Huawei CEO Eric Xu mag Smartwatches nicht, weil man alles bereits auf dem Smartphone hat

Smartwatches gibt es mittlerweile recht zahlreich, allerdings hat es den Anschein als würden sie sich weniger zahlreich verkaufen. Die wenigsten, die eine nutzen, möchten sie missen, aber es gibt eben auch viele Menschen, die keinen Sinn in einem mit dem Smartphone gekoppelten Gadget für das Handgelenk, das eh nur das wiedergibt, was das Smartphone sowieso kann. Normalerweise würde man annehmen, dass Firmen, welche Smartwatches verkaufen möchten, das anders sehen. Tun sie im Fall von Huawei aber gar nicht so richtig.

Auf dem Huawei Analyst Summit 2017 erklärte Huawei CEO Eric Xu nun auf die Frage, ob man keine Angst vor dem Aussterben der Smartphones haben müssen da es immer mehr Wearables – nicht nur am Handgelenk – gibt:

„I’m not a man who wears watches, and I’ve never been optimistic about this market. In fact, I’ve never figured out why we need to wear smartwatches when everything we need is on our phones.“

Das ist doch eine sehr interessante Aussage, immerhin spielt auch Huawei auf dem Smartwatch-Markt mit. Zum Mobile World Congress gab es die Huawei Watch 2 in zwei Versionen. So richtig Vertrauen scheint Xu ja nicht in seine eigenen Produkte zu haben.

Sicher ist, dass Smartwatches noch lange nicht da sind, wo sie hin sollen. Weder in Sachen Funktionen, noch in Sachen Verkaufszahlen. Aber es ist eine stetige Entwicklung zu beobachten, auch viele Hersteller normaler Uhren sind mittlerweile dabei, Smartwatches anzubieten. Mit Android Wear 2.0 wird das genutzte System auch gleich wieder ein Stück attraktiver. Es ist eben ein schleichender Prozess anstatt das große Ding, das erwartet wurde.

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19 Kommentare

  1. Christian says:

    „Die wenigsten, die eine nutzen, möchten sie missen…“ Oh Leuuuuuuute…

  2. Ich stimme dem Mann komplett zu (trage auch keine Uhren) und jeder darf ja eine Meinung haben. Man muss auch nicht hinter jedem Produkt stehen und es nutzen. Nach der Logik hätten die Samsung-Chefs von Waschmaschine bis Panzer alles im Garten stehen 😉

  3. Henry Jones jr. says:

    @Christian, kann es sein, dass du den Satz nicht verstanden hast? Oder geht es dir darum, dass die Aussage nicht mit Zahlen belegt ist?

  4. Uhren die nur das anzeigen was ein Smartphone sowieso anzeigen kann. Richtig!

  5. „So richtig Vertrauen scheint Xu ja nicht in seine eigenen Produkte zu haben.“
    ist halt absoluter Blödsinn.. Muss der Chef von Pampers selber Windeln tragen, damit man sieht, dass er hinter seinem Produkt steht?

  6. Sascha Ostermaier says:

    @Fnkfrsh: Kenn mich bei Pampers nicht so aus in der Führungsetage, würde aber meinen, dass von denen keiner vor Analysten sagt, dass Stoffwindeln ja genauso gut trocken halten. Es geht um die Aussage, nicht darum, dass der gute Mann die eigenen Produkte nicht nutzt. Insofern ist Dein Vergleich halt absoluter Blödsinn.

  7. Henry Jones jr. says:

    Ich lese daraus nur, dass er kein Vertrauen in die Produktkategorie ansich hat bzw. keinen eigenen Nutzen erkennt. Öffentlich zuzugeben, dass man kein Vertrauen in die EIGENEN Produkte hat, wäre extrem dämlich. Der Vergleich von Fnkfrsh passt schon ganz gut

  8. Wo Smartwatches die man jeden Tag laden muss so oder so völler dummsinn sind. Technik ist im dem Bereich nicht dort wo sie sein müsste das es sinnvoll wäre.

    „So richtig Vertrauen scheint Xu ja nicht in seine eigenen Produkte zu haben.“

    das könnte man von Apple ja auch sagen, oder Samsung oder oder ….

