Datenschutz: Microsoft 365 wird wohl aus Schulen in Baden-Württemberg verschwinden

Laut dem Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg, Dr. Stefan Brink, sollte Microsoft 365 aus den Schulen im Bundesland verschwinden. Schüler sollten bis zu den Sommerferien 2022 Alternativen für den Schulbetrieb erhalten. Ab dem kommenden Schuljahr sei dann die Nutzung von MS 365 an Schulen zu beenden. Andernfalls müssten die Schulen den datenschutzkonformen Betrieb des Cloud-Angebots der Redmonder eindeutig nachweisen.

Brink werde laut offizieller Mittelung in Kürze auf Schulen zugehen, welche den Cloud-Dienst Microsoft 365 (MS 365) oder MS Teams verwenden. Er wird dann seine rechtliche Bewertung vorstellen und einen verbindlichen Zeitplan einfordern, der den Umstieg auf Alternativen vorsieht. 40 Schulen werde der Landesbeauftragte aufsuchen und die individuellen Einzelfälle betrachten. Dem voraus gingen lange Gespräche mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg.

So wurde gemeinsam der Einsatz von MS 365 an Schulen geprüft. Von Microsoft und beteiligten Dienstleistern wurde eine funktionell eingeschränkte und möglichst datenschutzkonforme Konfiguration von MS 365 für den Pilotbetrieb zur Verfügung gestellt. Dabei wurden aus datenschutzrechtlicher Sicht bedenkliche Features wie die Erfassung von Telemetrie- und Diagnosedaten abgeschaltet. Zudem gab es weitere Sicherheitsfunktionen und Accounts nur für Lehrkräfte, nicht jedoch für Schüler.

Dennoch wurde schon im April 2021 durch den Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit von der Verwendung von MS 365 abgeraten. Im Rahmen des zuvor abgehaltenen Pilotprojekts sei es nicht gelungen, eine datenschutzkonforme Lösung zu finden. Weitere Informationen zu der ganzen Angelegenheit findet ihr z. B. hier und auch hier. Empfehlungen gibt es anstatt für MS 365 beispielsweise für die Lernplattformen Moodle und itslearning oder das Web-Konferenzsystem BigBlueButton.

Schulen, die dennoch MS365 verwenden wollen und die Ansicht vertreten, dass ihre individuellen Konfigurationen die datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllen, müssen dann aufschlüsseln, wie sie den konformen Betrieb sicherstellen wollen. Dies müssen sie im Zuge ihrer Rechenschaftspflicht nach Artikel 5 Absatz 2 Datenschutz-Grundverordnung eindeutig nachweisen. Ob es da viele „Querschläger“ geben wird, ist aber wohl noch nicht abzusehen.

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88 Kommentare

  1. So bombt man die Schulen eines ganzen Bundeslandes wieder zurück in die digitale Steinzeit oder glaubt wirklich jemand, dass es in absehbarer Zeit ein Softwarepaket aus heimischer Produktion gibt, dass auch nur annähernd die Funktionalität, Stabilität und Skalierbarkeit von MS Office/Teams erreicht?

    Mir tun die Schüler und Lehrer in BW leid, die jetzt einen großen Teil dessen, was sie in den letzten 2-3 Jahren an Erfahrungen und Wissen rund um die Lösungen gesammelt haben, in die Tonne treten können.

    • Bei Teams wird es schwierig mit einer offenen Alternative.
      Office ist unkritisch, da tut es Libre Office / Open Office wunderbar im Schulumfeld.

      • Hallo ElKnipso, bei Libre ist aber nur die Textverarbeitung einigermaßen mit Screenreadern nutzbar – die funktionalität anderer Module wie der Tabellenkalulation ist hier wesentlich eingeschränkter als bei Excel – auch wenn es da auch Verbesserungsmöglichkeiten gibt , leider immer noch . Das heißt : gerade integrativ beschulte Kinder mit Seheinschränkungen sind – mal wieder – in den Allerwertesten gekniffen. Generell ist leider im Open-Source Bereich Accessibility leider immer noch glückssache , – auch wenn MS hier auch Mist gebaut hat und immer noch baut – z. B. ribbonbänder die für leute die ohne Hingucken arbeiten müssen einfach verrwirrender sind als die klassischen Pull-Down-Menues – sind die meisten Module von Libre oder Open-Office nicht gerade gut nutzbar . Und big Blue Button schon gar nicht . Aber klar auf dem Altar des Datenschutzes und wenn es gegen US-Tech-Konzerne gibt dürfen wir paar Leute mit Seh-einschränkungen ruhig auf der Strecke bleiben.

