Gerichtsurteil: Digitale Medien dürfen nicht weiterverkauft werden

Sehr kompliziertes Thema diese Sache mit den Verkäufen digitaler Waren. Doch ich fange erst einmal von vorne an, hinterher können wir schön diskutieren. ReDigi ist mit Capitol Records vor Gericht gezogen. ReDigi ist eine Webseite, auf der Benutzer Musik verkaufen können, die sie nicht mehr hören. Wer sich zum Beispiel irgendwo mal digital ein Album gekauft hat, sich daran satt gehört hat, der könnte dieses über ReDigi verkaufen. Für die verkauften Alben gibt es Punkte, welche wiederum gegen Musik eingetauscht werden kann. ReDigi bietet mit seiner Marketplace App zudem eine Lösung an, die sicherstellen soll, dass ihr nicht unendliche Kopien der Tracks nutzt. Prinzip sollte klar sein.

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Was das Gericht in den USA nun geurteilt hat? Du darfst die Tracks nicht verkaufen – zumindest nicht über die Lizenzbedingungen, wie sie ReDigi darstellt. Die verwirrend wirkende Erklärung? Beim Upload auf den Server wird nicht das Original übertragen, sondern die Kopie. Eben jenes sei illegal. Nun kommt der klar denkende Mensch daher. Ist nicht alles eine Kopie? Auch das Werk, welches uns verkauft wird? Sobald ein Track aufgenommen wird, ist jegliche Vervielfältigung eine Kopie. Ob Film, Buch oder Musiktitel. Wenn ich einen Titel zu Google Music lade, dann ist es auch eine Kopie. Lade ich diese Datei herunter – dann habe ich schon wieder eine Kopie.

Ein sehr schwieriges komplexes Thema, welches allerdings mal irgendwie gelöst werden muss. Sony hatte seinerzeit ein Patent beantragt, welches die optischen Datenträger an ein Gerät kettet und auch Apple wurde nachgesagt, einen „Gebrauchtmedienmarkt“ zu planen. Ich persönlich sehe hier den Vorteil nur für den Erzeuger – die Musikindustrie. Früher hat man seine alten Bücher, Filme und Co verkauft – heute bleibt man auf Digitalschrott sitzen, weil vielleicht auch der materielle Gegenwert fehlt. Die Musikindustrie, die ansonsten immer gegen die digitale Musik war, bereichert sich jetzt ohne Ende. (via)

Eure Meinung zum Thema?

Bildquelle: Shutterstock / Black girl listening to the music with a pair of headphones von ollyy

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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47 Kommentare

  1. Dein letzter Satz sagt doch alles!

  2. Hui…das ist ernsthaft kompliziert. Ich habe mich mit Redigi noch nicht wirklich beschäftigt und kenne mich daher zu wenig aus. Was mich interessieren würde, ist die Frage, was mit meinem „Original“ (der gekauften Datei) passiert. Da müsste Redigi ja eine Möglichkeit finden jegliche weitere Kopie (auf einem anderen Rechner, CD, MP3-Player etc), die ich besitze, zu löschen. Wenn ich selbst auf das „Original“ noch irgendwie Zugriff habe, dann habe ich ja wirklich nur eine Kopie erstellt und die verkauft. So würde ich das sehen.

  3. Black_Eagle says:

    Gibt nur eines was zählt: Geld. Nur eine Sache ist besser: Mehr Geld.

    Die Industrie macht nur beim ersten Verkauf Knete – Darum ist klar das ein weiterverkauf so schwer gemacht werden muss wie möglich.
    Da sind die Digitalen Medien ein Goldesel. Wie du schon gesagt hast, früher konnte man einfach den Gegenstand (CD, Buch, Film,..) nehmen und jemand anderen geben.
    Heutzutage nichtmehr wirklich machbar

    Extrem schlimm bei Computerspielen. Alles muss mit irgendeinem Account an eine bestimmte Person gebunden werden – weiterverkauf i.d.R. unmöglich

    Ein Unding wie ich finde.

