Liquid Broadband: Neuer Mobilfunkanbieter möchte den Mobilfunkmarkt aufmischen

Nachdem sich Telefonica Germany und die E-Plus Gruppe zusammengetan haben, gibt es wieder Platz für einen neuen Mobilfunkanbieter in Deutschland. An dieser Position haben wir ja schon einige Firmen vermutet, so wäre es möglich, dass die Drillisch sich als vierte Mobilfunkmarke etabliert, nachdem sie von der Telefonica mit Kapazitäten großgezogen wurde. Es gab aber auch einige Gerüchte über einen möglichen Deutschlandstart der französischen Marke Orange.

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Während andere Netzbetreiber noch den konventionellen Weg gehen und ihren Aufbau durch klassische Funkstationen auf den Dächern von Gebäuden und Funktürmen positionieren, geht man bei Liquid Broadband einen ganz anderen Weg.

Hier setzt man auf ein ähnliches Konzept wie auch schon Freifunk oder die beiden Internetprovider Kabel Deutschland und Telekom mit ihren Hotspot-Lösungen, der Nutzer baut bei sich Zuhause eine Funkstation auf und bereichert so das Netz von Liquid Broadband.

Dr.Beate Rickert, Vorstandsvorsitzende von Liquid Broadband, erklärt: „Jeder kann die Netzversorgung in seiner Umgebung aus den eigenen Räumlichkeiten heraus verbessern und so die Qualita?t des Netzes, vor allem die durchschnittlich verfu?gbare Bandbreite, maßgeblich mitbestimmen“, weiter heißt es „Eine NetStation bekommt jeder, der mitmachen mo?chte. An Standorten, die das Netz sinnvoll erga?nzen, subventionieren wir die NetStations, deren Aufbau und Betrieb.“.

Eine solche NetStation funkt in einem Umkreis von rund 500 Metern und soll vom Format her wie ein Router aussehen, im Gegenzug dafür bekommt der Betreiber einer NetStation eine niedrigere Grundgebühr.

Außerhalb von Ballungsgebieten hingegen soll die Versorgung über Makro­Funkzellen gesichert werden. Liquid Broadbend funkt im Bereich von 694–790 MHz mit der LTE-Advanced-Technologie, einem Frequenzbereich, welcher erst mit der Versteigerung im Zuge der zweiten digitalen Dividende frei wird. Da ein kleiner Neueinsteiger wie Liquid Broadband bei solch einer Versteigerung ziemlich einfach überboten werden könnte, möchte man bewirken, dass ein bestimmter Anteil an Frequenzen für Neueinsteiger reserviert wird und nicht zur Versteigerung freigegeben wird.

Hinter Liquid Broadband steckt eine Gruppe von mittelständigen Investoren, welche allesamt noch nicht genannt werden möchten und Dr.Beate Rickert, ehemalige Cheflobbyistin von Kabel Deutschland. Dadurch, dass die Nutzer von Liquid Broadband ihr Netz selbst ausbauen, könnte man bereits kurze Zeit nach dem Markstart mit wenig Budget ein relativ gut ausgebautes Netz aufbauen. Da es mit der zweiten digitalen Dividende allerdings erst 2015 und 2017 losgeht, hat die junge Firma noch eine Menge Zeit um eine Infrastruktur aufzubauen und sich auf einen Marktstart vorzubereiten.

Persönliche Meinung: Ich hoffe sehr das sich dieser Markt ein wenig verändert, ich verfolge den Markt schon seit längerer Zeit und derzeit scheint niemand die richtige Idee zu haben um Aktionäre und Kunden gleichermaßen zufriedenzustellen.

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Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

13 Kommentare

  1. Ob diese Geschäftsmodel sinn macht? Ich jedenfalls möchte keinen Vertrag abschließen, wenn das super schnelle Netz am nächsten Morgen nur noch total lahm ist, nur weil der Nachbar bei seiner NetStation den Stecker zieht.

  2. 2026 ?!! Mich nervt es schon wenn hier über Sachen geschrieben werden, die erst in einigen Monaten erhältlich sind, aber 2026??? …

  3. der andere Peter says:

    @DocHobbit: es gibt genügend Ecken in Deutschland, wo das Netz grundsätzlich „total lahm“ ist, weil Telekom und Co. es für nicht lukrativ genug halten dort auszubauen.

    Ich kann mir gerade auf dem Land gut vorstellen, dass da genügend mitmachen – einfach weil es sie jeden Tag ankotzt Zuhause kein Netz zu haben. Wenn sich in jedem Dorf auch nur ein oder zwei Enthusiasten finden, wird das Ergebnis vielerorts schon besser sein als der Status Quo.