        • Hallo Andreas. Ich denke niemand will ernsthaft beeinträchtigten Menschen die es eh schon schwer genug im Leben haben, das Leben noch schwerer machen.

          Dieser Anwendungsbereich ist ein Sonderfall, um den geht es bei solchen grundsätzlichen Diskussionen zu Open Source an Schulen nicht.

          Die von Dir genannten technischen Einschränkungen kann ich in dem Bereich nicht beurteilen. Wenn dem aber so ist spricht absolut nichts dagegen für derartige Sonderfälle weiter Microsoft Lösungen zu verwenden.

    • Mir tun die Schüler Leid, wenn sie nicht nur nicht lernfähig sind, sondern auch noch zu blöd, die Zukunft zu erlernen. Selbiges gilt für Lehrer. Im Grunde genommen kann man Schulen dann gleich abschaffen.

      • Ein Schüler sollte in der Schule lernen mit einer Textverarbeitungssoftware umzugehen, und nicht mit den proprietären Produkt einer Firma in einer bestimmten Version.

        Das ist in etwa so als wenn sich der Maler Lehrling beschwert, dass er nur mit dem Pinsel eines Herstellers arbeiten kann.

    • Das heißt theländ!

    • Es wäre gut, wenn man Medienkompetenz und Informatikkentnisse auf die Inhalte beschränkt und es nicht zur Werbeveranstalltung für MS-Produkte wird.
      Wenn man z.B. nur mit MS Word Briefe schreiben kann und man mit anderen Programmen komplett aufgeschmissen ist, tun mir die Schüler leid.

      „Stabilität von Teams“, der war gut. Ich habe selten ein instabilieres Programm gesehen. Über Excel will ich gar nicht schreiben, das macht nur schlechte Laune.

    • Also bist du der Meinung das ohen die MS Produkte die Welt untergeht?
      Sorry aber dieses schmalspur Denken kann ich nicht verstehen.

      Mit LibreOffice nur um eine Alternative zu nennen. Sollte jeder Schüler zurecht kommen.
      Viele Eigenschaften und Funktionen sind dem MS Produkt so ähnlich, sodas es jedem halbwegs normalen Menschen später gelingen sollte auch auf ein MS Produkt umzusteigen.

      Die Schulbücher werden in den Schulen auch von unterschdiedlichen Verlagen heraus gegeben und wenn diese Menschen nachher in die Berufswelt entlassen werden haben sie es bislang auch geschafft.

      Es lebe die Vielfalt.

      • LibreOffice und Alternative – der war gut! Das Teil kann man nur eine „teilweise“ nutzbare Alternative nennen. Ok, auch Microsofts Office ist nicht zu 100% perfekt – aber nahe daran. LibreOffice ist bei einigen der Teile und Funktionen leider noch sehr weit entfernt (bzw. mit wirren Problemen behaftet bzw. unschöne Effekte treten auf). Man kann es benutzen – oft sind einige Dinge umständlich, aber es geht – doch es gibt immer wieder unschöne Überraschungen.
        Ich muss täglich mit verschiedenen Office-Produkten (unter verschiedenen Systemen, verschiedenen Linux-Distries auf verschiedenen Plattformen und auch Windows im virtueller Umgebung /VDI) arbeiten – immer sind die Office-Pakete von Microsoft besser – z.B. bei Excel und Word kann keine Konkurrenz mithalten. Bei anderen Bereichen muss man sich an Abstriche gewöhnen – oft benutzt man dann das volle Potential der MS-Programme schlicht nicht mehr wenn man zwischen den Produkten unterschiedlicher Hersteller hin und her wechseln muss.

  2. Diese Datenschützer sollten nicht nur ihre Bedenken äußern, sondern im gleichen Zuge Alternativen aufzeigen, die den Anforderungen gerecht werden.
    Die Alternativen müssten für die Schulen auch finanziell tragbar sein.

    • LibreOffice. Man kann sich auch anstellen.. Ich finde es gut, wenn Schüler mehr quelloffene Software nutzen und lernen, das es auch Alternativen zu den Produkten von M$ gibt.

