Google Workspace und Microsoft 365: Frankreich verbietet Einsatz von kostenlosen Angeboten in Schulen

Die kostenlosen Edu-Lizenzen von Microsoft 365 als auch Google Workspace wurden vom französischen Bildungsministerium für den weiteren Einsatz in Schulen verboten, da sie gegen geltendes EU-Recht verstoßen würden. Und genau an jenem Punkt würde uns diese Regelung auch betreffen. Stattdessen sollte viel eher auf kollaborative Suiten gesetzt werden, die nicht nur aus der EU stammen, sondern zudem die verarbeiteten Daten auch innerhalb der EU verarbeiten und behalten, statt sie zu Microsoft in die USA zu übermitteln. Auch hierzulande gibt es solche Überlegungen. So soll Microsoft 365 beispielsweise aus Datenschutzgründen aus Schulen in Baden-Württemberg entfernt und ersetzt werden.

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24 Kommentare

  1. „So soll Microsoft 365 beispielsweise aus Datenschutzgründen aus Schulen in Baden-Württemberg entfernt und ersetzt werden.“

    Ersetzt? Womit denn? Welche Software ist denn eine wirkliche Alternative und nicht eine 10% Lösung?
    Und warum geben Gewinnorientierte Unternehmen sehr viel Geld für MS Office aus, statt auf diese Alternative zu setzen?

    Das ist doch mmn. eine Langfristige große und Europaweite Aufgabe eine solche Lösung für Schulen, Universitäten und unsere Verwaltung zu entwickeln (mind. 5 Jahre, mind. 50 Entwickler).

    Erst dann kann man versuchen aktuelle Lösungen zu verbieten

    Jetzt müssen die Schüler und Lehrer mit absoluter Amateursoftware arbeiten und werden darin ausgebildet, kommen dann an Unternehmen und kennen sich 0 aus

    Wer trifft solche Entscheidungen?

    • LibreOffice ist eine funktionierende Lösung.
      Warum Unternehmen MS Office einsetzen? „Haben wir schon immer so gemacht“, „unsere Mitarbeiter lernen das schon in der Schule“, „alle anderen nutzen das“.
      Such dir was aus.

      Diese Entscheidung ist nur folgerichtig.
      Seit Jahren tanzen Microsoft und Google mit den kostenlosen Produkten für die Schule auf der Nase aller.
      Wenn man den Einsatz dieser Produkte nicht endlich mal verbietet, werden die Hersteller nichts an den Geschäftspraktiken ändern.
      Außerdem fördert man nur die Monopolstellung von Microsoft, wenn man sogar in öffentlichen Schulen schon Excel mit einer Tabellenkalkulation gleichsetzt.

      Wenn einem LibreOffice nicht gut genug ist, dann kann man das gesparte Geld ja in die Entwicklung stecken. Wenn das nur wenige machen, wird die Entwicklung noch schneller voran gehen.

      • Eine wirkliche Alternative wäre FreeOffice von Softmaker. Es liegt in den Tests auch häufig vor Libreoffice und kommt aus Deutschland.

        • Richard Rosner says:

          LibreOffice kommt von The Document Foundation mit Sitz in Berlin…

          Außerdem sollte Kompatibilität mit Microsoft krudem Möchtegern-Standard nun wirklich nicht im Vordergrund stehen, erst Recht nicht an Schulen. ooxml existiert einzig und alleine, damit es möglichst schwer ist, MS Office zu ersetzen. Der ISO-Standard dahinter ist die reine Farce

      • Das Experiment der Stadt München (LiMux) spricht hier Bände.
        Selbes wird auch in Schulen, Universität und Verwaltung passieren.

        Gleiche Diskussion bei MS Teams. Welche „Ersatz“ ist denn wirklich ein Ersatz?
        -> Keiner, deshalb setzen alle drauf

        • Du meinst das Limux, das im Grunde ganz gut lief, dann aber nach einem Regierungswechsel und dem Versprechen von Microsoft, das deutsche Hauptquartier nach München umzuziehen, eingestellt wurde?

          Limux hat sicher einige Fehler gemacht – zum Beispiel, dass sie ihre eigene Distro gebaut haben.
          Aber in München gibt es schon wieder Pläne, zurück zu Linux zu gehen.
          Limux war aus deiner Sicht also nicht das beste Beispiel.

