Eufy RoboVac L70 Hybrid: Das neue Saugroboter-Flaggschiff

Anker bringt mit seiner Marke eufy und dem neuen RoboVac L70 Hybrid seinen ersten Saugroboter auf den Markt, der mit Laser-Navigation arbeitet. Andere Modelle des chinesischen Herstellers, wie etwa der vor einiger Zeit von Caschy getestete RoboVac 30C, arbeiten nach dem Chaos-Prinzip. Zusätzlich kann der L70 Hybrid auch noch wischen. Da habe ich den smarten Helfer doch gerne mal über meinen Dielenboden sausen lassen.

Bei mir gibt es also auch etwas andere Szenarien als bei Caschy: Ich habe in Wohn- und Schlafzimmer Parkettboden. Im Flur und der Küche ist es in meiner Altbau-Wohnung Laminat. Und im Badezimmer natürlich Fliesen. Im Bad liegen bei mir aber auch kleine Badezimmerteppiche, so dass man das natürlich auch nicht auslassen sollte.

Wegen der verwendeten, genaueren Laser-Navigation und der Fähigkeit Böden auch zu wischen, kostet der neue Eufy RoboVac L70 Hybrid auch eine ganze Stange mehr Geld als etwa der RoboVac 30C: 499 Euro ruft Anker als Preis für sein neues Flaggschiff aus. Übrigens verzichtet man bei diesem Modell auch auf eine Fernbedienung. Entweder ihr nutzt den Robo also vollkommen unsmart und könnt ihn über die Bedienfelder an der Oberseite lediglich ein- und ausschalten, oder die App Eufy Home muss her.

Technische Daten des Eufy RoboVac L70 Hybrid

  • Saugleistung: 2.200 pa
  • Sensor: LDS (Laser)
  • Seitenbürsten: 1
  • Abdeckung: 250 m2
  • Laufzeit: ca. 150 Min.
  • Aufladezeit: 240 – 300 Min.
  • Kapazität des Staubbehälters: 450 ml
  • Feucht wischen: Ja
  • Stromverbrauch: 50 Watt
  • Steuerung per App: Ja (Eufy Home)
  • Wi-Fi 802.11 b/g/n
  • Sprachsteuerungen: Amazon Alexa, Google Assistant
  • Besonderheiten: waschbare Filter, Zeitplanung, Raumkarten
  • Maße / Gewicht: 35,5 x 35,5 x 10,1 cm / ca, 3,8 kg
  • Lieferumfang: Saugroboter, Ladestation, Netzteil, Schutzmatte, Mopp-Aufsatz, waschbares Mopp-Tuch, Kurzanleitung
  • Preis: 499 Euro

Im Vergleich zu anderen Modellen hat mich persönlich sehr überrascht, dass der RoboVac L70 Hybrid nur eine Seitenbürste nutzt. Von anderen Konkurrenzmodellen, wie dem mir persönlich vorliegenden 360 S6 oder auch Eufys eigenem RoboVac 30c, ist man zwei Seitenbürsten gewöhnt. Da habe ich ein wenig Bedenken, ob der Eufy RoboVac L70 Hybrid den Dreck wirklich gut zusammengeschaufelt bekommt.

Ausstattung und Verarbeitung

Der Eufy RoboVac L70 Hybrid ist spürbar größer als etwa der 360 S6, was für mich persönlich nochmals überraschender macht dass nur eine Seitenbürste vorhanden ist. Das Design ist dabei unaufregend: Seien wir mal ehrlich, die meisten Roboter-Staubsauger aus asiatischen Gefilden sehen sich aktuell sehr ähnlich. Der „Turm“ mit dem Laser-Sensor hebt sich natürlich ein wenig  nach oben ab.