    • Alternativen aufzeigen ist nicht Aufgabe des Landesdatenschutzbeauftragten. Das Kultusministerium hat für eine datenschutzkonforme Lösung zu sorgen.

    • Oliver Müller says:

      Nein. Es ist nicht Aufgabe der Datenschützer, Alternative zu zeigen. Genausowenig wie es Aufgabe des Polizisten ist, dem Autofahrer, dessen Auto er abschleppen lässt, weil es eine Feuerwehrzufahrt blockiert, zu erklären, wo er in Zukunft besser parken kann.

  3. Ich könnte nicht mehr von einem deutschen Beamten erwarten als das.

    • Ich glaube du wärst auch gerne Beamter.

      • Sagen wir mal so um alleine die Rente, Boni in der Krankenpflege und das Niveau der Absicherung in der freien Wirtschaft zu erreichen muss man lange sehr gut verdienen.

  4. DragonHunter says:

    Bitte mehr solcher Datenschutzbeauftrager, die ihren Job ernstnehmen und den zuständigen Stellen den Marsch blasen.
    Bisher wurde das Thema Datenschutz viel zu sehr mit Samthandschuhen angefasst oder komplett ignoriert.

    Ich wünschte, die DSB in NRW hätte auch mal die Courage und würde gegen die Nutzung von Cisco und MS365 an Hochschulen vorgehen.
    Das würde zwar einigen Unternehmen ziemlich weh tun, aber das muss dem/der DSB egal sein. Die DSGVO gilt!

    • Hast Du denn funktionierende Alternativen? Damit meine ich nicht Hammer und Meißel oder einen Overheadprojektor.

      • LibreOffice, Mastodon, Jitsi, und so weiter. Opensource, datenschutzfreundlich und nicht schlechter als die Produkte von Microsoft. Andere Software: Thunderbird statt Outlook, Firefox, ChromIUM statt Edge, Linux Mint statt Windows, etc.

        Wobei natürlich Linux statt Windows m.E. nicht sinnvoll ist, obwohl ich selbst Linux in meinen System nutze und Windows nur virtualisiere. Aber für den Rest gibt es mehr als gute Software.

        • Kann man mit LibreOffice denn mittlerweile gemeinsam an Dokumenten arbeiten?

          • Wer macht das denn, außer als Spieltrieb Gründen.
            Immer wenn es zu solchen Anwendungsszenarien kommt, Teil entweder jemand den Bildschirm oder man schickt sich doch den Kram per Mail hin- und her. Und warum? Weil Menschen so sind und selten parallel an einem Dokument arbeiten.
            Dieses ganze überall,gleichzeitig und immer ist doch ein Sau, die vom Marketing durchs Dorf getrieben wird, um Nachfrage nach Produkten zu generieren, die sonst niemand bräuchte.
            Sharepoint-Sites werden auch meist genutzt, um Ordner anzulegen.

            • Bitte schließen Sie nicht von Ihrer Haltung und Arbeitsweise auf Andere. Wer noch nie so gearbeitet hat, dem fällt es vermutlich schwer sich das vorzustellen, aber alle Menschen die ich kenne sind froh Ihre beschriebene Arbeitsweise hinter sich gelassen zu haben und nun deutlich produktiver und frustfreier arbeiten zu können.

          • Oliver Müller says:

            Ja, schon lange, u.a. mit Collabora Online Office:
            https://nextcloud.com/de/collaboraonline/

            • @Ollinase: in meiner Firma wird täglich mehrfach zusammen an Dokumenten gearbeitet. Ein zentrales Excel liegt zum Beispiel auf dem Sharepoint eines MS Teams Channels und da bin ich nie alleine, wenn ich darauf zugreife (kann man oben rechts sehen). Fehlende Kollaboration käme für meine Firma daher einem Rückschritt gleich und entspräche auch gar nicht unserer Form der Zusammenarbeit.

              @Oliver Müller: danke für die Info!

        • Bei Microsoft 365 bekomme ich nahtlos Integrierte, skalierbare und vor allem inzwischen vom Hersteller betriebene Lösungen. Es reichen halt nicht nur Software-Alternativen, sondern es braucht auch Know-How zur Konfiguration und Anbieter, die das Ganze in ähnlicher Qualität für die Schulen betrieben. Das scheitert schon alleine an den gängigen Ausschreibungsverfahren der Behörden, aber eben auch den schlecht aufgestellten deutschen Anbietern (nicht umsonst setzen die meisten trotz Datenschutzrisiken auf US Cloud Anbieter wie AWS & Co.). Die Realität an vielen deutschen Schulen mit bspw. Jitsi ist leider, dass der Betrieb nicht sauber gewährleistet ist und während des die Videokonferenzen technisch zusammenbrechen.

