Netflix: Änderung der AGB erlaubt Sperrung von Konten bei Nutzung eines VPN

Die Nutzung eines VPN ist immer dann praktisch, wenn man Inhalte konsumieren will, deren Rechte nicht für das Land vorliegen, indem man sich gerade aufhält. Also für den Nutzer praktisch, nicht für den Anbieter oder gar den Rechteinhaber. Netflix kennt dieses Problem, sieht die Nichtverfügbarkeit von Filmen und Serien als den Grund schlechthin für illegale Downloads. Aber Netflix geht trotzdem gegen VPN-Nutzer vor, auch wenn das Unternehmen dies bestreitet.

netflix guthabenkarte

Mit einer Änderung der AGB ist es Netflix nun sogar möglich, den Nutzer aus Netflix auszusperren. Reddit-Nutzer CrypticCraig entdeckte die Änderungen, die Netflix-Nutzern das Betrachten von Inhalten, die nicht für das eigene Land sind, untersagt. Es droht der Ausschluss von Netflix, wenn man sich nicht an die Spielregeln hält:

Netflix_AGB

Das widerspricht ein wenig dem, was Netflix sonst propagiert, ist im Hinblick auf die Filmstudios aber auch verständlich. Diese räumen Rechte für Filme und Serien nur für einzelne Länder ein, möchten in jedem Land neue Verhandlungen. Dem muss sich Netflix beugen, will man weiterhin die Inhalte der Studios anbieten. Dass die Nutzung von VPNs nun in den AGB untersagt wird, ist nur eine weitere Absicherung. Interessant wird es, wie sehr Netflix dies durchsetzt.

Ich weiß, dass auch unter unseren Lesern einige Nutzer sind, die Netflix oder andere Videodienste per VPN konsumieren, um die Original-Inhalte schneller zu erhalten oder diese einfach im Original zu sehen. Würdet Ihr Euch von solchen AGB abschrecken lassen oder schaut Ihr trotzdem weiter, eventuell bis Ihr den Dienst nicht mehr nutzen könnt?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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33 Kommentare

  1. Das ist wohl nur ein Passus um die Filmindustrie zu beruhigen. Mehr nicht.

    http://i.imgur.com/Zg5HkCO.png (ebenfalls aus reddit)

  2. derGrinder says:

    Seh ich auch so wie mein Vorposter – ebenfalls ist der Passus wohl schon seit letztem Jahr in deren AGBs, kein Grund zur Panik also.

  3. Netflix ohne VPN ist hierzulande ein Witz. Ein paar alte Kamellen à la Stromberg und Ladykracher und die Netflix-Eigenproduktionen kommen teil erst nachdem sie im Pay-TV gelaufen sind (House of Cards), weil man lieber doppelt Kasse gemacht hat. Sollte man jetzt anfangen VPN-Nutzer im großen Stil auszusperren, wozu Netflix natürlich jedes Recht hat, würde so einige inklusive mir sicherlich nochmal gut nachdenken, ob sich das Abo noch lohnt.

  4. Wieso braucht man da ein VPN? Es reicht doch ein Proxy in dem Land, in dem man schauen möchte.

  5. Netflix wird gar nicht anders können als die liberale VPN-Praxis nach und nach abzustellen. Um wertvolle Filmrechte verhandeln in den USA keine Geschaeftsleute sondern Teams hochspezialisierter Anwälte. Die vergessen auch solche Nebensächlichkeiten nicht. 🙂

  6. Der Post auf Reddit ist reine Panikmache. Die AGB haben sich nicht geändert, die Sperr-Klausel in den AGB gibt es schon länger, wurde in der Praxis aber nie eingesetzt.
    Ich möchte euch jetzt ja nicht beleidigen, aber es wäre schön sinnvoll, wenn ihr den Wahrheitsgehalt einer News prüft, bevor ihr irgendwo abschreibt…

  7. besucherpete says:

    Ich hätte jetzt auch erwartet, dass sowas schon lange in den AGB verankert ist. Im Grunde wäre es seltsam, wenn nicht.

  8. Glaube auch dass das nur zur Beruhigung hinzugefügt wurde. Sollten die wirklich damit beginnen Konten auf Grund von VPNs zu sperren dann bin ich weg.
    Für mich sind solche Sachen die Vorteile der Globalisierung. Hab auch einen polnischen Spotify Account.

  9. Als ich letztens einen VPN wegen meinem Internet Anbieter nutzen wollte konnte ich mich bei Netflix noch ganz normal einloggen aber beim Film starten erschien immer eine Fehlermeldung. Hier mag ich vielleicht dem falschen VPN Anbieter vertraut haben zeigt mir aber das Netflix die Sache mit dem Aussperren sehr wohl durchzieht. Eine Account-Sperre ist dann nur folgelogisch für dem fall das jemand mit einer riesen Proxyliste anfängt durch zu probieren welcher Server noch funktioniert. Das wird in der Masse auch für ihrer Server ein riesen Anfragevolumen.