Fein finde ich, dass Anker eine wasserabweisende Matte beilegt, erinnert an Unterlagen für den Schreibtischstuhl, welche man vor der Ladestation platzieren kann. Hat seinen Sinn, damit nach einem Wischvorgang keine Pfütze auf eurem Boden entsteht. Auf jener Matte kann der Robo also ruhig parken. Leider legt Anker aber keine Ersatzbürsten oder Ersatzfilter bei. Das hätte man bei dem Preis durchaus erwarten können. Auch Boundary Strips müssen separat gekauft werden. Selbst bei den Mopp-Tüchern spart man: Ein waschbares ist ab Werk am Mopp-Aufsatz angebracht, ein Ersatztuch fehlt.

An der Verarbeitung des Roboters selbst gibt es nichts zu Murren: Die zentrale Reinigungsbürste lässt sich zum Säubern gut entfernen und das ganze Design mit den Bumpern rund um das Gehäuse wirkt robust. Ein wenig eleganter könnte das Entnehmen des Staubbehälters sein. Bei etwa dem 360 S6 zieht man den Behälter nach leichtem Druck auf einen Knopf in der Mitte einfach nur nach oben heraus. Beim Eufy RoboVac L70 Hybrid muss man erst einen Deckel an der Oberseite aufklappen, um dann den Behälter entnehmen zu können. Auch das Öffnen des Staubbehälters ist etwas umständlicher bzw. man sollte aufpassen, dass einem dabei der Filter nicht herausrutscht, da es für ihn keine zusätzliche Abdeckung gibt.

Lob bekommt von mir die sehr übersichtlich und ausführlich gestaltete Anleitung, welche Aufbau und Funktionen des Saugroboters wirklich perfekt erklärt – bei meinem Testmuster allerdings ausschließlich in englischer Sprache.

Die Reinigungs-Modi und Features des RoboVac L70 Hybrid

Der Eufy RoboVac L70 Hybrid bietet euch für die Reinigung mehrere Modi an. Standard ist der automatische Modus, den ihr auch einfach über den Robo selbst ganz ohne App aktivieren könnt. Dann gibt es das Spot Cleaning. Dabei reinigt der Sauger ein Gebiet von ca. 1,5 x 1,5 m besonders intensiv und kehrt danach zur Ladestation zurück. Beim Zone Cleaning könnt ihr selbst einen Bereich definieren, etwa ein bestimmtes Zimmer, den der L70 Hybrid für euch säubern soll. Zudem gibt es noch BoostIQ, dadurch soll der Sauger seine Leistung immer  intelligent den Anforderungen anpassen. Dieser Modus ergebe laut Anker etwa Sinn, wenn der Roboter zwischendurch Teppiche überquere – dann könne er selbstständig in jenen Bereichen die Leistung ankurbeln.

Ihr könnt den Eufy RoboVac L70 Hybrid auch manuell steuern, was aber eher eine Spielerei ist. Generell ist es außerdem möglich zwischen vier Saugstärken zu wechseln:

  • Quiet
  • Standard
  • Turbo
  • Max

Freilich nimmt mit zunehmender Saugleistung auch die Lautstärke zu. Dafür erzielt ihr dann eben auch bessere Ergebnisse. Außerdem könnt ihr in der App für Eufy Home auch eigene Zeitpläne anlegen. Gute Sache, falls ihr etwa wollt, dass der Roboter jeden zweiten Tag vormittags eure Bude durchsaugt, während ihr gerade im Büro hockt. Fast nicht mehr erwähnenswert: Nach getaner Arbeit kehrt der RoboVac L70 Hybrid natürlich brav von alleine zur Ladestation zurück – außer er bleibt stecken oder „verirrt“ sich. Dann benachrichtigt er euch über seine Odyssee und fragt nach Unterstützung. Überraschung: Im Gegensatz zu den meisten anderen Modellen aus China spricht der Sauger sogar Deutsch!

Wie bereits erwähnt, liegen dem Saugroboter leider keine Boundary Strips bei. Ihr könnt jedoch über die App Eufy Home No-Go- oder auch No-Mop-Zonen definieren. Klasse, dass da abgegrenzt wird. Denn bei einer No-Go-Zone hölt sich der Sauger generell fern – in einer No-Mop-Zone kehrt er aber beim Saugen trotzdem ein. Über die App könnt ihr zudem auch Amazon Alexa und den Google Assistant integrieren.

