Facebook: Instagram und WhatsApp seien nicht abspaltbar

In den USA steht Facebook unter Druck: Seit auch Instagram und WhatsApp zum Unternehmen gehören, bündelt das soziale Netzwerk eine enorme Marktmacht. Intern bereitet man sich da sogar auf ein Szenario vor, in dem die Wettbewerbsbehörden die Zerschlagung fordern könnten. Als Argument hält man bereit, dass sich Instagram und WhatsApp mittlerweile gar nicht mehr  so einfach ohne Weiteres abspalten ließen.

Zumindest will The Wall Street Journal derartige Informationen aus internen Dokumenten gezogen haben. Demnach würde Facebook argumentieren, dass die jeweiligen Übernahmen von der zuständigen Behörde FTC in den USA durchgewunken worden seien. Daher habe man enorme Summen in beide Plattformen investiert und sie tief in die internen Strukturen integriert. Eine Zerschlagung würde Facebook Milliarden kosten, die Sicherheit gefährden und den Benutzern schaden.

Ob The Wall Street Journal sich korrekt auf interne Dokumente bezieht, wollte Facebook weder dementieren noch bestätigen. Ob so eine Verteidigungsstrategie aber einen Effekt hätte, das ist offen. Tim Wu, ein Professor der Columbia University, der als Experte für Technik-Regulierungen gilt, hält Facebooks Argument für „schwach“.  Weder bereits erteilte Genehmigungen noch ein Verweis auf die Schwierigkeiten der Abspaltung dürften einen derartigen Beschluss bremsen.

Laut Wu habe sich die Lage am Markt verändert, sodass durchaus nicht unmöglich sei, dass die FTC nun eine andere Handhabe habe. Angeblich solle die Behörde noch vor Ende 2020 ein Verfahren gegen Facebook anstreben. Dann könnte es durchaus um eine Abkopplung von Instagram und / oder WhatsApp von Facebook gehen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

  1. Dreist ohne Ende. Facebook hatte sich doch im Rahmen diverser Übernahmen verpflichtet, diese gerade nicht zu integrieren.

    • War das eine Verpflichtung oder nur ein Versprechen?

      • Freiwillige Selbstverpflichtung aka jaja ich mach’s dann später.

        Driest zu behaupten, es ginge nicht, wo das ja drei völlig unterschiedliche Dienste von völlig unterschiedlichen Unternehmen sind. Ich glaube nicht, dass sie so schnell alles 100% integriert haben.

  2. Richtig so. Lasst den Laden einfach bis auf die Grundmauern abbrennen. Für alles, was Facebook sich bisher geleistet hat, sollte Z-Berg der Unternehmensbetrieb augenblicklich untersagt werden.

  3. Solange die Welt keine drängenderen Probleme hat, geht es uns allen doch gut…

    • Ja, bedauerlicherweise arbeiten alle Menschen in allen Organisationen und Behörden nur daran, Facebook regulieren zu wollen. Dinge parallel zu machen ist völlig unmöglich. Also für jemanden, der dein Argument bringt, natürlich.

      Alle normalen Menschen können parallel denken und handeln.

      • Es mag da unterschiedliche Ansichten geben, aber wenn es normale Menschen wären, würde m.E. sich gar keine Organisation oder gar eine Behörde mit so etwas beschäftigen.

  4. Selbst, wenn sich das nicht trennen ließe….. wenn es heißt, ihr müsst, muss der Zuckerberg eben. Wie, ist dann sein Problem.

  5. Geschichte wiederholt sich: „der Internet-Explorer lässt sich nicht von Windows trennen“ sprach’s und kurz danach ging’s dann doch, mit etwas Druck…

  6. Ich meine ich seh das so wie alle hier. Ich bin extrem wütend, hasse die Marke und haben für Zuckermann nur Spott übrig!

    Hat er uns nicht Schleckloch getäuscht, mit seinen ganzen kostenlosen Angeboten? Was haben wir gelitten, als es mal weniger Likes gab. ..und seitdem ich mir eingeredet habe, dass Facebook zwar Trump, aber nicht Obama zu verantworten hat ist mir alles klar.

  7. Ist nicht der Datenaustausch zwischen FB und Whatsapp verboten von der EU?

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