  10. @rob: „die Netflix-Eigenproduktionen kommen teil erst nachdem sie im Pay-TV gelaufen sind (House of Cards), weil man lieber doppelt Kasse gemacht hat“ <- Nein, weil man damals die Rechte verkauft hat weil man erst später in Deutschland starten wollte. Netflix könnte die Rechte sicherlich auch wieder zurück kaufen. Für ein Vielfaches von dem, was man damals dafür eingenommen hat.

  11. @Andi: Achso, ein Riesen Vorteil der Globalisierung für dich ist es also, nationale Gesetze und Regulierungen zu umgehen. Na dann…

  12. Das Ziel der Menschheit sollte in Zukunft die Überwindung von Nationendenken hin zu einem einheitlichen Menschengedanken sein. Also weg von der Kleinstaaterei, hin zu einem einheitlichen Weltstaat. Das ist das Endziel der Globalisierung.
    Demzufolge hat Andi Recht. Und alles, was sich rücksichtslos dagegen hält, wie beispielsweise die Kapitalisten von der Filmbranche, die in jedem Land einzeln kassieren wollen, sind Verbrecher.

  13. besucherpete says:

    Überhaupt, wo propagiert Netflix denn offiziell, dass das Umgehen der Regelungen toleriert wird? Im obigen Auszug aus dem Chat geht es ja auch „nur“ um die Nutzung eines VPN, nicht aber zwingend um ein VPN mit einer falschen Geo-IP.

  14. @Penultimo: Dann brauchen die bösen Kapitalisten der Filmbranche ja nicht dein Geld für neue Filme, sondern die machen wir einfach nun selber als Open-Source für lau. 😀

  15. „Wir können dich ohne Hinweis und Kompensation rausschmeissen, wenn du böse bist oder wir _vermuten_, dass du böse bist“.

    Ich wage zu bezweifeln, dass so eine Formulierung nach deutscher Gesetzgebung zulässig wäre. Wäre ja auch noch schöner…gib Geld, danke, tschüss, wir behalten das Geld.

  16. Egal. Dann macht man halt ein neues Konto auf.

  17. @Michael
    Wieso sollte das nur für die großen Firmen gelten?

    Thalon

  18. Ich mach immer bis die Sperre da ist, dann per Support schwören es nicht wieder zu machen und gut ist… So wurde mein PayPal Account für Spotify wieder freigeschaltet (weil darüber zig Testmonate für Freunde liefen)… Ich glaube derartig wird es Netflix auch machen…

  19. Throatwobbler_Mangrove says:

    Gähn, das steht beides schon ewig in den US-Netflix Terms of Use und in den deutschen AGB seit sie hier gestartet sind. Daraus jetzt zu konstruieren, das Netflix ab sofort bei Nutzung eines VPN sperrt, ist schon arg gewagt. Tipp: nicht alles blind glauben was auf reddit gepostet wird.

  20. Penultimo says:

    @mnemo
    Oder die Filmbranche sieht wie viele andere Branchen ein, dass sie völlig überbewertet mit Millionenbeträgen jonglieren und sich keine Freunde mit sowas macht. Kapitalistenschweine

  21. @ Penultino

    Dir steht es doch frei, jederzeit in die sozialistischen Menscheitsparadiese Namens Venezuela, Kuba, Nordkorea oder Simbabwe zu übersiedeln. Dann musst Du dich nicht mehr mit den widerlichen Annehmlichkeiten der Kapitalistenschweine wie frisches Klopapier, Strom aus der Steckdose, Netflix, Internet, Smartphones und Co herumärgern. Dort gehört bekannntlich allen Menschen alles und da kannst Du hemmunglos gratis genießen. Halt wie im Paradies. Ansonsten, hör schlicht auf anderen Menschen vorzuschreiben bzw. zu diktieren wie sie zu leben haben.

    Abgesehen davon, weißt Du woran mich Deine Wortwahl und Geist erinnern? An Faschistenschweine. Die reden in der Regel auch von Menschen als Schweinen, Klauen Dinge die nicht Ihnen gehören und wollen nur das Beste, am besten mit Gewalt. Links blinken um Rechts zu überholen. Extremisten wie Dich braucht keiner, sie sind eher eine Gefahr für ihre Umwelt.

  22. @Penultimo
    Ganz so extrem sehe ich das zwar nicht, aber ich sehe auch nicht ein, weshalb gute Schauspieler Hunderttausende bis Millionen von Dollar/Euros pro Film oder Folge verdienen müssen.
    Klar sind die gut in dem was sie machen, aber das sind halt andere in weniger beachteten Bereichen auch.
    Wenn die Ausgabenseite der Filmbranche nicht so hoch wäre, wäre auch der Druck für hohe Einnahmen geringer.

