Mozilla: Update zum Schicksal der Firefox-Add-Ons im Jahr 2017

Firefox Artikel LogoMozilla hat sich noch einmal zum Schicksal der Add-Ons bzw. dem Aufstreben der WebExtensions in seinem Browser Firefox geäußert. WebExtensions sollen veraltete Techniken wie XUL (XML User Interface Language) und XPCOM (Cross Platform Component Object Model) ersetzen. Im Endeffekt solle die Umstellung laut Mozilla die Zulassung neuer Erweiterungen beschleunigen. Zudem wolle man so sicherstellen, dass alles für e10s (Electrolysis) fit sei. Dabei wird Firefox in mehrere Prozesse aufgespalten: einen für die Oberfläche und weitere für z. B. Plugins, Multimedia-Inhalte, etc. Google Chrome arbeitet etwa bereits auf diese Weise. 2017 will sich Mozilla entsprechend weiter auf die WebExtensions fokussieren.

Der Vorteil dieser Entkopplung ist, dass Veränderungen am Kern-Browser die WebExtensions nicht zwangsweise betreffen. Auch Entwicklern soll das die Arbeit erleichtern. Beispielsweise ließen sich Firefox-Erweiterungen dann einfacher für Opera, Chrome oder Edge portieren – und auch umgekehrt. Bis Ende 2017 und zur Veröffentlichung von Firefox 57 soll dann gänzlich auf WebExtensions umgestellt werden. Alle anderen Erweiterungen werden dann den Dienst versagen. Damit weder Entwickler noch Nutzer unverhofft lange Gesichter machen, wird Mozilla bei AMO ab Firefox 53 keine neuen Erweiterungen mehr annehmen, die nicht bereits auf den WebExtensions basieren.

Wie man sieht, schreitet die Vorbereitung auf die komplette Umstellung also voran. Einen Zeitplan mit mehr Details, inklusive Roadmap, aktualisiere Mozilla im entsprechenden Wiki laut eigenen Aussagen fortwährend. Auch in seinem offiziellen Blog werde man in den nächsten Wochen und Monaten Entwickler und Nutzer von Firefox auf dem neuesten Stand zu den Veränderungen halten.

 

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27 Kommentare

  1. Wenn dann solche essentiellen Erweiterungen wie „Classic Theme Restorer“ und „Stylish“, die die gesamte Browseroberfläche umkrempeln, nicht mehr nutzbar sind, ist der größte Grund für die Benutzung dieses Browsers dahin.

  2. Firefox lebt von bzw. durch seine AddOns. Da sollten es sich die Entwickler dreimal Überlegenheit, was sie tun.

  3. @ Fräulein Dreh: Die angesprochenen Erweiterungen funktionieren auch 2018 noch.

    Die Umstellung von Firefox gefällt mir sehr gut!

  4. Mir egal. Ich bin zum Fork PaleMoon gewechselt. Die bezeichnen klassisches XUL als primäre Addon Schnittstelle. Damit haben all die vielgenutzten Firefox Addons die ab V57 nicht mehr funktionieren dort eine Zukunft. https://www.palemoon.org/roadmap.shtml

  5. Wo laufen die denn alle hin?

    Ja so wird es mit Mozilla kommen… ich behalte noch ne weile für bestimmte Sachen 1-2 ältere Versionen. Sollte ein neues nicht mehr meine wichtigsten Belange abdecken wars das. Bin eh schon am abkoppeln von Moz&Co

  6. Dringend nötig hätten alle Browser mal ein Berechtigungssystem, mit dem man nach Android-Vorbild den Zugriff von Add-Ons auf bestimmte Teile des Browsers geben oder verweigern oder zumindest einsehen kann. Dann könnte man auch nach dem WOT-Skandal mit gutem Gewissen viele Add-Ons im Browser haben, zumindest solange sie richtig konfiguriert wären.
    Hier könnte Firefox doch mal als Browser, der sich für die Privatsphäre der Nutzer interessiert, eine Vorreiterrolle einnehmen.

