight Black und Mirror Black. Dieses Mal handelt es sich um Glasrückseiten, OnePlus setzt hier auf mehrere Glas-Layer und Corning Gorilla Glass in Version 5.

Auf mich machten alle Versionen einen hervorragenden Eindruck. Silk White erinnert ein wenig an Perlmutt, Midnight Black schimmert in matter Eleganz, während bei Mirror Black eben mehr Reflexion drin ist – man sieht also Fingerabdrücke recht gut und die Rückseite spiegelt, wie meine Bilder sicher zeigen.

Ein wenig hatte OnePlus ja auch schon im Vorfeld über das Gerät erzählt, so sind euch sicher durch unsere Berichterstattung einige Eckdaten im Hinterkopf geblieben. Da setzt man zum Beispiel auf den Qualcomm Snapdragon 845, die aktuelle Flaggschiff-Lösung mit Adreno 630-GPU, was für ein performantes und leistungsstarkes Gerät sorgen dürfte, wenn das Android 8.1-System sauber realisiert wurde. Haushalten muss man mit einem 3.300 mAh starken Akku.

Wie auch schon in der Vergangenheit üblich wird OnePlus unterschiedliche Varianten des Smartphones auf den Markt bringen, so gibt es die Ausführung mit 6 GB RAM und 64 GB Speicher, wer mehr will, der greift zu 128 GB oder 256 GB Speicher, da bekommt man dann gleich 8 GB RAM.

Sehr schade: Die Variante Silk White ist eine Special Edition, die nicht nur später auf den Markt kommt, sondern „nur“ als 128 GB-Ausgabe zu haben sein wird. Wobei das natürlich immer noch viel Speicher ist, der vielen Anwendern reichen dürfte. Wer zu Mirror Black greift, der bekommt die Version mit 64 GB oder 128 GB, während die Midnight-Ausgabe mit 128 GB und 256 GB Speicher zu haben ist. Sollte man vorher ungefähr abschätzen, denn der Speicher lässt sich nicht mit einer microSD-Karte erweitern. Dafür gibt es aber Dual-SIM, beide Slots sind sogar 4G-fähig.

In meinen ersten Augenblicken mit dem OnePlus 6 machte die Vorabversion von Android 8.1 einen ordentlichen Eindruck und auch das AMOLED-Display wusste zu überzeugen. Sehr intensive, satte Farben. 6,28 Zoll ist es groß und bietet dabei eine Auflösung von 2.280 x 1.080 Pixeln.

Und wir ihr seht, ist auch eine Aussparung für die Kamera mit an Bord. Diese kann sich auch ausblenden lassen, dann werden quasi seitlich auch noch schwarze Balken zugefügt, wenn ihr das Phone in den Landscape-Modus bringt Und in der normalen Ansicht hochkant wird er logischerweise auch verdeckt, beim P20 von Huawei und einigen anderen ist dies ja auch möglich. Ich hatte da meinen Senf schon abgegeben, der da stark gekürzt lautete: Deal with it. Für noch nicht angepasste Apps hat man bei OnePlus einen Kompatibilitätsmodus parat, dieser würde dafür sorgen, dass das OnePlus 6 die Apps komplett anzeigt, der Notch-Bereich würde dabei nicht genutzt.

Und wo wir beim Display sind: Die Bedienung wird nicht nur über die klassische Android-Navigation möglich sein, stattdessen kann der Nutzer auch Gesten nutzen, diese testete man ja bereits mit den Vorgängern und meinem Empfinden nach kommt diese Art der Bedienung gut an  – man weiss mittlerweile ja eh, dass das kommende Android P auf diese Art der Navigation setzen wird – und man darf gespannt sein, wann die offizielle Beta von Android P auf das OnePlus kommt, denn der Support wurde ja schon bestätigt.

