Innr Outdoor-Leuchten angeschaut: Farbige Spots und Lightstrips für draußen

Innr, niederländischer Hersteller für ZigBee-Leuchmittel, hat seit Anfang Juni auch einige Outdoor-Produkte im Portfolio sowie weitere in Planung. Konkret gibt es da derzeit Gartenspots „Smart Spot Colour“ sowie Lightstrips„Outdoor Flex Light Colour“  in 2 und 4 Metern. Beide Leuchten setzen auf RGBW, unterstützen 16 Millionen Farben und decken Farbtemperaturen zwischen 1800K – 6500K ab. Dank ZigBee-Lightlink-Protokoll lassen sich die Leuchten auch an bestehende Systeme wie eine Philips-Hue-Bridge, einen Echo mit Zigbee-Hub oder einen homee anbinden – Grund genug sich das Ganze etwas näher anzusehen. Über jene Zentralen kann dann auch eine Weiterverarbeitung durch Amazons Sprachassistentin Alexa oder den Google Assistant erfolgen. Hängt natürlich ganz von der verwendeten Zentrale ab, was da unterstützt wird. Vorneweg: An einer Hue Bridge wird HomeKit nur für Philips-Hue-Geräte unterstützt, hier fällt die Innr-Beleuchtung also raus.

Ersteindruck & Aufbau

Die Verarbeitung wirkt – wie im Übrigen auch bei sämtlichen anderen Innr-Produkten die ich schon in den Händen hatte – gewohnt hochwertig. Rein aus Verarbeitungssicht hatte ich da keinerlei Bedenken das Ganze im Außenbereich einzusetzen: Sämtliche Kabel sind mit verschraubbaren Dichtungen versehen. Wer sich hier nicht auf meinen Eindruck verlassen möchte, dem sei gesagt, dass im Falle der Spots eine IP65-Zertifizierung vorhanden ist und auch der Lightstrip ist mit IP67 zertifiziert. Innr gibt zudem an, dass die Leuchtmittel bei Außentemperaturen zwischen -20 und +40 Grad Celsius betrieben werden können – sollte für einen Einsatz hierzulande also kein Problem sein.

Für den Aufbau ist sämtliches Zubehör vorhanden. Im Falle der Spots ist man da flexibel, ob man auf den Erdspieß, zusätzlich eine Verlängerung oder auf direktes Verschrauben setzt. In Variante 1B war das mit dem beigelegten Werkzeug ein wenig „friemelig“. Die Spots waren aber dennoch recht fix montiert.

Im Lieferumfang der Spots liegen Verbindungskabel von 2 Metern bei. Weitere Verlängerungskabel mit 2 Metern bzw. 5 Metern lassen sich für 14,99 Euro bzw. 19,99 Euro dazu kaufen. Mit jenen lässt sich im Übrigen auch die Verbindung zwischen Netzteil und dem Outdoor-Lightstrip verlängern – hier setzt man auf identische Kabel mit identischen Verbindungsstücken. Auf bis zu 5 Spots lässt sich ein Strang an einem Netzteil erweitern. Wie eingangs erwähnt, liegen meinem Starterkit 3 Leuchten bei, wie oben auch grafisch dargestellt, habe ich das Ganze also bei mir für den Test aufgebaut. Ein Erweiterungsspot mit entsprechendem Verbindungsstück schlägt hierbei mit rund 34,99 Euro zu Buche.

Für den Lightstrip – in meinem Fall das Modell mit 2 Metern Länge – bietet man ebenfalls entsprechende Wandhalterungen im Standardzubehör mit an:

Einbinden

Das Anbinden an eine Hue-Bridge funktioniert gewohnt einfach: In der App die Bridge in den Koppelmodus versetzen. Die Innr-Leuchtmittel lassen sich durch 6-maliges an- und ausschalten resetten, jenes wird durch ein kurzes Aufblinken bestätigt. Da das Abklemmen mit dem Schraubgewinde wie auf der Bedienungsanleitung beschrieben nicht ganz so fix funktioniert, habe ich zum Koppelvorgang eine schaltbare Steckdose dazwischen gehängt um bequemer zwischen „Ein“ und „Aus“ zu wechseln. Daraufhin wurden sie im Hue-System schnell gefunden und konnten wie gewohnt eingesetzt werden. Wie eingangs beschrieben, werden die Innr-Leuchten nicht an HomeKit weitergereicht. Ebenso muss man auf Hue Entertainment verzichten – was man im Outdoor-Bereich aber sicherlich verschmerzen kann.