  7. joergrossdeutscher says:

    Kein Classic Theme, kein Firefox. Punkt.
    Ich finde diese „reduzierten Interfaces“ einfach zum Kotzen.

  8. Ich bin erst vor paar Monaten wieder am Desktop und Mobil zu Firefox migriert.
    Ich benutze 1 Plugin, das mir Werbung und andere Scheiße blockt.
    Sehe dem gelassen entgegen…

  9. ich verstehe die heulerei nicht. mit der API WebExtensions können addons für firefox, chrome usw geschrieben werden. wir faulen, programmierunwilligen user werden zuküftig viel bessere und modernere addons bekommmen.

  10. Ich freue mich darauf. Endlich werden wir damit die schlecht-gepflegten Addons los. Ich verstehe einfach nicht warum es immer noch einige Addons geben, die nach wie vor einen Neustart brauchen und auch den Browser unnötig verlangsamen. Es macht auch keinen Sinn zwei Systeme parallel weiter zu entwickeln. Und die Addon-Hersteller hatten wirklich genug Zeit ihre Addons umzustellen. Selbst sehr komplex Firebug hatte es geschafft.

  11. @joergrossdeutscher: Bei mir ist es genau umgekehrt. Hätte Firefox noch diese antiquierte Oberfläche à la Classic Theme Restorer, hätte ich dem Browser längst den Rücken gekehrt. Die bisherigen UI-Anpassungen gefallen mir sehr gut, von „reduziert“ kann da wirklich keine Rede sein.

  12. Gute Entwicklung, was sollte man auch sonst anderes nehmen? Chrome, Opera, Vivaldi…. jeder Browserhersteller versucht irgendwann den User datenmäßig abzugreifen.

  13. joergrossdeutscher says:

    Wir bekommen nicht einfach eine „neue Technologie“, wir bekommen eine Technologie, die weniger kann als die bisherige.

    Es ist Augenwischerei, wenn Mozilla hier von „anpassen“ der AddOns spricht — es wird schlicht und ergreifend keinen „Classic Theme Restorer“ oder vergleichbare Erweiterungen geben, denn die neue Technologie ermöglicht solche Eingriffe in die Oberfläche nicht.

    Ich bin aber nicht bereit, auf eine Statusleiste zu verzichten, wo man URLs VOR dem klicken lesen kann. Ich will auch einen Downloads-Bar, wo ich ständig(!) sehen kann, was gerade läd und wie lange es noch dauert. Ich will im Location Bar auch die URL und das Protokoll und alle Parameter sehen und nicht irgendwas „gehübschtes“. Ich will auf einer klemmenden Site selber bestimmen, ob die den „Stop“ oder den „Reload“-Button drücke, und nicht einen einzigen mit Doppelfunktion haben, der ggf. zum Ende des Hängens auch noch einen Reload draufsetzt. Ich will getrennte Eingabefelder für „URL“ und „Suche“, und wenn ich in der URL „htp://“ eingebe, dann soll das einen Fehler melden und nicht den Quatsch zur Suche an Google schicken. Ich will in einer Desktop-Applikation kein „Hamburg-Menü“, ich will in neuen Tabs ein leeres Fenster und keine „Most visited and features something“-Inhalte, und ich will selber entscheiden, ob unsichere AddOns und defekte Zertifikate für mich ein Problem sind oder nicht, ob ich die trotzdem nutzen will oder nicht, und ob mich das überhaupt interessiert.

    Wer was anderes will, darf das gerne tun, aber Mozilla nimmt uns mehr und mehr die Entscheidungsmöglichkeit weg — erst bauen sie es aus der Oberfläche aus, und dann nehmen sie uns die Möglichkeit der Nachrüstung. Und ich frage mich, wo die mit der Strategie hin wollen — Lieschen Müller, der das alles viel zu viele Häkchen sind, nutzt sowieso Chrome oder Safari, wir brauchen keinen dritten Designer-Browser — DIE Sorte User ist längst anderswo und will da gar nicht wieder weg.

