Elektroautos sollen als dezentraler Speicher dienen

Niedersachsen schlägt durch eine Bundesratsinitiative vor, Elektrofahrzeuge als dezentrale Speicher zu verwenden und die sogenannte bidirektionale Ladeoption zu intensivieren. Das Ziel des bidirektionalen Ladens besteht darin, die Leistung eines Elektroautos nicht nur für den Antrieb, sondern auch zur Rückgabe an das Stromnetz während Standzeiten zu nutzen, etwa um hohe Netzbelastungen auszugleichen. Niedersachsen sieht in dieser Technologie ein enormes Potenzial, um die Energieeffizienz zu steigern und intelligent Energie zu speichern.

Auszug:

Entwicklung technologischer Standards im Dialog mit der Automobil- und Energiebranche beispielsweise für Wechselstrom-/AC-Ladeinfrastruktur, da diese bisher nicht verfügbar ist (für Gleichstrom-/DC-Ladeinfrastruktur ist die ISO 15118 anzuwenden). Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, hier schnell aktiv zu werden und die Standardisierung voranzutreiben.

Bidirektionales Laden könne dazu beitragen, volkswirtschaftliche Kosten zu senken und die dezentrale Stromerzeugung sowie -speicherung zu fördern, zudem erhielten Nutzer einen Kostenvorteil für den Betrieb ihrer Elektrofahrzeuge. Dies stelle einen Anreiz für den Bau oder die Erweiterung privater Photovoltaik-Anlagen dar. Niedersachsen fordert mit dem aktuellen Entschließungsantrag daher konkrete rechtliche, technische, steuerliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die das Vorankommen der Technologie unterstützen. AM 24.11. wolle man im Bundesrat abstimmen, ob man eine entsprechende Entschließung fassen und der Bundesregierung zuleiten will.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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35 Kommentare

  1. Nächster Vorschlag konsequenterweise dann:
    Dieselauto als Pufferspeicher für die Ölheizung.

  2. Jedes Laden und Entladen des Akkus verringert die Lebensdauer und die Leistung des Akkus, und damit eines der wesentlichsten Bestandteile eines Elektroautos. Es geht also um die schrittweise Vernichtung eines teuren Vermögensgegenstandes unter dem Vorwand, etwas für die Allgemeinheit zu zun.

    • Für den Kampf gegen den Klimawandel müssen Opfer gebracht werden. Wer sich ein teures eAuto leisten kann, welches auch noch vom Staat fett subventioniert wurde, darf ruhig einen Beitrag für das Gemeinwohl leisten.

      • Bekanntlich wurden und werden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nicht vom Staat subventioniert, weder direkt über solche Dinge wie Dienstwagenprivileg oder eine Abwrackprämie, noch über indirekt über die Subventionierung des Diesel-Kraftstoffs.

        • GooglePayFan says:

          Dieser Kommentar trifft ins Schwarze! 99% der Deutschen fahren einen Diesel-Dienstwagen!

        • Die Abwrackprämie war eine einmalige Sache und diente eigentich anno 2009 als Rezessionsbremse und nicht dazu Verbrenner zu fördern. Im Gegensatz zu der Förderung der Elektromobilität, war sie lächerlich gering. Außerdem sorgte sie dafür, dass viele alte Verbrenner, deren Schadstoffausstoß relativ hoch war, von der Straße kamen. Hier wurde also wirklich etwas für die Umwelt getan, im Gegensatz zur eMobilität deren nutzen für die Umwelt doch unterm Strich gering bis ungünstig ausfällt. Ein Dienstwagenprivileg, ist wohl vernachlässigbar, weil es die wenigsten betrifft. Und was die indirekte Subventionierung von Diesel angeht, so kommt davon eh nichts beim Verbraucher an, weil Diesel derweil teils sogar teurer ist als Benzin. Es wird also nur die Mineralölindustrie subventioniert, die aber nicht nur Kraftstoffe, sondern auch wichtige Grundstoffe für die chemische Industrie erzeugt.
          Aber warum wird nicht Flugbenzin bzw Kerosin stark besteuert? Man muss nicht für 19,99€ quer durch Europa fliegen. Fette eAutos mit 400 PS fahren, die über 2 Tonnen wiegen, dreimal im Jahr in den Urlaub fliegen, in Kauf nehmen, dass die Rohstoffe für die Elektromobilität unter menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen werden, aber dann über den Klimawandel jammern und heulen wenn man ein Teil seiner Batteriekapazität opfern soll. Das ist Klimaschutz der gehobenen Mittelschicht. Eure Kinder und Enkel werden leider für eure Dekadenz büßen müssen

