Google Glasses – Strenge Regeln für App-Entwickler

Google scheint es mit seinen Google Glasses ernst zu meinen. Bereits bekannt ist, dass man die Datenbrille nicht weiterveräußern darf. In den Entwicklerrichtlinien für Apps verbietet der Konzern außerdem die Sammlung von Daten und den Verkauf von Werbeplätzen in Apps. Und das aus gutem Grund.

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[werbung] Google Glasses sind noch nicht auf normalem Weg erhältlich und trotzdem äußern viele Stellen Bedenken zur Privatsphäre. Die Bedenken sind sicher nicht ganz unberechtigt, man kann mit der Brille schließlich sehr unauffällig seine Umgebung aufzeichnen. Die Bedenken der Leute werden mit der Zeit verschwinden, damit dies aber so früh wie möglich geschieht, geht Google in die Offensive. Anders als beim offenen Android Smartphone Betriebssystem, gelten für App Entwickler, die Apps für Glasses entwickeln wollen, wesentlich striktere Regeln.

Im Detail geht es um Nutzerdaten und Werbung. Google verbietet Werbung in Apps, auch das Sammeln von Nutzungsdaten für Werbung ist untersagt. Ebenfalls dürfen gesammelte Daten nicht weitergegeben werden. Außerdem dürfen die Apps nicht über andere Wege veröffentlicht werden. Allein diese vier Punkte machen schon einen großen Unterschied zum offenen Android System. Die Beweggründe sind aber nachvollziehbar.

Google Glasses ist eine Form von Consumer Device, die es so noch nicht gab. Etwas völlig Neues, etwas von dem keiner weiß, wie es sich auswirken wird. Im Grunde vergleichbar mit dem ersten Auto. Menschen haben Angst vor Unbekanntem und wenn das Unbekannte auch noch das eigene Leben ausspioniert, wird die Angst noch größer. An Google liegt es also, den Menschen die Angst zu nehmen. Da ist eine strenge Limitierung der Möglichkeiten ein guter Weg. Oder will man sich bei Google so einfach nur das profitable Werbegeschäft selber sichern? (via)

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

17 Kommentare

  1. Ich vermute es wird (leider) Kombi aus beidem sein … 🙁

  2. Kabeljau Inferno says:

    Ich find’s gut. Ein weiterer Schritt Richtung Hi-Tech Zukunft. Werde mir wohl aus lauter Spaß an der Freude so ein Teil zulegen, sobald die nachfolgenden Generationen ausgereift sind. Bestimmt wird über kurz oder lang noch daran optimiert werden, wenn das Teil erstmal auf dem Markt ist. Ist sicherlich auch für die POV-Porn-Industrie ne interessante Sache. 😛

  3. Das mit der Werbung ist ja noch aus anderen Gründen eine wichtige Sache. Man stellt sich vor, man ist gerade in der Stadt unterwegs, womöglich noch in einer dichten Menschenmenge, und plötzlich hat man ein Popup mitten im Blickfeld … (Auto habe ich jetzt bewusst nicht als Beispiel genommen, dabei dürfte man die Glasses bestimmt sowieso nicht verwenden.)
    Ob Googles Weiterverkaufsverbot in der EU so ganz rechtens ist, bezweifle ich ein wenig. Private Weiterverkäufe zu verbieten ist meines Wissens nicht ohne weiteres mal eben so möglich.

    Langfristig werde ich mir die Glasses mit Sicherheit auch mal angucken, aber ob ich mir dann eine zulege, ist ne andere Sache.

  4. Es ist auf jeden Fall ein sehr sehr Interessantes Projekt, aber brauch ich Jederzeit Uhrzeit Wetter, etc? Sicher ist es für bestimmte Berufszweige (Manager, Broker, Fotografen, …), die Morgens das Headset noch vor dem Hemd anziehen interessant die ganze Zeit Input zu haben, aber was kann die Brille was ich mit dem Smartphone zur Zeit nicht kann?

    Aber wer jetzt davor Panik schiebt ausspioniert zu werden der sollte sein Iphone/Android bei Seite legen. Jeder von uns schleppt ja eine Video-Wanze mit GPS und Internet mit sich … Wer also jetzt Panik schiebt ist eventuell ein bisschen spät dran.

  5. @Andre Die Brille wurde nur Entwicklern aus den USA zur Verfügung gestellt.

  6. Gondo Bong says:

    Eine Art öffentliches nda für die entwicklerversionen. Go Google !!! So was für die ps4 wäre unvorstellbar

  7. au weia… was ein exlusiver entwickler zugang mit einem öffentlichen nda zu tun? und ja bei sony macht es ja ganz genauso. „hey entwickler – wir haben neue online regeln, und neue controller mit diesen … funktionen“ trozdem gibt es kein nda… das schließt schon der begriff non disclosure agreement aus…
    :facepalm:

  8. „…auch das Sammeln von Nutzungsdaten für Werbung ist untersagt. Ebenfalls dürfen gesammelte Daten nicht weitergegeben werden.“

    Welche Daten darf man denn sammeln?

  9. Gibt es die eigentlich mit Sehstärke?

  10. Sascha Ostermaier says:

    @FlyingT: Meines Erachtens darf man sammeln was man will, eben nur nicht weitergeben oder für Werbung verwenden. Nagel mich da ber bitte nicht fest.

    @Daniel: Ja. http://stadt-bremerhaven.de/google-glasses-auch-fuer-brillentraeger-geeignet/

  11. Mal ganz ehrlich: Wer läuft mit so einer Brille in der Öffentlichkeit rum? Auf der anderen Seite hat sich ja seit der Flatrate-Einführung das Telefonieren in der Bahn eingebürgert – ich bin gespannt auf die nächsten 5-10 Jahre.

  12. Meine Dev Brille ist schon auf den Weg zu mir, dann gehts erstmal in die Sauna.

  13. Wer unauffällig Spionieren will kann das auch heute schon: http://www.ebay.de/itm/Kamerabrille-5-Mega-Pixel-HD-Spion-Brille-Kamera-Video-mit-klaren-Glaesern-720p-/221184130921
    Daher verstehe ich die ganze Aufregung irgend wie nicht.

  14. Karl Nielz (@KarlNielz) says:

    Es liegt doch auf der Hand, das hierzu einander Regelbereich, als im Playstore notwendig ist. Bei Werbung ist der Benutzer dem etwas mehr ausgesetzt. Ein Popup ist nicht mehr irgendwo auf dem Bildschirm ignorierbar, es ist in der Flucht und Wer dran vorbeigehen kann ist ein Talent im schielen.

    Kopfbewegungen und Augenbewegungen zwecks Marktforschung sammeln ist auch pervers, wenn man im Auge behält, das hinterher in verschiedene Milieus Kunden eingeteilt werden oder umgekehrt. Als wenn man Laborratten beobachtet um sie dann noch besser konditionieren zu können.

  15. „Oder will man sich bei Google so einfach nur das profitable Werbegeschäft selber sichern?“

    Google macht den größten Teil seines Umsatzes mit Werbung…