  14. @joergrossdeutscher: „Lieschen Müller, der das alles viel zu viele Häkchen sind, nutzt sowieso Chrome oder Safari, wir brauchen keinen dritten Designer-Browser — DIE Sorte User ist längst anderswo und will da gar nicht wieder weg.“

    Danke. Endlich sagt’s mal einer (außer mir. 😉 )

  15. @joergrossdeutscher

    du sprichst mir zu 100% aus der seele! endlich mal einer der versteht !

  16. @joergrossdeutscher
    Für die neue-Tab-Seite gibts ne setting mit der man nen neuen tab auf ne beliebige seite senden kann (auch die ganz leere aka about:blank )

  17. Nach 20 Jahren Netscape – Firefox scheint langsam das Ende meiner Partnerschaft eingeläutet zu werden. Spätestens seit V 48 und dem Ende nichtzertifizierter Addons, die noch sehr guten Dienst geleistet haben, aber nicht mehr gepflegt werden mussten, wird FF für mich immer fragwürdiger. Ich will entscheiden können, wie mein Browser aussehen und sich verhalten soll, das war das Erfolgskonzept von Mozilla.
    Derzeit schlage ich mich noch mit einer KombinationV 47 und Nightly durchs Web. Aber bei der nightly gibt es einige Probleme z.B. mit Password Hasher.

  18. @joergrossdeutscher, dein Beitrag hat wenig mit dem neuen Addonsystem von Firefox zu tun und zeugt vor allem von deiner eigenen Unkenntnis.

    Ich bin aber nicht bereit, auf eine Statusleiste zu verzichten, wo man URLs VOR dem klicken lesen kann.

    Jeder aktuelle Firefox zeigt ohne Addons die URL unten als Overlay an, auch ohne Statusleiste.

    Ich will auch einen Downloads-Bar, wo ich ständig(!) sehen kann, was gerade läd und wie lange es noch dauert.

    Möglichkeiten die Download-Dialoge zu modifizieren wird es auch mit WebExtensions wieder geben.

    Ich will im Location Bar auch die URL und das Protokoll und alle Parameter sehen und nicht irgendwas „gehübschtes“.

    Bis auf bei http://, welches ausgeblendet wird, zeigt Firefox sowohl das Protokoll als auch alle Parameter in der Leiste an. Ganz ohne Addon kannst du übrigens auch das redudante http:// wieder anzeigen lassen, indem du in about:config den Schalter browser.urlbar.trimURLs auf false setzt.

    Ich will auf einer klemmenden Site selber bestimmen, ob die den „Stop“ oder den „Reload“-Button drücke, und nicht einen einzigen mit Doppelfunktion haben, der ggf. zum Ende des Hängens auch noch einen Reload draufsetzt.

    Du musst ja viele kaputte Seiten besuchen… Wenn der Reload-Button angezeigt wird hätte ein Drücken von Stop eh keine Wirkung, aber wenn es dich beruhigt: Auch das wird mit dem neuen Addonsystem möglich sein.

    Ich will getrennte Eingabefelder für „URL“ und „Suche“, und wenn ich in der URL „htp://“ eingebe, dann soll das einen Fehler melden und nicht den Quatsch zur Suche an Google schicken.

    Getrennte Eingabefelder sind weiterhin ohne Addons möglich und um die URL-Bar nicht suchen zu lassen reicht es in about:config keyword.enabled auf false zu setzen.

