Eve Aqua: Smarte Gartenbewässerung ausprobiert

Fast alle Bereiche unseres Lebens sind mittlerweile dafür bereit „versmarthomed“ zu werden. Und ich, ich bin gerne ein williges Opfer und probiere aus. Wobei ich da immer schon schaue, was sich wirklich produktiv lohnt, sodass ich es langfristig einsetze und auch meine Familie damit belästige. Vieles habe ich automatisiert, sodass es unauffällig und ohne Wirken des Nutzers funktioniert, einige Sachen erledige ich dann über möglichst wenige Apps.

Schaut man sich auf dem Markt um, dann sieht man, dass einige Hersteller gefühlt den Anschluss verloren haben, hier nenne ich mal Devolo, denen ich lange die Treue gehalten habe. Angesichts der neuen Aqara-Möglichkeiten mit den europäischen Produkten ist dies aber gegessen. Stichwort: Xiaomi-App, HomeKit-Unterstützung und eben die Preise.

Und wo wir beim Stichwort HomeKit sind, da setze ich auch zahlreiche Elemente ein, teils eben die genannten Aqara-Sensoren, die wir auch schon einmal testeten sowie Steckdosen von Eve. Eve kommt auch bei uns nun im Garten zum Einsatz, da habe ich jüngst Eve Aqua verbaut, eine reine Bequemlichkeitssache, die man auch mit anderen Komponenten natürlich bewerkstelligen kann. Eve Aqua ist quasi der Wasserhahn für den Garten – oder wo auch immer ihr es an euren Hähnen einsetzt. Gefüttert wird es mit zwei AA-Batterien und dann über einen Code in ein paar Sekunden in HomeKit eingebunden.

Bei den Eve-Produkten verhält es sich generell wie mit den meisten Produkten, die sich in HomeKit einbinden lassen: Sie lassen sich über die App des Herstellers verwalten, automatisieren und schalten, viele Funktionen sind aber auch über HomeKit möglich. Im Falle von Eve kann der Nutzer sehr granuliert Bedingungen hinterlegen, damit Eve Aqua für eine Bewässerung sorgt, ich persönlich komme allerdings sehr gut damit klar, dass ich in HomeKit einen Zeitraum der Aktivität festlege, für den der Hahn geöffnet wird.

Konkretes Fallbeispiel: Eve Aqua ist in unserem Garten an einem Wasseranschluss. Dahinter ist ein sehr langer Schlauch, der hinter unserer Hecke läuft. Den Schlauch haben wir gelöchert, sodass er das Wasser gleichmäßig von unten an die Pflanzen weitergibt. Starte ich über HomeKit (und somit auch über Siri) Eve Aqua, so wird bei uns für einen Zeitraum von 45 Minuten eine Bewässerung durchgeführt und anschließend von alleine beendet.

Eve Aqua benötigt keine Bridge, ist quasi so direkt mit in HomeKit drin. Ist keine HomeKit-Zentrale in der Nähe (iPad, HomePod oder eben der Apple TV), dann muss man sich in der Reichweite (außer bei festgelegten Zeitplänen, das funktioniert nach einmaliger Einrichtung grundsätzlich) aufhalten, um das Gerät mit dem iPhone zu steuern. Reichweite zu Eve Aqua oder anderen Eve-Komponenten nicht ausreichend? Dann könnte man zu einem neuen Extender (Eve Extend)greifen, der die auf Bluetooth-basierenden Befehle über das WLAN verteilt. Alternativ gibt es auch einen Powerknopf an Eve Aqua, ein Druck auf diesen sorgt dann für Wasser marsch.

Wie erwähnt: Bei uns machen wir das noch von Hand, drücken also in der App auf „Loslegen“, alternativ kann man sich auch selber etwas in der Eve-App basteln sowie auch Abhängigkeiten nutzen – beispielsweise mit Eve Degree, einem Temperatursensor. Oder man baut sich einen Button über HomeKit. Ist ja alles machbar.

Bewässerungscomputer dieser Art sind keineswegs neu. Es gibt nicht-smarte Lösungen für „kleines Geld“ sowie andere Hersteller, deren smarte Produkte weniger kosten.

