Google hat 8 Mrd. US-Dollar an Samsung gezahlt, um seine Dominanz zu festigen

Wegen des Rechtsstreits zwischen Epic Games und Google gelangen derzeit viele spannende Dokumente an die Öffentlichkeit, die z. B. auch andere Aspekte des Android-Ökosystems betreffen. In diesem Fall wurde etwa offengelegt (via Bloomberg), dass Google über einen Zeitraum von vier Jahren an Samsung Electronics rund 8 Mrd. US-Dollar gezahlt hat. Das Geld ist geflossen, damit Samsung an seinen mobilen Endgeräten mit Android Googles Suchmaschine, den Assistant und den Play Store als Standard-Funktionen beibehält.

Der Google-Manager James Kolotouros sagte dabei vor Gericht auch aus, dass Samsuns-Geräte für mehr als 50 % der Umsätze über den Google Play Store verantwortlich seien. Kein Wunder also, dass man da hinterher gewesen ist, um die Bindung zu intensivieren. Epic will wiederum aufzeigen, wie Google mit solchen Deals seine Dominanz zementiert und es z. B. Third-Party-App-Stores schwer macht. Dies wirke sich dann wieder auf die Entwickler aus, die gezwungen würden, im Play Store präsent zu sein, um nennenswerte Einnahmen zu erzielen. Und so streicht Google eben seine Provisionen ein.

Einige E-Mails haben auch aufgezeigt, dass Google sich zeitweise Gedanken um Amazon machte und fürchtete, das App Store des Unternehmens könnte zu einer Konkurrenz werden. Deswegen wollte man dann auch anderen Herstellern ähnliche Angebote wie Samsung unterbreiten oder gar Einnahmen aus dem Play Store und der Werbung aus der Google Suche mit ihnen teilen. Am liebsten hätte man zudem mit Samsung vereinbart, den Galaxy App Store vom Homescreen zu verbannen und dafür ein hübsches Sümmchen zu zahlen – da wurde man sich aber wohl nicht einig.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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3 Kommentare

  1. Ist das nicht schon Wettbewerbsverzerrung, oder gar ein Kartell?

  2. Epic soll sich eine Wagenladung Taschentücher kaufen und sich seine Tränen trocknen.
    Dieses „30 pRoZeNt siNd zU viEL“-Gewimmer nervt langsam.

    Liebe Epic Games:
    30 Prozent sind halt nun mal eben marktüblich. Sei es bei Apple, Google oder Microsoft.
    Nur weil ihr selbst 12 Prozent nehmt, was durchaus schön für euch ist, sind andere nicht
    automatisch gezwungen, das auch so zu machen!

    Laut meinen Informationen war es so:

    Habe ich mühsam und teuer eine Ladenkette erschaffen, die eine unglaubliche Reichweite
    hat und dein Produkt somit dank mir einen großen Absatz machen kann, akzeptierst du
    vertraglich meine Konditionen, wenn du Dein Produkt bei mir/über mich verkaufen willst
    und fertig.

    Es wird an mich gezahlt. Ich gebe dir deinen Kaufpreis minus meines Abschlags.

    Baust du jedoch heimlich (und das hat Epic hier per Update in Fortnite getan) eine Möglichkeit
    ein, wie 100 Prozent des Kaufpreises an dich gehen, ohne, dass ich auch nur einen Cent davon
    sehe, begehst du einen Vertragsbruch und ich kann deine Produkte ohne Wenn und Aber aus
    all meinen Läden werfen.

    Jemanden dafür dann vor Gericht zu ziehen, weil „schluchz buhuhu“, ist schon echt unverschämt,
    wenn man den Vertragsbruch selbst begangen hat!

    • André Westphal says:

      Das sehe ich etwas anders, auch wenn ich dir Recht gebe, dass Epic Games den Rauswurf provoziert hat und auch versucht mit eher fadenscheinigen Kampagnen die Community auf seine Seite zu ziehen.

      Fakt ist aber, dass Google gezielt versucht hat andere App Stores mit unterschiedlichen Taktiken möglichs unattraktiv zu machen und der Play Store absolut dominiert. Was da nicht drin ist, existiert für das Gros der Nutzer nicht. Es kann also schlecht auf andere Möglichkeiten ausgewichen werden – was z. B. im PC-Gaming-Bereich geht, weil es mehrere Plattformen wie Steam, den Epic Games Store, GOG.com und Co. gibt.

      Insofern hat Epic Games durchaus Recht anzuprangern, dass Google seine beherrschende Position ausnutzt, um hohe Provisionen abzukassieren.

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