    Ich will in einer Desktop-Applikation kein „Hamburg-Menü“,

    Eine klassische Menüleiste mit „Datei Bearbeiten…“ kannst du dir mit einem einfachen Rechtsklick auf die obere Toolbar anzeigen lassen. Niemand zwingt dich, dass Hamburgermenü zu benutzen – es lässt sich jedoch wie die URL-Leiste nicht ohne weiteres entfernen, damit unbedarfte Nutzer sich nicht mehr so einfach den eigenen Browser kaputt-modifizieren können. Kannst aber gerne in der userContent.css eine eigene Regel einfügen um das Menü zu entfernen.

    ich will in neuen Tabs ein leeres Fenster und keine „Most visited and features something“-Inhalte, und ich will selber entscheiden,

    Genau dafür gibt es auf about:newtab doch oben rechts ein riesiges Zahnrad mit dem du eben diese Seite in eine große weiße Seite ähnlich about:blank ändern kannst.

    ob unsichere AddOns und defekte Zertifikate für mich ein Problem sind oder nicht, ob ich die trotzdem nutzen will oder nicht, und ob mich das überhaupt interessiert.

    Schön für dich. Für die meisten Nutzer würde es eine erhebliche Gefahr darstellen, wenn Firefox nicht ausreichend „dramatisch“ davor waren würde.

    Wer was anderes will, darf das gerne tun, aber Mozilla nimmt uns mehr und mehr die Entscheidungsmöglichkeit weg — erst bauen sie es aus der Oberfläche aus, und dann nehmen sie uns die Möglichkeit der Nachrüstung. Und ich frage mich, wo die mit der Strategie hin wollen — Lieschen Müller, der das alles viel zu viele Häkchen sind, nutzt sowieso Chrome oder Safari, wir brauchen keinen dritten Designer-Browser — DIE Sorte User ist längst anderswo und will da gar nicht wieder weg.

    Firefox wird auf absehbare Zeit der mit Abstand am besten anpassbare Browser bleiben.

  19. joergrossdeutscher says:

    > dein Beitrag hat wenig mit dem neuen Addonsystem von Firefox zu tun
    > und zeugt vor allem von deiner eigenen Unkenntnis.

    Der Entwickler selbst sagt, dass mit der derzeitigen Plänen eine Umsetzung von CTR auf das neue System nur so wenige Features ermöglichen würde, dass es sich gleich ganz nicht lohnt:

    http://forums.mozillazine.org/viewtopic.php?p=14721955#p14721955

    > Schön für dich. Für die meisten Nutzer

    Tschuldigung, aber diese besch…eidene Begründung „…für Lieschen Müller…“ war es, die Firefox versaut hat. Firefox hat Heerscharen „Poweruser“ an Chrome verloren, und die installieren Lieschen Müller dann auch gleich Chrome. So sieht es aus.

    Firefox baut Features ein, für die es keine Abnehmer gibt. Und sie entfernen Features, die die jetzigen Nutzer vergraulen.

    Ich sag das mal ganz klar: Es mag sein, dass Firefox in diesem oder jenem Feature trotzdem noch besser als Chrome ist. Aber das dauernde Abwracken von Lieblingsfeatures vor meinen Augen hat mich einfach so wütend gemacht, dass ich schon aus Prinzip auf der Suche nach einer Alternative bin. Derzeit sieht es nach Vivaldi aus. DEr Browser mag technisch noch nicht so weit sein, aber das war Firefox früher auch nicht, und das Mission-Staement stimmt:
    1. Einbauen, einbauen, einbauen statt „reduzieren“
    2. Die Power dem User, nicht dem Lieschen.

  20. Firefox hat Heerscharen „Poweruser“ an Chrome verloren, und die installieren Lieschen Müller dann auch gleich Chrome. So sieht es aus.

    Die hat Firefox aber verloren als es noch gar keine Pläne für WebExtensions, kein Hamburger-Menü, keine zertifizierten Addons etc gab… und zwar weil Chrome in vielerlei Hinsicht schneller, sicherer und komfortabler war und immernoch ist.

    (Ich bin und bleibe aus anderen Gründen bei Firefox…)

  21. joergrossdeutscher says:

    Dem würde ich gern widersprechen. Dem möchte ich die Browserstatistik von https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Usage_share_of_web_browsers_%28Source_StatCounter%29.svg zugrunde legen.

