Mozilla Firefox plaudert zum Multi-Prozess-Design

Die Umwandlung von Firefox in einen Multi-Prozess-Browser für alle schreitet voran. Bereits vor vier Monaten hatten Mozilla angefangen Firefox 48 als Multi-Prozess-Version mit einigen Usern zu testen. Später konnten ca. 50 % der User Firefox in jener Variante nutzen. Im Grunde erfasste man fast alle Nutzer, die ohne Erweiterungen auskommen. Laut Mozilla offeriere der Multi-Prozess-Firefox den Anwendern eine Steigerung der Reaktionsschnelligkeit um ca. 400 % sowie um 700 % beschleunigte Ladezeiten. Ab Firefox 49 begann Mozilla dann das Multi-Prozess-Design mit ausgewählten Erweiterungen zu testen und plant nun für 2017 die nächsten Schritte.

So unterstützen aktuell eben nur einige Erweiterungen den neuen Aufbau des Browsers. Ab Firefox 51 soll es nun so laufen, dass die Multi-Prozess-Version alle Nutzer und Erweiterungen erfasst, die nicht explizit als inkompatibel durch die Entwickler markiert wurden. Auf lange Sicht soll der Multi-Prozess-Aufbau Firefox flexibler machen: Die Leistung werde gesteigert und parallel erhöhe sich auch durch die Auslagerung der Content-Verarbeitung die Stabilität. In Nightly laufen laut Mozilla bereits erweiterte Tests – die Rückmeldungen werte man bereits aus.

Auf lange Sicht soll auch das sogenannte Security-Sandboxing durch die Multi-Prozess-Techniken in den Vordergrund rücken. Hier nutzt man Unter-Prozesse (Child Processes), welche als zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen herhalten. Mozilla weist jedoch darauf hin, dass das Re-Design von Firefox als Multi-Prozess-Browser immer noch Zeit benötigen wird, bis es endgültig abgeschlossen ist. Man sei aber von den Ergebnissen bisher begeistert und hoffe auch die Nutzer überzeugen zu können. Zu weiteren Updates wolle man bald Näheres bekannt geben.

(via Mozilla)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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19 Kommentare

  1. Ich habe Firefox mittlerweile den Rücken gekehrt, da sich die Entwicklung schon länger in eine Richtung bewegt welche ganz klar nicht mehr den anspruchsvollen Oder-Neiße-Linie professionellen Benutzer im Fokus hat.

    Bin mittlerweile mit dem Vivaldi Browser sehr zufrieden, er liefert eine Menge Funktionen mit welche ich sehr zu schätzen gelernt habe, und er nutzt die Chrome Engine was mit diversen Vorteilen verbunden ist.

  2. Firefox ist dank about:config der bei weitem am besten anpassbare Browser. Auch sonst hat er bei den Addons und Themes die Nase vorne. Eigentlich stört mich nur die etwas lahme Performance, deswegen freu ich mich wenn in der Richtung endlich was gemacht wird.

  3. @elknipso
    Oder-Neiße-Linie ? anspruchsvoll ? professionell ?
    Wovon redest Du so kryptisch?

  4. @Schwupps
    Sorry da hat die automatische Wortkorrektur zugeschlagen…
    „Oder-Neiße-Linie professionellen“ sollte „oder den professionellen“ heißen. Die Rechtschreibkorrektur von iOS schreibt manchmal ganz groben Mist.

  5. MonteCaterno says:

    Es wäre endlich an der Zeit dass der FF auch bei Tabbed Browsing nicht immer komplett lahmt, wenn in einem Tab mal etwas schief läuft oder ein Script Performance frisst.
    Bisher ist des FF nicht gelunden, sauber die Tabs zu trennen, so dass keine Performance-Einbussen entstehen. Das wäre viel wichtiger als ständig irgendwelche (für mich) sinnlosen verfettende Features standardmäßig mit einzubauen (bspw. Pocket).

  6. Auf meinem Rechner mit Intel Xeon E3-1240 v3 und 8GB RAM läuft Firefox mit standardmäßig 20 offenen Tabs völlig zufriedenstellend flüssig.

