Facebook will wohl verschlüsselte WhatsApp-Nachrichten für Werbeanzeigen analysieren

Die einverleibte Facebook-Tochter WhatsApp hat in diesem Jahr wohl schon genug Groll auf sich gezogen. Noch immer gilt eine gelockerte Handhabe, was die neuen Nutzungsbedingungen angeht. Unterdessen wächst und gedeiht die Multi-Geräte-Nutzung von WhatsApp, die nach Jahren von Gerüchten nun im Beta-Stadium ankam. Laut einem Medienbericht von The Information sind das derzeit nicht die einzigen Pläne in der Hinterhand des Mutterkonzerns.

Facebook forscht demnach an Möglichkeiten trotz Verschlüsselung Informationen, wie beispielsweise WhatsApp-Nachrichten, ohne Entschlüsselung zu analysieren (Stichwort: homomorphe Verschlüsselung). Am Werke sei hier wohl ein Team von Forschern, die mittels künstlicher Intelligenz solche Analysen möglich machen könnten. In jene Analysen fließen neben medizinischen Daten auch Finanzdaten ein. Wieso das Ganze? Nun, man plane wohl diese Informationen für gezielte Werbung, beispielsweise im WhatsApp-Messenger, einzusetzen.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dann hin oder her, dies dürften Geschäftspraktiken sein, mit denen wohl die wenigsten d’accord sind. Passend dazu hat Facebook auch einige Stellen ausgeschrieben, welche sich um das Werbesystem von Facebook unter „Wahrung der Privatsphäre“ dreht. Facebook will also auch trotz stärkerem Privatsphärenschutz und Verschlüsselung seine Werbemöglichkeiten weiter ausschöpfen. Gegenüber The Information gab Facebook eine erste Stellungnahme ab.

Die Verwendung einer homomorphen Verschlüsselung für Facebook sei Stand jetzt „zu früh, um jene zum jetzigen Zeitpunkt in Betracht zu ziehen“. Ein Dementi gab es allerdings auch nicht. Und so ist es nach Apples Bemühungen in Sachen App-Tracking-Transparency und Facebooks lautem Aufschrei durchaus möglich, dass man die Forschungen in diesem Segment intensiviert um in naher Zukunft auch weiterhin die eigene Goldgrube zu betätigen.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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34 Kommentare

  1. Als ob die das nicht schon eh machen und jetzt mit solchen Nachrichten schauen, wie das Publikum drauf reagiert.

    Erst die Tage den Fall gehabt, dass ich in Whatsapp das Thema „Full-Stack Developer“ mit einem Arbeitskollegen besprochen hatte. Sonst habe ich das nirgends gegooglet oder bin auch selbst keiner. Trotzdem wurde mir nach 5 Minuten auf Instagram Werbung zum Full-Stack Development gezeigt.
    Ich habe einem anderen Freund erzählt dass ich ins Phantasialand fahre. Kurz darauf bekam er die Werbung auf Facebook und Instagram angezeigt.

    Die werben mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Mag ja sein. Doch wenn die Daten auf dem Handy entschlüsselt werden können sie spätestens dort dann wieder ausgewertet werden.

    • Wenn dem so wäre wäre das eine riesen Sache. Dementsprechend ließe sich viel Aufmerksamkeit generieren, wenn man es ihnen nachweisen könnte. Was die App auf dem Gerät tut ist grundsätzlich nachvollziehbar.

      Du sagst hier also in Grunde du weißt von einem riesen Schatz und du weißt auch wo er liegt, mehr noch: das müsse jedem klar sein. … aber aus wundersamen Gründen wolle niemand diesen Schatz bergen.

      Das klingt nicht so richtig überzeugend, finde ich.

      • Man kann es vielleicht nicht nachweisen, habe aber mehrfach die gleichen Erlebnisse gehabt wie Tobi, dass irgendwelche Themen aus Chats, die normalerweise außerhalb meines üblichen Interesses liegen, auf einmal als Werbung in Facebook auftauchen. Neulich waren es Pferdedecken (!), vermutlich weil ich kurz vorher mit einer Arbeitskollegin geschrieben habe, die mir von ihrem Reiterurlaub berichtet hat. Ansonsten habe ich mit Pferden nichts am Hut. Soll mir bitte keiner erzählen, dass das Zufall gewesen ist.