      • Oliver Müller says:

        Was soll das Gejapse nach Alternativen? Die Nutzung von Office 365 ist illegal, das ist der Punkt. Selbst wenn es keine legalen Alternativen gäbe macht das die illegale Nutzung von Office 365 noch lange nicht legal.

        • Thorsten Kramer says:

          Wie kommst Du darauf, dass die Nutzung illegal sein soll? Mal abgesehen davon, dass hunderte Unternehmen in der EU damit arbeiten und Microsoft DSGVO-Konformität zusichert: Es gibt bislang keine einzige Gerichtsentscheidung, die einen Rechtsverstoß bestätigt.

          • Oliver Müller says:

            Weder die Nutzung hunderter Unternehmen, noch ein fehlendes Urteil, legalisieren die Nutzung.

        • Weil einfach nur verbieten keine Lösung ist. Wenn man den Schulen keine gleichwertigen Alternativen an die Hand gibt werden diese alleine aus der mit heraus schon keine andere Wahl haben als die Verbote zu ignorieren.

          • Oliver Müller says:

            Es wird nicht einfach nur verboten, es ist bereits verboten! Die Schulen setzen sich heute bereits über das Verbot hinweg.

            Nochmal: Es wird nicht legal, nur weil es angeblich keine Alternative gibt.

            • Es geht ja eigentlich um die DSGVO konforme Speicherung von Nutzerdaten. Mit einer T-Systems Cloud für MS wäre das erledigt. Kostet halt was extra kann dann aber bei der MS Lizenz abgezogen werden. Schon ist die Nutzung legal. Zum Thema offene Software wie bspw. Linux. Wer soll das denn betreuen? Jeden Tag zwei drei Pakete mit Updates versorgen und das über alle Clients hinweg. Das macht dann der Rektor in der Schule? Wir haben eh schon zu wenig Lehrer und die machen das im Zweifelsfall dann.

            • Das ist schlicht falsch was Du hier die ganze Zeit vehement behauptest. Ob und wenn unter welchen Auflagen und Maßnahmen eine bestimmte Lösung mit den Vorgaben des Datenschutzes vereinbar ist (oder eben auch nicht), ist juristisch interpretierbar und muss am Ende individuell vor Gericht geklärt werden. Die Datenschutzbehörden der einzelnen Bundesländer legen das auch sehr unterschiedlich aus (im Süden eher offen, Richtung Norden eher dagegen). Wenn eine Datenschutzbehörde meint ein Unternehmen/Schule verletzt die DSGVO weil es bspw. M365 nutzt, kann die Behörde ein Bußgeld verhängen und muss dies im Zweifel vor Gericht auch durchsetzen. Das gelingt den Datenschutzbehörden manchmal, aber meistens eben auch nicht – insbesondere auch weil die Gerichte verstehen dass es nicht immer sinnvolle Alternativen zur Nutzung gibt.

              Von pauschal verboten kann also überhaupt keine Rede sein!

  5. Die Lösung OpenTalk könnte auch eine Alternative sein.
    Ich bin mir aber nicht sicher, ob M365 wirklich nicht datenschutzkonform ist.

    • Das ist das Problem… Ich finde es auch immer wieder irritierend, wenn MS Office angeblich nicht „legal“ sein soll aber quasi überall eingesetzt wird…

  6. Stefan Haller says:

    Datenschutz finde ich richtig und wichtig.
    Nur darf man die Schulen dann auch nicht alleine lassen mit dem Thema. Da sollte dann auf Landesebene eine Alternative Bereitgestellt und auch zentral betreut werden.

    Man kann es doch nicht den Schulen überlassen, so ein Thema dann zu treiben. Zumal noch datenschutzkonform.
    Wer soll das den machen, der Erdkundelehrer?

    Sowas muss zentral bereitgestellt und verwaltet werden. Sonst hat am Ende auch jede Schule was anderes und das kann ja nicht zielführend sein.