    Firefox verliert seit 6 Jahren mit annähernd linearer Kontinuität Nutzer. Man sieht nicht, dass die Nutzer jetzt wegen dieser oder jener Änderung abgesprungen wären, sondern sie gehen kontinuierlich weg.

    Meine persönliche Erinnerung über diesen Zeitraum entspricht dem. Es gab einfach /dauernd/ Ärger. Ich kann eine endlose Liste machen: Australis. Zerstörung des selbst gehosteten Sync-Servers. Signierte AddOns. Rumfummeln am Locationbar, rumfummeln an Favicons, rumfummeln an der UI insgesamt. Ein viel zu zäher und später Start auf Android. Ein komplett aussichtsloses FirefoxOS. Teilweise zehn Jahre alte Bugs. Völlig unverständlich erhält man stattdessen Chat-Features, Später-Lesen-Features, PDF-Viewer— lauter Zeug, das in AddOns oder Plugins gehört hätte.

    Jedesmal sind Poweruser auf die Barrikaden gegangen. Immer wieder wurde abgelehnt, das wenigstens Konfigurierbar zu machen. Überhaupt wurde Konfigurierbarkeit von den normalen Preferences in die about: -Hölle ausgelagert — und selbst da wird die Konfigurierbarkeit eines Features dann ein Jahr mitgeschleppt und mit verebben der Protestwelle entfernt.

    Und immer wieder heisst es: Wir haben ja die Telemetriedaten, die User nutzen das gar nicht. Ja, Leute, weil typische Firefox-User euch gar keine Telemetrie-Daten schicken! Ich bin doch nicht bescheuert und schicke euch Absturzmeldungen, dass der Browser auf http://www.pudelbumsen.foo gecrasht ist (Ihr versteht mich schon 🙂 ).

    Man muss sich schon fragen, wer das denn sein soll, auf den der Firefox inzwischen zugeschnitten ist, wenn man eine derartige Abwanderungsbewegung aussitzen will.

    In Bezugnahme auf die „lineare Kurve“:
    Die Leute gehen. Einer nach dem anderen. Nach dem Muster „das war jetzt der Tropfen zuviel“. mozilla.org hat verlernt, seinen Nutzern zuzuhören und setzt auf Statistiken, und das ist die Konsequenz.

  22. joergrossdeutscher says:

    Nachtrag:

    Wenn das zweit-beliebteste AddOn in meinem Ökosystem nur eine Aufgabe hat:
    Die Designentscheidungen der letzten 10 Jahre zu revertieren — dann würde ICH die Designer feuern.

    Was macht Mozilla? Feuert das AddOn.

    Was soll man dazu noch sagen?
    Der letzte macht das Licht aus (falls der Schalter bis dahin noch nicht entfernt wurde.)

  23. @Anon:
    >“Möglichkeiten die Download-Dialoge zu modifizieren wird es auch mit WebExtensions wieder geben.“

    Da steht Aussage gegen Aussage. Und zwar deine gegen die z.B. der Entwickler von DownThemAll bzw. Classic Theme Restorer.
    Siehe:

    http://www.downthemall.net/the-likely-end-of-downthemall/
    https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/downthemall/reviews/816852/
    http://forums.mozillazine.org/viewtopic.php?p=14721955#p14721955

    Dreimal darfst du raten, wessen Aussage glaubwürdiger ist, liebe(r) Anon. 😉

    >“… indem du in about:config den Schalter browser.urlbar.trimURLs auf false setzt.“
    >“… reicht es in about:config keyword.enabled auf false zu setzen.“
    >“Kannst aber gerne in der userContent.css eine eigene Regel einfügen…“ etc.

    Du beschreibst hier keine Lösung, sondern das Problem. Nur weil einem DAU, der ohnehin bei Explorer (aka „das Internet“), Edge oder Chrome besser aufgehoben ist, von zu vielen Einstellungsmöglichkeiten ganz wirr im Kopf werden kann, sollen kognitiv normal begabte Benutzer also Einstellungen nur noch in about:config oder userContent.css vornehmen können. Na vielen Dank.