  4. Klar ist alles eine Kopie. Aber es ist eben nicht jede Kopie eine rechtmäßige, da es ja um immaterielle Güter geht. Der Online-Musikladen darf die Kopie machen und verkaufen, der Nutzer nicht. Finde ich nicht sooo kompliziert für klar denkende Menschen. Wer irgendwas weiterkaufen will, sollte sich an materielle Dinge halten – dort ist natürlich das Rippen vor dem Verkauf genauso wenig erlaubt und irgendwelche missverstandene und von denjenigen, die ihre Taten unbedingt vor sich selbst rechtfertigen wollen, oft bis zur groteske verbogene Rechtsgebräuche wie die Privatkopie greifen da natürlich auch nicht. Ist für klar denkende Menschen eigentlich logisch. Wird nicht anders, weil man es nicht so haben will.

  5. Und aus genau dem Grund weil das so ist sind die aktuellen Preise für Musik Downloads, eBooks usw. auch viel zu hoch.
    Wenn man schon nur ein derart eingeschränktes Nutzungsrecht an den Daten erwirbt dann muss der Kaufpreis auch wesentlich geringer sein.
    Sehe hier als Richtwert unter Beachtung der sonstigen Kosteneinsparungen die bei einem digitalen Vertrieb für den Anbieter vorhanden sind 1/3 des normalen Verkaufspreises als angemessen.
    Und nicht wie es aktuell gehandhabt wird, oft zum gleichen Preis und wenn es einen Preisnachlass gibt ist dieser oft nur absolut marginal.

  6. Müsste dann nicht auch der Verkauf von CD’s und Büchern genau so verboten werden? Das der Download im Prinzip ne Kopie ist, ist ja keine Ausrede… dann müsste man beides unter Strafe stellen. Sehe nicht wo da der Unterschied seien soll?! Beide Teile habe ich gekauft und sind mein Eigentum. Das Digitale darf ich nich verkaufen aber die CD schon?!

  7. @Elknipso: aktuelle Alben kostet teilweise 4,99 – zu teuer?

  8. klaus dieter says:

    es gibt einen weg diesen trend der gier zu stoppen…einfach nichts mehr von dem ganzen müll kaufen…sei es nun musik, film oder spiele, welche digital vertrieben werden..einfach nicht kaufen und die firmen werden umdenken MÜSSEN, wenn sie auf ihrem scheiß sitzen bleiben…einfach keine free to play kacke laden, keine spiele, die eine onlineregistrierung vorraussetzen etc.pp…man würde damit viel positives bewirken..zum einen müssten die großen unternehmer wieder zurück zur kunden-, bzw. konsumentenfreundlichkeit finden und zum anderen hat man mehr geld in der tasche und auch mehr freizeit, dadurch, dass man sich mal wieder anderweitig „unterhalten“ muss..z.b. mal draussen an der frischen luft…

  9. Sorry, aber die Überschrift hat Bild Niveau.

  10. klaus dieter says:

    @caschy…ja 4,99 euro, bzw. knapp 10 mark sind in der tat zu teuer…wobei hier auch nicht unbedingt der preis entscheidend ist, sondern die rechtebeschränkung etc….vergleichen wir mal cd mit download…downloadshop geht pleite + festplatte schmiert ab = geld weg, ware weg…media markt würde pleite gehen = ich habe dennoch meine ware im regal stehen….hinzu kommen halt wie schon richtig angesprochen die wegfallenden kosten für rohstoffe wie cd´s, cover, etc….natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass auch die cd kaputt gehen kann, doch dann habe ich immernoch die ware und kann mir die cd LEGAL als kopie aus dem netz saugen…habe ich nun aber leider die kaufbestätigungsmail von downloadanbieter xy gelöscht und oben genanntes ist eingetreten, habe ich keinen beweis mehr, dass ich das original besessen habe…

    aktuelle alben kosten wie du auch richtig erkennst nur teilweise 4,99…die meisten jedoch kosten evtl. nen euro weniger als auf cd gepresst, was einfach ein unding ist…

    ich finde die ganzen musik-, film-, gameindustrieheulereien einfach nur lachhaft…es geht hier auch nicht um verluste, sondern entgangene gewinne…und warum sollte jemand in millionen schwimmen, nur weil er singt oder programmiert oder sonstwas? warum sollte jemand mehr geld bekommen, er nur für unterhaltung und ablenkung sorgt, als jemand der z.b. leben rettet (arzt) oder dafür sorgt, dass jeder von a nach b kommt (straßenbau, bahnfahrer etc.)?