Ein paar Worte zum verwendeten ZigBee-Funkprotokoll an dieser Stelle: ZigBee spannt ein Mesh-Netzwerk auf. Sämtliche stromgebundenen Komponenten dienen hier als Repeater. Bei weitläufigen Gärten kann dies dennoch zum Problem werden, da müsst ihr etwaig weitere ZigBee-Produkte – zum Beispiel auch eine Steckdose – zwischenschalten. Die Reichweite hat sich zudem weiter verkürzt, wenn ich den Controller der Outdoor-Leuchten versuchte zwischen Steinen oder dergleichen zu verstecken.

Habt ihr nur ein kleines ZigBee-Netz aufgespannt, so reicht es teilweise, wenn nur eine Komponente vom Strom gekappt wird und die Outdoor-Leuchten sind nicht mehr erreichbar. Logisch. Gilt es dennoch – insbesondere eben für weitläufige Gärten – zu bedenken. Ich habe die Innr-Outdoorlampen recht nahe zum Haus platziert und selbst da wurde es dann empfangstechnisch teils eng. Steht die Verbindung, dann funktioniert das Schalten und Verändern von Einstellungen sehr fix und zuverlässig.

Das ist blaues Licht. Es leuchtet blau.

Sämtliche Innr-Outdoor-Produkte, auch die geplanten Sockelleuchten, setzen auf Niedervoltspannung. Innr gibt den Energieverbrauch eines Spots mit 4,5 Watt an. Ein Spot soll 230 Lumen im Abstrahlwinkel von 45 Grad liefern. Das war in meinem Fall für eine indirekte Beleuchtung auf weißer Fläche mehr als ausreichend. Der Durchmesser eines Spots beträgt hierbei 6 Zentimeter.

Beim Lightstrip kommt die 2-Meter-Variante auf 25 Watt und liefert 550 Lumen. Die Version mit 46 Watt kommt sogar auf 1000 Lumen. Pro Meter sind hierzu 96 LEDs verbaut. Auch hier liefert man wirklich eine ordentliche Helligkeit für ausreichende indirekte Beleuchtung. Großes Plus an dieser Stelle: Das Licht wird schön diffus durch den Lichtschlauch verteilt. Einzelne LEDs lassen sich hierbei nicht ausmachen. Hierdurch erreicht man außerdem mit 270 Grad einen großen Abstrahlwinkel – wobei jener sich natürlich je nach Anbringungsart unterscheiden dürfte.

Bei beiden Outdoor-Produkten liefert Innr satte Farben ab. Die dürften auch mit jenen aus dem Hue-Universum abgemischt sehr gut harmonieren und spielen durchaus in einer ähnlichen Liga. Neben den ordentlichen Helligkeitswerten lassen sich die Leuchten auch ordentlich runterdimmen. Hier spielt man definitiv auch vorne mit, wenngleich ich behaupten würde, dass sich die Hue-eigene Leuchten noch einen Tick mehr dimmen lassen – aber nagelt mich nicht darauf fest.

Fazit

Wer auf HomeKit verzichten kann, der bekommt mit den Innr-Outdoor-Produkten preiswerte Leuchten für den Außenbereich mit satten Farben und ordentlicher Helligkeit. Über Design lässt sich bekanntlich streiten, dennoch kosten die Innr Leuchten nur einen Bruchteil von den Hue-Lampen. Zum Vergleich: Die Lily Gartenspots schlagen im Dreierpack mit einer UVP von knapp 300 Euro zu Buche, jeder Spot zur Erweiterung liegt bei weiteren 90 Euro. Je nach Einsatzzweck lohnt sich für Zigbee-fähige Outdoor-Leuchten etwaig noch der Blick zu Osram.

Das Starterkit der Spots (3 Stück mit dabei) kosten – ohne Angebot versteht sich – 139,99 Euro. Wie bereits erwähnt, kostet jeder weitere Spot 34,99 Euro, bei 5 Stück ist dann Schluss an einem Netzteil. Für den 2 Meter Outdoor-Lightstrip werden 59,99 Euro fällig. Jener mit 4 Metern drückt mit 99,99 Euro auf den Geldbeutel.

Lichtverschmutzung – Nutzt die euch gegebenen Automationsmöglichkeiten!

Ohne hier das Thema Lichtverschmutzung zu weit ausführen zu wollen: Mit der Hue Bridge oder alternativen ZigBee-Zentralen habt ihr eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Automation. Jene reichen von der einfachen Zeitsteuerung bis hin zur Aktivierung der Leuchten über einen Bewegungsmelder. Macht Gebrauch davon, euer Garten muss nicht die gesamte Nacht hindurch RGB-farben die gesamte Straße erhellen.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Hinweis zur Lichtverschmutzung. Für viele nachtaktive Tiere bedeuten ausgeleuchtete Gärten ein unüberwindbares Hindernis.

  2. Danke für den ausführlichen Bericht und die Bilder. Der Lightstrip sieht schon sehr gut aus. Funktionieren diese Accessoires auch einem Trådfri-Gateway? „Normale“ innr-Birnen sollen ja gehen.

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