Was mich natürlich vorab interessierte, das war die Aussage zur Wasserdichtigkeit. OnePlus teaserte im Vorfeld so etwas und man sagt auch, dass das Smartphone wohl im normalen Regen geschützt ist und auch mal kurz in die Badewanne oder das Waschbecken fallen kann. Allerdings ist es so, dass man auf jegliche IP-Zertifizierung verzichtet.

Und wenn man schon von Verzicht spricht: Wie erwähnt ist keine Möglichkeit gegeben, eine microSD-Karte zu nutzen – und auch Stereolautsprecher gibt es nicht. Zumindest aber haben Nutzer weiterhin die Möglichkeit, einen kabelgebundenen Kopfhörer zu verwenden, der Anschluss ist nach wie vor unten im Gerät. Wer das nicht will, der greift vielleicht zum neuen Wireless Bluetooth Headset namens Bullet Wireless Bluetooth, welches spritzwassergeschützt ist und eine Assistant-Taste für den Google Assistant hat. Klippt man die beiden Hörer magnetisch zusammen, so stoppt die Musik automatisch. Laut OnePlus hat der optional zu kaufende Hörer eine Bluetooth-Reichweite von 10 Metern und unterstützt auch aptX.

Doch zurück zu  OnePlus 6: Verändert hat sich die Position des Alert Siders (Ruhe, Vibration und Normalzustand), dieser befindet sich nun auf der rechten Seite in der Draufsicht.

Kommen wir aber nun zur Kamera. Die Kameras in den Vorgängern waren gut, aber nicht phänomenal. Dies wollte man ändern und setzt auf ein neues Kamera-Setup. Die Hauptkamera ist nun eine Dual-Kamera, die mit 16 und 20 Megapixeln daher kommt. OnePlus setzt dabei auf eine Blende mit F/1.7. Sicherlich erwähnenswert: Ein optischer Bildstabilisator (OIS) ist ebenfalls ab Bord.

Videos lassen sich mit 4K bei 60 FPS aufnehmen, hier kommt EIS zum Einsatz. Super-Slowmotion gibt es auch, 480 FPS sind hier drin bei einer Aufnahme von bis zu 1 Minute bei 720p (1080p / 240 FPS). Per Update sollen später noch weitere Spielereien mit der Kamera möglich sein, beispielsweise unterschiedliche Bokeh-Filter. Auch eine Frontkamera hat das OnePlus 6 natürlich, hier setzt man auf eine 16 Megapixel starke Sony-Lösung (IMX 371 mit EIS). Allerdings konnte ich hier in meinem ersten Hands-on keinen klassischen Porträtmodus finden, wie er mittlerweile bei anderen Smartphones vorhanden ist. Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass der Porträtmodus für die Frontkamera kurz nach dem Launch verfügbar sein wird, also keine Angst.

Alles in allem machte das OnePlus 6 in der ersten Zeit der Benutzung Laune. Es liegt sehr gut in der Hand, lässt sich gut bedienen und man merkt, aus welchem Hause das Smartphone ist. Allerdings ist dies erst die Meinung nach einer gewissen Zeit, die ich mit dem Gerät verbringen konnte – und mehr als ein erster Eindruck ist das halt nicht. Wie sich das Gerät im echten Leben schlägt, das könnt ihr demnächst ebenfalls bei uns lesen.

Hier noch einmal eine Zusammenfassung der technischen Daten sowie der Preise und der Termine.

Betriebssystem Android 8.1 Oreo (Oxygen OS)
Konnektivität NFC, Bluetooth 5.0, WLAN 802.11 ac, USB-C (USB 2.0!), Dual-SIM (beide 4G – 4x4MIMO, Gigabit-LTE), 3,5mm Klinkenanschluss
Display 6,28 AMOLED, 2.280 x 1.080, 19:9, sRGB / DCI-P3
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845 / Adreno 630 GPU
Arbeitsspeicher 6 GB / 8 GB
Speicher 64 GB / 128 GB /256 GB UFS 2.1 2-Lane
Größe  155,7 * 75,4 * 7,75 mm
Gewicht  177 Gramm
Akku 3.300 mAh, Dash Charger 5V & 4A
Kamera Rear 16 + 20 MP f/1.7, OIS, EIS, 4K Video mit 60fps, 480fps Slo-Mo, Sony IMX 519, Dual LED Flash, 1,0 µm + 1,22 µm
Kamera Front 16 MP, Sony IMX 371, 1,0 µm Pixelgröße
Sonstiges

Am 22. Mai startet der Verkauf des OnePlus 6. Die limitierte Silk White Edition wird später zu haben sein.

