Google Pixel: Anruf-Screening verrät unbekannte Anrufer für euch noch vor dem Annehmen

Google hat die neuen Pixel-6-Geräte vorgestellt und informiert parallel auch über neue Features, die nach und nach an alle Pixel-Nutzer verteilt werden könnten – derzeit klingt es so, als wären vorerst nur Besitzer eines der neuen Pixel-6-Geräte für einige Funktionen vorgesehen. Dazu wird wohl auch „Anruf Screening“ zählen, hierfür gibt es bereits eine deutsche Supportseite, welche die Funktion besser erläutert:

Anrufe manuell prüfen

  1. Wenn Sie einen Anruf erhalten, tippen Sie auf Anruf prüfen.
  2. Google Assistant prüft den Anruf und fragt, wer anruft und warum. Sie erhalten in Echtzeit ein Transkript der Antwort des Anrufers.
  3. Sobald der Anrufer antwortet, können Sie eine Antwort auswählen, den Anruf annehmen oder auflegen. Hier sind einige Antwortkategorien und der Wortlaut, den der Anrufer hört:
    • Ist es dringend? – „Haben Sie ein dringendes Anliegen?“
    • Als Spam melden – „Bitte entfernen Sie diese Nummer aus Ihrer Mailing- und Kontaktliste. Vielen Dank.“
    • Ich rufe zurück. – „Die angerufene Person kann gerade nicht mit Ihnen sprechen, ruft Sie aber später zurück. Vielen Dank.“
    • Das habe ich nicht verstanden. – „Ich kann Sie leider nicht verstehen. Bitte wiederholen Sie, was Sie gerade gesagt haben.“

„Mit Call Screening können Sie herausfinden, wer Sie anruft und warum, bevor Sie einen Anruf annehmen. Call Screening verwendet dabei weder WLAN noch mobile Daten. Für Anrufe, die von Google Assistant angenommen werden, fallen lediglich Gebühren bei Ihrem Mobilfunkanbieter an.“ – Google

In den USA kann die Funktion automatisch den Anruf annehmen, in anderen Ländern – ergo auch hierzulande – müsst ihr bei jedem Anruf dafür sorgen, dass die Funktion manuell angestoßen wird:

Wenn Sie einen Anruf von einer unbekannten Nummer erhalten, machen Sie sich keine Sorgen – Call Screen hilft Ihnen herauszufinden, wer der Anrufer ist und warum er anruft, bevor Sie den Hörer abnehmen. Call Screen hilft Nutzern in den USA, Kanada und Japan, jeden Monat 37 Millionen Anrufe zu prüfen, und heute erweitern wir das manuelle Call Screen auf Pixel-Nutzer in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien, Irland, Italien und Spanien.

Schauen wir mal, ob hierfür Google Tensor als SoC notwendig ist oder ob später auch Nutzer älterer Pixel-Phones versorgt werden.

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23 Kommentare

  1. Also eine erweiterte Smart Call Funktion wie bei Samsung. Mir würde es schon ausreichen wenn eine solche Datenbank standardmäßig in Android implementiert ist.

    • Naja die Android Phone App zeigt dir auch vorab schon an wer anruft, wenn die Nummer im Netz gefunden wird

      • Also hab das bisher nur bei Samsung gesehen. Weder OnePlus noch bei Xiaomi gesehen.

        • iPhone… eine Lookup App (zB das Örtliche) und dann unter Einstellungen -> Telefon -> identifizieren aktivieren und dort das örtliche auswählen. Gibt noch andere Apps, die die rückwärtssuche ermöglichen – tolles Feature, was leider kaum jemand kennt

          • Oha. Jetzt bin ich iPhone-Nutzer seit der ersten Generation 2007 und kannte dieses Feature wirklich nicht. Vielen Dank!

        • Ich dachte ebenfalls diese sehr praktische Funktion die Samsung schon seit Jahren bietet wäre eine Standard Funktion bei Android.

  2. „Haben Sie ein dringendes Anliegen?“
    „Tanja… hier ist Oma. Wer spricht denn da?“
    „Haben Sie ein dringendes Anliegen?“

    TUT…TUT…TUT

    • Naja Oma wirst du wohl in den Kontakten haben und ran gehen oder ablehnen…..

      Aber wenn die AOK, Vodafone oder der Handwerker anruft bekommen sie das bestimmt hin…

      • Meddl rainer says:

        Ob Sie es glauben oder nicht. Meine Großmutter hat tatsächlich eine verschleierte Festnetznummer und ruft immer als unbekannte Nummer an.

        Irgendein Typ von der Bundespost hat es ihr wohl mal abgedreht.

        • Das ist aber eher die Ausnahme…

          • Ist bei meiner Oma genauso. Telefon ist zu alt, unterstützt die Nummernweitergabe nicht. Ein paar Wochen bei ihr ein neues Telefon probiert, was das kann und dann wollte sie wieder das alte haben weil sie mit dem neuem nicht zurecht kam.

            • Das ist sachlich falsch: Es gibt in DE keine Anschlüsse, die die Rufnummer nicht übertragen (können).
              Sowohl im Fest- als auch im Mobilnetz überträgt der Provider (nicht das Telefon) standardmässig die CallerID (a.k.a. „Telefonnummer“). Es ist ein Zusatzfeature („CLIR“), das abschalten zu können (aber z.B. Notdienste sehen die Nummer dann aber immer noch).

              Wenn der Anschluss Ihrer Oma also ‚anonym‘ anruft haben Sie 2 Möglichkeiten:
              1) Die „#31#“¹ ‚anrufen‘, das sollte die CLIR entfernen.
              2) Hotline anrufen und beauftragen, CLIR zu abzuschalten.

