Gerichtsurteil: Digitale Medien dürfen nicht weiterverkauft werden

Sehr kompliziertes Thema diese Sache mit den Verkäufen digitaler Waren. Doch ich fange erst einmal von vorne an, hinterher können wir schön diskutieren. ReDigi ist mit Capitol Records vor Gericht gezogen. ReDigi ist eine Webseite, auf der Benutzer Musik verkaufen können, die sie nicht mehr hören. Wer sich zum Beispiel irgendwo mal digital ein Album gekauft hat, sich daran satt gehört hat, der könnte dieses über ReDigi verkaufen. Für die verkauften Alben gibt es Punkte, welche wiederum gegen Musik eingetauscht werden kann. ReDigi bietet mit seiner Marketplace App zudem eine Lösung an, die sicherstellen soll, dass ihr nicht unendliche Kopien der Tracks nutzt. Prinzip sollte klar sein.

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Was das Gericht in den USA nun geurteilt hat? Du darfst die Tracks nicht verkaufen – zumindest nicht über die Lizenzbedingungen, wie sie ReDigi darstellt. Die verwirrend wirkende Erklärung? Beim Upload auf den Server wird nicht das Original übertragen, sondern die Kopie. Eben jenes sei illegal. Nun kommt der klar denkende Mensch daher. Ist nicht alles eine Kopie? Auch das Werk, welches uns verkauft wird? Sobald ein Track aufgenommen wird, ist jegliche Vervielfältigung eine Kopie. Ob Film, Buch oder Musiktitel. Wenn ich einen Titel zu Google Music lade, dann ist es auch eine Kopie. Lade ich diese Datei herunter – dann habe ich schon wieder eine Kopie.

Ein sehr schwieriges komplexes Thema, welches allerdings mal irgendwie gelöst werden muss. Sony hatte seinerzeit ein Patent beantragt, welches die optischen Datenträger an ein Gerät kettet und auch Apple wurde nachgesagt, einen „Gebrauchtmedienmarkt“ zu planen. Ich persönlich sehe hier den Vorteil nur für den Erzeuger – die Musikindustrie. Früher hat man seine alten Bücher, Filme und Co verkauft – heute bleibt man auf Digitalschrott sitzen, weil vielleicht auch der materielle Gegenwert fehlt. Die Musikindustrie, die ansonsten immer gegen die digitale Musik war, bereichert sich jetzt ohne Ende. (via)

Eure Meinung zum Thema?

Bildquelle: Shutterstock / Black girl listening to the music with a pair of headphones von ollyy

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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47 Kommentare

  1. Dein letzter Satz sagt doch alles!

  2. Hui…das ist ernsthaft kompliziert. Ich habe mich mit Redigi noch nicht wirklich beschäftigt und kenne mich daher zu wenig aus. Was mich interessieren würde, ist die Frage, was mit meinem „Original“ (der gekauften Datei) passiert. Da müsste Redigi ja eine Möglichkeit finden jegliche weitere Kopie (auf einem anderen Rechner, CD, MP3-Player etc), die ich besitze, zu löschen. Wenn ich selbst auf das „Original“ noch irgendwie Zugriff habe, dann habe ich ja wirklich nur eine Kopie erstellt und die verkauft. So würde ich das sehen.

  3. Black_Eagle says:

    Gibt nur eines was zählt: Geld. Nur eine Sache ist besser: Mehr Geld.

    Die Industrie macht nur beim ersten Verkauf Knete – Darum ist klar das ein weiterverkauf so schwer gemacht werden muss wie möglich.
    Da sind die Digitalen Medien ein Goldesel. Wie du schon gesagt hast, früher konnte man einfach den Gegenstand (CD, Buch, Film,..) nehmen und jemand anderen geben.
    Heutzutage nichtmehr wirklich machbar

    Extrem schlimm bei Computerspielen. Alles muss mit irgendeinem Account an eine bestimmte Person gebunden werden – weiterverkauf i.d.R. unmöglich

    Ein Unding wie ich finde.