  7. Tja, ab zur Steintafel und Keilschrift ^^
    The Länd zeigt sich mal wieder innovativ und schafft frühzeitig die Transformation in die Zukunft.
    Datenschutz über alles, aber Termine zum Elternabend bitte wie bisher per WhatsApp und alles bei Amazon mit dortiger Amazon Card zahlen sowie beim Örtlichen die Payback-Karte hinhalten.
    Sowas von Realitätsferne gibts auch nur dort.
    In jeder größeren Firma die international tätig ist sowie kommunaler Verwaltung werden entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt.
    Danke an den Datenschützer, dass die Kiddies noch unfähiger ins Berufsleben entlassen werden

  8. Brink soll schon mal Hammer und Meißel bereitlegen und genügend Marmortafeln in Auftrag geben.

  9. Kenne über 50 Schulen, in BW, die das nutzen.

    Bin gespannt, wie die Unterscheidung zwischen Firmen und Schulen von statten gehen soll. Konnte mir bisher noch niemand erklären, warum gegen Schulen geschossen wird und gegen Firmen, die M365 nutzen nicht.

    Ich vermute A. F. als treibende Kraft, der halt die „Low hanging fruits“ erntet, und das ist halt, Schulen anzugehen, die die furchtbaren Lösungen von Belwue und Bitbw nicht mehr ertragen haben. Hätte er Eier, hätte er einfach die Fresse gehalten, oder wäre konsequent auch gegen alle Firmen in BW vorgegangen, die M365 nutzen.

    • Was hat das mit Firmen zu tun?

      • Nun ja, Schulen sollen ja irgendwie auch auf das Berufsleben vorbereiten.
        Hab ich mal gehört.

        • >[…] warum gegen Schulen geschossen wird und gegen Firmen, die M365 nutzen nicht.

          Der Kontext lässt vermuten, das U etwas anderes meinte. 😉

    • Weil es einen riesigen Unterschied macht ob wir unsere Kinder in den Schulen an das Produkt eines Herstellers binden, oder Firmen sich in der freien Wirtschaft dazu entscheiden bestimmte Produkte einzusetzen oder nicht.

    • welche ?

  10. Ein Großtil der Industrie nutzt Office 365 und Baden-Württemberg würg es ab!
    Tolle aussichten für die Kids die später mit Beruf mit Office 365 arbeiten müssen.

    • Glaubst Du wirklich, dass es nur Software von Microsoft gibt? Oder sind die Schüler so dämlich, dass sie keine Übertragungsleistung hin bekommen und ihr, z.B. auf Libre Office, gelerntes Wissen und (vor allem) Fertigkeiten auch auf vergleichbarer Software anwenden können?

      Achtung: Stilmittel der Übertreibung (sollte/muss man ja heutzutage dazuschreiben): Da die „ganze“ Industrie MS nutzt und daher „alle“ Schüler MS in der Schule nutzen „müssen“, kann man auch gleich jegliche andere Software Produkte verbieten. Das verhindert ja die Lebensfähigkeit der Menschen.

      • Vielleicht sind LibreOffice und Co. scheinbar wirklich nicht so gut wie Microsoft Office.
        Oder wir haben zu hohe Ansprüche an einen Anwender. Nicht jeder beschäftigt sich gern und viel mit Computern. Und ja, dann hilft es, wenn ich bereits von Kleinauf lerne, mit dem Quasistandard umzugehen.

        Am Ende wird man eh wieder zurück zu Microsoft gehen. Natürlich, nachdem man Geld für die Suche nach und ggfs. Entwicklung von Alternativen ausgegeben hat.

        Wenn man das Thema wirklich richtig aufgreifen möchte, muss man halt selbst Hand anlegen. Das Konzept mit LuMix in München war gut und der Ansatz des aktuellen Rates dort ist auch richtig.
        Aber etwas ohne Alternativen abschaffen ist Humbug und die Schule haben keine IT-Fachabteilung, sondern häufig nur einen oder zwei Lehrer mit bisschen Hobby-IT-Erfahrung.

        • Wir brauchen junge Leute mit TRANSFERWISSEN. Nur eine Software zu beherrschen, ohne die grundlegenden Funktionen zu beherrschen ist ähnlich sinnvoll wie Vokabeln auswendig zu lernen ohne zu wissen, was diese übersetzt überhaupt bedeuten.

