Plant Apple einen Gebrauchtmedienmarkt?

8. März 2013 Kategorie: Apple, Internet, iOS, geschrieben von: caschy

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Ein neuer Patentantrag von Apple könnte zeigen, dass der Medien-Gigant in den Markt der Gebrauchtmedien einsteigen will. Mit Medien sind digitale Dinge wie Musik, Filme , Spiele oder auch eBooks gemeint. Momentan ist es so, dass ich diese Medien bei Apple zwar kaufen kann, aber eben nicht wieder veräußern kann. Ich kann einen Film nicht weiterverkaufen oder verleihen. Ich kann meine Medien theoretisch nicht einmal vererben. Digitale Medien Musik, Filme oder auch eBooks sind zwar nicht anpackbar, aber dennoch vorhanden.

Ich finde schon, dass man diese übertragen können sollte – und eben jenes zeigt das angesprochene Patent. Es beschreibt, wie Medien verliehen oder verkauft werden können. Allerdings ist das Ganze wohl nicht so einfach, da gewisse Zeiträume und Preise eingehalten werden müssen – ansonsten könnte ich ja einen Film kaufen und für ganz kleines Geld an einen Freund weiterverkaufen, der wiederum ebenfalls für kleines Geld…. ihr wisst, was ich meine.

Der Erschaffer des digitalen Werks soll Mindestpreise festlegen können, ebenfalls wird sicherlich auch Apple durch den Weiterverkauf noch prozentual partizipieren. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das verleihen und weiterverkaufen bei hochpreisigen eBooks und Apps funktioniert – in Sachen Musiktracks und günstiger Apps sieht es da vielleicht schon schwieriger aus.

Ein ähnliches Patent wurde Amazon bereits 2009 zugesprochen. Hierbei handelt es sich allerdings um den Amazon Marktplatz als zentraler Dreh- und Angelpunkt, während es bei Apple Benutzer-zu-Benutzer-Transaktionen geben soll. Ich bin mal gespannt, wie das Thema in Zukunft generell geregelt wird, denn es dürfte in unserem Interesse sein, digitale Medien auch wieder verkaufen zu dürfen. Rein rechtlich dürfen wir es, allerdings gibt es bis jetzt keine Möglichkeit, dieses auch zu tun. Ob es nun Google, Apple, Amazon, Sony oder Microsoft ist: alle sollten im besten Falle ihren Kunden einen Möglichkeit geben, legal erworbenen Content weiter zu veräußern.

(via, Bildquelle: Anne Helmond unter CC 2.0 auf Flickr)

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8 Kommentare

Hankost Bamber 8. März 2013 um 17:36 Uhr

Aha Geschäftsidee patentieren, das geht zwar noch nicht? in DE, aber die finden da sicher ein Weg. Lobby sei dank.

Georg 8. März 2013 um 17:56 Uhr

Wie jetzt? Apple hat den Verkauf von Privatperson zu Privatperson erfunden? Verdammt, dann bin ich ja jetzt ein böser Ideenklauer, immerhin verkaufe ich auf (digital) Flohmärkten, eBay etc.

Natürlich hat Apple da noch ein bisschen Brimborium drangehängt, das der Urheber Mindestpreise festlegen kann etc. Dennoch könnte ein solches Patent benutzt werden um quasi alle Privatverkäufe auf Seiten Dritter zu unterbinden – dann haben die eben die Grundidee geklaut und den Patentinhalt nur geringfügig modifiziert…

Solche Dinge sind eine Gefahr für das Web, und mit dem Kauf von Content und Devices solcher Patenttrolle fördern wir langfristig Innovationsarmut und höhere Risiken für unabhängige Entwickler. Aber Hauptsache immer das neuste Gerät haben.