  11. ‚Beste Vorraussetzungen‘ für den Absatz von Software (Adobe wird Software nicht mehr auf DVD verkaufen). Aber eigentlich geht es um unseren kompletten Lebensinhalt: Bücher, Filme, Musik, Bilder – alles wird digital und darf im Gegensatz zu früher dann nicht mehr weiter veräußert werden?!? Im Zusammenhang mit der Forderung, nach längeren Verwertungszeiten auch über Generationen von Erben des Urhebers sowie der Konzentration der Medienindustrie nach immer schärferen Vergeltungsmaßnahmen gegen Verstöße ergibt sich im Gesamtzusammenhang ein mehr als trübes Bild.

  12. Ich finde 4,99€ eigentlich okay, aber wenn die CD nur paar Euro teurer ist dann nicht mehr. Und häufig genug sind die MP3-Alben nur minimal günstiger. Dann doch lieber ein Streaming-Flat für 10.-

  13. @Klaus Dieter: Ich hab vor 20 Jahren schon mehr für CDs bezahlt. Und der Mehrpreis kommt sicher nicht vom Herstellungspreis.

  14. klaus dieter says:

    @cashy…ich denke marco meint die irreführung der überschrift…denn die überschrift ist schlichtweg falsch! digitale medien dürfen verkauft werden, sie dürfen nur nicht wiederverkauft werden! von daher kann ich marco verstehen und er hat recht! p.s. auch wenn ich durch kundenkontakt weiß wie genervt man von solchen kommentaren, bzw. diesem schreibstil ohne einleitung etc.pp sein kann, sollte man dennoch nicht immer auf unterstem niveau zurückschießen und wie ne beleidigte sissy reagieren! marco hätte zwar konstruktiver mit seiner kritik umgehen können, dennoch sind es leute wie ich und er, die diesen blog durch klicks finanzieren! möchtest du an der supermarktkasse von der kassiererin beschimpft oder angepampt werden und sätze hören wie „dann gehen sie halt woanders hin“?

    • @caschy
      Ein Preis von 4,99 Euro für ein Musik Album sind sicher in Ordnung. Natürlich DRM-frei, aber das sollte ja mittlerweile Standard sein.
      Allerdings ist der Preis doch eher die deutliche Ausnahme und alles andere als die Regel. Die meisten digitalen Alben kosten doch einiges mehr und sind nur unwesentlich günstiger (wenn überhaupt) als die normale physikalische CD.

  15. Das Thema ist verdammt perfide und kompliziert für einen Ottonormalverbraucher zu durchschauen. Ich möchte vielleicht einen kleinen Versuch starten, das Ganze etwas zu erklären:

    Mit dem Kauf von physisch-vorhandenen Medien kauft man nicht nur den Inhalt, sondern gleichzeitig eine Nutzungslizenz, die in Gestalt eben eines Mediums vorliegt. Diese Nutzungslizenz ist rechtlich nur auf das ausschließliche persönliche Nutzen dieses Mediums ausgelegt. Diese schließt Vervielfältigung, Veröffentlichung und auch das Aufführungsrecht außer im privaten Sinne aus.
    Wenn man das Medium nun verkauft, verschenkt oder verleiht, tut man dies ebenso mit der Lizenz – was naheliegt, denn eine CD, die ich nicht mehr habe, kann ich auch nicht nutzen.

    Dank der digitalen Medien wird das gesamte Konzept natürlich hinfällig und müsste komplett reformiert werden. Hier gilt nämlich folgendes:
    Man erhält die Lizenz von dem jeweiligen Markt durch einen Kaufpreis oder ausdrücklicher Benutzungslizenzübertragung (also offizieller Free-Download) in Form einer MP3 übertragen.
    Nun kommt aber der – meines Erachtens – reformbedürftige Teil des ganzen:
    VHS-Kassetten kann man vervielfältigen und CDs kann man klonen wie man auch MP3’s mit Rechtsklick->Kopieren kann. Der Vervielfältiger hat dabei das Recht, dies im privaten Nutzen zu tun, jedoch gilt immer noch, dass er die Medien nur weitergeben darf, wenn er seine Nutzungslizenz auch weiter gibt. Wie gibt man allerdings die Nutzungslizenz von einer MP3 Datei weiter? Und vor allen: wie kann das vertrauenswürdig nachgewiesen werden, ohne dass der gesamte Computer samt externen Speichergeräten des Nutzers kontrolliert werden müssen?