          Ähnliches in der niedersächsischen Finanzbehörde. Seit Jahrzehnten setzte man hier Open Source ein. Und es hat hervorragend funktioniert.
          Bis 2018 auf einmal im Koalitionsvertrag stand, man wolle Microsoft. Aus heiterem Himmel. Ohne, dass es Probleme gab. Ohne Vorwarnung. Kein „wir suchen ergebnisoffen nache iner Lösung“, wie soetwas in Ausschreibungen zu stehen hat, sondern „wir wollen Microsoft.“
          Das kam für alle beteiligten unerwartet und es gab kein Verständnis.

          Auch dieses MS Teams halte ich für wirklich schlecht. Ich habe selten eine ineffizientere Software gesehen, was die Rechenleistung angeht.
          Teams hat einen großen Vorteil: Es ist bereits integriert. Es erstellt und Termine und kommt bei Office direkt mit.

          Du scheinst irgendwie zu denken, nur Microsoft würde bestimmte Dinge hinbekommen.
          Keine Frage – die machen einiges richtig. Ich nutze AUCH Windows. Aber man muss denen eben auch mal die Grenzen aufzeigen, was mit der Entscheidung aus dem Artikel hier scheinbar passiert.
          Windows/Office spielt eine riesige Rolle bei Anwendungssoftware. Aber bei allem, was im Hintergrund läuft, eben nicht. Hier spielen vor allem offene Lösungen eine Rolle.
          Das Internet ist voll mit offener Software, nur die Dinger, die direkt an einen Monitor angeschlossen sind, laufen meistens mit Microsoft Software.

      • Libre Office ist schön und gut, setzen wir auf den Schüler PCs auch ein.

        Office365 und Google Classroom sind hier in Deutschland eher für die Arbeit der Schüler zuhause interessant, Stichpunkte hybrider Unterricht, Schulschließungen zu Corona etc. Das kann LibreOffice nicht einfach so. Moodle ist die Software der Wahl meines Bundeslandes dafür, davon bin ich eigentlich auch ein großer Freund. Nur unsere Schüler können damit größtenteils nicht umgehen.

        Die letzten zwei Jahre haben mir aber gezeigt, dass unsere Schüler mit Software, die keine moderne App ist, nicht umgehen können. Selbst mit den Apps auf ihren Smartphones können sie das kaum. Und nein, das können wir Lehrer nicht abfangen. Schüler bekommen in den seltensten Fällen Hardware gestellt (zumindest in meinem Bundesland nicht), so dass es ein wildes Sammelsurium an Geräten gibt: iOS, Android 13 bis 7, manchmal auch einfach kein Endgerät. PCs oder Laptops haben die wenigsten zuhause. Tablets, Handys und Spielekonsolen sind alles, was es gibt. Da Schülern zu helfen ist schwierig, von den rechtlichen Fallstricken, wenn ich ein Schülergerät bediene, mal ganz zu schweigen.

        Letztens hatte ich einen wilden Fall: Schüler sollte ein Foto hochladen, welches im Unterricht gemacht wurde (Kunstunterricht). Mobiler Router für Schüler WLAN war da, der Schüler war auch verbunden. Er konnte nur bei Moodle einfach nicht die Datei hochladen. Ich will ihm helfen, konnte aber nicht, da das Handy auf Persisch gestellt war und alles übersetzt wurde, auch Ordnernamen.
        „Stell mal bitte Deutsch ein.“
        „Ich weiß nicht wie, Herr Appleby.“
        „Aber wie hast du denn Persisch eingestellt?“
        „Das habe ich vergessen.“

        Ich habe oft das Gefühl, dass bei den Diskussionen immer nur an ältere Schüler oder Gymnasien oder Grundschulen mit Elternhäusern gedacht wird, die eine gewisse Bildungsnähe und ein gewisses Einkommen haben, gedacht wird.

    • Wozu braucht man mehr als 10% von MS Office in der Schule? Wozu man mehr an der Uni braucht, kenn ich aus der Erfahrung. Aber in der Schule …

    • Baden-Württemberg testet derzeit die dPhoenixSuite.

      Das sit wohl eine OnlineOffice auf LibreOffice-Basis.
      https://www.phoenix-werkstatt.de/
      Man wird sehen was daraus wird. Unser Schulträger geht da etwas auf Distanz und ist bisher eher der Meinung, dass das Land das Ganze an den Schulen in Trägerschaft des Landes erstmal ausführlich testen soll.

