Google will Gmail nutzerfreundlich verschlüsseln

Laut einem Bericht von Venture Beat untersucht Google die Möglichkeit, eine Verschlüsselung von Mails mittels Pretty Good Privacy (PGP) für den Nutzer besser zu gestalten. Das Verschlüsselungs-Tool kann zwar auch heute schon mit Gmail genutzt werden, allerdings geht dies auf Kosten der Bequemlichkeit für den Nutzer. Das will Google ändern. Es gibt auch bereits Drittanbieter, wie GPG Tools oder Mailvelope, diese schaffen es aber nicht, die breite Masse zu erreichen.

Google-Mail

Im Fall von GPG Tools hat die NSA-Berichterstattung für einen starken Anstieg der Downloadzahlen gesorgt. Die kritische Masse hat man aber dennoch nicht gereicht, sodass die Downloads jetzt wieder auf einem ähnlichen Niveau sind wie vorher. Google hätte die Möglichkeit, eine solche Verschlüsselung der Masse zugänglich zu machen, unklar ist jedoch, wie das Unternehmen dies bewerkstelligen will.

Da Google selbst bei einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mails auch keinen Zugriff mehr auf die Inhalte hätte, wären die maßgeschneiderten Werbeanzeigen innerhalb Gmails nicht mehr umsetzbar. Das kann kaum in Googles Interesse liegen. Dass Google allerdings bemüht ist, den Mailverkehr sicherer vor unbefugtem Zugriff zu gestalten, betont das Unternehmen auch immer wieder.

Nutzt Ihr PGP für Euren privaten oder geschäftlichen Mailversand? Falls ihr euch schon jetzt Verschlüsselung für Gmail anschauen wollt, dann findet ihr hier  eine Anleitung.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

12 Kommentare

  1. Sehr gut! Darauf habe ich jahrelang gewartet.
    Da nicht alle Mails so verschlüsselt werden, gehe ich mal davon aus, dass Google keinen Nennenswerten Nutzereinbruch bekommt. Im Gegenteil, sowas dürfte das Unternehmen „noch“ sympathischer machen.

  2. Lasst mich raten: Chrome-only, da Google die Web Crypto API in anderen Browsern nicht gefällt und Desktop-Clients fallen auch gleich raus? Zumindest gehe ich davon aus, dass clientseitig verschlüsselt wird… wobei dann ja nicht mehr so 100% passende Werbung mehr angezeigt werden könnte?

    Bin sehr gespannt, wie sie das lösen wollen. Auch wieso sie PGP nutzen – eine zertifikatbasierte Verschlüsseling wie S/MIME läge doch eigentlich näher, finde ich.

  3. Mr.Gerard says:

    Die Frage ist halt echt wie Google das technisch bei Webmail sicher umsetzen will…

    Ansonsten habe ich festgestellt, dass die S/MIME Verschlüsselung in Outlook 2010/13 derart idiotensicher ist, dass ich tatsächlich mittlerweile mit einigen Leuten verschlüsselt schreibe.

    Fahre allerdings parallel mit PGP und S/MIME, weil unterschiedliche Stellen unterschiedliches erfordern.

  4. @sibbl: Das ist komplett unabhängig von der technischen Umsetzung. Solange dir dein Browser Mails zum Lesen anzeigen kann, kann er auch dazu passende Werbung anzeigen 😉

  5. Klaus Knitzky says:

    Das ist doch prima! Google erstellt und hostet, ganz nutzerorientiert, auf ihren Servern deine Schlüssel. Das ist Service. Ganz nah an den Kundeninteressen!
    Doch sind Nutzer auch Kunden? Sind Kunden zahlende Geheimdienste oder andere finanzstarke Interessengruppen? Sind Kunden die Kostenloskönige?
    Gott sei dank ist Google nicht evil.
    @knitzler

  6. Wie immer völlig falsche Rückschlüsse. Wieso soll keine Werbung angezeigt werden können, wenn dir die E-Mail auf dem Monitor präsentiert wird.
    Und kritische Masse hat nichts direkt mit täglichen Downloads zu tun, lies besser nochmal nach.

  7. ok, dann kann man relativ sicher sein dass es ausser der nsa niemand mehr so einfach einsehen kann. da meine daten für die nsa uninteressant sein dürften kann ich diese entwicklung begrüssen

  8. Der Nutzer wird ja nie alle Email verschlüsseln, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Oder nur verschlüsselte empfangen.

    Außerdem ist eine personalisierung der Suchanzeigen ja immernoch durch verknüpfung mit Google+ möglich

  9. Wie löst man bei der Verschlüsselung eigentlich das Problem Mails weiterhin durchsuchen zu können?

  10. qwertzman says:

    bei werbung geht es doch häufig um sowieso schon vorhandene newsletter, caschy-kommentar-mails aus dem aktuellen artikel über htcs oder den kumpel der mit mir über die neueste swagyge kleidung palavert, wobei in allen fällen die mails nicht verschlüsselt werden und google somit werbung schalten kann, die ich und viele andere aebr mit adblockplus blocken ;D

  11. Ehrlich? Du nutzt immer noch adblockplus?

    BITTE NUTZE WEIGSTENS EINEN ANDEREN WERBEBLOCKER! ADBLOCKPLUS IST BÖSE!