  4. Klar ist alles eine Kopie. Aber es ist eben nicht jede Kopie eine rechtmäßige, da es ja um immaterielle Güter geht. Der Online-Musikladen darf die Kopie machen und verkaufen, der Nutzer nicht. Finde ich nicht sooo kompliziert für klar denkende Menschen. Wer irgendwas weiterkaufen will, sollte sich an materielle Dinge halten – dort ist natürlich das Rippen vor dem Verkauf genauso wenig erlaubt und irgendwelche missverstandene und von denjenigen, die ihre Taten unbedingt vor sich selbst rechtfertigen wollen, oft bis zur groteske verbogene Rechtsgebräuche wie die Privatkopie greifen da natürlich auch nicht. Ist für klar denkende Menschen eigentlich logisch. Wird nicht anders, weil man es nicht so haben will.

  5. Und aus genau dem Grund weil das so ist sind die aktuellen Preise für Musik Downloads, eBooks usw. auch viel zu hoch.
    Wenn man schon nur ein derart eingeschränktes Nutzungsrecht an den Daten erwirbt dann muss der Kaufpreis auch wesentlich geringer sein.
    Sehe hier als Richtwert unter Beachtung der sonstigen Kosteneinsparungen die bei einem digitalen Vertrieb für den Anbieter vorhanden sind 1/3 des normalen Verkaufspreises als angemessen.
    Und nicht wie es aktuell gehandhabt wird, oft zum gleichen Preis und wenn es einen Preisnachlass gibt ist dieser oft nur absolut marginal.

  6. Müsste dann nicht auch der Verkauf von CD’s und Büchern genau so verboten werden? Das der Download im Prinzip ne Kopie ist, ist ja keine Ausrede… dann müsste man beides unter Strafe stellen. Sehe nicht wo da der Unterschied seien soll?! Beide Teile habe ich gekauft und sind mein Eigentum. Das Digitale darf ich nich verkaufen aber die CD schon?!

  7. @Elknipso: aktuelle Alben kostet teilweise 4,99 – zu teuer?

  8. klaus dieter says:

    es gibt einen weg diesen trend der gier zu stoppen…einfach nichts mehr von dem ganzen müll kaufen…sei es nun musik, film oder spiele, welche digital vertrieben werden..einfach nicht kaufen und die firmen werden umdenken MÜSSEN, wenn sie auf ihrem scheiß sitzen bleiben…einfach keine free to play kacke laden, keine spiele, die eine onlineregistrierung vorraussetzen etc.pp…man würde damit viel positives bewirken..zum einen müssten die großen unternehmer wieder zurück zur kunden-, bzw. konsumentenfreundlichkeit finden und zum anderen hat man mehr geld in der tasche und auch mehr freizeit, dadurch, dass man sich mal wieder anderweitig „unterhalten“ muss..z.b. mal draussen an der frischen luft…

  9. Sorry, aber die Überschrift hat Bild Niveau.

  10. klaus dieter says:

    @caschy…ja 4,99 euro, bzw. knapp 10 mark sind in der tat zu teuer…wobei hier auch nicht unbedingt der preis entscheidend ist, sondern die rechtebeschränkung etc….vergleichen wir mal cd mit download…downloadshop geht pleite + festplatte schmiert ab = geld weg, ware weg…media markt würde pleite gehen = ich habe dennoch meine ware im regal stehen….hinzu kommen halt wie schon richtig angesprochen die wegfallenden kosten für rohstoffe wie cd´s, cover, etc….natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass auch die cd kaputt gehen kann, doch dann habe ich immernoch die ware und kann mir die cd LEGAL als kopie aus dem netz saugen…habe ich nun aber leider die kaufbestätigungsmail von downloadanbieter xy gelöscht und oben genanntes ist eingetreten, habe ich keinen beweis mehr, dass ich das original besessen habe…

    aktuelle alben kosten wie du auch richtig erkennst nur teilweise 4,99…die meisten jedoch kosten evtl. nen euro weniger als auf cd gepresst, was einfach ein unding ist…

    ich finde die ganzen musik-, film-, gameindustrieheulereien einfach nur lachhaft…es geht hier auch nicht um verluste, sondern entgangene gewinne…und warum sollte jemand in millionen schwimmen, nur weil er singt oder programmiert oder sonstwas? warum sollte jemand mehr geld bekommen, er nur für unterhaltung und ablenkung sorgt, als jemand der z.b. leben rettet (arzt) oder dafür sorgt, dass jeder von a nach b kommt (straßenbau, bahnfahrer etc.)?