    Und in dem Artikel der WiWo stehen ja auch explizit Unternehmen und Kommunen als mögliche Betreiber der NetStations drin. Wenn man bedenkt, dass die in ländlichen Gegenden den Glasfaserausbau oft schon in Eigenregie erledigen (müssen), dann ist es ein logischer Schritt, sich auch dem Mobilfunk selber anzunehmen, sobald das mit überschaubarem Aufwand möglich ist.

  4. @der andere Peter: Nun sag mir mal, wo in Deutschland, nicht mindestens ein Netz funktioniert? Ja. Es gibt so verschiedene Gebiete, da kackt das Netz der Telekom ab. Da ist das Netz von E-Plus im Arsch oder man kriegt kein Telefonica rein. Dafür läuft dann aber mindestens Vodafone. Also EIN Anbieter kriegst du eigentlich IMMER irgendwie rein. Das ist natürlich blöd, wenn man als T-Mobile Nutzer in so einem D1-Funkloch ist…

    Daran würde aber so ein Netz auch nichts ändern.

    Flächendeckend ist das Netz der Anbieter jetzt schon. Sie sind halt nicht überall gleich gut ausgebaut.

  5. irgendein franz. anbieter hat sein netz auch so gestartet. bekamm ziemlich viel an zulauf und jetzt sind die gut dabei. allerdings 2026 noch sehr viel zeit. bis dahin hat man die wieder vergessen.

  6. der andere Peter says:

    @Benny: in meinem Heimatdorf (im Allgäu) ist es zum Beispiel tatsächlich so, dass die Turnhalle in einem Funkloch steht. Mit Vodafone oder Telefonica hast du da gar kein Netz, mit der Telekom bekommst du ganz hinten mit einem Handy mit sehr gutem Empfang einen Balken. Und wenn die Sterne günstig stehen, sogar GPRS!

    Abgesehen davon geht es hier ja auch und vor allem um Datenverbindungen, und da ist auf dem Land dann großflächig und bei allen Anbietern gleichzeitig EDGE das Höchste der Gefühle. Wenn du das zeitgemäß findest, ich tue es nicht.

    So ein dezentrales Netz würde dahingehend etwas ändern, dass die betroffenen Bürger, Unternehmen und Kommunen endlich selbst etwas für ihre lokale Netzqualität tun könnten und nicht auf die Telkos angewiesen sind, die wohl selbst dann, wenn in den Ballungszentren längst 5G oder 6G Standard ist, in der Provinz nichts verbessert haben werden.

  7. Das mit der Turnhalle ist im klassischen Sinne kein Funkloch. Die Hallen sind meistens Stahlbeton und das schirmt ziemlich ab.
    Im Fernsehturm meiner Stadt habe ich auch keinen Empfang, weil es physikalisch eben ziemlich Nahe an einen Bunker dran kommt.

  8. Worüber ich mich unglaublich freuen würde, wäre ein vernünftiges Prepaid LTE Angebot im Telekom oder Vodafone Netz. Wunsch: Congstar bietet die bisherigen Internetflats, von mit aus auch mit ein paar Euro Aufpreis, mit LTE an. Alles gleich lassen, nur mit LTE und fertig. Bisher ist es entweder zu teuer, an einen Vertrag gebunden oder im schrecklichen E-Plus bzw. O2 Netz. Verstehe nicht, wieso da nicht mal was sinnvolles kommt. Scheiß Neuland.

  9. Deniz Kökden says:

    Liquid Broadband hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass es bereits 2015 – 2017 in die heiße Phase (Versteigerung und Ausbau) geht. Ich habe bei meiner Recherche zu diesem Artikel Wikipedia als Quelle genommen. https://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Dividende#Zweite_digitale_Dividende

  10. Was wieder mal beweist, dass im Journalismus (zu dem ich auch ein Blog zähle; aber nicht nur dort) Sekundärquellen wie Wikipedia nur mit Vorsicht zu geniessen sind und eine Primärquellensuche nicht ersetzen, höchstens ergänzen.

  11. Mal sehen… Ich kann mich an eine Zeit erinnern, da wurde gegen Handymasten demonstriert…. Jetz stellen sich die Leute das bereitwillig ins Kinderzimmer oder was?

  12. Verizon nach Deutschland – sofort 🙂

  13. coriandreas says:

    Wollte Apple nicht die SIM revolutionieren und den Anbieterwechsel überflüssig machen? Oder es ist ein Einfallstor für Google und legt mit Google Fiber nach!