          • Gunar Gürgens says:

            Wenn es eh nicht ankommt, kann die Subvention ja auch weg oder? Nochmal 20 Cent teurerer Diesel (zzgl. Mehrwertsteuer) werden sehr viel mehr Leute zu Elektroautos bringen, welche auf Lebensdauer gerechnet um ein vielfaches besser für die Umwelt sind als Verbrennerfahrzeuge.

      • Einen Klimawandel hat es schon immer gegeben und wir es auch noch geben wenn wir Menschen von der Erde verschwunden sind.

        • Richtig! Aber ist es jetzt der richtige Schluss zu sagen, dann können wir ja auch ruhig früher verschwinden?

        • Nur den menschgachten Klimawandel, den man meint wenn man vom Klimawandel spricht, ja es logischerweise nicht vor den Menschen gegeben 🙂

        • uiui, wird das eine Leugnung von Realitäten?
          Natürlich gab es Klimawandel, aber nicht so häufig und kurzfristig wie jetzt.
          Von diesem zig-fach überprüften wissenschaftlichen Konsens noch immer wieder mit der Phrase abzulenken wirkt merkwürdig.
          Zumal es als Strohmannargument dient. Die Nutzung des Autos als Puffer kann auch finanziell Sinn ergeben. Mit niedrigen Lade-/Entladeraten und Begrenzung des Akkustands wird die Alterung übrigens deutlich reduziert.

        • Diese Art von Klimawandel ist nicht gemeint, du willst da was falsch verstehen

        • Das ist schon richtig, nur ist dieses Mal die Geschwindigkeit des Verlaufes im Vergleich zu den vorherigen nach wissenschaftlicher Mehrheit extrem hoch.
          Und vieles deutet darauf hin, dass der Mensch daran Schuld ist.
          https://xkcd.com/1732/

          Und ja, es ist seltsam, so einen Erklärbar-Post in 2023 zu schreiben;-)

      • https://edgar.jrc.ec.europa.eu/country_profile/DEU
        https://edgar.jrc.ec.europa.eu/country_profile/CHN

        Einfach mal die absoluten Zahlen vergleichen. Dieser sogenannte „Kampf,“ wie er jetzt organisiert wird, ist im Grunde nichts anderes als Wirtschaft und Bevölkerung bluten zu lassen, statt positive Anreize zu schaffen. Dank diesem „Kampf“ versenkt man in Europa seit Jahren und Jahrzehnten Abermilliarden und erreicht nicht viel mehr als einen Tropfen auf dem heissen Stein.

        Gelogen wird dabei auch noch. Vor drei Jahren wurden CO2-Steuern auf Individualverkehr und Heizung ausgeweitet. Dafür sollte es auch Entlastungen für Bürger geben. Gekommen ist bisher nichts.

        https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/klimaschutz/co2-bepreisung-1673008

        Zeitgleich wird mit dem Klimafonds dummes Zeug veranstaltet (zBsp. Corona-Kredite in ihn hinein verschoben). Der Fonds wird masslos überbucht, selbst Projekte wie das Intel-Werk in Madgeburg sollte aus diesem Topf gefördert werden. Und nun wundert sich die Ampel, dass das Verfassungsgericht diesem Blödsinn ein Ende bereitet.

      • Auch das bidirektionale Lade muss am Ende in irgendeiner Form vergütet oder subventioniert werden. Denn Du kannst ja niemanden zwingen, sein Auto immer an der Wallbox hängen zu lassen. Also musst Du einen Anreiz schaffen. Wenn man sich darauf verlässt, dass Leute das aus Gemeinwohlinteresse machen, ist man naiv.

      • Paul Panther says:

        Nichts leisten und immer schön auf die zeigen, die mehr haben.