Ich selber habe das Produkt erst frisch im Einsatz und kann daher jetzt noch nichts zur Langlebigkeit des Motors sagen. Der erste Eindruck ist aber: Gute Verarbeitung (Korpus Metall, Front aus hartem Kunststoff) (außer das Batteriefach, das wirkt lieblos), flexible App und ein hoher WAF (Woman acceptance factor). Auf der anderen Seite steht natürlich der Anschaffungspreis. Knapp 90 Euro werden fällig, so viel zahlen manche Menschen für ihre Wasserpumpen. Immerhin: Um einiges günstiger als das Gardena-System, auch wenn dieses eine Bridge sowie Sensoren inkludiert hat. Das hatte mich weniger geflasht, auch wenn man mittlerweile an HomeKit angebunden ist.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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19 Kommentare

  1. Hatte mich auch dafür interessiert und mit dem Support gesprochen: Was fehlt ist die Erkennung, ob es gerade regent (d.h. Wetter/Regen Daten aus dem Internet ziehen und erst den Zeitplan aktivieren, wenn es nicht regnet). Das bekommt der Eve Aqua zur Zeit nicht hin, laut dem Support liegt das an Einschränkungen von Apple im HomeKit Profil (sagten, eventuell kommt eine brauchbare Funktion noch etwas in Zukunft von Apple).

  2. Wenn das wirklich „smart“ sein sollte, müsste doch ein Zusammenspiel mit einem Feuchtigkeitssensor im Boden erfolgen. Ab einem bestimmten Wert abwärts erfolgt eine automatische Bewässerung. So ist das nur ein Ventil, das die App öffnet. Nicht smart.

    • GooglePayFan says:

      So sieht es aus. Wenn man Siri oder Alexa braucht, dann ist etwas nicht „smart“ sondern nur sprachgesteuert.

      Eine smarte Bewässerung entscheidet anhand der Bodenfeuchtigkeit automatisch ob und wie viel Wasser nötig ist. Und startet dann nach Sonnenuntergang oder gar nicht, wenn der Wetterbericht für die Nacht noch Regen ankündigt.

      • Genau das kann übroigens Gardena. Mit einem Bodenfeuchtsensor wird gemessen und dann in Intervallen in der Nacht immer wieder mit dem Bewässerungscomputer gemessen. Wir haben nicht das Gerät, welches mit App zu bedienen ist (war uns zu teuer und unnötig), sondern das ganz normale was autark läuft. Seit zwei Jahren funktioniert es zuverlässig.

  3. Hi,
    ich habe es mit einem Sonoff Dual, einem 2 Wege-Ventil und iobroker gelöst. Das Programm errechnet mir anhand der Wetterdaten die Sprengdauer und benachrichtigt mich über Telegramm.
    Natürlich ist das Ganze auch über HomeKit steuerbar. Das Ganze kostete dann aber nur 30€ Euro

  4. Ich hoffe, dass du einen Systemtrenner vor deinem Gartenwasserleitung eingebaut hast, um die Verseuchung des Trinkwasser zu verhindern. Außerdem fehlt die Info ob es stromlos zu oder offen ist. Sollte im Idealfall stromlos zu sein, aber man weiß ja nie. Allgemein darf keine dauerhafte direkte Verbindung zum Trinkwasser von Gartenschläuchen oder anderen Bewässerungssystemen bestehen, auch wenn dazwischen eine Absperrarmatur verbaut ist. Das ist absolut fahrlässig. Dasselbe gilt auf für Heizkesselbefüllung. Dunkelziffer an Toten durch verunreigtes Trinkwasser in Deutschland: um die 10000 Menschen jährlich. Schöne Grüße vom Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung, Klima mit Zulassung zur Trinkwasser-Probenahme durch Deutsche Wasser Akademie.

    • Wir haben einen dedizierten Brunnen.

    • Mal blöd gefragt, dann dürften ja viele Bewässerung scomputer gar nicht installiert werden, weil die dauerhaft mit dem Wasseranschluss verbunden sind. Und bei meiner alten Heizung habe ich im Winter ebenfalls den Schlauch dauerhaft dort. Mein Heizungsbauer hat dies nie gestört.

      • Heizungsbefüllung. Nach VDI 2035.
        Seit dem 1. August 2011 ist eine kurzzeitige Verbindung einer trinkwasserführenden Armatur mit dem Heizungsbefüllstutzen über eine Schlauchverbindung ohne Systemtrennung nicht mehr zulässig. Nach der jetzt gültigen Norm werden nun alle Anschlüsse zwischen Trinkwasserarmaturen und Heizungsbefüllstutzen als ständige Anschlüsse angesehen.