  7. @wurst
    Wäre auch wirklich schlimm wenn er das auf einem solchen System nicht täte.

  8. @elknipso
    öffne mal eine 5mb txt Datei in FF dann wirst du schon sehen das es nicht abwegig ist 😉

  9. @MonteCaterno
    Darum geht es doch unter anderem beim Multi Prozess Design. Wenn jede Tab in einem eigenständigen Prozess läuft, hast du die genannten Probleme nicht mehr.

  10. Ob man Firefox dann auch endlich parallel auf zwei Computern starten kann, wenn es um ein servergespeichertes Profil mit Ordnerumleitung geht? Chrome verhält sich da wunderbar und synchronisiert das Profil über mehrere PCs hinweg – Firefox heult seit 50 Versionen noch immer rum, dass er bereits geöffnet ist.

  11. Ich freue mich, dass der Firefox schneller wird. Grundsätzlich misse ich Chrome inzwischen kaum mehr. Er könnte noch etwas schneller sein und in der mobilen Version nen deutlich besseren Video Player vertragen aber insgesamt entwickelt sich der Browser ganz gut.

    Bei Vivaldi fehlt mir einfach noch zu viel. Vivaldi Sync für mehrere Rechner und Extensions sind ein Muss. Gleichzeitig hab ich gern auch mobil den selben Browser.

  12. GrandeCatastrophe says:

    Habe ich das richtig verstanden, dass das Multi-Prozess-Design nur funktioniert, wenn auch alle installierten Erweiterungen das unterstützen?

    In diesem Fall wäre das ein Problem, denn der große Vorteil von Firefox sind ja die ganzen verfügbaren Erweiterungen. Ohne Erweiterungen kann ich genausogut oder sogar besser den Opera benutzen. Und ich glaube nicht, dass alle Erweiterungs-Autoren Lust haben, ihre AddOns komplett umzukrempeln (siehe die aktuelle Web-Extensions-Diskussion, oder ist das sogar das gleiche Thema?)

  13. Hatte Firefox wegen Electrolysis erst kürzlich mal wieder ausführlich getestet, aber irgendwie bin ich nicht warm geworden. Nutze seit über 6 Jahren auf allen Geräten Chrome und das Gesamtpaket überzeugt mich immer noch am meisten.

  14. ich bin dem fuchs seit locker 10 jahren treu, weil ich bisher keinen browser gefunden habe der für mich besser ist. chrome hat nicht mal eine bookmark-sidebar und oben drauf kommen noch die „update-dienste“ die 24/7 den PC ausspionieren für „kundenverbesserungen“.

  15. Ich nutze den FF am liebsten, was mich allerdings stört ist die lahme Startzeit und die Reaktionszeit wenn ich mehrere Tabs gleichzeitig öffne. Das macht der Chrome deutlich besser! Auch die Autofill-Funktion vom Chrome ist echt klasse.. Das beste Feature, wieso ich beim FF bleibe ist, das keine Historie angelegt wird, das nervt gewaltig beim Chrome, unnötiger Ballast! Achja, beim FF hab ich mittlerweile auf einigen Seiten Probleme mit den Inhalten und Youtube macht nach einer Zeit nix mehr…

  16. Auf meinem ThinkPad Yoga 460 mit Fedora 25 Workstation läuft der Firefox sehr geschmeidig. Großartige Performanceeinbrüche kann ich auch mit 100 geladenen Tabs nicht feststellen.
    Startgeschwindigkeit ist auch wunderbar.

    Was mich beim Firefox hält ist: Quelloffenheit, keine profitorientierte Firma hinter dem Sync Service und eigene Sync-Server sind möglich (ich gehe davon aus, dass der ganze Browser weniger Daten sammelt), NoScript (auch in der mobilen Version für Android!), hervorragende Lesezeichenverwaltung

    Ich wüsste nicht, was Chrome/Chromium besser könnte. Performance ist schließlich nicht alles, sondern das Gesamtpaket muss stimmen. Und in Sachen für mich wichtiger Features bietet Chrome/Chromium vieles nicht. V. a. die Androidversion ist schwach aufgestellt (kann nichtmal eigene Suchanbieter festlegen; ich nutze searx.me und selten DuckDuckGo).