Saug- und Wischergebnisse

Der Eufy RoboVac L70 Hybrid hinterlässt einen etwas gespaltenen Eindruck: Wie vermutet, gereicht dem Saugroboter zum Nachteil, dass eben nur eine Seitenbürste verbaut ist. Logischerweise kann der Robo dadurch weniger Schmutz in seinen Gierschlund scheffeln. Ergo muss ich im Vergleich zu meinem 360 S6 konstatieren, dass der L70 Hybrid manchmal Fussel oder Krümel liegen lässt, welche der S6 meiner Erfahrung nach mitgenommen hätte. Nun reinigt Eufys Modell trotzdem generell gründlich, der Hersteller wird sich da sicherlich schon etwas dabei gedacht haben, dass nur eine Seitenbürste verwendet wird. Einen Nachteil muss ich da aber dennoch konstatieren.

Gleichtzeitig sehe ich auch einen deutlichen Mehrwert gegenüber meinem S6: Die Saugkraft beim 360 S6 beträgt 1.800 pa, was bereits sehr ordentlich ist. Der Eufy RoboVac L70 Hybrid hingegen kommt aber auf stolze 2.200 pa. Das ist eine Saugleistung, welche die meisten Konkurrenten in ähnlichen Preisklassen, etwa der kürzlich von Caschy getestete 360 S7 mit 2.000 pa, nicht erreichen.

Caschy legt da ja in seinen Tests immer gerne mit Gewürzen los. Dieser Tradition wollte ich treu bleiben und habe mal etwas Salz auf meinem Laminatboden in der Küche verteilt – auf dem Dielenboden hätte das wenig Sinn ergeben, weil der L70 Hybrid da die Reste nur in die Rillen gewirbelt hätte. Und wo ich gerade dabei war: Etwas Curry und Rosmarin hinzugeben schadet ja auch nicht! Wäre beim Kochen keine ausgewogene Würzung, ist aber ein guter Test für den Eufy RoboVac L70 Hybrid.

Das Ergebnis nach einem regulären Saugvorgang, also keine intensive Zonen-Reinigung, seht ihr auf dem obigen Bild. Dass der Boden auf dem Flur meiner Altbauwohnung nicht der Hübscheste ist, bitte ich zu ignorieren. Insofern kann man sich hier über das Saugergebnis nicht beklagen, auch wenn nur eine Seitenbürste vorhanden ist. Vielleicht ist das in diesem Szenario sogar von Vorteil, da nichts versehentlich zur Seite gewirbelt wird.

Wischen geht mit dem Eufy RoboVac L70 Hybrid natürlich auch. Das Wasser kann man ganz einfach an der Oberseite des Staubbehälters in ein separates Abteil einfüllen. Anschließend muss man nur den Mop-Aufsatz anbringen und los gehts. Geeignet ist dieses Feature vor allem für Menschen wie Caschy, die viel Fließenboden im Haus haben und diesen regelmäßig von leichten Verunreinigungen befreien möchten.

In meiner Küche ist das eher so eine Sache: Wenn da mal beim Kochen was zu Boden tropft, wische ich das direkt weg, weil es sonst antrocknet.  Passiert mir so ein Malheur mal unbemerkt, hilft die Wischfunktion des L70 Hybrid wenig, da dem Robo der notwendige Druck fährt. Hilft also nichts, da muss ich von Hand scheuern. Aus meiner Sicht ist die Wischfunktion also ein netter Bonus, welche in meinem Alltag aber keine Rolle spielen würde. Das hängt aber ganz stark von eurem Haushalt ab.

Offtopic: Hier einmal ein Lautstärkevergleich zum Vorwerk VR200 von unserem Co-Autor Stephan Wilms.