  9. Huawei CEO Eric Xu mag Züge nicht, weil man ja auch mit dem Auto fahren kann – aber mal im Ernst, von nem CEO einer Firma die im Smartwatch-Markt mitspielt schon echt ne komische Aussage.

  10. Der gibt das Bild vom typischen Idioten in der Chefetage ab. Wenn er meint dass er kein Vertrauen in die Produktkategorie hat dann hat er logischerweise auch kein Vertrauen in die eigenen Produkte. Nicht nur das, er übersieht auch dass Smartwatches definitiv genügend Alleinstellungsmerkmale haben die sie vom blossen Display für Smartphones abheben.

  11. @Sascha: Gibt es irgendeinen Beleg für diese Aussage: „Die wenigsten, die eine nutzen, möchten sie missen“? Woher kommt diese Annahme?

  12. Henry Jones jr. says:

    @Kalle: welche Alleinstellungsmerkmale meinst du? Mir fällt nur das Schwimmen ein.

  13. Android Wear 2.0 hat meine Smartwatch langsamer und komplizierter gemacht. Ich sehe keine Notifications mehr, ich kann nicht mal eben per Knopfdruck das Display ausschalten und die Apps erreiche ich auch nicht mehr sofort durch Wischen.

    Eigentlich brauche ich die Uhr nur noch nachts um den Schlaf über „Sleep as Android“ aufzuzeichnen.

  14. Kann seiner Aussage nicht wirklich widersprechen, sehe den Nutzen der heutigen Smartwatches ebenfalls als begrenzt an. Wirklich interessant empfand ich lediglich Pebble. Ein Produkt, was den Spagat aus Spielzeug und Uhr am Besten hinbekommen hat.

    Würde nebenbei hier zwischen dem Vertrauen in die Produkte und das Vertrauen in den Markt differenzieren.

  15. > Die wenigsten, die eine nutzen, möchten sie missen

    Den Eindruck habe ich nicht. So richtig scharf war niemand drauf, den ich kenne. Und ich bewege mich in einem Gadget-affinen Umfeld.

    Dann bekamen alle in der Firma eine zu Weihnachten — aber gefühlt laufen inzwischen eher weniger Leute damit rum als damals.
    Ich selber habe sie sofort weiterverkauft — haben-wollen-Faktor exakt Null.

    Dank Fingerabrucksensor im Smartphone ist selbiges fast genau so schnell entsperrt in der Hand wie eine Uhr, ist dafür aber ein „ernsthaftes“ Gerät, und ich habe überhaupt keinen Bock auf so’nen Klumpen am Handgelenk.

    Meine Prognose: Tote Produktkategorie. So wie 3D-Fernseher, gekrümmte Bildschirme und dreirädrige Autos.

  16. Erst letzten Samstag hat meine Uhr wieder bewiesen wie super praktisch sie ist. Ich hab mein Handy versehentlich unter Papier versteckt. Als ich nen Anruf bekommen habe bin ich an der Uhr ran gegangen und konnte bereits telefonieren während ich mein Handy gesucht habe. Da ich mein Handy immer lautlos habe und es auch nicht vibriert, wenn die Uhr gekoppelt ist hat das Handy beim Anruf nicht auf sich aufmerksam machen können.

    Also ich will meine SmartWatch nicht mehr missen und hoffe, dass sie mit Android Wear 2.0 noch besser wird.
    Und übrigens schafft die erste Huawei watch bei mir etwa 3 Tage.

  17. @Henry Jones jr.
    Nicht nur Schwimmen, alles was mit Aktivität/Fitness und Tracking zu tu hat. Herzfrequenz, GPS, etc. Dazu Dinge wie Notifications, Karten, Musik etc während der Aktivität, bequemer und sicherer am Handgelenk. Ist alles aber nur für sportlich aktive Menschen relevant. Frage ist natürlich ob eine reine Sportuhr die bessere Wahl wäre.
    Dann Bezahlen, Benachrichtigungen, Sicherheitsanwendungen wie Einchecken oder Türen öffnen, Smart Home Bedienung, etc. Alles mit Smartphone möglich, aber ebenfalls bequemer am Handgelenk.
    Aber sicher haben die Dinger zur Zeit mehr Potential als reale Anwendungsfälle. Smartwatches werden sich breiter durchsetzen wenn neue Interfaces wie Voice und die Assistenten die sie antreiben mal erwachsen werden. Mit all den Privatsphäre Alpträumen die mit der Technologie einhergehen.