  11. ‚Beste Vorraussetzungen‘ für den Absatz von Software (Adobe wird Software nicht mehr auf DVD verkaufen). Aber eigentlich geht es um unseren kompletten Lebensinhalt: Bücher, Filme, Musik, Bilder – alles wird digital und darf im Gegensatz zu früher dann nicht mehr weiter veräußert werden?!? Im Zusammenhang mit der Forderung, nach längeren Verwertungszeiten auch über Generationen von Erben des Urhebers sowie der Konzentration der Medienindustrie nach immer schärferen Vergeltungsmaßnahmen gegen Verstöße ergibt sich im Gesamtzusammenhang ein mehr als trübes Bild.

  12. Ich finde 4,99€ eigentlich okay, aber wenn die CD nur paar Euro teurer ist dann nicht mehr. Und häufig genug sind die MP3-Alben nur minimal günstiger. Dann doch lieber ein Streaming-Flat für 10.-

  13. @Klaus Dieter: Ich hab vor 20 Jahren schon mehr für CDs bezahlt. Und der Mehrpreis kommt sicher nicht vom Herstellungspreis.

  14. klaus dieter says:

    @cashy…ich denke marco meint die irreführung der überschrift…denn die überschrift ist schlichtweg falsch! digitale medien dürfen verkauft werden, sie dürfen nur nicht wiederverkauft werden! von daher kann ich marco verstehen und er hat recht! p.s. auch wenn ich durch kundenkontakt weiß wie genervt man von solchen kommentaren, bzw. diesem schreibstil ohne einleitung etc.pp sein kann, sollte man dennoch nicht immer auf unterstem niveau zurückschießen und wie ne beleidigte sissy reagieren! marco hätte zwar konstruktiver mit seiner kritik umgehen können, dennoch sind es leute wie ich und er, die diesen blog durch klicks finanzieren! möchtest du an der supermarktkasse von der kassiererin beschimpft oder angepampt werden und sätze hören wie „dann gehen sie halt woanders hin“?

    • @caschy
      Ein Preis von 4,99 Euro für ein Musik Album sind sicher in Ordnung. Natürlich DRM-frei, aber das sollte ja mittlerweile Standard sein.
      Allerdings ist der Preis doch eher die deutliche Ausnahme und alles andere als die Regel. Die meisten digitalen Alben kosten doch einiges mehr und sind nur unwesentlich günstiger (wenn überhaupt) als die normale physikalische CD.

  15. Das Thema ist verdammt perfide und kompliziert für einen Ottonormalverbraucher zu durchschauen. Ich möchte vielleicht einen kleinen Versuch starten, das Ganze etwas zu erklären:

    Mit dem Kauf von physisch-vorhandenen Medien kauft man nicht nur den Inhalt, sondern gleichzeitig eine Nutzungslizenz, die in Gestalt eben eines Mediums vorliegt. Diese Nutzungslizenz ist rechtlich nur auf das ausschließliche persönliche Nutzen dieses Mediums ausgelegt. Diese schließt Vervielfältigung, Veröffentlichung und auch das Aufführungsrecht außer im privaten Sinne aus.
    Wenn man das Medium nun verkauft, verschenkt oder verleiht, tut man dies ebenso mit der Lizenz – was naheliegt, denn eine CD, die ich nicht mehr habe, kann ich auch nicht nutzen.

    Dank der digitalen Medien wird das gesamte Konzept natürlich hinfällig und müsste komplett reformiert werden. Hier gilt nämlich folgendes:
    Man erhält die Lizenz von dem jeweiligen Markt durch einen Kaufpreis oder ausdrücklicher Benutzungslizenzübertragung (also offizieller Free-Download) in Form einer MP3 übertragen.
    Nun kommt aber der – meines Erachtens – reformbedürftige Teil des ganzen:
    VHS-Kassetten kann man vervielfältigen und CDs kann man klonen wie man auch MP3’s mit Rechtsklick->Kopieren kann. Der Vervielfältiger hat dabei das Recht, dies im privaten Nutzen zu tun, jedoch gilt immer noch, dass er die Medien nur weitergeben darf, wenn er seine Nutzungslizenz auch weiter gibt. Wie gibt man allerdings die Nutzungslizenz von einer MP3 Datei weiter? Und vor allen: wie kann das vertrauenswürdig nachgewiesen werden, ohne dass der gesamte Computer samt externen Speichergeräten des Nutzers kontrolliert werden müssen?