              Falls Oma einen Rufnummernspeicher im Telefon hat können Sie auch beim Provider den Code für „fallweise Abschaltung der CLIR“ erfragen und als Prefix zur gespeicherten Nummer erfassen (Ihre Nummer: 01712345678 –> zu speichernde Rufnummer z.B. #31#01712345678)

              ¹ ist nur ein Versuch, Ihr Provider mag einen anderen Code haben

  3. Die Funktion gibts in den USA schon seit einiger Zeit (seit dem Pixel 4 IIRC), daher ist dafür wohl kaum ein Tensor SOC nötig.

  4. Öhm, wenn ich die Kommentare so lese, scheint den meisten vielleicht nicht so ganz klar zu sein was das Screening macht. Es ist weder eine reverse Suche noch eine Datenbank oder Rufnummernerkennung.
    Wenn man es aktiviert und es sich um eine unbekannte Nummer handelt (und da können die oben genannten Mechanismen schon versagt haben), beantwortet(!) das Handy bzw. der Google Assistant den Anruf und fragt wer da ist und was er will. Die Antwort wird per Spracherkennung als Text angezeigt. Das kann, meines Wissens, kein anderes Mobiltelefon, Apple oder Android.
    Find ich interessant und recht innovativ. Ob ich es nutzen würde, weiß ich aber nicht.

    • Interessant? Ja!
      Aber wie sieht es in DE straf¹- und datenschutzrechtlich aus damit in DE?
      Insofern müsste dem Anrufer mMn der ‚Gerätecharakter‘ des GA bekannt gemacht werden (beim AB /weiss/ man, dass man draufspricht) und dass das Gespräch aufgezeichnet (IIRC (Urrteile zu DashCams) ist auch Aufnahme in den RAM (‚Ringspeicher‘) eine Aufnahme im Sinne der Gesetze.

      P.S. Nennen Sie mich paranoid, aber ich nutzte noch nie Cortana, GA oder Siri, weil die von Beginn an die Sprache auf ihre Server luden und Sprache ja auch ein biometrisches Datum ist. Apple, Google, NSA & Co wären nachgerade dumm, wenn sie keine Datenbanken der Stimmsignaturen angelegt hätten. Selbiges erwarte ich auch bei dieser Funktion.

      ¹ insb. § 201 StGB

      • Warum sollte es denn bei einem AB oder einer Mailbox, wo das Gespräch sogar länger aufgezeichnet und gespeichert wird, datenschutztechnisch problematischer sein, als beim Call Screen, was komplett offline auf dem jeweiligen Device läuft und den Anruf lediglich transkribiert?

        • Umgedreht: AB/Mailbox sind ’sauber‘, weil dem Anrufer zuvor mitgeteilt wird, dass das Gespräch aufgezeichnet wird.
          Der Knackpunkt ist hier das „unbefugt“ aus dem §201 StGB – da der Anrufer beim AB zuvor weiss, dass er mit einer Maschine spricht und seine Sprache aufgezeichnet wird erteilt er mit dem Aufsprechen seine Zustimmung zur Aufzeichnung („konkludentes Handeln“), damit ist die Aufzeichnung nicht mehr unbefugt.

          Genau der Teil (Wissen um die (auch sehr kurze) Aufzeichnung) könnte beim Google Assistant / Call Screen fehlen. Er sollte also wenigstens zweifelsfrei als Maschine/Automat erkennbar sein und auch auf die Aufzeichnung hinweisen.

          • Der Assistant meldet sich doch mit „Hier ist der Sprachassistent von {name}, dieser erhält eine transkribierte Version dieses Gesprächs auf seinem Display, […]“. Nagel mich nicht auf dem Wortlaut fest, aber das ist doch die Information, die der Anrufer braucht, oder nicht?

            • …dann ist doch Alles OK.
              Wie ich oben schrieb: Ich nutze so etwas nicht – kenne es folglich nicht. Aus dem Beitrag ging es (für mich) nicht hervor.

              P.S. Dafür erschuf der gütige Herrgott den Konjunktiv: 😉
              „müsste […] mMn der ‚Gerätecharakter‘ des GA bekannt gemacht werden“
              „könnte […] fehlen“
              Schade, dass Sie der Erste/Einzige sind, der mich darauf hinwies, dass meine Sorge unbegründet ist. Und Danke dafür!

  5. Ich habe eine persönliche Abneigung dagegen, mit Anrufbeantwortern oder Call-Robots zu sprechen, ich möchte mit echten Menschen kommunizieren wenn ich sie anrufe. Das Ding finde ich ätzend, werde sofort auflegen wenn das rangeht.

  6. Brzcyinskijwicz says:

    Also eine Funktion, die für jegliche Nummer, die anruft und nicht unterdrückt ist, eine Rückwärtssuche macht und anzeigt, wer da anruft – gerne auch mit Anruferbewertung – wäre echt praktisch. Datenschutztechnisch vielleicht bedenklich, aber praktisch.
    Dann müsste ich nicht ständig jede scheiß einzelne Nummer, die bei meiner Oma angeruft hat, für sie googeln. Dann könnte das Telefon das für sie tun. Und die Anrufer ggf direkt abwimmeln.
    Aber wie ich lese, ist das nicht direkt der Sinn der hier besprochenen Funktion, richtig?

  7. Bei mir wurde die Funktion freigeschaltet, Pixel 4 Android. Finde ich nicht schlecht, wenn jemand seine Nummer unserdrückt, dann kann die Person was sagen oder wenn es nicht wichtiges ist, gleich auflegen.

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