  18. Ich habe vor der Smartphone Ära schon Uhren getragen und tue das immer noch sehr gerne. Für mich gehört eine Uhr einfach dazu wie ein Smartphone oder der Geldbeutel.

    Ich benutze meine Apple Watch jetzt seit 2 Jahren mal mehr mal weniger aber stetig. Schalte ich sie abends aus kann ich sie locker 5 Tage mit einer Akkuladung benutzen. Ich nutze sie gerne zum Sport und als Freisprechanlage im Auto. An der Ampel kurz Nachrichten (NTV, N24, Focus) lesen ist auch ganz nett und vor allem muss ich im Auto nicht mehr mein Smartphone raus kramen bei einem Anruf oder bei einer Nachricht und kann mit einem Blick auf die Uhr entscheiden ob es wichtig genug ist um das Smartphone raus zu holen oder auch nicht. Auch ganz nett ist die Möglichkeit zum Armbandwechsel, man hat das Gefühl eine neue Uhr zu tragen.

    Im letzten Dezember hatte ich Sehnsucht nach einer Fossil. Die habe ich schon früher sehr gerne getragen. Die hatten sogar Smartwatches im Angebot. Ich musste als Technikfreak unbedingt eine haben. Leider überzeugte Android Wear 1.5 überhaupt nicht und nervte in Verbindung mit meinem iPhone mehr als dass sie nutzte. Das Design und die Meldung das Android Wear 2.0 kommen soll Liesen sie mich dann doch behalten. Jetzt erst wurde es Released und ich muss sagen sie macht jetzt mit der Version 2,0 sogar mehr Spaß wie meine Apple Watch. Vor allem der PlayStore auf der Uhr macht Lust auf tägliches stöbern nach neuen Apps. Was mir an der Fossil Q-Marshal sehr gut gefällt ist die Auswahl an sehr vielen Zifferblättern die es so bei der Apple Watch nicht gibt. Die Auswahl ist erheblich und man kann so seiner Uhr jeden Tag einen neuen Look verpassen. Es gibt Zifferblätter bei denen man Bereiche mit Funktionen von Apps belegen kann. Alleine schon wegen der Ziffernblätter würde ich jederzeit eine Smartwatch einer Klassischen Uhr vorziehen.

    Insgesamt möchte ich meine Smartwatches nicht mehr missen und würde mir keine „normale“ Uhr mehr kaufen. Ein Problem mit dem Aufladen habe ich überhaupt nicht, zum einen weil ich sowieso jeden Tag mein Smartphone laden muss und ich Zuhause am Abend sowieso keine Uhr mehr trage. Ob ich sie dann einfach so hinlege oder sie auf das Ladekabel lege ist wohl eher unerheblich. Ich bin sogar davon überzeugt das eine Smartwatch irgendwann vielleicht sogar ein Smartphone ersetzen kann weil es einfach praktischer ist so ein Gerät am Arm zu tragen anstatt in der Hosentasche. Die LG Watch Sport kann sogar unabhängig vom Smartphone als Telefon fungieren. Google hat meiner Meinung nach mit Android Wear 2.0 die richtige Richtung eingeschlagen. Mir gefällt Android Wear jetzt richtig gut.

    Liest man hier die Kommentare hat eine Smartwatch noch einen weiten Weg vor sich bis sie akzeptiert wird. An einen Flop oder wie man es nennen will glaube ich jedoch nicht. Es gibt viele neugierige Blicke auf solche Uhren und in meinem Umfeld gibt es schon einige Smarte Uhren. Jeder der eine hat will sie eigentlich nicht mehr missen, vorausgesetzt man weiß was damit anzufangen.

  19. Henry Jones jr. says:

    Hey Kalle, danke für die ausführliche Antwort! Da sind viele spannende Szenarien dabei (auch wenn das strenggenommen keine Alleinstellungsmerkmale sind 😉 )
    Ich stimme dir auch zu, dass da noch sehr viel Potential schlummert.

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