    Bin auf jeden Fall gespannt wie es nun mit dem Multi-Prozess-Firefox weitergehen wird!

  17. Bin auch zufrieden mit Firefox. Schneller und besser darf er natürlich trotzdem werden 🙂

  18. Hauptproblem sehe ich. Wenn die meisten Extensions nicht mehr laufen. Dann entfällt für mich der Grund für Firefox.

    Nun kann man sagen so ist das nun mal. Lauf der Zeit usw. Aber ich fürchte Mozilla wird zwangsläufig dann jede menge Nutzer verlieren,

    Schnelligkeit ist auch nicht alles.

  19. @GrandeCatastrophe:

    „Habe ich das richtig verstanden, dass das Multi-Prozess-Design nur funktioniert, wenn auch alle installierten Erweiterungen das unterstützen? […] Und ich glaube nicht, dass alle Erweiterungs-Autoren Lust haben, ihre AddOns komplett umzukrempeln (siehe die aktuelle Web-Extensions-Diskussion, oder ist das sogar das gleiche Thema?)“

    Angepasst müssen natürlich nur Add-ons werden, welche nicht kompatibel mit der Multiprozess-Architektur sind, nicht grundsätzlich alle. Worum es im Artikel geht, hat nicht viel mit tatsächlicher Kompatibilität zu tun, sondern mit einem Flag, welches die Entwickler von Erweiterungen setzen. In Firefox 50 ist das noch so, dass ein Add-on reicht, welches nicht das Flag für Kompatibilität explizit gesetzt hat, damit die Multiprozess-Architektur nicht aktiviert wird, in Firefox 51 wird es so sein (wenn alles gut geht), dass die Multiprozess-Architektur aktiviert wird, sofern kein Add-on installiert ist, welches nicht ausdrücklich als _nicht_ kompatibel markiert worden ist. Neben anderen Kriterien, Add-ons sind nicht die einzigen Kriterien.

    Das sind keine grundsätzlichen Kriterien, sondern Release-abhängige Kriterien. Die Kriterien ändern sich mit jedem Firefox-Release (und teilweise dazwischen durch Updates des entsprechenden System-Add-ons). Es geht dabei darum, dass die Multiprozess-Architektur noch in Entwicklung ist und noch nicht für 100 Prozent der Nutzer aktiviert wird, sondern Schritt für Schritt die Reichweite anhand bestimmter Kriterien erweitert wird. Ab irgendeinem Punkt wird die Multiprozess-Architektur immer aktiviert ist, unabhängig von den Add-ons. Wenn ein Add-on dann nicht kompatibel damit ist, geht es halt nicht mehr. Aber im Prinzip sind alle wesentlichen Erweiterungen mittlerweile kompatibel. Wenn ein Add-on jetzt noch nicht kompatibel ist, wird es _vielleicht_ nicht in dem Sinne von seinem Entwickler gewartet, wie es wünschenswert wäre. Aber die großen Add-ons, die mir einfallen, sind alle längst kompatibel. Von mir hat übrigens kein einziges Add-on eine Anpassung benötigt (ich habe mehr als ein halbes Dutzend Erweiterungen entwickelt). Ich musste nur das Kompatibilitäts-Flag setzen, damit diese die Aktivierung der Multiprozess-Architektur in Firefox 50 nicht verhindern. Hätte ich es gelassen, wäre die Multiprozess-Architektur für einige Nutzer halt einfach später aktiviert worden.

    Die „Web-Extensions-Diskussion“ ist nicht das gleiche Thema, nein. Es ist insofern verwandt als dass WebExtensions grundsätzlich kompatibel mit der Multiprozess-Architektur sind und daher von Beginn an als bevorzugte Migrations-Strategie empfohlen worden sind, aber bei den WebExtensions handelt es sich um eine komplett neue Erweiterungs-Architektur, welche die alten bisher unterstützen Architekturen komplett ablöst, nicht nur wegen der Multiprozess-Architektur.

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