Fazit

Der Eufy RoboVac L70 Hybrid bietet mehrere Reinigungsmodi, kann auch Wischen und mit 2.200 pa ist die Saugkraft in dieser Preisklasse überdurchschnittlich. Allerdings kommt nur eine Seitenbürste zum Einsatz. Je nach Einsatzgebiet kann das ein Nachteil sein. Das Wischen bleibt zudem wie bei anderen Modellen ein netter Bonus, mangels des richtigen Drucks hilft das aber wirklich nur bei sehr frischen bzw. leichten Verunreinigungen. Wie viel ihr davon habt, hängt aber natürlich von euren Bodenbelägen ab: Wer über viele Fliesenböden verfügt, dürfte mehr Gefallen an dem Wisch-Feature finden, als ich mit Laminat und Dielen.

Zur Eufy-App hat Caschy bereits einiges in seinem Test des RoboVac 30C geschrieben: Ich finde die Anwendung gut gestaltet und übersichtlich. Im Gegensatz zum 30C spart man beim L70 Hybrid aber am Lieferumfang – keine Boundary Strips, keine Fernbedienung, keine Ersatzbürsten – da hätte es gerne mehr sein dürfen, gerade da es sich hier um ein hochpreisigeres Modell handelt.

Die Verarbeitung des Saugroboters ist super, auch wenn ich die Entleerung des Staubbehälters im direkten Vergleich mit dem 360 S6 etwas umständlicher finde, aber daran gewöhnt man sich. Er ist trotzdem meines Erachtens nach leichter entnehmbar als bei dem 30C, da er nach oben herausgezogen wird. Im Gesamterggebnis ist der Eufy RoboVac L70 Hybrid also, auch wenn ich mit den Ergebnissen meines alteingesessenen 360 S6 vergleiche, sein wirklich guter Roboter-Staubsauger, dessen smarte Features und Laser-Navigation ihn ganz klar über den anderen Modellen des Herstellers platzieren.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

9 Kommentare

  1. Meines Erachtens trennt sich die Spreu vom Weizen bei den Bürsten und der Fähigkeit, Staub aufzunehmen.
    Ich hatte einen älteren Roomba, der ein ähnliches Bürstenprinzip wie der oben hatte. Fazit: Gerade längere haare da wieder rauskriegen, ist echt eine mühevolle und doofe angelegenheit – ganz besonders als Hausstaub Allergiker. Die neuen Roombas haben ein anderes Walzensystem, sodass da keine Haarbüsten mehr eingesetzt werden. Für mich ein absoluter gamechanger im Staubsaugerbereich, da so das lästige Haare-raus-fummeln schlicht wegfällt.

  2. Das sieht verdammt nach einem umgelabelten Roborock S5 aus. Und der Roborock S5 hat im Gegensatz zum Artikeltext auch nur eine Seitenbürste!

  3. Also ein paar Krümel Rosmarin passen sehr gut an gelbe Currysoße.

  4. Wir hatten auch (kurzzeitig) einen der günstigen eufy-Einstiegssaugroboter.
    Die Reinigungsbürste, die augenscheinlich auch hier verbaut wurde, war die Hölle bei langen Haaren. Alle 2-3 Saugvorgänge musste diese entnommen und komplett von Haarbüscheln „entkernt“ werden. Eine Heidenarbeit und für uns der Grund, dem Sauger erstmal adieu zu sagen.

  5. Weiß man wie das hier mit den Grundrissdaten ist?
    Wird das auch an irgendwelche Server gesendet?
    Ungeachtet dessen, welcher wäre hier eher empfehlenswert(er)? Dieser oder der Roborock S50?
    Lange Haare ist natürlich ein weiteres Problem. Gibt es denn Saugroboter, die damit zurecht kommen?

  6. Wenn man schon einen Lautstärkevergeleich macht, dann sollte erwähnt werden, dass der Vorwerk auch satte 50% mehr Saugleistung hat 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.