  2. Das ist mal wieder viel zu kurz gedacht. Datenschutz ist wichtig, ja, aber hierfür gibt es zum einen die DSGVO, und zum anderen AVVs die man zwischen dem Anbieter (Microsoft, Google) und dem Kunden abschließen kann. Wenn man den eigenen Gesetzen nicht vertraut, wozu dann erschaffen?

    Microsofts 365-Produkte bzw. die Google Workspace-Produkte sind absoluter Standard in fast jedem Unternehmen. Diese bereits in Schulen und an Universtitäten einzusetzen hilft der Jugend sich mit den Basis-Applikationen ihrer Laufbahn auseinanderzusetzen und diese zu kennen.

    • Ich sehe es andersherum:
      MS Office ist in Unternehmen der Standard, weil die Mitarbeiter das kennen.
      Das Geschäftsmodell ist doch wie am Bahnhof: Der erste Schuss ist gratis!
      Kinder lernen in der Schule, dass es eigentlich nur MS Office gibt. Die Kinder lernen nicht, wie eine Tabellenkalkulation funktioniert, sondern wie man Excel bedient.

      Langfristig könnte hier eine Förderung von freien Office-Suiten durch den Staat Abhilfe schaffen. Schließlich spart man ja auch Geld, wenn man sich die Lizenzen im Business- oder Behördenumfeld für Microsoft spart.

    • Genau, indem man die Jugend schon in der Schule auf Microsoft konditioniert stellt man auch sicher dass nur nie jemand wagt mal über den Tellerrand zu blicken. Schön weiter das Quasi-Monopol festigen. Tolle Idee.

    • Mit Google und MS kannst Du leider keinen rechtsgültigen AVV mehr abschließen, Grund ist der CLOUD Act in den USA. Aus dem Grund haben auch zum Beispiel Anbieter wie die Telekom ihre ursprünlich als DSGVO-konform verkauften O365/Hosted Exchange Lösungen abgekündigt, bei denen der Betrieb durch Microsoft erfolgte. Der Cloud Act regelt, dass die amerikanischen Sicherheitsbehörden auf Daten von Firmen, in die den USA sitzen und auf deren Töchter und der deren Daten unter Umständen Zugriff bekommen, was mit der DSGVO nicht vereinbar ist.

      Zitat aus dem Medien:

      „Der EuGH kam im Juli 2020 zu dem Schluss, dass das Datenschutzniveau in den USA unter «Privacy Shield» nicht den Standards der EU entspreche. Die Richter bemängelten vor allem die weitreichenden Möglichkeiten des Zugriffs von amerikanischen Geheimdiensten auf Daten von Europäern“

  3. Weiß jemand was zum aktuellen Stand in BaWü? Ja, es sollte ab Sommer kein MS Office mehr geben – aber was hat sich tatsächlich getan? Ich weiß, dass die Schule meines Kindes jedenfalls weiterhin fröhlich Office nutzt und sich lautstark gegen einen Verweis auf die Abschaffung wehrt…

  4. Ich will aber, dass die Kinder in der Schule etwas lernen, das sie später weiterbringt – und nicht mit einem Produkt lernen müssen, das ideologisch geprägt ist. (Software muss aber offen sein … und frei … und kostenlos … pfui, böses Google, böses Microsoft!)

    Für mich würde Apples Office-Suite alleweil ausreichen. Aber ich verwende trotzdem Microsoft 365, weil es der De-facto-Standard ist und ich damit deshalb nie Ärger habe.

    Das kann einem gefallen oder nicht – aber das Leben ist zu kurz und dieses Abo zu günstig, als dass ich mich für solche Spielchen ereifern würde. Das überlasse ich gerne den Open-Source-Fanatikern.

    • Ich stimme dir zu, dass Kinder in der Schule etwas lernen sollen, was sie später weiterbringt.
      Aber bringt es sie weiter, wenn sie lernen, dass eine bestimmte Funktion sich in einem bestimmten Reiter verbirgt, oder dass sie lernen, wie eine Tabellenkalkulation funktioniert?
      Es muss keine offene Software sein, aber sie hat einfach gewisse Vorteile.
      Wegen mir kann es auch das in einem anderen Kommentar FreeOffice von Softmaker sein.