    >“Firefox wird auf absehbare Zeit der mit Abstand am besten anpassbare Browser bleiben.“

    Ja, mag sein. Nur ist das ein schwacher Trost.

    >“Die [Poweruser] hat Firefox aber verloren als es noch gar keine Pläne für WebExtensions, kein Hamburger-Menü, keine zertifizierten Addons etc gab… und zwar weil Chrome in vielerlei Hinsicht schneller, sicherer und komfortabler […] ist.“

    Ich kenne beide Browser und kann subjektiv keinen Geschwindigkeitsunterschied zwischen Chrome und Firefox feststellen, wenn keine oder wenig Erweiterungen installiert sind und wenig Tabs geöffnet sind. In Firefox kann ich hunderte Tabs geöffnet haben und der Browser bleibt benutzbar. Bei Chrome ist das nicht der Fall. Viele Addons machen die Chrome-GUI ebenfalls unbenutzbar. Und ob etwas „komfortabler“ ist, ist weitgehend Gewohnheitssache. Mozilla ist den Weg gegangen, Dinge für die relativ kleine Gruppe neu hinzukommener Benutzer vermeintlich „komfortabler“ zu machen, und dafür die größere Gruppe derer, die Firefox (oder gar Netscape) seit Jahren nutzen, zu veprellen.

  24. @joergrossdeutscher: „Ein viel zu zäher und später Start auf Android. Ein komplett aussichtsloses FirefoxOS.“

    Du hast ja mit allem völlig Recht, aber diese beiden Punkte kann ich nicht nachvollziehen. Wieso sollten ein spätes Erscheinen von Firefox für Android und erst recht FirefoxOS dazu führen, dass Desktop-Nutzer unter Windows oder Linux abwandern?

  25. 1. Firefox für Android war deswegen wichtig, weil ich meine Nutzerdaten syncen will.

    Wenn man bedenkt,
    – dass mobile Plattformen inzwischen wichtiger sind als Desktop
    – und das jeder Käufer eines Android-Handys begrüßt wurde mit „Hi, ich bin Chrome, möchtest Du kostenlos zentral deine Nutzerdaten syncen?“
    – dass Firefox für Android IMMER NOCH(!) keine Bookmarkverwaltung hat

    …dann würde ich davon ausgehen, dass viele User unter Android dann Chrome verwendet haben und auf dem Desktop, falls sie überhaupt noch einen haben, nachgezogen sind.

    2. FirefoxOS hat Ressourcen, Geld, Manpower gekostet, die bei der Browserentwicklung fehlten. Diese Zeit und dieses Geld haben die Mitbewerber in ihr Ökosystem investiert und haben Features und Verbesserungen entwickelt.
    Aus meiner Sicht ist Firefox heutzutage (wieder) genau so schnell wie die anderen Browser auch, das war aber genau zu diesem Zeitpunkt damals nicht der Fall.

    Ich finde, gerade in diesem Zusammenhang, dass Mozilla sich da immer wieder auf große Visionen fokussiert hat, statt endlich mal den aktuellen Browser zu fixen.
    Ein Beispiel: Vom ersten Tage an bis heute: Wenn man auf dem Mac eine Bild oder einen Link mit der Maus nimmt und auf dem Desktop ablegt, dann liegt mit jedem anderen Programm die Datei an genau der Stelle, wo man sie hingelegt hat — nur mit Firefox „verschwindet“ sie nach irgendwo oben rechts.
    Oder: Firefox-Android löst ß-Domains immer noch falsch auf, Firefox-Desktop tut das nach einigen Jahren endlich seit ein paar Wochen richtig.

    Das sind so „Annoyances“, die nerven jeden Tag mehr als das einmal in 10 Jahren ein Hamburgermenü aufgezwungen wird. Da ist keine Manpower für fixes da, aber für ein neues Handybetriebssystem, das geht?