Die Preise sind wie folgt:

Device

USD

EUR

GBP

Mirror Black 6+64GB

529

519

469

Mirror Black 8+128 GB

579

569

519

Midnight Black 8+128 GB

579

569

519

Midnight Black 8+256 GB

629

619

569

Silk White 8+128 GB

579

569

519

Folgendes ist im Standard-Lieferumfang:

OnePlus 6, Sim-Auswurf-Tool, Kunststoffhülle, Schutzfolie (bereits aufgebracht), Dash-Charger, USB-C-Kabel und Garantiekarte. Optional sind wieder diverse Hüllen erhältlich, darunter die auf meinen Bildern zu sehenden, rote Silikonhülle, aber auch Ausgaben wie Ebony Wood, Karbon Bumper, Sandstone oder der Nylon Bumper.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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21 Kommentare

  1. hört sich erstmal gut an… bleibt zu hoffen das die Cam und der Akku was taugen.
    Wie sieht’s mit Alway on aus?

  2. Fahre am Montag nach Utrecht hoffe die 256GB Version wird auch verfügbar sein.

  3. QI gibt es nicht oder?
    Sehe gerade, dass es wieder nur USB 2.0 hat.. Traurig.. und das in 2018
    Ich finde es extrem schade, dass solche Top-Modelle immer nur Mono-Lautsprecher haben.
    Alles in allem könnte es mein OP2 ablösen.

    • Wirklich schade. Wird wieder nichts mit HDMI / DisplayPort über USB-C (alt Mode) wie bei anderen Top-Smartphones.
      Außerdem stört mich das Gemurkse mit Dash-Charge am Type-C Standard. Wenn ich bei meinem 3T einen USB-Dongle anschließe, dann summt der Dongle, bei zig anderen Geräten bleibt der Dongle leise.
      Dürfte an der veränderten Pinbelegung aufgrund verändertem Power Delivery Standard liegen. Intel sollte dringend die USB-IF Zertifizierung strenger gestalten.

  4. Martin M. says:

    Alter Schwede. Werden die Ränder jetzt bei allen wieder dicker? Was nützt mir oben weniger, wenn da die hässliche Notch und an den Seiten auch so fette Ränder sind?

    Xiaomi macht das besser und zwar schon vor Ehwigkeiten:

    http://fs1.directupload.net/images/180516/t2hbbcnl.jpg

    http://fs1.directupload.net/images/180516/dykknf6z.jpg

  5. eine Frage lieber @caschy:

    Hat das OP6 nun endlich auch ein Always on Display? Oder falls nicht, ist das zumindest angedacht?

  6. 1,0 µm Pixelgröße bei der Hauptkamera? Das wäre ja weniger als bei den Vorgängern. Wollte man die Kamera nicht verbessern anstatt sie zu kastrieren?

  7. Also wenn ich die Preise sehe.. Dann lieber ein Honer 10 für 399€

  8. Hat es noch eine Benachrichtigungs LED (in der Notch) ?

  9. @caschy Du sagst, es liegt gut in der Hand. Aber hilft die Glasrückseite, dass es mehr Grip hat? Das 5T ist extrem „glitschig“. Wie ist das 6er im Vergleich dazu?

  10. Wie sieht das inzwischen bei OnePlus mit den Updates aus? Haben die sich mittlerweile gebessert, oder gibt es immer noch nur wenige Updates? Wahrscheinlich lohnte sich sich eher auf die 6t Version zu warten, die wird mit Sicherheit Stereo Lautsprecher haben.

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