      Ich kenne niemanden, der Office wirklich mag. Man kennt es einfach. Aber niemand mag Office. Es ist einfach schrecklich zu bedienen. Bestimmte Funktionen befinden sich in so derbe verschachtelten Untermenüs, dass man jedes mal eine Internetsuche starten muss, um die Funktion wiederzufinden. Warum kann es denn dann keine Alternative sein?
      Microsoft tanzt uns seit Jahren auf der Nase herum. Und es gibt (wenn ich dich richtig verstehe) ja keine Alternative.

      Freie Office Software wird sogar von einigen Staaten verwendet. Darunter Frankreich, Spanien und Italien. Und du willst mir erzählen, dass das nicht funktioniert?

      Mit der Forderung, den Kindern MS Office beizubringen, bringst du dich in eine Abhängigkeit. In eine Abhängigkeit einer Software, die niemand wirklich gerne benutzt. Nenn es Ideologie, denunzier mich als Fanatiker. Aber wenn man MS nie zeigt, dass es Alternativen gibt, wird es nie besser. Monopole waren für den Endanwender noch nie das beste.

  5. Wie ist es denn / war es denn bisher? Microsoft, Apple, Google mit ihren Betriebssystemen und Software-Paketen teilen sich den Markt und im Compouterbereich kommt man an Microst und Apple quasi nicht vorbei. Linux mit seine vielen unterschiedlichen Distributionen ist und bleibt ein Nischenprodukt, weil trotz grafischer Oberflächen nicht einfach zu bedienen und auch die Treiberunterstützung fehlt teilweise.

    Wir sind nun mal meistens mit Windows groß geworden und mal ganzu ehrlich – ich für meine Teil kann damit leben.

    Übrigens habe ich hier von jedem was Windows, IOS und auch ChromeOS und Linux sind in unterschiedlichem Maße im Einsatz, wobei Windows und IOS die Hauptrolle spielen.

    Vllt sollten wir mal über den Wahnsinn mit dem teilweise völlig hirnrissigem Datenschutz nachdenken?

    Meiner Meinung nach ist Datenschutz wichtig und richtig, aber in meine Augen wird meist an den falschen Stellen von Datenschutz gefaselt, wo ander Sachen, wo es denn wichtig wäre, offen stehen wie ein Scheunentor.

    Jetzt Software, die etabliert ist und in 95% aller Firmen, Haushalte etc etc zum Einsatz kommt zu verbieten, weil man Angst vor igendwelchem Datenmissbrauch hat ist völlig daneben bzw kommt viel viel zu spät.

    Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen und kommt dort nicht mehr raus. Und ich find das gut so.

    • Wir haben offensichtlich eine andere Auffassung über Privatsphäre, auch wenn du sagst „Datenschutz ist wichtig und richtig.

      Dieses Verbot hat in meinen Augen zwei Aspekte:
      Privatsphäre und Marktmacht.

      Lassen wir mal den Marktmacht-Aspekt weg.

      Meinst du nicht, dass Microsoft Office auch ohne Probleme mit anständiger Privatsphäre anbieten könnte?
      Wenn Microsoft keine ganze Generation in einem ganzen Land (und eigentlich ja sogar der EU, die DSGVO gilt ja in der ganzen EU) verlieren möchte, dann werden sie nachgeben.
      Und dann ist der Einsatz von Office nach dem Kriterium ja auch wieder okay.

      Aber zu sagen „ist halt jetzt so, und wir sollten es nicht ändern“ halte ich für falsch.
      Nur, weil es wo anders schlimmer ist, kann man doch nicht alle anderen Baustellen ignorieren.

  6. Kinder sollten in der Schule mit Office-Software grundsätzlich nicht in Berührung kommen. Das findet doch jetzt auch nur als „PC-Unterricht“ statt und die Kinder dürfen dann Bilder in Word rein kopieren oder etwas sinnloses Schreiben. Sinnvoll ist es, den Kindern den Zugang zum Programmieren zu ermöglichen. Dafür braucht es kein Office, sondern Lehrer mit Informatikkenntnissen.

  7. Mannomann, dieses Rumgejammere immer „Microsoft ist böse“, „Google missbraucht unsere Daten“, „Open Source ist soo viel besser“ usw. usw.