  26. @Jörg: Dass mit dem Syncen kann ich nachvollziehen. Wahrscheinlich bin ich auf dem einfach Auge blind, weil ich Sync selbst nie intensiv benutzt habe. Ich will gar nicht, dass alles 1:1 synchronisiert wird. Das ginge auch gar nicht, da ich z.B. für berufliche und private Zwecke verschiedene Profile habe. Wenn ich Seiten auf mehreren Geräten nutzen will, greife ich z.B. auf Pocket zurück oder lege Links in einem eigens dafür eingerichteten Telegram-Kanal ab. Außerdem kann ich über Dropbox u.ä. geräteübergreifend auf Inhalte zugreifen. Aber nun gut, ich kann verstehen, dass vor allem Freizeit-Surfer eine Synchronisierung zu schätzen wissen.

    Den Punkt mit Firefox OS halte ich dagegen für weniger überzeugend, einfach weil ich nicht vermute, dass fehlende Manpower beim Browser zu Problemen geführt hat, die viele zum Wechsel nach Chrome motiviert haben. Die von dir angesprochenen Punkte „Ablegen von Links auf dem Desktop“ und „Umlautdomains“ scheinen mir sehr speziell zu sein. Ich jedenfalls lege nie Links direkt auf dem Desktop ab, und ich glaube ich habe noch nie eine Umlautdomain besucht… Ich würde auch nie jemandem empfehlen, eine Umlautdomain zu registrieren (höchstens aus taktischen Gründen), obwohl mein eigener Nachname ein Ö enthält, das in meinem URLs zu OE bzw. O wird.

    Aber selbst wenn mich vielleicht andere Dinge dieser Art stören (mir fallen gerade keine ein, aber es gibt sie definitiv), so sind das Kleinigkeiten, die eigentlich nicht ausschlaggebend sein sollten, zu einem komplett anderen Browser zu wechseln, der ebenfalls Schwächen hat. (Von Privatsphären-Problemen ganz zu schweigen, aber die kann man immerhin reduzieren, indem man statt Chrome Chromium oder Derivate verwendet.)

    Die Fehler liegen m.E. woanders. Solange Internet Explorer der Gegner war, hatte Firefox leichtes Spiel. Mit Chrome ist jedoch ein Konkurrent aufgetaucht, der für die „nur so rumsurfende“ Masse, die wenig Wert auf Optik und Anpassbarkeit legt, gut genug war, und den Google durch seine geräteübergreifende Marktmacht ebenso leicht als Standard etablieren konnte, wie Microsoft den IE in den späten 90ern gegen Netscape.

    Damals ist Mozilla konsequent einen anderen Weg gegangen als Microsoft und war damit erfolgreich. In der neuen Konkurrenzsituation hat Mozilla statt dessen den Fehler gemacht, dem Trend hinterherzuhecheln, d.h. die Optik von Chrome nachzuäffen und immer mehr gewohnte Anpassmöglichkeiten zu eliminieren. Das hat wiederum dazu geführt, dass viele sich gesagt haben „Dann kann ich ja gleich zum Original wechseln“.

    Durch die Abkündigung des bisherigen Add-on-Systems wiederholt man praktisch den Schritt von Opera, die ihren traditionsreichen Browser faktisch eingestellt und durch ein alternatives Chromium-Frontend ersetzt haben. Ich glaube nicht, dass Opera damit auf dem Desktop eine nennenswerte Zahl von Usern zurück- oder gar neugewonnen hat. Immerhin hat Opera unter Android sinnvolle Alleinstellungsmerkmale, im Gegensatz zu Firefox. Daher wird dieser Schritt Firefox nun wohl endgültig den Rest geben, und zwar auf allen Plattformen.

    Ich kann nur hoffen, dass die letzte XUL-Version von Firefox geforkt wird, vielleicht aus dem Umfeld von PaleMoon oder SeaMonkey, und daraus ein Browser für Desktop-Poweruser hervorgeht, der in einer Nische überleben kann.

  27. @Thomas : Eine sehr gute Analyse, die ich dir so unterschreiben würde.