    Ein Vorschlag der Piraten finde ich in diesem Zusammenhang interessant: sie schlagen eine Plattform vor, die die Songs der Künstler weithin kostenlos anbietet und bei der die Musikhörer die Künstler direkt mit Spenden unterstützen können. Sollte man mal zumindest darüber nachdenken. Ein Belohnungssystem á la PledgeMusic könnte zudem helfen, Fans an der Leine zu halten.

    Schwierige Geschichte. Scheinbar ist jedoch das einzig halbwegs-sichere Medium wohl die gute alte Schallplatte 😉

  16. Es wundert mich eigentlich nur, dass es so lange gedauert hat, bis auch ein Gericht über die Absurdität der Verwendung von Lizenzbedingungen stolpert, die eben nicht für „digitale“ Güter gemacht wurden. Ja, wenn ich Musik digital kaufe, kann ich eben nicht belegen, dass ich bei Weiterverkauf alle Kopien gelöscht habe. Aber bei einer CD gebe ich das Original weiter, könnte mir aber auch eine Kopie gemacht haben. Tja, und nun? Anstelle sich zu überlegen, was ein wirklich sinnvolles neues Modell wäre, erstmal vor Gericht gehen… mal sehen, wie lange wir diesmal die Entwicklung aufhalten können. Ein paar Jahre und Millionen sind da schon drin, da lohnt sich doch der Anwalt… 🙁

  17. @Klaus Dieter: Bevor ich so reagiere, schaue ich mir die Vorkommentare des Schreibenden an, die hier so im Blog aufschlugen 😉

    Ansonsten gehe ich mit der Überschrift auf uns Techies ein – nicht den Handel. Dass digitale Medien verkauft werden dürfen, sollte wohl klar sein.

    In deinem Falle aber danke für das Feedback, dann passe ich die Überschrift an, damit man sich nicht vertut 🙂

    Und noch etwas: versuche bitte nicht aus einem Satz herausfinden zu wollen, dass ich beleidigt bin 😉 Das bin ich nicht, im konkreten Falle eher genervt von einem, der nur so kommentiert.

  18. Verstehe das Problem mit der Unterscheidung auch nicht so recht. Klar ist es etwas einfacher materiell vorhandene Medien zu verkaufen und dann auch wirklich aus der Hand zu geben. Aber welche -effektive- Schutzmaßnahme gibt es denn dagegen, dass ich mir die CD bevor ich sie weiterverkaufe nochmal brenne oder mir von einem Buch die Seiten kopiere? Also kann ich auch die zum Verkauf ausgewählte Original-Musikdatei nach erfolgreichem Verkauf automatisch von einem Programm löschen lassen. Der Aufwand diese vorab zu kopieren ist im Vergleich zu einer Buchkopie sicherlich sehr viel einfacher, aber kommt bei den meisten direkten Vergleichen eigentlich auf das selbe hinaus.

  19. Diese ganze Vorgehen der Industrie ist gelinde gesagt einfach nur Schei…

    Warum kapieren diese nicht das die goldene Zeiten längst vorbei sind.

    Wenn es schon diese Einschränkung gibt, dann müssten die Preise deutlich reduziert werden. Da sind selbst die 5 Euro für ein Album oft zu viel.

    Noch schlimmer ist es bei eBooks. Diese kosten aufgrund der in DE üblichen Buchpreisbindung den gleichen Preis wie ein Print Exemplar, während eBooks in andere Länder meist nur die Hälfte kosten

  20. Größtes Problem dürfte sein, dass die Industrie darauf drängt, dass die digitalen Güter (nicht nur Musik, auch Filme und Software) nicht mehr in den Besitz des Käufers übergehen, sondern dieser nur noch ein Nutzungsrecht erwirbt. Damit besitzt man nichts mehr und darf somit auch nichts verkaufen.

  21. Ich habe nie einen Sinn darin gesehen, Musik ohne physischen Datenträger zu kaufen.
    Und nun werde ich in meiner Meinung umso mehr bestärkt.

    Das ganze ist nichts anderes, als ein virtuelles Geschäft. Ein Nutzungsrecht, kein Besitz.
    Die Bezahlkonzepte basieren noch immer auf physischem Warentausch, welcher aber im Netz faktisch nicht mehr besteht.

    Entweder ich bekomme Musik praktisch ausgehändigt oder ich zahle dafür nicht.
    Dann lieber eine CD sein eigen nennen können und sich davon selber seine digitale Kopie erstellen. So nimmt der Datenverlust auch seinen Schrecken.