        • Richard Rosner says:

          Was nutzt ihr denn als Tastatur? Gboard wird das auf jeden Fall zu Google kommunizieren, aber ich schätze Mal genügend andere Apps auch

          • > Gboard wird das auf jeden Fall zu Google kommunizieren

            Hast du dafür Quellen? Ich denke das ist so nicht richtig.

            • Richard Rosner says:

              Warum sollte das nicht passieren? Google verdient sein Geld mit Werbung. Zumal es extra eine Option gibt, um das Teilen der Nutzungsstatistik auszuschalten.

              • Eine Nutzungsstatistik ist nicht das gleiche wie deine erste Behauptung, die geschriebenen Texte würden an Google weitergeleitet und dort zu Werbezwecken weiterverarbeitet.

                Ich konnte für diese Behauptung selbst keine Quellen finden und habe deshalb dich gefragt ob du welche hast.

          • Ich nutze die Standard-Tastatur unter iOS.

        • Du sagst bereits selbst dass du mit jemandem gesprochen hattest der Grade einen Reiturlaub hinter sich hatte. Ein Bezug zu Pferden ließe sich dementsprechend allein schon aus der Interaktion an sich ableiten.

          Allgemein gesprochen berichten viele von ähnlichen Wahrnehmungen im Zusammenhang mit ihren Gesprächsinhalten und Werbeanzeigen. … Es schafft nur einfach niemand, diese Vorgänge plausibel zu reproduzieren.

          Wenn das mal jemandem gelingt (und bis dahin keine clientseite Verschlagwortung eingebaut wurde) ist es sicher ein stichhaltiger Hinweis auf ein Fehlen der Verschlüsselung.

          • Ja, aber keiner außer mir und meiner Gesprächspartnerin sollte doch niemand den Inhalt unserer Interaktion kennen, auch nicht Facebook, das ist doch genau der Punkt.
            Vielleicht kann man das Verhalten reproduzieren, ich habe es bislang nicht getestet.

        • Das gruseligste was ich je mit Facebook erlebt habe war, dass ich mich mit einer Maklerin zur Wohnungsbesichtigung getroffen habe. Abgesehen von ihrer Telefonnummer hatte ich keine persönlichen Daten von ihr. Einen Tag nach der Besichtigung wurde sie mir auf Facebook als Freundin vorgeschlagen. Vermutlich einfach nur weil wir uns über einen kurzen Zeitraum am selben Ort aufgehalten haben. Danach habe ich mich dann endgültig von Facebook getrennt und auch vor einem Monat WhatsApp verbannt. Die Alternativen sind mittlerweile zu gut.

          • Da wurden wahrscheinlich „nur“ deine Kontakt durch die Facebookapp hochgeladen und irgendwie abgeglichen.

    • Machst du ein Cloud-Backup auf GoogleDrive / iCloud? Dort sind die Chatdaten unverschlüsselt. Da dich WhatsApp ständig daran erinnert, würde ich behaupten, dass das sehr viele Menschen machen. Somit ist WhatsApp für mich nicht mehr „E2EE“ weil meine Freunde bestimmt fleißig unsere Konversationem (unwissentlich) hochladen…

  2. Die passendere Überschrift wäre wohl:
    „Facebook hebt Ende-zu-Ende Verschlüsselung auf um den Nutzer Transparent zu machen und Werbung zu verkaufen“

    • Nein, das wäre Clickbait, weil dem nicht so ist.

      • Richard Rosner says:

        Und wie sicher bist du dir da? Wenn du genügend Daten erheben kannst, dass du zielgerichtet Werbung machen kannst, bedeutet das, dass die Verschlüsselung nicht mehr so sicher ist, wie man meint.

  3. Jaja, jetzt kommen wieder die Aussagen:

    1. Selbst Schuld wer so einen Schrott benutzt
    2. Ich habe nichts verbergen
    3. Ich habe noch NIE WhatsApp benutzt (aber bin auf FB Premium Mitglied)
    4. Jetzt reicht es! Ich deinstalliere das Internet
    5. Jetzt reicht es! Ich benutze jetzt *Messenger hier einfügen*
    6. WA kopiert dich nur, ich benutze jetzt Telegram, da funktioniert das Multi-device schon seit Ewigkeiten
    7. Ich bin ein Opfer der Gesellschaft und muss WA benutzen wegen meines Neffens KiTu-Gruppe.
    8. Ich LIEBE diese Sticker!
    9. Oh nein! Die anderen Messenger bieten keine Statusfunktion an, das finde ich jetzt aber doof.
    10. Naja… eigentlich nutze ich … so … WhatsApp … so … weil da jeder is.