          Ich habe schon mit Leuten zusammenarbeiten müssen, die es nicht einmal geschafft haben von einem Browser auf einen anderen zu switchen. In der freien Wirtschaft muss man flexibel sein und Grundlagen verstehen, nicht einfach nur irgendeine Software auswendig lernen.

          • In „der freien Wirtschaft“ muss man vor allem Produkte und Dienstleistungen erstellen, für die man Geld bekommt. Für Transferwissen über Office-Applikationen bekommt man kaum Geld von Kunden. Vielmehr dienen Office-Anwendungen als Werkzeuge, um die Erstellung von Produkten und Dienstleistungen zu unterstützen. Und da kann man sich schon fragen, wie dies effizient geschehen kann. Denn Transferleistungen implizieren einen Transfer, der immer mit Aufwand verbunden ist. Standardisierung, wie im Sinne von MS-Anwendungen, kann hier ein Beschleuniger sein. Deshalb ist auch das Beherrschen verschiedenster Anwendungen, Programmiersprachen oder Arbeitsmethoden schon eine wichtige Anforderung im Einstellungsprozess. Ist es doch die Frage danach, wie bereit ein neuer Mitarbeiter nach der Einstellung ist, direkt loszulegen.

  11. Das Gehabe ist leider Standard: Behörden schreiben einem vor, was man nicht darf, bieten jedoch keinerlei (Hinweise auf) Alternativen an. Das ist so bei Gesetzen, Normen, Verordnungen etc. Und das passiert auch noch immer schneller, weil verbieten lässt sich alles sehr leicht, wenn man sich keine Gedanken über die Konsequenzen machen muss…

  12. Note
    If you have an Office 365 Education subscription with a billing address in France or Germany, your data may be stored in our regional European Union datacenters.

    So der Text auf der Seite von Microsoft. Würde dies nicht bedeuten, dass die Daten von deutschen Schulen innerhalb der EU gespeichert werden und somit der geforderte Datenschutz gewährleistet ist?

    • Die USA kann eine Datenherausgabe von US-Firmen fordern. Egal wo die liegen. Somit sitzt die Firmen in der Zwickmühle: USA-Recht oder EU-Recht brechen? Wofür werden die sich wohl entscheiden?

      • Im Beitrag geht es um deutsche Schulen. US-Firmen dürften wohl keine Wahl haben.

        • Ich habe auf Deinen Beitrag geantwortet. Da ging es um Microsoft. Und Microsoft ist eine US-Firma und keine deutsche Schule. Wo die Daten liegen (EU/Deutschland) oder von wem (Schüler) ist der USA egal.

    • Das Wort „may“ schließt eine Gewährleistung, dass ausschließlich in der EU gespeichert wird, doch schon aus?

      • Und wenn. Bereits vor ein paar Monaten kamen Berichte heraus, dass US-Firmen Daten zwischen den EU- und den US-Datencentern austauschen.

  13. Ich finde es immer Intressant, dass es nach 2 Jahren keine gleichwertigen DSGVO Konformen Lösungen in De / Eu gibt.
    Leider ist ein ein abschalten ohne funktionierende Alternative auch keine Lösung, und moodle und iserv sind leider nur notnägel.

    Vielleicht sollte man auch mal eine wirtschaftliche Rechnung aufmachen. Was kosten uns schlecht ausgebildete Schüler / Unterrichtsausfall und wie lässt sich das Aufgrund von Fehlverhalten an diversen Stellen einklagen?

    • Mit den aktuellen Regelungen im Hintergrund ist es im Grunde unmöglich, eine datenschutzkonforme Alternative zu schaffen, insbesondere, wenn es wirklich halbwegs gleichwertig sein soll. Hier wie auch in anderen Bereichen macht der Datenschutz effizientes Arbeiten sehr schwer.

  14. Und wieder schießt sich der Datenschutz ins Knie und Abseits – die Schulen bleiben auf dem Scherbenhaufen sitzen und die Schüler gucken (wiedermal) in die Röhre.
    Wenn die möglichen Alternativen es auch in 2 Jahren nicht geschafft haben, sich als solche zu etablieren muss man sich doch ernsthaft mal fragen, ob das denn wirklich Alternativen sind.

    • MS weiß seit vielen Jahren, wie ein DSGVO-konformer Betrieb aussehen müsste. Ein Armutszeugnis für einen Weltkonzern, wenn sie da nichts anzubieten haben.