  22. Kleine juristische Anmerkung:
    zumindest in Deutschland kann ich problemlos eine physiche CD kaufen, auf meinen PC überspielen, die CD wieder verkaufen und die Mp3 rechtmäßig behalten und nutzen. Sogar wenn ich mir die CD nur aus der Bücherei ausleihe ist dies vollkommen legal.

  23. @dumdidum Hast du mal das entsprechende Urteil?

  24. @caschy: du solltest vielleicht angeben, dass es sich hier um ein gerichtsurteil aus den vereinigten staaten handelt …

  25. Wieder ein Richterspruch von einem sachunkundigem Richter. Bei der vielfalt an Sachgebieten, sollte man ernsthaft mal über Richter mit Fachgebieten nachdenken, so wie es auch Anwälte für Fachbereiche gibt! Nur so kann man davon ausgehen, dass der Richter auch den entsprechenden Sachverstand hat und sich nicht von den Anwälten von irgendwelchen anwaltlichen BlaBlaBlub beeinflussen lässt.

    Wenn man die Aussage des Richters genau nimmt, erhält der Käufer ja nicht mal mehr ein Original, welches er mit einer Festplatte verlaufen könnte. Die digitalen Daten kommen über das Internet rein und werden als erstes im Arbeitsspeicher des Computers / Smartphones etc. abgelegt. Da hat der Nutzer schon eine Kopie. Und diese Kopie wird nocheinmal kopiert und auf dem Speichermedium abgelegt! Hinzu kommt, dass jeder Wiedergabe auch eine Kopie ist. Aus den digitalen Daten auf dem Speichermedium wird eine Kopie im Arbeitsspeicher erzeugt und über den D/A-Wandler des Soundchips eine analoge örbare Kopie. Man macht sich also schon mit der Wiedergabe eines Musikstück strafbar. Egal ob es auf der Platte ist, oder ob man es von einer CD abspielt!

    Die einzige Möglichkeit die ich sehe, sind Familien-Freundeclouds. Jeder der Musik digital kauft, der schiebt sie in die Cloud. Dabei muss die Cloud natürlich gesichert sein, so das nur der engste Kreis zugriff auf diese Cloud hat. Sonst gilt diese nicht mehr als privat. Jede Downloadkopie dürfte dann, zumindest hier in D, als zulässige Privatkopie nach § 53 Abs. 1 Urhg gelten. Illigale Kopien sind davon ausgenommen, Man müsste also erfassen, wer diese Musik mal gekauft hat. Aber dafür sind ja Metatags gut geeignet.

  26. Dumdidum…..
    das wäre mir neu, weil eine mp3 Kopie nach dem Recht nur eine Sicherheitskopie ist.

  27. Genau, und diese müssen beim Verkauf mitgegeben, bzw vernichtet werden. Lediglich die Freunde und die Familie engstens Kreise, die eine Privatkopie erhalten haben, dürfen diese behalten. Und von einer aus der Bibliothek geliehenen CD darfst Du keine Kopie von machen, da Du hier nicht der Berechtigte bist. Das wäre die Bibliothek und nicht Du.
    Um eine Privatkopie anfertigen zu dürfen, muss Du Eigentümer (nicht Beitzer) einer legalen Quelle sein. Ein Privatkopie von einer Privatkopie wäre wiederum zulässig, solange die erste Kopie legal war.

  28. @caschy
    kein Urteil, sondern § 53 UrhG

  29. Deswegen kaufe ich auch keine E-books, lieber den einen oder zwei Euro mehr.. Wenn man dann rechnet was eine Kopie kostet ist das weil es nicht verkauft werden darf, viel zu teuer..

  30. … eigentlich einfach zu lösen: die Musikstücke müssen aus einem einzigen PGP-artigen Schlüssel bestehen. Somit ist das Ziel/Home des Musikstückes zweifelsfrei als Original zu identifizieren. Nun gleich, auf welchem Medium (mp3-Player, HDD, CD, DVD usw.) das Stück nun ist, ist dieser PGP-artige Schlüssel/Code gleichzeitig die Lizenz. Wird nun fleissig kopiert, so ist der Originalinhaber immer ermitttelbar. Die Kopien davon also R..kopien. Beim Kauf und erstmaligen Gebrauch wird dieser vorbereitete Schlüssel einmalig aktiviert und vervollständigt und somit zweifelsfrei nur einem Lizenznehmer zuzuordnen. Will man nun ’seine‘ Lizenz verkaufen, sollte es eine zentrale Stelle geben, die halt die Lizenzen verwaltet und somit bei Benachrichtigung über Verkauf an wen auch immer den Schlüssel wiederum erweitert. Es entsteht eine Historie. Mmh, eigentlich sollte ich schnell ein Geschmacksmuster auf meine Idee anmelden 😉 hh.