    Aber ich stelle dann die Frage: Wie sicher ist denn dann Signal?
    Und wer sich in in den Aussagen wiederfindet, der sollte ernsthaft bleiben und den WA-Quatsch doch mal wirklich installieren und es dabei auch belassen. Ist nicht so wichtig der ganze Kram.

    Gruß
    Friedrich

    • Signal ist immerhin quelloffen, auch wenn es wie Facebook in den USA ansässig ist.

      Wer auf ganz sicher gehen möchte, sollte wohl Element (Matrix-Protokoll) verwenden. Da kannst du auch einen eigenen Server betreiben, sodass deine Ende-zu-Ende-verschlüsselten Nachrichten und die Metadaten bei dir zu Hause bleiben. Oder einfach auf vertrauenswürdige Server wechseln – wie nach dem Email-Prinzip von GoogleMail auf Mailbox/Posteo/…

      • Bei Gmail ist das Datensammeln meiner Meinung nach ja noch ansatzweise vertretbar, denn dadurch hat Gmail den für andere unerreichbar besten Spam Filter.
        Bei WA bringt das Datensammeln dem User genau garnichts.

        Trotzdem glaube ich, dass Werbung in der Whatapp App den Untergang von WA besiegeln wird.
        Niemand will in seinem Messenger nervige Werbebanner haben.
        Bisher gehts bei all der Kritik an Whatsapp immer nur um Dinge, die der User gar nicht mitbekommt, wenn er nicht über den Tellerrand schaut.
        Werbebanner ändern das grundlegend.

        • Es geht nicht darum, ob in Zukunft Werbung kommt, sondern ob zielgerichtete Werbung kommt, also hätte der User doch was davon. Zumindest nach Meinung von WhatsApp/Facebook und der Werbebranche. 🙂

          Und es wird mit Sicherheit nicht der Untergang von WhatsApp sein. Die User wurde jahrelang konditioniert Werbung auf allen möglichen Plattformen zu ertragen, so dass sie es schulterzuckend hinnehmen werden, wenn auf einmal eine Statusmeldung von Nike oder Coca Cola erscheint. Der Nachrichtenverlauf soll werbefrei bleiben, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

  4. WhatsApp hätte nie an Facebook verkauft werden dürfen. Wie krass sich Facebook dagegen wehrt, das der Sinn und Zweck dieses Messenger PRIVATE Kommunikation ist? Ich will da weder etwas von Unternehmen hören / sehen noch will ich, das Facebook WhatsApp so stark verändert, das er nicht mehr als privater Messenger wahrgenommen wird. Die haben ihren Facebook Messenger und können da machen, was sie wollen. Das man so frech ist und Werbung und sonstigen Kram (der da meiner Meinung nach nicht hingehört) platziert, ist fern ab von Gut und Böse des Kapitalismus. Immer mehr, damit einzelne Menschen reicher werden, die nicht wissen, was sie mit all dem Geld tun sollen.

    • Der verkauf an FB war dämlich. „Natürlich werden die beiden Dienste immer getrennt bleiben“ – dabei hat der Mark doch so schön in die Kamera gelächelt 😉

      Ja und dabei bleibts. Ich meine warum soll denn keiner Geld mit deinen Daten verdienen die du für einen „kostenlosen“ Dienst beisteuerst? Ja das ist Kapitalismus in Höchstform. Ob das gut oder böse ist will ich nicht bewerten. Was wäre denn für dich eine Alternative?

      Der BRD-Messenger mit EU-Addin? Staatlich durch 0,02% Steuer mit je 0,01% Anteil für den AG und AN finanziert und die Messenger ID ist nicht an eine Handynummer sondern an deine Ausweis-ID gekoppelt?