  15. Ist die Lizenz etwa zu teuer?

  16. Ich habe das Thema noch nicht verstanden. Die DSGVO sagt doch, dass die Daten nicht ohne Einwilligung erhoben und verarbeitet werden dürfen. Das bedeutet, dass es zwei Möglichkeiten gibt.
    1. es werden gar keine personenbezogene Daten erhoben / verarbeitet; oder:
    2. Es liegen Einwilligungen vor, dass die Daten erhoben / verarbeitet werden dürfen.

    Wenn jetzt den Eltern dargelegt wird, welche Daten erhoben / verarbeitet werden, und die Eltern dem geschlossen einwilligen (so wie man beim Arzt, im KH, im Internet, etc. zigfach der Datenerhebung / verarbeitung zustimmt), dürfte der Einsatz doch möglich sein. Warum ist das kein gangbarer Weg?

    • Einzelne Schulen sollen also jedes Jahr für jede Klasse das unterschiedlich handhaben oder soll viellicht noch zwischen einzelnen Schülern unterschieden werden? Du erwartest hoffentlich nicht ersthaft, dass 500 Eltern geschlossen dem Datenklau zustimmen, oder? Pro Schule wohlgemerkt!

    • Das am „die Eltern dem geschlossen einwilligen“ hapert es einfach. Sicherlich zu Recht. Außerdem kannst erst mal einwilligen und dann die Einwilligung widerrufen. Und dann? Die Schüler werden ausgeschlossen?

      Außerdem ist die Einwilligung beim Arzt, im KZ etc. nur in bestimmten Fällen notwendig. Für eine „normale“ Behandlung wird keine Einwilligung benötigt, da es eine eigenen Rechtsgrundlage dafür gibt.

    • Eine Datenerhebung ist nur zulässig, wenn es eine gesetzliche Grundlage für die Datenerhebung gibt oder eine persönliche Einwilligung.
      Eine Einwilligung muss jedoch freiwillig, also ohne Druck und Zwang abgegeben werden, sonst wäre sie ja obsolet.
      Bei 1.000 Schülern an einer durchschnittlichen Schule kommt auf bis zu 2.000 Erziehungsberechtigte.
      Das ist vermutlich kein gangbarer Weg.

    • Die DSGVO verlangt einem bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten Rechtfertigung ab. Es gibt dabei aber diverse Rechtfertigungsgründe. Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass man immer eine Einwilligung bräuchte.
      Die Probleme liegen hier aber ganz woanders, nämlich darin, dass Auftragsverarbeitungsverhältnisse mit Anbietern außerhalb des Unionsgebietes Einschränkungen unterliegen.

  17. Datenschutz – in der SCHULE … dass ich nicht lache.
    Was soll denn Bitte in der Schule geschützt werden.
    Peter Meiers Musikreferat in der 5. Klasse?
    Persönliche Daten … sorry …. aber da haben die Kinder bereits mehr in TikTok preisgegeben als bei ner lumpigen Email für die Schule ……….

    • Oliver Müller says:

      Du hast es leider nicht verstanden (wie die meisten Kommentatoren hier). Es geht nicht darum, was die Schüler freiwillig von sich selbst preis geben, sondern darum, was Dritte (in dem Fall die Schule) von den Schülern preis gibt.

      • Welche besonders schützenwerten Daten der Schüler werden denn preis gegeben?

        • schreib- / leseschwäche, weil peter oft und wiederholt gleichartige fehler macht in seinem word/powerpoint musik-/sachkunde/deutsch-/erdkundereferat
          schwächen bei der farbwahrnehmung, weil rot / grün bei powerpoint oder in anderen grafiken fehlerhaft verwendet wird
          schwächen in mathe weil aufgaben wiederholt fehlerhaft gelöst werden.

          usw. usw. usw.

          wird alles erfasst und ein (account-)leben lang getrackt, ausgewertet und an den meistbietenden verkauft

          und irgendwann wundert sich peter, warum seine autoversicherung teurer ist als bei seinen freunden, warum die personalagentur ihm nur schlecht(er) bezahlte jobs anbietet oder er den kredit für sein eigenheim nicht bekommt.
          natürlich haben die firmen nicht direkt bei MS die daten gekauft, sondern halt ein „ganz normales scoring“ durchgeführt.