Das Patent kann sogar für Nutzer eines solchen Apple-Gerbauchtstores ein Nachteil sein – damit der Server sicherherstellen kann, das man den Content nicht einfach selber nach dem Verkauf weiternutzt, muss dieser sich von der Zerstörung dessen versichern können. Das ist nur ein Auslagern von DRM in die Cloud, verbunden mit einem Zwang zum Online-Sein. Was passiert, wenn der Server Reste von diesem Content (z.B. Settings der gelöschten App auf der SD-Karte) feststellt? Wird dann beiden Usern einfach der Content zerstört? Also Bullshit gepaart mit Patenttrollerei, herzlichen Glückwunsch Apple.

CaptainCannabis 8. März 2013 um 18:11 Uhr

Ja was soll man da noch sagen….Urheberrecht = Bullshit

und das sage ich als jemand der Inhalte erstellt…

Kai 'wusel' Siering 8. März 2013 um 18:48 Uhr

Äh, Amazons mp3s sind genau das, mp3-Files. Die kann ich faktisch Frau/Kindern auf Platte/CD/Cloudspeicher vermachen. (Die rechtliche Seite, Stichwort Wasserzeichen, interessiert hier nicht; das wird Kauf genannt, ich habe eine technisch uneingeschränkt nutzbare digitale Kopie, paßt.)

Bei nicht frei transferierbaren Medien, Stichwort DRM, sieht das anders aus; hier sehe ich keinen Kauf, ich erwerbe nur Nutzungsrechte, eingeschränkte zudem. Dafür gebe ich also auch kein reales Geld aus (sprich: ich ‘kaufe’ da nicht ein).

Anstatt den DRM-Blödsinn endlich zu lassen, sucht Apple also nach Wegen, die Nutzungsrechte auf einem zweiten Markt zu handeln — sicher nicht ohne dabei wieder die Hand aufzuhalten. Seufz. Der Konsument will augenscheinlich betrogen werden …

Georg 8. März 2013 um 19:35 Uhr

Vor allem gibt es doch bereits einen Standard, sowohl als Ersatz für DRM als auch für Gebrauchtverkauf. Nennt sich Seriennummer. Lässt sich bei guten Anbietern bei jeder Neuinstallation sowohl online, als auch telefonisch und per Post authentifizieren. So weiß der Hersteller, das jede Lizenz zur gleichen Zeit nur 1x genutzt wird, und ich kann meine Lizenz ohne Probleme weiterverkaufen. Einfach weiternutzen ist auch nicht, schließlich könnte der Käufer das Programm sonst nicht aktivieren.

Zumindest für Apps ist dieses Konzept also nur eine versteckte Gängelei, verkauft als Fortschritt. Und für eBooks oder MP3? OCR ist inzwischen weit fortgeschritten, Screenshots sind leicht erstellt, Scans von Magazinen auch, MP3 lassen sich easy über die Soundkarte mitschneiden – die Contentmafia wird einen solchen Gebrauchtmarkt ablehnen, denn er nimmt Einnahmequellen und hilft nicht einmal gegen Warez. Ich wäre eher für ein freies Format, welches einen Seriennummerncheck an eine in der Datei vordefinierte Server-Adresse (mit alt. manueller Eingabe für Telefon/Post-Nutzer) integriert.

Prash 9. März 2013 um 21:47 Uhr

Wie funktioniert das? Woran erkennt man dann ein “gebrauchtes” digitale Medium bzw. gibt es dann überhaupt einen Unterschied zwischen einem neuen und einem gebrauchten Medium? Was wäre wenn ein Kunde ein Medium (eBook, Song) erwirbt und dann ein Kopie irgendwo ablegt und es wiederverkauft? Fragen über Fragen….

coriandreas 9. März 2013 um 22:09 Uhr

Also wenn die ein Patent darauf haben, dann doch nur um die Verkäufe in Zukunft komplett zu unterbinden, denn nur noch wer eine Lizenz zum Töten, ach ne, falscher Film ;-) eine Lizenz zum Weitergeben hat, kann dies dann tun. Nur wird sich dies keiner mehr leisten können…


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