      Ich glaube damit wären wirklich 99% aller Kontakte auch abgedeckt, solange das Land EU-Mitglied ist. Das wäre dann nicht kapitalistisch, aber was wäre dann besser?

      Ich glaube der Ansatz, liegt nach wie vor beim Nutzer. Einfach den Kram mal nicht benutzen dann erledigt sich die Frage allgemein (bzw. dann wird sicher schneller Werbung geschaltet, als letzte Geldaktion).

      • Ein Versprechen nach dem Motto: Ein Staat, zwei Systeme? 😉

      • Sehe ich anders. Gerade weil es so viele Menschen nutzen und aus einem bestimmten Grund, sollte es strengere Gesetze geben. Du kannst nicht mal eben etwas nicht nutzen, wenn es 99% der Leute nutzen. Dann kommt jemand und kauft es auf und meint, den Sinn des Dienstes zu verändern

        • Richard Rosner says:

          Ist nur die Frage, wie die Regulierung aussehen soll. Und bedenke, wenn Politiker solche Regelungen erlassen, kommt nur zu gerne Bullshit bei raus, weil Mal wieder ein paar Unternehmen sehr viel Geld in die Hand genommen haben und sich den Unsinn zu ihren Gunsten erkauft haben.

          Die einzig praktikable Lösung wäre an sich, dass offene Standards für Bridges zwischen den Diensten definiert werden. Da wird dann halt definiert, welche Inhalte jeder Dienst verarbeiten können muss und wie diese übertragen werden. Dem User muss das natürlich klar kommuniziert werden, sowie welche Funktionen dann zur Verfügung stehen und welche nicht.

          Das Problem hierbei ist nur, dass damit nicht gegen die Gründe gearbeitet werden kann und darf, weswegen jemand eben kein WhatsApp nutzen will.

    • Ich akzeptiere keine Werbung. WhatsApp hat kostenlos und werbefrei zu bleiben!
      Was bilden die sich ein? /s

      • Richard Rosner says:

        Sie hätten auch einfach die Gebühren vom Anfang beibehalten können. Aber vermutlich hätten sie dann jetzt weniger Nutzer, weil die Leute nicht gerne wissen, was sie tatsächlich bezahlen

        • Klar. Hätten sie. Mussten sie aber nicht.
          Wenns kommt wäre eine Option ohne Werbung schön. Würde wahrscheinlich fast keiner nutzen.

          • Richard Rosner says:

            Nein. Aber Facebook würde ich ohnehin nicht zutrauen, sich dafür wenigstens an die DSGVO zu halten und nicht massenhaft Daten abzugreifen und weiterzuverkaufen bzw sich klauen zu lassen

  5. Facebook liest schon lange ALLES mit auf WhatsApp!

    Der Beweis von 2018 – damals gabs auch schon die angebliche E2E-Verschlüsselung
    :
    https://www.sat1.de/tv/akte/video/2018-was-weiss-das-netz-ueber-uns-das-akte-datenexperiment-clip

    ab Min. 9:10 wird es interessant, für alle die immer noch fahrlässiger Weise denken WA sei Verschlüsselt – Stichwort „Hundefutter“ – teste es einfach alle selber!

    Unterhalte Dich über WA mit einem Kumpel über ein werberelevantes Thema – z.B. einen Karibik-Urlaub (natürlich nur, wenn ihr beide Euch 100% sicher seid, dass ihr Euch da noch nie drüber unterhalten habt auf WA).

    Und lasst schön alles an Stichwörter fallen, auf die Facebook geil ist: Karibik, Urlaub, Sonne, Strand, Meer, Korallenriff, tauchen, schnorcheln und viele Karibikinseln wie: Kuba, DomReb, Antigua, Barabados, Curacao, ect. pp.

    2 Tage Warten und dann logt ihr Euch bei Facebook / Instagram ein und schwupp, bekommt Ihr Werbung von Karibik-Reiseveranstaltern angezeigt.

    Funktioniert 100%ig

    Nur das die meisten WA-Nutzer einfach nur zu feige sind, das zu überprüfen. Könnte ja sein das da was dran ist und dann bedeutet das ja tatsächlich, dass Facebook bei WhatsApp alles mitliest!

    Na wie ist?

    Das einzige was hilft, ist alles zu löschen was von Zuck kommt!

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