    • Ob das so stimmt wage ich zu bezweifeln. Die Degradation eines Akkus wird nicht vhauptsächlich on den Ladezyklen bestimmt sondern von der Alterung durch Temperatur und Spitzenströmen.
      Im Haus wären die Entladeströme (und mit die Leistung) sehr gering (max. 10kW, eher wohl so bei 5kW) im Vergleich zum rekuperieren bei ein Bremsung aus 100km/H.
      Volvo hat ein seinen elektrischen XC90 explizit dafür ausgelegt.

      • GooglePayFan says:

        Es geht wohl eher darum um den Strom aus den Batterie-Speichern ins öffentliche Netz einzuspeisen. Nämlich gerade dann, wenn die Sonne untergegangen ist und in den Abendstunden der Strombedarf ansteigt, sodass Windkraft alleine die Nachfrage nicht bedienen kann.

        Denn dann gibt es nur drei Optionen:
        Teuren Strom aus Fracking-Gas.
        CO2-armer ATOM-Strom aus Frankreich.
        Strom aus den E-Auto-Batterien.

    • Gunar Gürgens says:

      Am meisten Sinn macht das natürlich mit LFP oder Na-Ion Akkus, welche sehr hohe Zyklenzahlen erreichen. Nimmt man einen normalen 60 kWh LFP Akku für Autos, so kann der locker 4000 Zyklen ab bis er unterhalb der 80% landet. Nimmt man eine Reichweite pro Zyklus (80% Ladung) an, kommt man auf ~1200000 Kilometer, die man mit dem Akku fährt, bis er 80% Rest hat. Ich denke man kann durchaus 50-60% der Zyklen für sowas rausgeben.
      Man muss ja nicht, wenn man sagt, dass ich pro Tag nur 20% wieder einspeisen möchte, dann wären das pro Jahr 73 Ladezyklen, wenn ich 50% des Akkus für diese Zyklen rausgebe, dann wären das 27 Jahre.
      Übrigens: LFP Akkus für den Hausspeicher haben eine Garantie von 6000 Zyklen bis 90% Dod, Na-Ion Akkus werden aktuell mit 50000 und 100000 Zyklen verkauft.

  3. Eigentlich sehr gut, wenn auch natürlich kein neuer Gedanke. Aber man müsste schon mal darüber nachdenken, wie man damit umgeht, dass dann z.B. mein Akku im Auto schneller altert, ist doch wahrscheinlich so, oder?

    • Gunar Gürgens says:

      Ja das tut er, ist bei LFP Akkus, wie sie eigentlich in Zukunft genutzt werden eigentlich vernachlässigbar.

  4. Macht absolut Sinn. Man sollte die Entscheidung den jeweiligen Inhabern offenhalten. Diejenigen mit eigener Solaranlage dürften hier schnell zuschlagen, da mit günstigem Strom getankt und dieser dann flexibel genutzt wird. Da dürften auch die „Reichsbedenkenträger“ schnell verstummen, wenn Nachbarn zur linken und rechten Seite am Ende des Monats noch mehr Geld sparen.

    • Warum sollte ich mit einer PV-Ablage schnell zuschlagen?

      Die meiste Zeit des Tages steht unser E-Auto beim Arbeitgeber auf dem Parkplatz, wenn ich dann zu Hause bin, kann ich höchstens im Hochsommer noch nennenswert mit Überschuss laden, aber nicht mehr von September bis April.

      Wenn man wirklich was erreichen will, sollte man die Arbeitgeber dazu bringen, in den Ausbau der PV-Anlagen zu investieren, dann kann man sich die Nummer oben sparen, zumal unklar ist, wie sich das auf den Lebenszyklus der Akkus auswirkt.

      • GooglePayFan says:

        Bietet dein Arbeitgeber noch keine kostenlose Lademöglichkeit für E-Autos an!?
        Dann würde ich ihm mal kräftig auf die Füße treten oder den Job wechseln!

      • in dem Fall könntest du deinem Arbeitgeber auch Strom „klauen“. Tagsüber schön aufladen und dann daheim ins Haus entladen.