  18. Datenschutz in der Schule. MS 365 ist böse, aber wenn der Lehrer quartalsweise die mündlichen Noten vor der ganzen Klasse vorliest, ist das ok? Der Datenschützer von BW hat eine interessante Priorisierung.
    Und die Alternativen… Moodle z. B. – mein Beileid für jeden, der damit in der Schule arbeiten muss. Nicht, weil es ein schlechtes Tool ist, sondern weil die Fachkräfte für Einrichtung und Wartung fehlen. Es wird sicher nicht dazu kommen, hinreichend Budget zur Verfügung zu stellen, um die Produkte von MS in hinreichender Qualität durch freie Software zu ersetzen und diese zu pflegen. Ich hab den MS Exodus im öffentlichen Dienst schon durch. Ergebnis waren Open Source Tools, „gepflegt“ von einer völlig unterbesetzten und überforderten IT. Datenschutz war deren geringstes Problem, Hauptsache das System lief überhaupt.
    Open Source wäre eine Lösung, aber eine, die nur zentral angeboten und gepflegt funktioniert. Und das wird es im förderalen Deutschland nicht geben.

  19. Ist ja nicht so, dass die Schüler während des Schuljahres anwesend waren und die mündliche Leistung der Anderen mitbekommen können.

    Auch Microsoft Tools müssen eingerichtet, geschult und gewartet werden.

  20. Welche alternative Lösung gibt es den die alles Verzahnt wie es mit Office, Teams etc. möglich ist?
    Zusätzlich noch auf jedem Device möglich ist und da meine ich Android Tablets, iPads, Smartphones, Windows sowie MacOS Systeme. Sorry aber mit Opensouce Lösungen kommt man da nicht weit, spätestens beim Einsatz eines Tablets ist dort Ende. Alles an einem Platz ist mir am Ende doch lieber und nicht Zig verschiedenster Programme und keines arbeitet zusammen. Datenschutz ist wichtig, keine Frage, trotzdem sind das Schulen und man sollte auch in die Zukunft denken.

    Es ist nur meine Meinung dazu.. wir nutzen in der Firma inzwischen vollständig 365 und ich kenne kaum andere große Kunden sie das nicht auch so machen. Bei einem Kunden wird tatsächlich alternativ gefahren, da sind dann auch wieder zig verschiedene OpenSource Lösungen wie RocketChat, OwnCloud usw. im Einsatz, ja der Vorteil ist das eigene Hosting, aber das kostet nun mal auch, vor allem auch Verwaltung. Es ist ein wirklich schwierige Thema.

    Wenn ich dann immer wieder sehe wie Lehrer Whatsapp Gruppen führen, dann brauch ich auch keine Alternativen für 365 suchen.

    • Kosten sollten nicht das wichtigste Argument sein. Vor allem nicht in einem Land, das sich aufgrund fehlender Ressourcen darauf verlassen muss, das der Output des Nachdenkens unter Kontrolle bleibt. Dennoch gebe ich Dir recht, eine vollständig verzahnte Softwarelösung für Office und Kollaboration auf allen gängigen Plattformen ist mit Alternativen kaum zu realisieren. Doch wie Oliver Müller weiter oben bereits korrekt angemerkt hat, ist MS 365 aktuell illegal. Nicht die Wahl bestimmt also das weitere Vorgehen, sondern die Suche nach Alternativen.

      • Wie Oliver Müller weiter oben und Du argumentieren (und ja immer bei diesem Thema): MS365 ist NICHT illegal. Es ist jedoch die Erhebung der Daten sowie die Weitergabe derselben durch Mircosoft (Taxonomie usw.) und ggf. das Speichern im OneDrive nicht DSGVO- und (vergessen alle hier) BDSG-konform. Das macht die Software aber nicht illegal, sondern höchstens die entsprechende Nutzung rechtswidrig.

        Und selbst MS-Produkte können DSGVO-konform betrieben werden, das ist lediglich Aufwand.

    • Kann ich nur bestätigen von A bis Z.

      Mein AG aus Finnland mit ca. 20k Mitarbeitern sind komplett auf M$ Services ausgerichtet. Viele waren mit Skype for Business unzufrieden. Wir sind in der Beta dann gleich auf Teams gesprungen. Festnetztelefone abgeschafft, da alles über Nfon abgedeckt wird + Teams Integration. Genauso wie unsere beiden ERP’s auf M$ ausgerichtet sind.

      Der Locale IT support als auch der HD müssen nicht mit einer fragmentierten Landschaft sich beschäftigen.

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