  31. @Hgzweig
    Natürlich ist eine mp3 ein Kopie – also eine urheberrechtlich relevante Vervielfältigung. Diese ist aber iRd § 53 UrhG zulässig in den von mir beschriebenen Szenarien. Was danach mit dem Original geschieht ist vollkommen gleichgültig.
    Auch jede weitere Vervielfältigung deiner legal hergestellten Vervielfältigung (Backup, Ipod, RAM) ist legal – nur die öffentliche Wiedergabe durch Einstellen ins Internet nicht.

  32. klaus dieter says:

    @caschy…wie bereits gesagt…ich kann das schon verstehen…und weiß wie leicht man sich mal zu solchen gegenäusserungen hinreißen lässt…nur gaaaaaaanz außenstehende, die evtl. nicht so viel mit kunden o.ä. zutun haben, würden das wieder als „servicewüste deutschland“ etc.pp deuten und betiteln 😉

    vom ding her hast du ja recht…wenn man kritisiert, sollte man in der lage sein, die kritik so konstruktiv wie möglich zu halten, statt nur rumzuzetern!

  33. Wieso ist es dann eigentlich möglich das es nun schon seit Jahren diesen Dienst in Deutschland gibt? http://www.ciiju.de/ Das müsste doch auch nicht legal sein

  34. Eine Kopie einem Original erstellst, wovon Du der Eigentümer bist, ist im rechtlichen Sinne eine Sicherheitskopie. Diese musst Du beim Verkauf des originals mitgeben, bzw. vernichten. Kopien die du allerdings unentgeltlich an Deinen engsten Kreis weitergegen hast, sind Privatkopien und können behalten werden.

    Von einem geliehenen Original darfst Du nur eine Privatkopie machen, wenn Du vom Eigentumer des Original die Erlaubnis hast, Und die hast Du von einer Bibliothek nicht. Das von Dir beschriebene Szenario ist nicht durch § 53 Abs.1 UrhG abgedeckt, da die Kopie hier schon illigal wäre.

    Was Du machen kannst, ist von einer CD ein Kopie erstellen, die an Deine Oma als Privatkopie verschenken, dann das Original verkaufen und dann erst von der Privatkopie Deiner Oma wieder eine Privatkopie ziehen. Das wäre § 53 Abs.1 UrhG abgedeckt. Im Streitfall brauchst Du also eine „Oma“, die Dir vor Gericht bestätigt, dass Du eine Kopie von Ihrer Kopie hast und nicht eine Sicherheitskopie behalten hast. 😉

  35. @Samara
    Der Dienst kann legal sein wenn es eine Art Cloud ist, auf die nur Deine engsten Freunde oder Familie zugriff haben. Dann wäre es nach § 53 Abs.1 UrhG legal, solange die hochgeladene Kopie legal erstellt wurde. Sobald Du aber jedem Hanswurst Zugriff auf dem Account gibst (z.B. Zugangsdaten an unbekannte/digitale Freunde auf Facebook & co teilst), ist es nicht mehr legal.

  36. Highttower says:

    @dumdidum
    §53 UrhG: Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen….

    Sobald du aber das Werk weiterverkauft wird und du dann die Behauptung aufstellst, dass du die Vervielfältigungen behalten dürftest dient dies einem nicht mittelbar aber unmittelbaren Erwerbszwecks und damit wären sie wieder illegal …

  37. Ich störe mich generell an dem Begriff „Musikindustrie“ denn Kunst und
    Industrie passen nicht zusammen.

    Wie man mit einfacher Unterhaltung allerdings Geld verdienen kann ist dennoch unklar – ein bedingungsloses Grundeinkommem ala Götz Werner könnte aber auch hier durchaus sehr heilsam wirken . . .

    Jeder Künstler weiss: Was draussen ist wird kopiert, konsumiert, weiterentwickelt! Ein Kunstwerk ist ein ‚Entwicklungsbeitrag‘ . . .

    Materielle Wertschöpfung findet sinnvollerweise immer nur am Anfang der Veröffentlichung statt!