        Eine normgerechte Heizungsbefüllung nach VDI 2035 muss immer über eine eigensichere Installation sowie einen Systemtrenner erfolgen. Denn durch eine nicht normgerechte Befüllung könnte Heizungswasser durch Rückfließen in das Trinkwasser gelangen und mit möglicherweise gesundheitsgefährdenden Stoffen verunreinigen. Wir haben die passenden Systeme, um dies zu vermeiden. Wir empfehlen den Einsatz eines Sytemtrenners der Klasse BA oder idealerweise einer Heizungsbefüllungsstation.

        Das ist Copy&Paste, da ich zu faul war das alles zu schreiben. Es gibt in unserem Beruf leider sehr schwarze Schafe, Die sich um Nichts kümmern und am liebsten für 0 Arbeit ein Vermögen kassieren

  5. Habe vor einiger Zeit mit einem Bekannt einen Gartenbewässung auf Basis seiner Smart-homsteuerung aufgebaut, dies kann weit aus mehr als das Teil für 95,-.
    Allerdings kann man den Aufwand dann auch ins Uferlose treiben, bei uns waren es 8 Wasserkreis, 6 davon sind Tropfschläuche bzw. Mini-Regner für Blumen-, Sträucher- und sonstigen Pflanzenflächen, 2 weitere für die Rasenberegnung. Wasserversorung über Regenwasser-Zistere mit Pumpe.
    Die Kreise werden einzeln angesteuert u.a. auch auf Basis von Bodenfeuchtesensoren ( Selbstbau mit Arduino ) und dem aktuellen Wettervorhersagen ( z.b. wenn Boden trocken aber Regen für die nächsten 6 Std. vorausgesagt, dann keine Bewässerung )

  6. Christian says:

    Hier hängt ein dummer Gardena Computer mit Feuchte Messer.
    Jeden Morgen wird geschaut ob der Boden feucht oder trocken ist und fertig.

  7. der Siggi says:

    Wow, den WAF solltest du ab sofort in allen deinen Tests mit veröffentlichen!

  8. Bernie0007 says:

    Caschy, ich bin echt ein Tech-Fan, aber diese aktuellen „Bewässerungs-App/Hardware Lösungen“ machen doch ökonomisch in meinen Augen wenig Sinn. Ich benutze für meinen Garten von Gardena (ohne irgendeine App) eine digital programmierbare Bewässerungssteuerung Flex 01890-20 (Euro 33,-) und einen Bodenfeuchtesensor 1188-20 (Euro 40,-). Ich brauche nichts aus- oder einschalten und mache mich auch ggü. dem Nachbarn nicht lächerlich, wenn bei Regen der programmierte Sprinkler läuft … 😉 Ob ich im Urlaub oder zu Hause bin, ich habe seit 2 Jahren kein einziges Mal mehr meinen Rasen gegossen oder musste manual nichts aus- oder einschalten. Das ist in meinen Augen wirkliches „Smart Watering“ für kleines Geld … 😉

    • Daniel Frank says:

      Hi Bernie0007
      Sehe ich genauso, hab die Systeme eve und gardena getestet und bin wieder bei den von Dir erwähnten GARDENA Produkten gelandet, welche seit Jahren zuverlässig ihren Dienst tun…
      abwarten, was die Zukunft bringt 😉
      Gruss Dan

  9. Moin, also von der Idee war ich sehr angetan. Gestern ausgepackt und binnen 20 Minuten erfolgreich installiert. Soweit prima…

    Funktioniert auch tadellos wenn ich die Plastikgewinde wenig wertig wirken…

    Nur leider muss ich dazu quasi in Sichtweite zum Wasserhahn stehen. Innerhalb des Hauses oder sonstigen Grundstücks wird Eve Aqua nicht gefunden.

    iPad als Basis hinterlegt und im Büro deponiert, leider noch immer keine ausreichende Reichweite. Sorry, aber mit smart hat dieses System im jetzigen Zustand nichts zu tun. 🙂

    Bin zwar kein Freund von Retouren, aber bei diesem Ding froh Neuware bestellt zu haben.

    Ich persönlich kann wirklich nur abraten!

    VG Mark

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