    Ein Vorschlag der Piraten finde ich in diesem Zusammenhang interessant: sie schlagen eine Plattform vor, die die Songs der Künstler weithin kostenlos anbietet und bei der die Musikhörer die Künstler direkt mit Spenden unterstützen können. Sollte man mal zumindest darüber nachdenken. Ein Belohnungssystem á la PledgeMusic könnte zudem helfen, Fans an der Leine zu halten.

    Schwierige Geschichte. Scheinbar ist jedoch das einzig halbwegs-sichere Medium wohl die gute alte Schallplatte 😉

  16. Es wundert mich eigentlich nur, dass es so lange gedauert hat, bis auch ein Gericht über die Absurdität der Verwendung von Lizenzbedingungen stolpert, die eben nicht für „digitale“ Güter gemacht wurden. Ja, wenn ich Musik digital kaufe, kann ich eben nicht belegen, dass ich bei Weiterverkauf alle Kopien gelöscht habe. Aber bei einer CD gebe ich das Original weiter, könnte mir aber auch eine Kopie gemacht haben. Tja, und nun? Anstelle sich zu überlegen, was ein wirklich sinnvolles neues Modell wäre, erstmal vor Gericht gehen… mal sehen, wie lange wir diesmal die Entwicklung aufhalten können. Ein paar Jahre und Millionen sind da schon drin, da lohnt sich doch der Anwalt… 🙁

  17. @Klaus Dieter: Bevor ich so reagiere, schaue ich mir die Vorkommentare des Schreibenden an, die hier so im Blog aufschlugen 😉

    Ansonsten gehe ich mit der Überschrift auf uns Techies ein – nicht den Handel. Dass digitale Medien verkauft werden dürfen, sollte wohl klar sein.

    In deinem Falle aber danke für das Feedback, dann passe ich die Überschrift an, damit man sich nicht vertut 🙂

    Und noch etwas: versuche bitte nicht aus einem Satz herausfinden zu wollen, dass ich beleidigt bin 😉 Das bin ich nicht, im konkreten Falle eher genervt von einem, der nur so kommentiert.

  18. Verstehe das Problem mit der Unterscheidung auch nicht so recht. Klar ist es etwas einfacher materiell vorhandene Medien zu verkaufen und dann auch wirklich aus der Hand zu geben. Aber welche -effektive- Schutzmaßnahme gibt es denn dagegen, dass ich mir die CD bevor ich sie weiterverkaufe nochmal brenne oder mir von einem Buch die Seiten kopiere? Also kann ich auch die zum Verkauf ausgewählte Original-Musikdatei nach erfolgreichem Verkauf automatisch von einem Programm löschen lassen. Der Aufwand diese vorab zu kopieren ist im Vergleich zu einer Buchkopie sicherlich sehr viel einfacher, aber kommt bei den meisten direkten Vergleichen eigentlich auf das selbe hinaus.

  19. Diese ganze Vorgehen der Industrie ist gelinde gesagt einfach nur Schei…

    Warum kapieren diese nicht das die goldene Zeiten längst vorbei sind.

    Wenn es schon diese Einschränkung gibt, dann müssten die Preise deutlich reduziert werden. Da sind selbst die 5 Euro für ein Album oft zu viel.

    Noch schlimmer ist es bei eBooks. Diese kosten aufgrund der in DE üblichen Buchpreisbindung den gleichen Preis wie ein Print Exemplar, während eBooks in andere Länder meist nur die Hälfte kosten

  20. Größtes Problem dürfte sein, dass die Industrie darauf drängt, dass die digitalen Güter (nicht nur Musik, auch Filme und Software) nicht mehr in den Besitz des Käufers übergehen, sondern dieser nur noch ein Nutzungsrecht erwirbt. Damit besitzt man nichts mehr und darf somit auch nichts verkaufen.

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