  38. Und genau deswegen kaufe ich weiterhin CDs und Schallplatten, sofern ich überhaupt gute Musik finde, die es wert ist dafür etwas auszugeben. Die kann ich verkaufen, wenn ich sie nicht mehr höre.
    Und von Musikflatrates sind nur die tolle Idee der Musikindustrie kontinuierlich Einnahmen zu generieren. Damit können sie jeden Mist vermieten, aber sie geben nichts aus der Hand. Dann kann ich auch einen der 30000 Internetradios nutzen und lerne dabei zudem noch manches Neue kennen.

  39. Ohne jetzt konkret auf dieses Beispiel eingehen zu wollen, halte ich es ohnehin immer für sehr schwer, ein bestehendes (mir bekannte) Rechtssystem auf die digital-technische Welt anwenden zu wollen. Natürlich sollte jemand, der gute Arbeit leistet (Musik, Videos) und hierdruch viele Leute anspricht, auch davon leben können, wenn er das möchte. Allgemeine Prinzipien aufzustellen, um eine allgemeingültige, leitfähige Rechtssprechung sicherzustellen, halte ich allerdings für sehr schwierig. Die Technologie rast hinfort und verändert sich stetig; ein und das selbe Resultat kann auf unzähligen Wegen erreicht werden.

    Lade ich nun einen Song von bspw. Musicload, so erhalte ich eine lizensierte Kopie. Was aber, wenn nun lokal ein Cache-Proxy läuft? Dann liegt die lizensierte Kopie auf meinem Proxy und nicht auf meinem Computer, an dem ich den Song eigentlich anhöre. Habe ich nun Festplatten in einem RAID-Verbund in meinem System, wie sieht die Situation dann aus? Hierbei ist natürlich jede RAID-Variante zu unterscheiden. Was passiert, wenn mein Betriebssystem den Song, sobald ich ihn abspiele, in die Auslagerungsdatei kopiert die vielleicht auf einer RAM-Disk liegt. Höre ich dann also eine nicht lizensierte Kopie an? Von den tiefergehenden Vorgängen einzelner Dateisysteme will ich garnicht erst anfangen. Was ist mit Wireless-Lautsprechern die ein Musikstück zwischenspeichern bevor sie es wiedergeben? Lizensiert oder nicht? […]

    Das sind tausend Dinge und noch mehr, die eben im Hintergrund so oder aber vielleicht auch ganz anders ablaufen.

  40. Kopieren von musik ist erlaubt solange man sie nur für private zwecke verwendet
    Und da es in diesem fall um verkaufen einer kopie geht und nicht um das verkaufen des originals ist es genau so als würde man eine kopierte CD verkaufen.

  41. @Tjark

    Na das ist ja gerade das Problem. Der Käufer bekommt ja immer nur eine Kopie vom Original. Genaugenommen ist das Original nicht käuflich, da die Aufnahme eines Stückes auf Goldmaster auch schon eine Kopie darstellt! Egal ob Du digital oder eine CD kaufst, Und hier muss also grundlegend geklärt werden, was eine verkäufliche Kopie ist und was nicht. Wenn sichergestellt ist, dass der Verkäufer seine digitale Kopie vollständig verkauft, sehe ich das schon als zulässig an. Und ReDigi behauptet ja, einen Weg gefunden zu haben.

  42. Musik, Filme und Spiele sind halt keine Produkte mehr, sondern scheinbar (unbekannt) befristete Dienstleistungen die man da einkauft…

  43. Nein, das ist bekannt. Nur tut die Unterhaltungsindustrie so, als wären es Produkte. Hier findet also bewust eine Täuschung statt. Es müsste zu jeder dieser Dienstleitung ganz klar angegeben werden was der Umfang dieser Dienstleistung ist und für wie lang diese erbracht wird. Und dann der entsprechende Preis. Aber dann würde man ja für Lieder keine 1,49 pro Hör-Erlaubnis nehmen können. 😉

  44. wer braucht den bitte die MP3 auf seinem Persönlichen Speicher…. für mich ist das Gespräch hier ala Seniorenclub. streaming ala simfy ist die Zukunft und bleibt es auch, findet euch ab Senioren 😉

  45. Tja bubby, vielleicht bist du wirklich einfach zu jung, das zu verstehen. 🙂 Wer braucht denn kostenpflichtige Streams? Da nehm ich doch gleich das Radio; Abwechslung garantiert!

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