Google eröffnet Zentrum für Datenschutz in München

Denkt man an Datenschutz, dürfte Google einem durchaus als eines der ersten Unternehmen in den Kopf schießen – allerdings sicherlich nicht aus positiven Gründen. Das weiß man auch beim Unternehmen und will nun ein wenig gegensteuern. So hat Google in München ein internationales Zentrum für Datenschutz eröffnet: das Google Safety Engineering Center (GSEC).

Das klingt ein bisschen so, als ob LG ein Zentrum für schnellere Smartphone-Updates eröffnen würde – ach ja, das ist ja tatsächlich passiert. Was ich damit sagen will: Da vereinen sich quasi Gegensätze und man muss mal abwarten, ob das eher so eine Image-Geschichte ist, oder ob am Ende greifbare Resultate entstehen. Denn reden kann man über Datenschutz sehr viel – das macht auch Facebook äußerst gerne. Am Ende zählt aber natürlich, was Google an konkreten Umsetzungen plant.

Aktuell gibt Google an, dass man im GSEC bis Ende 2019 ein Team von mehr als 200 Datenschutzspezialisten beschäftigen wolle. Sie sollen für alle Nutzer weltweit Tools rund um Sicherheit und Privatsphäre entwickeln. Damit meint Google unter anderem Passwortmanager und Tools für den Google-Sicherheitscheck und das Google-Konto.

Zusätzlich stellt Google einen Förderfond von über zehn Millionen Euro zur Verfügung – für die Google.org Impact Challenge on Safety. Über den Fond unterstützt man gemeinnützige Organisationen, Universitäten, akademische Forschungseinrichtungen, gewinnorientierte Sozialunternehmen und andere Expertenorganisationen in ganz Europa, die sich mit Sicherheitsthemen befassen. Ausgewählten Bewerbern will man Zuschüsse von bis zu einer Mio. Euro gewähren. Anträge sind ab sofort möglich. Mehr zu diesem Thema lest ihr auch hier direkt bei Google.

Konkrete Ankündigungen bleiben also erst einmal aus: Google eröffnet also ein Zentrum für Datenschutz in München, will dort die Anzahl der Mitarbeiter aufstocken und unterstützt mit einem Fond andere Institutionen bei der Arbeit an Sicherheits-Anwendungen. Trotzdem ist und bleibt Google natürlich ein Unternehmen das, im Gegensatz zu beispielsweise Apple, sein Geld mit der Auswertung von Kundendaten verdient. Das sollte man bei derlei Ankündigungen immer im Kopf behalten.

 

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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4 Kommentare

  1. „Am Ende zählt aber natürlich, was Google an konkreten Umsetzungen plant.“ > gerade weil das heutzutage nicht mehr gilt, gibt es diese News. Google macht buzz in einer mittlerweile irren buzz-news-Welt und weiß genau, dass es im heutigen Aufmerksamkeitswettbewerb nicht nötig sein wird, belegbare Nutzen/Ergebnisse nachzuweisen, um für sich selbst den Nutzen zu heben.

  2. phantomaniac says:

    Der vorletzte Satz passt nicht.
    a) Google verdient nicht nur an den Kundendaten. Die haben auch andere Bereiche mit denen Sie Geld verdienen. Aber unbestritten dürften die Kundendaten der Hauptanteil sein. Am besten ein „überwiegend“ einfügen 🙂
    b) Auch Apple Nutzt diese Daten, auch wenn Sie sich in der Öffentlichkeit anders darstellen. Aber eben nicht primär. Mit dem „Überwiegend“ aus a) würde es aber auch wieder stimmen. 🙂

  3. neugierigenase says:

    Ich finde den einleitenden Satz sehr passend. Klugscheißermode on > Wer auch nur an Datenschutz denkt, wird von Google erschossen. Facebook macht wahrscheinlich mit, sicherheitshalber. < Klugscheißermode off

    Was mir dabei aber durch den Kopf geht, wenn ich an Google und Datenschutz denke ist, dass es anscheinend immer noch nicht sauber mit den DSGVO Anfragen funktioniert. Es kommen angeblich nur die oberflächlichen Daten zurück, die gewonnen Einsichten bleiben dem Kunden weiterhin verborgen, obwohl es sich dabei um seine personenbezogenen Daten handelt.

  4. Man positioniert sich für eine einfachere Lobbyarbeit, so wie es MicroSoft schon seit langen Jahren vormacht…

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