        • Deswegen bekommen wir bei uns in der Firma alle eine eigene Wallbox, selbst wenn wir bereits eine haben. Voll vom Arbeitgeber finanziert. Wenn man irgendwann den E-Firmenwagen abgibt oder sogar das Unternehmen verlässt, darf man die Wallbox behalten. Bis dahin ist technisch sicher gestellt, dass der Mitarbeiter nur über seinen Haus-Stromvertrag den Wagen lädt. Das Geld wird wöchentlich erstattet. Selbst einspeisen aus eigener Anlage ist verboten und wird unterbunden. Genau so das Einspeisen vom Auto ins Haus. Der Arbeitgeber begründet dies, dass er dem Finanzamt gegenüber nachweisen muss, der von ihm bezahlte Strom würde einzig und allein fürs Autofahren drauf gehen.

  5. Die Antwort darauf ist dann, wenn ich dem Netzbetreiber bezahlen muss um sein Netz zu benutzen (Netzentgelte, verringerte Vergütung für PV Einspeisung) dann muss er
    mich auch bezahlen wenn er meine Hardware für seine Dienste benutzt um damit Geld zu verdienen. Sonst wäre es ja eine teilweise Zwangsenteignung.
    Wieviel gedenken die Betreiber denn zu bezahlen? Oder besser gesagt, wo kann ich denn stündlich meinen aktuellen Preis einpflegen?

    • Und genau hier wird es scheitern.
      Wir bekommen es nicht hin, ei einheitliches Bezahlsystem für E-Aitos zu etablieren, und träumen von Grid-Netzwerken die nur Sinn machen, wenn viele freiwillig mitmachen.
      Ganz mein Humor…

    • Richtig da bin ich völlig deiner Meinung , die EVU Betreiber machen die fetten Gewinne ohne einen Cent zu investieren . Die Degeneration des Akkus durch Bidirektionales Laden ist noch nicht erforscht ,wie handhabt es zb.der EVU Betreiber (Kommentare von Senec Akku Besitzern + Cloud ansehen,sehr lehrreich.) Außerdem muss das Auto dann 24 h an der Strippe hängen ausser wenn es fährt, das würde bedeuten für jedes eine Lademöglichkeit auch für Laternenparker . Kosten die dann der Steuerzahler tragen muss.Verdammt noch Mal waren bauen und betreiben die EVUs die Batt.Speicher nicht selber schließlich machen sie Milliarden Gewinne auf Kosten des kleinen Mannes.!!!?

  6. Dafür müsste erstmal die Vergütung geklärt werden. Denn es soll ja nicht immer entladen werden, sondern nur zu Spitzenlastzeiten. Da sind die Kosten für Energke aber extrem hoch. Somit müssten auch die Zahlungen deutlich höher sein. Und wenn sie hoch genug sind, machen die Leute auch freiwillig mit.

  7. Von welchen Kapazitäten ist denn hier eigentlich die Rede? Ist es nicht eher ungünstig wenn ich früh losfahren möchte und auf ein geladenes Auto hoffe und dann feststelle der Akku ist nur halbvoll da die andere Hälfte für die Allgemeinheit draufging?

  8. Toller Vorschlag, für meinen eigenen Verbrauch würde ich das sogar machen, allerdings gibt es nicht ein E-Fahrzeug das Bidirektionales Laden anbietet (Nein, auch der Hyundai/Kia mit seiner 220V Steckdose nicht).

  9. Vergessen wer bezahlt für die Lade+Entladeverluste bis zu 10% , und wenn ich zb.an einer Schnellladestation hänge könnte theoretisch so entladen werden wie geladen wird , begrenzen könnte das nur das E Auto .

  10. Ich sehe heutzutage keinen Sinn mehr darin Autos bidirektional zu nutzen. Die Steuerelektronik für irgendwelche Wallboxen verbunden mit der Tatsache, dass man eine einheitliche Lade/Entladesteuerung bräuchte ist einfach zu komplex.

    Letztlich zählt ja nur die Masse der Haushalte. Wenn gefühlt jedes Einfamilienhaus einen 5kwh Speicher hätte von dem jeder 1kwh Regelbedarf anbietet, wäre mehr als genug da. Ein stationärer Speicher ist immer online, immmer erreichbar, könnte über den Hausanschluss einheitlich „gesteuert“ werden (Netzbetreiber) und ist immer gut temperiert. Zudem kostet er im Ersatz fast nichts mehr (siehe kwh Preis im freien Fall).

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