    Fassen wir doch mal Fakten zusammen:
    – Diese Eltern und Möchte-gern-Experten (auch in der Politik!) sind die ersten, die auf iPhones und iPads bestehen (ist euch schon mal aufgefallen, dass Apple meist entweder aus der Diskussion rausgehalten wird oder als Positivbeispiel genannt wird?)

    – Open Source hat es schlichtweg verschlafen. Egal welcher Anbieter. ZU SPÄT! Und da red ich nicht von Funktionen, sondern vom gezielten Aufbau einer brauchbaren Konkurrenz. Aber jetzt jammern: „Die sind so böse weil sie klüger waren und deswegen schneller. Mama, das ist sooo gemein!“

    – Eines meiner Lieblingszitate ist immer: „Wenn man die Kinder auf Microsoft konditioniert, dann sehen sie später nichts anderes mehr.“
    Ja, richtig: sie sehen nichts anderes mehr. Aber nicht, weil sie’s frühzeitig gelernt haben, sondern weil professionell agierende Unternehmen damit arbeiten. Und den Kids das vorzuenthalten ist nichts anderes, als ihnen vorsätzlich Grundqualifikationen vorzuenthalten.

    Resümee ist, dass die, die am lautesten Schreien, entweder am wenigsten Ahnung haben (ich sag nur Landesdatenschutzbeauftrage mit Philosophie-Studium…) oder am meisten von einer Lobby geschmiert werden, die ihr Geld in politische Unterstützung investiert statt in konkurrenzfähige Produkte.

    Monopole sind schlecht, keine Frage. Aber mit What-aboutismem und rumgejammere ein totes Pferd auf die Strecke zu prügeln bringt halt auch nix.

    Die einzige Lösung, die bleibt, ist die großen Anbieter auf ihre Verpflichtung des Datenschutzes festzunageln und in Dialog zu gehen.

    Randbemerkung: MS hat sich schon lange dazu verpflichtet, die DSGVO allumfänglich einzuhalten – wenn über MS gestritten wird, dann meist im Rahmen von Nutzungsvereinbarungen aus Coronaanfängen. Klar ist das keine Absolution, aber eine Basis für sinnvollen, zukunftsorientierten Diskurs.

    • Carassius, so kann ich deinen Kommentar nicht stehen lassen.

      Zitat 1:
      „Fassen wir doch mal Fakten zusammen:
      – Diese Eltern und Möchte-gern-Experten (auch in der Politik!) sind die ersten, die auf iPhones und iPads bestehen“

      Du redest hier von Fakten, scherst aber alle über einen Kamm? Methodisch fragwürdig. Dass es kein Fakt ist, den du hier vorträgst, ist schon alleine durch mich belegt.

      Zitat 2:
      „Die sind so böse weil sie klüger waren und deswegen schneller. Mama, das ist sooo gemein!“

      Wenn du mit deinem Kommentar ernsthaft etwas erreichen möchtest, solltest du solche Beispiele sein lassen. Das denunziert einfach die Leute, die auf der Sachebene in eine andere Richtung argumentieren als du.

      Zitat 3:
      „Und den Kids das vorzuenthalten ist nichts anderes, als ihnen vorsätzlich Grundqualifikationen vorzuenthalten.“

      Ich möchte also den Kindern ganz bewusst und mit voller Absicht Grundqualifikationen vorenthalten? Das ist das, was du damit aussagst. Das würde ja implizieren, dass ich eine böse Absicht gegenüber den Kindern hätte. Ich kann dir sagen: So ist es nicht. Ich glaube einfach, dass es immer wertvoller ist die Grundkenntnisse zu erhalten als einen konkreten Pfad zur Lösung eines Problems angezeigt zu bekommen. Mit dem Grundverständnis kommt man nämlich auch dann weiter, wenn sich der Pfad mal ändern muss.