  23. @Thalon
    Das ist in vielen Seiten der Unterhaltungsbranche so. Ich krieg die Kretze, wenn ich mir die Gehälter von Fußballspielern ansehe. Oder wenn jemand für 40Mio. im Fußballerischen Menschenhandel herumgetauscht wird.
    Und andere Menschen arbeiten für nen Mindestlohn, obgleich ihr Aufgabe bei weiterem relevanter ist. 🙁

  24. Ich verstehe nicht ganz, wo da jetzt die Neuigkeit sein soll!?
    Dass ein Dienst Accounts sperren kann, wenn man gegen die AGB verstößt, ist doch das Normalste von der Welt.
    Das steht mit Sicherheit bei so ziemlich jedem Anbieter in den AGB.
    Und der Abschnitt darüber sagt auch nix über ein VPN-Verbot, da steht nur, dass Geolocation eingesetzt wird, von einer Umgehung ist keine Rede.

  25. @erhier: Die Neuigkeit ist offenbar die AGB-Änderung. Ansonsten stimme ich dir da voll und ganz zu. Wie du schon sagtest: Von Umgehung ist dort nirgends die Rede. Allerdings steht da halt, dass wir nur das schauen dürfen, was für unser Land lizenziert ist. Und dass sie sie halt die Herkunft prüfen.

    Und die zweite Änderung steht ja nicht nur in Zusammenhang mit 6C. Dass Accountsperrungen drohen können, wenn jemand sich nicht an die AGB hält, ist ja sonst auch keine Überraschung. Daraus jetzt natürlich zu machen, dass uns die Account-Löschung bei der VPN-Nutzung droht, klingt aber halt bedrohlicher.

    Warum überhaupt der Link zur englischen Variante der AGB? Steht doch auch alles unter 5c und 5h auf Deutsch. Ich zitiere mal:

    „Sie dürfen die Filme und Serien auf dem Netflix-Dienst in erster Linie in dem Land ansehen, in welchem Sie Ihr Konto erstellt haben, und nur in geografischen Regionen, in welchen wir unseren Dienst anbieten und für welche wir solche Filme und Serien lizenziert haben“

    Woher soll der Endverbraucher denn wissen, welche Serie in welchem Land lizenziert ist (klar, fehlt dann in Deutschland… trotzdem). In den USA wird der Dienst angeboten, also dürfte ich dort auch Netflix nutzen. Habe meinen Account zwar in Deutschland angelegt, aber da steht ja auch nur „in erster Linie“ und nicht „ausschließlich“ o. ä.; und von einer Umgebung mit VPN & Co. – kein Wort.

    Zudem steht unter 5h auch „beenden oder einschränken“ – ist also nicht mal gesagt, dass sofort die Sperrung droht.

  26. @dnaa
    Ein Skandal. Es ist mal wieder schön zu beobachten, wie man als Kritiker des Kapitalismus sofort Kommunist geschimpft wird. Hirn kehre ein, bitte.

  27. Filmstudios müssen umdenken um ILLEGALITÄT zu unterbinden. Indem Filmrechte weltweit in einer Weltweitvernetzung / Globalisierung lizenziert werden macht dies auf jedenfall Sinn…

    Ich kenn viele Nutzer die JETZT nach SOWAS lieber zu Movie2K & Co wechseln. Ich selber werde das nich tun. VPN war mir eh zu anstrengend

  28. @seankoellewood
    Stimmt, VPN ist anstrengend. Die DNS-Lösungen sind da viel eleganter (Set-and-forget) und meist billiger.

  29. Globalen Markt wollen die nur zum produzieren,oder ?
    Überall derselbe schrott… Soziale Ungerechtigkeiten ausnutzen beim Herstellen und dann „exklusivlizenzen“ für Länder bei Spielen und Filmen ?

    F.. U… Dann halt illegal und über zig wege, die nicht herauszubekommen sind.

    Ich zahl gern. Aber ich zahl nicht WUCHERpreise. Dagegen gibt e sogar Sitte und Moral im Gesetz, und ich wette KEIN Richter würde Netflix für diese AGB recht geben.

  30. Die Nutzung eines VPN ist immer dann praktisch, wenn man sich in einem öffentlichen oder unverschlüsselten Netz bewegt.

  31. @Penultimo

    Die filmbranche will natürlich für ihre Arbeit bezahlt werden. Willst du das nicht?

    Das Problem ist nur das in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche gehaltsgefüge vorhanden sind.

    Da gibt es jetzt 2 Möglichkeiten.

    1. wir machen überall die selben Preise. Der deutsche Michel freut sich und der Inder oder philipine schaut in die Röhre.

    2. wie machen unterschiedliche Preise. Jeder kann es bezahlen und alle sind glücklich

  32. @FlyingT
    Der Kommentar macht für mich keinen Sinn.
    Es gibt ja jetzt schon Erfahrungen wieviel insgesamt für einen Film lukriert wird über Streaming-Dienste.
    Wenn man den Preis insgesamt etwas höher ansetzt ist es ein Win-Win.

    Momentan sieht es ja so aus, dass viele Filme nur in den Ländern angeboten werden, die die meisten User haben.
    Auch verständlich.. Wenige User –> Ankauf unwirtschaftlich –> wenig Angebot –> wenige User

    Das Gehaltsgefüge spielt hier auf der Content-Anbieter-Seite eine geringere Rolle, als für den Streaming-Dienst, oder?
    Und offenbar sind momentan die Preise selbst für Deutschland zu hoch.

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