      Zitat 4:
      „Resümee ist, dass die, die am lautesten Schreien, entweder am wenigsten Ahnung haben (ich sag nur Landesdatenschutzbeauftrage mit Philosophie-Studium…) oder am meisten von einer Lobby geschmiert werden, die ihr Geld in politische Unterstützung investiert statt in konkurrenzfähige Produkte.“

      Du machst es schon wieder. Du scherst alle über einen Kamm. Jemand, der sich also gegen Microsoft ausspricht, kann per Definition nur geschmiert sein oder keine Ahnung haben? Warum argumentierst du so?
      Und wenn du schon so argumentierst: Und wo sind denn die Lobbyisten für Open Source Software im Lobbyregister, beispielsweise der EU? Microsoft ist übrigens hier: https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0801162959-21

      Zitat 5:
      „Die einzige Lösung, die bleibt, ist die großen Anbieter auf ihre Verpflichtung des Datenschutzes festzunageln und in Dialog zu gehen.“

      Hier stimme ich dir uneingeschränkt zu. Und ich sehe das Verbot auch als klaren Warnschuss an Microsoft:
      „Haltet euch endlich an Gesetze, oder akzeptiert alternativ, dass eine ganze Generation in Europa aufwächst, ohne staatlich gefordert an eure Produkte herangeführt zu werden“.

  8. Es gibt bestimmt Programme die in der Wirtschaft einfach Standarte sind. Darunter gehören MS Office Produkte.
    Bei SAP protestiert komischer weiße niemand.
    Dann ist es mir doch lieber das meine Kinder sich damit auskennen und es bedienen können anstatt einen Nachteil zu haben.
    Und für alle die Datenschutz in der Schule anführen, welche Daten sind da den so sensibel?
    Ich höre nie Beispiele alle führen einfach nur den Datenschutz an.
    Jedes der Kinder hat heute ein Smartphone und 90% der Eltern kümmerte der Datenschutz da 0. Einfach mal schauen ob die Kinder WhatsApp, Instagram und Tiktok nutzen. Aber bei MS Office wird die Sau durchs Dorf getrieben.

    • Richard Rosner says:

      Spoiler: selbst wenn du in der Schule schon mit MS Office indoktriniert wirst, heißt das nicht mal im Ansatz, dass du es im Arbeitsumfeld bedienen können wirst. Schulen haben für gewöhnlich Stein alte Software, inklusive MS Office. Unternehmen bieten da für gewöhnlich deutlich aktuelleres. Und das, was sie in der Schule lernen, reicht maximal für einen einfachen Bürojob. Für alles, was darüber hinausgeht, wirst du ohnehin eine Fortbildung brauchen (oder einfach googlen müssen). Daher ist das nun wirklich kein Grund, Schülern schon solchen Müll vorzusetzen.

      Daher sollen Schulen eben nicht MS Office lehren, sondern allgemeines Wissen über sowas wie Text- und Tabellenverarbeitung, sodass es am Ende egal ist, was sie irgendwann mal einsetzen werden. Schulen sind in keinster Weise dafür da, Monopole zu stärken.

    • Moment mal, da läuft gerade argumentativ etwas schief.
      Die Frage lautet doch:
      Warum zum Teufel will Microsoft ÜBERHAUPT Daten davon haben? Das ist doch die Art und Weise, wie die Argumentation zu laufen hat. Wenn man der Meinung ist, dass es moralisch nicht so sein sollte, dann ist es zumindest vom Gesetz her so. Und da reicht eben nicht „wir haben ein berechtigtes Interesse“.
      Und dann mal die Frage:
      Wieso muss Microsoft wissen, wann und wie oft mein Teams-Fenster im Vordergrund ist? Wieso muss Microsoft wissen, welche Inhalte die Teams-Sitzung haben? Warum muss Microsoft meinen Anrufverlauf haben?
      Warum muss Microsoft wissen, was in meinem Dokument steht? Warum muss Microsoft wissen, wie lange ich daran gearbeitet habe? Warum muss Microsoft wissen, wann ich von der Arbeit an dem Dokument abgelenkt wurde?

      Das alles kann man doch wirklich nur dann als unkritisch sehen, wenn man sich der Macht und der Aussagekraft von Metadaten nicht bewusst ist.

      Und dieses „Ich lebe an Stelle A nicht möglichst datensparsam, daher kann man es mir an Stelle B absprechen“ ist doch nun wirklich kein passender Vergleich.
      Und selbst wenn: Ein Grund wäre doch: An der einen Stelle bekomme ich es vom Staat vorgeschrieben, an der anderen hätte ich theoretisch die Wahl und mache es freiwillig.

      Ich muss mich nicht rechtfertigen, wieso ich meine Privatsphäre NICHT an Microsoft opfern möchte. Microsoft muss sich rechtfertigen, wieso sie denn unbedingt an meine Privatsphäre wollen. Und „sonst geben wir dir nicht, was du willst“ ist dank der DSGVO nunmal eben unzulässig.

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